Jane Yolen

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Autor von Dornrose, Der Drachenkämpfer von Sarkkhan und weiteren Büchern.

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Dornrose

Dornrose

 (30)
Erschienen am 12.03.2011
Der Drachenkämpfer von Sarkkhan

Der Drachenkämpfer von Sarkkhan

 (23)
Erschienen am 30.05.2007
Herzblut

Herzblut

 (8)
Erschienen am 26.01.2005
Das Geheimnis des magischen Schwertes

Das Geheimnis des magischen Schwertes

 (7)
Erschienen am 01.11.2004
Walzer, Polka und Flamenco

Walzer, Polka und Flamenco

 (1)
Erschienen am 30.09.2010

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Yoyomauss avatar

Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

Ein Märchen, welches eigentlich ein Albtraum wird. Wirklich gut gemacht.
Yoyomausvor 3 Jahren

Zum Inhalt:

"Um das ganze Schloss herum wuchs eine Wildrosenhecke mit Dornen so spitz wie Lagerdraht. Höher und höher wuchsen die Dornen. Und niemand fragte nach den schlafenden Menschen im Inneren."


Als Gemma stirbt, muss ihre Familie erkennen, dass sie eigentlich nichts über sie weiß. Die Familie kennt ihren echten Namen nicht, weiß nicht, aus welchem Land sie 1944 in die USA eingewandert ist, weiß nicht einmal, wer der Vater ihrer Tochter war. Rebecca, die jüngste der drei Enkelinnen, beschließt die Wahrheit über ihre Großmutter herauszufinden. Sie reist nach Polen, nach Kulmhof, einem Vernichtungslager der Nazis, und trifft tatsächlich jemanden, der Gemma einmal gekannt hat.


»Gemma, erzähl uns noch einmal die Geschichte«, bettelte Shana, kuschelte sich an ihre Großmutter und atmete den unverwechselbaren Duft aus Zitrone und Talkumpuder ein, den nur Gemma und niemand sonst besaß.
»Welche denn?«, fragte die alte Dame und schnippelte Äpfel in eine Holzschale.
»Du weißt schon«, sagte Shana.
»Ja ... du weißt schon«, stimmte Sylvia mit ein und drängte sich neben ihre Schwester, wo der Zitronen-Talkum-Duft besonders intensiv war.
Die kleine Rebecca in ihrem hohen Kinderstuhl schlug mit dem Löffel gegen ihre Tasse. »Dorndösen. Dorndösen.«
Shana verzog das Gesicht. Sie selbst hatte nie in Baby sprache geplappert, nicht einmal als ganz kleines Mädchen. Immer schon hatte sie vollständige Sätze benutzt; darauf schwor ihre Mutter hoch und heilig.
»Dorndösen.« Gemma lächelte. »Na gut.«
Die Schwestern nickten und traten beide einen Schritt zurück, als würde die Geschichte nur wirken, wenn sie Großmutters Gesicht sahen. Der Duft allein reichte nicht.
»Es war einmal ...«, begann Gemma, und die beiden älteren Mädchen flüsterten die Anfangsworte mit. »... in fernen Zeiten, niemals oder immerdar, doch nie den besten aller Zeiten ... da stand im Wald ein Schloss. Und in dem Schloss lebte ein König, der wünschte sich nichts sehnlicher als ein Kind. >Dein Wort in Gottes Ohr<, sagte die Königin jedes Mal, wenn der König davon sprach. Aber die Jahre vergingen, und ihnen wurde kein Kind geboren.«
»Bohren, bohren, bohren«, echote Rebecca und schlug bei jedem Wort rhythmisch den Löffel gegen die Tasse.
»Sei still!«, riefen Shana und Sylvia im Chor.
Gemma nahm Rebecca den Löffel und die Tasse weg und gab ihr stattdessen ein Stück Apfel. »Doch eines Tages, schließlich und endlich und zur rechten Zeit, ging die Königin zu Bett und gebar ein kleines Mädchen, gekrönt von flammend rotem Haar.« Gemma strich sich über die eigenen Locken, in deren Rot sich weiße Strähnen flochten wie gewundener Stacheldraht. »Das Kind war so schön wie die wilden Heckenrosen, und deshalb nannte es der König ...«
»Prinzessin Dornrose«, seufzten Sylvia und Shana.
»Dornrose«, wiederholte Rebecca, wenn auch weniger deutlich, denn ihr kleiner Mund war voller Apfel.
(Kapitel 1, Quelle Amazon)


Als Rebecca und ihre Schwestern klein waren, bekamen sie immer und immer wieder die Geschichte der Dornrose erzählt. Ein Märchen, das laut ihren Freundinnen kein richtiges Märchen ist, wird es doch ganz anders erzählt als das berühmte Märchen von Dornröschen. In dem Märchen von Gemma gibt es eine böse Fee mit schwarzen Lederstiefeln, silbernen Adlern und jedes Mal, wenn sie die Geschichte erzählt, scheint sie innerlich zu beben. Als Rebecca größer ist und ihre Großmutter im Sterben liegt, eröffnet sie ihrer jüngsten Enkelin, dass sie selbst Dornrose ist. Rebecca wird hellhörig und beginnt zu forschen. Dabei treten ihr immer mehr Rätsel entgegen. Wer war ihre Großmutter wirklich? Warum kam sie 1944 nach Amerika und vor allem, von wo? Ihre Mutter scheint nichts zu wissen und so beginnt Rebecca sich an eine Zeitung zu wenden, wo sie Hilfe bekommt. Schließlich bekommt sie den entscheidenden Hinweis und reist nach Polen, wo sie sich einem ehemaligen Konzentrationslager gegenüber sieht und einem Mann, der ihre Großmutter sehr gut gekannt hatte. Von ihm erfährt sie eine ungeheuerliche Geschichte, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Ich hatte das Buch durch Zufall entdeckt und habe es mir wegen des Covers gekauft. Ich mag Geschichten, die einen Funken Wahrheit beinhalten und das schien mir eine solche Geschichte zu sein. Und was soll ich sagen, ich bin nicht enttäuscht worden. Das Buch strotzt vor historischen Hintergründen, es beinhaltet Dramatik und doch ganz viel Herz. Dass in diesem Buch die Thematik des Nationalsozialismus so schonungslos aufgegriffen wird, lässt einem als Leser den Atem anhalten. So erlebt man in den Erinnerungen des alten Mannes mit, wie er Rebeccas Großmutter kennen lernte und in welcher Angst sie alle gelebt hatten. Es wird gut beschrieben, wie in dieser Zeit mit den Juden verfahren wurde und was man mit denen tat, die in einer der vielen Bewegungen gegen die Nazis dabei waren. Dabei werden die Fakten immer wieder von der Geschichte der Dornrose verpackt und nach und nach dämmert dem Leser, was es denn nun mit dieser Geschichte für die Kinder eigentlich auf sich hat. Einerseits ist die Erkenntnis erschreckend. Anderseits fragt man sich dann aber auch, warum sie diese Geschichte wohl schon den kleinen Mädchen erzählt hat. Und vor allem muss man sich fragen, warum Gemma nie selbst über ihre Vergangenheit gesprochen hat, wäre dies doch sicher auch für sie sehr gut gewesen.

Das Buch möchte ich allen empfehlen, die Schicksalsgeschichten und besonders Geschichten mit historischen Hintergrund mögen. Ihr braucht starke Nerven, aber es ist wirklich gut geschrieben, sehr einfühlsam. Es macht Spaß Rebecca auf ihrer Suche zu begleiten und es bleiben durch den flüssigen Schreibstil keine Fragen offen.

Historischer Hintergrund: 5/5
Dramatik: 5/5
Spannung: 5/5
Schreibweise: 5/5
Hintergrund: 5/5

Gesamtwertung: 5/5

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Biankas_Buecherkistes avatar

Rezension zu "Herzblut" von Jane Yolen

guter zweiter teil
Biankas_Buecherkistevor 3 Jahren


Dieses Buch ist schon ewig in meinem Regal. Habe es von einem Flohmarkt oder so her, weiß es nicht mehr genau und habe es verschlungen auch wenn es der zweite Teil einer Trilogie ist leider.Der erste Teil war nie aufzufinden, habe ihn nie gefunden. Im Internet bestellen ging früher noch nicht so einfach bei mir und daher fiel die Lösung auch weg. Bin richtig ärgerlich über mir, aber kann man nicht mehr ändern.

Dieses Buch ist der zweite Teil einer Trilogie, in welchem Jakkin und sein Drache alles tun um zu überleben. Eine abenteuerliche Flucht quer durch das Land beginnt im Buch, da sie in eine politische Auseinandersetzung hinein geraten. 

Der Schreibstil ist für Jugendliche sehr angenehm zu lesen und man kommt flüssig durch. Man wollte nicht mehr aufhören. Es existieren keine Füllwörter und Schachtelsätze sind auch nicht vorhanden, welche das Lesevergnügen mindern könnten. 

Das Cover ziert ein Drache welcher sehr animalisches aussieht.

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FabAustens avatar

Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

Dornrose
FabAustenvor 4 Jahren

Beccas stärkste Erinnerung an ihre Großmutter Gemma ist das Märchen von Dornröschen, welches diese immer und immer wieder ihren drei Enkelinnen erzählte. Als Gemma Jahre später stirbt, findet sich in ihren Hinterlassenschaften eine geheimnisvolle Schatulle. Die enthaltenen Zeitungsartikel, Fotos und Dokumente werfen ein neues Licht auf die alte Dame und es wird deutlich, dass ihre eigene Familie fast nichts von ihr wusste. Nicht einmal ihren richtigen Namen. Becca, die inzwischen als Journalisten bei der örtlichen Zeitung arbeitet, macht sich auf die Suche nach der jungen Gemma. Nach der Frau, die während des Zweiten Weltkriegs in die USA floh. Bald weiß sie, dass das Märchen von Dornröschen eine wahren Kern besitzt. Einen schwarzen Kern, der im Holocaust geboren wurde und der sie nach Polen führen wird.

Dornrose ist als Jugendbuch deklariert, doch der Schreibstil und die Zahl der ungeschönten Szenen spricht eher für eine ältere Zielgruppe. Deshalb soll der Roman hier unter dieser Prämisse betrachtet werden.

Grundsätzlich hat die Geschichte großes Potential. Sie hätte spannend, bewegend und erschütternd sein können. Leider werden die Möglichkeiten kaum ausgeschöpft.

Auf der Haben-Seite findet sich das Geheimnis um Gemmas Herkunft und das Märchen. Warum hat sie es immer wieder erzählt? Warum bittet sie ihre Enkelin schließlich, dass Schloss zu finden? Warum hält sie sich selbst für Dornrose? Diese spannenden Fragen sind der Motor, der den Leser antreibt.

Die Sprache ist gefällig und lässt die Seiten vorbeiziehen. Dennoch ist sie eher der Soll-Seite zuzuschlagen. Sie ist recht seicht und entspricht damit eher der leichten Unterhaltung. Jane Yolen ist bestrebt, emotionale Tiefe zu erreichen und setzt hier und da treffende und ansprechende Formulierungen. Das reicht jedoch nicht, um den Gesamteindruck positiv zu beeinflussen. Die Sprache ist wie ein Fettauge, das auf der Suppe schwimmt. Sie bleibt oberflächlich und erreicht weder das Leserherz noch den Grund der Geschichte, die doch eigentlich so ergreifend sein könnte.

Leider lässt sich die Minus-Liste noch fortführen.
Das größte Problems stellt die geringe Seitenzahl dar. Dadurch kann sich einerseits die Geschichte nicht gebührend entfalten. Andererseits bleibt den Figuren kein Raum, um sich zu entwickeln, Tiefe zu erreichen und Interesse zu wecken. Stattdessen verharren sie fast alle an der Oberfläche und zeigen manchmal sogar klischeehafte Anklänge. Beccas Schwestern sind Karrierefrauen, die sich mehr um ihr perfektes Aussehen scheren als um ihre Familie. Ihr Chef ist Beccas heimlicher Schwarm und natürlich letztendlich genauso an ihr wie an der Story interessiert. Beides wirkt aufgesetzt und überflüssig. Darüber hinaus schiebt es den Gesamteindruck weiter in seichtes Gewässer. Klar, soll auch dies eine Allegorie auf Dornröschen sein und Becca die Rolle der wachgeküssten Prinzessin übernehmen. Der Vorschlaghammer, der hier geschwungen wird, zerstört allerdings die angestrebte Wirkung.

Die immer wieder eingestreuten Kapitel, in denen Gemma das Märchen erzählt, wirken sich auf Dauer störend und sogar nervig aus.

Der Roman wird größtenteils aus Beccas Sicht erzählt. Es handelt sich um keine sympathische Protagonistin, obwohl Jane Yolen sich redlich Mühe gibt, sie sensibel, fürsorglich und perfekt wirken zu lassen. Das Beste, was über sie gesagt werden kann, ist, dass sie farblos bleibt. Mitunter wirkt sie jedoch sogar blasiert, z.B. wenn sie ihre polnische Begleiterin auf ihre sprachlichen Fehler hinweist. Sympathischer und authentischer ist Josef Potocki, ein Zeitzeuge und Bekannter Gemmas, den Becca in Polen ausfindig machen kann. Er ist die einzige Figur, die etwas Tiefgang und Authentizität zeigt. Der alte Mann berichtet von Gemmas Schicksal und der deutschen Besatzung. Dieser Teil ist emotionaler und besser gelungen, als Beccas Erzählstrang, hebt das Buch aber nicht über ein Mittelmaß hinaus.

Der letzte große Kritikpunkt ist die fehlende restlose Auflösung des Rätsels. Der Motor schiebt das Gefährt nicht über die Ziellinie. Becca erfährt zwar allerhand über ihre Großmutter, aber genauso viel bleibt ungeklärt.

Abschließend bleibt Enttäuschung, so als wäre ein Versprechen nicht eingelöst worden. Die Erzählweise besonders in Beccas Erzählstrang ist einfach zu seicht für einen Roman über den Holocaust. Auch als Jugendbuch funktioniert Dornrose nicht, da die Kritikpunkte dieselben bleiben und sogar teilweise noch stärker ins Gewicht fallen.

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Yoyomauss avatar
Hallo ihr Lieben,
ich verlose auf meiner Facebookseite dieses kleine Büchlein - weitere folgen immer mal. Wenn ihr mitmachen wollt, auf meine Seite huschen und mitmachen. Viel Erfolg ;-)

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