Jane Gerhard

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Feminismus.

Lebenslauf

Jane Gerhard ist eine amerikanische Feminismusforscherin und Dozentin. Sie hat Bücher über feministische Themen verfasst und lehrte als Gastdozentin an der Harvard University sowie diversen weiteren Bildungsstätten in den USA. Dan Tucker ist Autor diverser Bücher und Artikel über Geschichte, Kunst und Popkultur. Er lebt in New York.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jane Gerhard

Cover des Buches Feminismus (ISBN: 9783791385297)

Feminismus

(2)
Erschienen am 02.03.2020

Neue Rezensionen zu Jane Gerhard

Cover des Buches Feminismus (ISBN: 9783791385297)
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Rezension zu "Feminismus" von Jane Gerhard

Trishen77
Change!

„Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ (Margaret Mead)

Dieses Buch ist, so kann man direkt vorwegsagen, eine großartige Verbindung aus Text und Bilddokumentation. Dadurch bekommt man bei der Lektüre fast das Gefühl, die widrige und besondere Geschichte des Feminismus als weltweiter Emanzipations- und, letztlich wohl auch, Kulturbewegung, nicht nur nachzuvollziehen, sondern noch einmal mitzuerleben.

Anhand verschiedener Aspekte (Wahlrecht, Selbstbestimmung in pucto Körper, Arbeit und Beziehung, die männliche Perspektive als Norm und zuletzt übergreifende Gleichheit, jenseits von sexueller Orientierung, Hautfarbe und Klasse) in eigenständigen Kapiteln wird von der feministischen Bewegung und alle ihren Meilensteine und Persönlichkeiten erzählt.

Die Autor*innen legen dabei im Fließtext einen besonderen Fokus auf den Prozess, also die kontinuierliche Entwicklung, während die vielen eingefügten Grafiken mit den dazugehörigen Untertexten sich oft auf einzelne Ereignisse und Personen konzentrieren, symptomatische Schicksale beschreiben oder auf andere Art und Weise etwas hervorheben.

Was eh schon klar sein sollte, in diesem Buch aber noch einmal klar wird: Der Feminismus hat begonnen als Emanzipationsbewegung der Frauen, ist aber zu einer der wichtigsten Bewegungen für die Emanzipation des Menschen an sich geworden. Wer glaubt, bei Feminismus ginge es nur um den Wunsch von Frauen nach mehr Mitbestimmung, der irrt. Das war der Ausgangspunkt.

Mittlerweile ist der Feminismus eine transformative Kraft, die die Gleichheit aller Menschen anstrebt und für ein faires Miteinander sorgen will, das letztlich allen Geschlechtern zugutekommen würde.

Cover des Buches Feminismus (ISBN: 9783791385297)
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Rezension zu "Feminismus" von Jane Gerhard

Nico-aus-dem-Buchwinkel
Die Geschichte der (US-Amerikanisch-Britischen) Frauenbewegung

Dieser Band im Coffee-Table-Format beleuchtet die wichtigsten feministischen Strömungen der letzten 150 Jahre und setzt die Geschichte des Feminismus mit historischen Dokumenten und Fotografien in Szene. Dargestellt werden kämpfende Frauen von der Suffragettenbewegung bis hin zu Feminist*innen heute. Geschichte ist ja schön und gut, aber was nutzt die Lektüre des Buches für die aktuelle Debattenkultur? Die Antwort liefern die Autor*innen in der Einleitung direkt selbst:

"Weil es für Feminist*innen wichtiger ist denn je, ihre Geschichte zu kennen. Wer überzeugend sein will, wer die Ansichten anderer verstehen und einordnen können will, muss zwangsläufig gut informiert sein."


Unterteilt ist „Feminismus – Die Geschichte der weltweiten Frauenbewegung“ in sechs Schwerpunkte: 

  • Frauenwahlrecht
  • Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch
  • Die Rechte der Frau in der Ehe
  • Das Recht zu Arbeiten
  • Die ständige Bewertung des Aussehens von Frauen
  • Gleiches Recht für Alle

Alle sechs Bereiche sind ausführlich und informativ aufbereitet und zusätzlich durchsetzt von Fotografien und Portraits wichtiger Frauen. Für meinen Geschmack gingen manche Abschnitte sogar zu sehr ins Detail und verloren sich dann in der Aufzählung von Jahreszahlen und Ereignissen. Hier half die Auflockerung durch die vielen Bilder und den beigefügten kurzen Bildbeschreibungen.

Zu kurz gekommen sind in meinen Augen die Frauen im Rest der Welt. Das Narrativ fokussiert sich schon sehr deutlich auf die USA und Großbritannien. Ja, es gibt auch Absätze zu den Geschehnissen in anderen europäischen, afrikanischen und vereinzelt auch asiatischen Ländern. Für eine „Geschichte der weltweiten Frauenbewegung“ ist das jedoch zu wenig. Vielleicht ist dies dem Umstand geschuldet, dass die beiden Autor*innen US-Amerikaner*innen sind. Jane Gerhard ist amerikanische Feminismusforscherin und Dozentin, während Dan Tucker der Gründer des Independent-Buchverlags ist, in dem das Buch ursprünglich erschien. Trotzdem schade.


Abzüge in der B-Note

Und wenn wir schon am Meckern sind: Häufig haben die Illustrationen den Fließtext mitten im Satz unterbrochen, so dass ich teilweise mehrere Seiten weiterblättern und den Absatz zu Ende lesen musste, bevor ich mich auf die Bilder konzentrieren konnte. Das war ein wenig nervig. Zu wenig zur Sprache kam auch die immer wieder berechtige Kritik an der Frauenbewegung, die zeitweise sehr exkludierende Forderungen stellte und rassistische und transfeindliche Tendenzen aufwies.

Auch eine Brücke zu LBGTQ-Bewegung und Intersektionalität wurde im Buch nur unzureichend geschlagen, obwohl es ein Kapitel gibt, in dem es um „gleiches Recht für alle“ geht. Es kommen also Aspekte des modernen sowie Kritik am historischen Feminismus durchaus zu kurz. Der Untertitel des Buches sollte demnach eher „Eine unvollständige Geschichte der US-Amerikanischen und Britischen Frauenbewegung“ heißen.

Trotzdem ist das Buch informativ und wichtig, es beleuchtet historische Zusammenhänge verständlich und wird gerade da ausführlich, wo andere Literatur zum Thema eher zusammenfasst. Beeindruckend ist die Sammlung an (historischen) Fotografien und Bildern, die auf den Seiten abgedruckt sind. Allein dafür lohnt sich das Durchblättern und Einlesen. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Die Rezension ist ebenfalls auf meinem Blog im Buchwinkel erschienen.


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