Mira befindet sich gerade in einem Sabbatical. Doch statt die Welt zu bereisen oder zu faulenzen arbeitet sie in dem kleinen Strickladen „Wollmaus“ in Eckernförde. Sie liebt die Atmosphäre dort und hilft unglaublich gerne den Kunden bei allen Strickproblemen. Doch dann verstirbt die Inhaberin unerwartet und Mira weiß nicht, wie es weitergehen sollen. Spontan beschließt sie, den Laden einfach jeden Tag wieder zu öffnen – ohne zu wissen, worauf es hinauslaufen soll.
Als sie zur Testamentseröffnung eingeladen wird, erfährt sie, wie es weitergehen soll. Die Verstorbene möchte, dass Mira das Geschäft weiterführt. Das muss ihr Enkel Elias, der Erbe des Gebäudes, akzeptieren. Doch ist Mira bereit ihren sichern Job zu kündigen und sich selbständig zu machen? Vor allem weil Elias ihr eindeutig zu spüren gibt, dass es ihm lieber wäre, wenn sie aufgeben würde, damit er das gesamte Gebäude gewinnbringend verkaufen oder vermieten kann.
Zwischen den beiden fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch das ein oder andere Wollknäuel, aber nichts, was laue Sommerabende an der Ostsee nicht wieder in den Griff kriegen könnten, oder?
„Ostseebriefe“ ist für mich das erste Buch, das ich von Jane Hell gelesen habe, auch wenn bereits ein paar ihrer „Fischbrötchen“-Romane auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) liegen. Das sommerliche Cover und der bunte Farbschnitt (leider limitiert, daher schnell zuschlagen) machen sofort Lust auf diesen Liebesroman, in dem vererbt, verstrickt und sich verliebt wird.
Mira und Elias scheinen sehr unterschiedlich zu sein. Während Mira das kleine Wollgeschäft liebt und der Laden eine wahre Herzensangelegenheit für sie ist, sieht der ehrgeizige Hamburger Immobilienentwickler Elias nur Dollarzeichen vor den Augen. Auf humorvolle Art und Weise lässt Jane Hell die beiden Protagonisten aufeinander los und ich mochte es sehr, dass Mira für ihre Träume einsteht und Elias harte Fassade nach und nach bröckelt. Der Wechsel von „wir hassen uns“ zu „wir lieben uns“ ging für meinen Geschmack etwas schnell, aber trotzdem konnte ich das Knistern und die Bindung zwischen den beiden spüren. Ich habe das Setting an der Ostsee sehr genossen und auch wenn ich keine Ahnung vom Stricken habe, habe ich nun Lust so einen kleinen gemütlichen Wollladen zu führen.
Fazit: Ein schöner Liebesroman, der perfekt zur Frühlings-/Sommerzeit passt. Mit Humor und Knistern entführt uns die Autorin nicht nur an die Ostsee, sondern auch in den urgemütlichen Strickladen „Wollmaus“.
PS: Ein ebenfalls in sich abgeschlossener Liebesroman, der trotzdem eine Verbindung zu diesem Buch hat, erscheint am 24.04. unter dem Titel „Nordseebriefe“ von Sandy Dobelstein.
































