Jane Yolen Dornrose

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Inhaltsangabe zu „Dornrose“ von Jane Yolen

"Um das ganze Schloss herum wuchs eine Wildrosenhecke mit Dornen so spitz wie Lagerdraht. Höher und höher wuchsen die Dornen. Und niemand fragte nach den schlafenden Menschen im Inneren."

Ein Märchen, welches eigentlich ein Albtraum wird. Wirklich gut gemacht. Die Geschichte ihrer Großmutter.

— Yoyomaus

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  • Ein Märchen, welches eigentlich ein Albtraum wird. Wirklich gut gemacht.

    Dornrose

    Yoyomaus

    21. April 2016 um 20:40

    Zum Inhalt:"Um das ganze Schloss herum wuchs eine Wildrosenhecke mit Dornen so spitz wie Lagerdraht. Höher und höher wuchsen die Dornen. Und niemand fragte nach den schlafenden Menschen im Inneren."Als Gemma stirbt, muss ihre Familie erkennen, dass sie eigentlich nichts über sie weiß. Die Familie kennt ihren echten Namen nicht, weiß nicht, aus welchem Land sie 1944 in die USA eingewandert ist, weiß nicht einmal, wer der Vater ihrer Tochter war. Rebecca, die jüngste der drei Enkelinnen, beschließt die Wahrheit über ihre Großmutter herauszufinden. Sie reist nach Polen, nach Kulmhof, einem Vernichtungslager der Nazis, und trifft tatsächlich jemanden, der Gemma einmal gekannt hat.»Gemma, erzähl uns noch einmal die Geschichte«, bettelte Shana, kuschelte sich an ihre Großmutter und atmete den unverwechselbaren Duft aus Zitrone und Talkumpuder ein, den nur Gemma und niemand sonst besaß.»Welche denn?«, fragte die alte Dame und schnippelte Äpfel in eine Holzschale.»Du weißt schon«, sagte Shana.»Ja ... du weißt schon«, stimmte Sylvia mit ein und drängte sich neben ihre Schwester, wo der Zitronen-Talkum-Duft besonders intensiv war.Die kleine Rebecca in ihrem hohen Kinderstuhl schlug mit dem Löffel gegen ihre Tasse. »Dorndösen. Dorndösen.«Shana verzog das Gesicht. Sie selbst hatte nie in Baby sprache geplappert, nicht einmal als ganz kleines Mädchen. Immer schon hatte sie vollständige Sätze benutzt; darauf schwor ihre Mutter hoch und heilig.»Dorndösen.« Gemma lächelte. »Na gut.«Die Schwestern nickten und traten beide einen Schritt zurück, als würde die Geschichte nur wirken, wenn sie Großmutters Gesicht sahen. Der Duft allein reichte nicht.»Es war einmal ...«, begann Gemma, und die beiden älteren Mädchen flüsterten die Anfangsworte mit. »... in fernen Zeiten, niemals oder immerdar, doch nie den besten aller Zeiten ... da stand im Wald ein Schloss. Und in dem Schloss lebte ein König, der wünschte sich nichts sehnlicher als ein Kind. >Dein Wort in Gottes Ohr<, sagte die Königin jedes Mal, wenn der König davon sprach. Aber die Jahre vergingen, und ihnen wurde kein Kind geboren.«»Bohren, bohren, bohren«, echote Rebecca und schlug bei jedem Wort rhythmisch den Löffel gegen die Tasse.»Sei still!«, riefen Shana und Sylvia im Chor.Gemma nahm Rebecca den Löffel und die Tasse weg und gab ihr stattdessen ein Stück Apfel. »Doch eines Tages, schließlich und endlich und zur rechten Zeit, ging die Königin zu Bett und gebar ein kleines Mädchen, gekrönt von flammend rotem Haar.« Gemma strich sich über die eigenen Locken, in deren Rot sich weiße Strähnen flochten wie gewundener Stacheldraht. »Das Kind war so schön wie die wilden Heckenrosen, und deshalb nannte es der König ...«»Prinzessin Dornrose«, seufzten Sylvia und Shana.»Dornrose«, wiederholte Rebecca, wenn auch weniger deutlich, denn ihr kleiner Mund war voller Apfel. (Kapitel 1, Quelle Amazon)Als Rebecca und ihre Schwestern klein waren, bekamen sie immer und immer wieder die Geschichte der Dornrose erzählt. Ein Märchen, das laut ihren Freundinnen kein richtiges Märchen ist, wird es doch ganz anders erzählt als das berühmte Märchen von Dornröschen. In dem Märchen von Gemma gibt es eine böse Fee mit schwarzen Lederstiefeln, silbernen Adlern und jedes Mal, wenn sie die Geschichte erzählt, scheint sie innerlich zu beben. Als Rebecca größer ist und ihre Großmutter im Sterben liegt, eröffnet sie ihrer jüngsten Enkelin, dass sie selbst Dornrose ist. Rebecca wird hellhörig und beginnt zu forschen. Dabei treten ihr immer mehr Rätsel entgegen. Wer war ihre Großmutter wirklich? Warum kam sie 1944 nach Amerika und vor allem, von wo? Ihre Mutter scheint nichts zu wissen und so beginnt Rebecca sich an eine Zeitung zu wenden, wo sie Hilfe bekommt. Schließlich bekommt sie den entscheidenden Hinweis und reist nach Polen, wo sie sich einem ehemaligen Konzentrationslager gegenüber sieht und einem Mann, der ihre Großmutter sehr gut gekannt hatte. Von ihm erfährt sie eine ungeheuerliche Geschichte, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt.Ich hatte das Buch durch Zufall entdeckt und habe es mir wegen des Covers gekauft. Ich mag Geschichten, die einen Funken Wahrheit beinhalten und das schien mir eine solche Geschichte zu sein. Und was soll ich sagen, ich bin nicht enttäuscht worden. Das Buch strotzt vor historischen Hintergründen, es beinhaltet Dramatik und doch ganz viel Herz. Dass in diesem Buch die Thematik des Nationalsozialismus so schonungslos aufgegriffen wird, lässt einem als Leser den Atem anhalten. So erlebt man in den Erinnerungen des alten Mannes mit, wie er Rebeccas Großmutter kennen lernte und in welcher Angst sie alle gelebt hatten. Es wird gut beschrieben, wie in dieser Zeit mit den Juden verfahren wurde und was man mit denen tat, die in einer der vielen Bewegungen gegen die Nazis dabei waren. Dabei werden die Fakten immer wieder von der Geschichte der Dornrose verpackt und nach und nach dämmert dem Leser, was es denn nun mit dieser Geschichte für die Kinder eigentlich auf sich hat. Einerseits ist die Erkenntnis erschreckend. Anderseits fragt man sich dann aber auch, warum sie diese Geschichte wohl schon den kleinen Mädchen erzählt hat. Und vor allem muss man sich fragen, warum Gemma nie selbst über ihre Vergangenheit gesprochen hat, wäre dies doch sicher auch für sie sehr gut gewesen.Das Buch möchte ich allen empfehlen, die Schicksalsgeschichten und besonders Geschichten mit historischen Hintergrund mögen. Ihr braucht starke Nerven, aber es ist wirklich gut geschrieben, sehr einfühlsam. Es macht Spaß Rebecca auf ihrer Suche zu begleiten und es bleiben durch den flüssigen Schreibstil keine Fragen offen.Historischer Hintergrund: 5/5Dramatik: 5/5Spannung: 5/5Schreibweise: 5/5Hintergrund: 5/5Gesamtwertung: 5/5

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  • Dornrose

    Dornrose

    FabAusten

    Beccas stärkste Erinnerung an ihre Großmutter Gemma ist das Märchen von Dornröschen, welches diese immer und immer wieder ihren drei Enkelinnen erzählte. Als Gemma Jahre später stirbt, findet sich in ihren Hinterlassenschaften eine geheimnisvolle Schatulle. Die enthaltenen Zeitungsartikel, Fotos und Dokumente werfen ein neues Licht auf die alte Dame und es wird deutlich, dass ihre eigene Familie fast nichts von ihr wusste. Nicht einmal ihren richtigen Namen. Becca, die inzwischen als Journalisten bei der örtlichen Zeitung arbeitet, macht sich auf die Suche nach der jungen Gemma. Nach der Frau, die während des Zweiten Weltkriegs in die USA floh. Bald weiß sie, dass das Märchen von Dornröschen eine wahren Kern besitzt. Einen schwarzen Kern, der im Holocaust geboren wurde und der sie nach Polen führen wird. Dornrose ist als Jugendbuch deklariert, doch der Schreibstil und die Zahl der ungeschönten Szenen spricht eher für eine ältere Zielgruppe. Deshalb soll der Roman hier unter dieser Prämisse betrachtet werden. Grundsätzlich hat die Geschichte großes Potential. Sie hätte spannend, bewegend und erschütternd sein können. Leider werden die Möglichkeiten kaum ausgeschöpft. Auf der Haben-Seite findet sich das Geheimnis um Gemmas Herkunft und das Märchen. Warum hat sie es immer wieder erzählt? Warum bittet sie ihre Enkelin schließlich, dass Schloss zu finden? Warum hält sie sich selbst für Dornrose? Diese spannenden Fragen sind der Motor, der den Leser antreibt. Die Sprache ist gefällig und lässt die Seiten vorbeiziehen. Dennoch ist sie eher der Soll-Seite zuzuschlagen. Sie ist recht seicht und entspricht damit eher der leichten Unterhaltung. Jane Yolen ist bestrebt, emotionale Tiefe zu erreichen und setzt hier und da treffende und ansprechende Formulierungen. Das reicht jedoch nicht, um den Gesamteindruck positiv zu beeinflussen. Die Sprache ist wie ein Fettauge, das auf der Suppe schwimmt. Sie bleibt oberflächlich und erreicht weder das Leserherz noch den Grund der Geschichte, die doch eigentlich so ergreifend sein könnte. Leider lässt sich die Minus-Liste noch fortführen. Das größte Problems stellt die geringe Seitenzahl dar. Dadurch kann sich einerseits die Geschichte nicht gebührend entfalten. Andererseits bleibt den Figuren kein Raum, um sich zu entwickeln, Tiefe zu erreichen und Interesse zu wecken. Stattdessen verharren sie fast alle an der Oberfläche und zeigen manchmal sogar klischeehafte Anklänge. Beccas Schwestern sind Karrierefrauen, die sich mehr um ihr perfektes Aussehen scheren als um ihre Familie. Ihr Chef ist Beccas heimlicher Schwarm und natürlich letztendlich genauso an ihr wie an der Story interessiert. Beides wirkt aufgesetzt und überflüssig. Darüber hinaus schiebt es den Gesamteindruck weiter in seichtes Gewässer. Klar, soll auch dies eine Allegorie auf Dornröschen sein und Becca die Rolle der wachgeküssten Prinzessin übernehmen. Der Vorschlaghammer, der hier geschwungen wird, zerstört allerdings die angestrebte Wirkung. Die immer wieder eingestreuten Kapitel, in denen Gemma das Märchen erzählt, wirken sich auf Dauer störend und sogar nervig aus. Der Roman wird größtenteils aus Beccas Sicht erzählt. Es handelt sich um keine sympathische Protagonistin, obwohl Jane Yolen sich redlich Mühe gibt, sie sensibel, fürsorglich und perfekt wirken zu lassen. Das Beste, was über sie gesagt werden kann, ist, dass sie farblos bleibt. Mitunter wirkt sie jedoch sogar blasiert, z.B. wenn sie ihre polnische Begleiterin auf ihre sprachlichen Fehler hinweist. Sympathischer und authentischer ist Josef Potocki, ein Zeitzeuge und Bekannter Gemmas, den Becca in Polen ausfindig machen kann. Er ist die einzige Figur, die etwas Tiefgang und Authentizität zeigt. Der alte Mann berichtet von Gemmas Schicksal und der deutschen Besatzung. Dieser Teil ist emotionaler und besser gelungen, als Beccas Erzählstrang, hebt das Buch aber nicht über ein Mittelmaß hinaus. Der letzte große Kritikpunkt ist die fehlende restlose Auflösung des Rätsels. Der Motor schiebt das Gefährt nicht über die Ziellinie. Becca erfährt zwar allerhand über ihre Großmutter, aber genauso viel bleibt ungeklärt. Abschließend bleibt Enttäuschung, so als wäre ein Versprechen nicht eingelöst worden. Die Erzählweise besonders in Beccas Erzählstrang ist einfach zu seicht für einen Roman über den Holocaust. Auch als Jugendbuch funktioniert Dornrose nicht, da die Kritikpunkte dieselben bleiben und sogar teilweise noch stärker ins Gewicht fallen.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Kerry

    09. December 2012 um 21:21

    Gemma führte nach ihrer Übersiedlung nach Amerika ein erfülltes Leben. Sie sah ihre Tochter Eva aufwachsen und hatte 3 Enkeltöchter, Shana, Sylvia und Becca, die ihr viel Freude bereitet haben. Ein besonders inniges Verhältnis hatte sie zu ihrer jüngsten Enkelin Becca, einer Journalistin bei der örtlichen Presse. Dieser hat sie das Versprechen abgenommen, nach dem Schloss von Dornrose zu suchen. Jetzt ist Gemma im hohen Alter verstorben und die 23-jährige Becca sieht die Zeit gekommen, endlich zu ergründen, was es mit dem Schloss von Dornrose auf sich hat und mit dem Prinzen, von dem Gemma immer sprach und wo Gemma ursprünglich herkam. Fast sicher ist, dass Gemma zu Zeiten des 2. Weltkrieges aus Polen floh, denn sie war Jüdin. Doch die Recherche erweist sich schwieriger als ursprünglich gedacht, denn Gemma war nur die Abkürzung von Grandma. Wie hieß sie wirklich? Bisher ging die Familie davon aus, dass Gemma in Wirklichkeit Dawna Prinz hieß, doch auf einem alten Einreiseformular ist der Name Gitl Mandelstein und auf der Geburtsurkunde ihrer Tochter Eva war sie als Dawna Stein vermerkt. Welche Geheimnisse hatte Gemma noch? Becca versucht in den USA einen Teil der Vergangenheit ihrer Großmutter zu entschlüsseln, doch stößt sie schon bald an ihre Grenzen. Doch einen Hinweis hat sie noch, er führt sie nach Polen, genauer gesagt Chelmno, einem Ort, der als letzter Wohnort benannt wurde, bevor sie in die USA einreiste. Mit Hilfe der Studentin Magda Bronski, die ihr als Übersetzerin dienen soll, macht sie sich auf den Weg nach Chelmno, doch was sie dort entdeckt, hätte sie niemals für möglich gehalten. Sie kann tatsächlich jemanden ausfindig machen, der Gemma während des 2. Weltkrieges kannte, doch was ihr offenbart wird, damit hätte sie im Leben nicht gerechnet. Was für ein ergreifendes Buch! Der Plot wurde sehr detailliert und historisch aufschlussreich erarbeitet, wobei mir hier besonders die Darstellung des Widerstandes während des Holocaust gefallen hat. Die Figuren, allen voran Protagonistin Becca, wurden ausgesprochen facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt, sodass ich mir die jeweiligen Handlungen jederzeit nachvollziehen konnte. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd und ergreifend beschreiben, etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Warum ich erst jetzt, durch Zufall, auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, ist mir unbegreiflich. Es handelt sich auf jeden Fall um ein Buch, dass ich jedem nur ans Herz legen kann.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    nova

    13. August 2012 um 19:35

    Becca liebt ihre Großmutter Gemma über alles. Liebevoll erzählte diese seit sie denken kann die schönsten Märchen. Ganz besonders Dornröschen wurde immer und immer wieder erzählt. Mit der Zeit entwachsen die beiden Schwestern von becca den träumereien aber sie selbst lauscht ihrer Großmutter selbst bis zu dessen Tot noch gern. Auf dem Totenbett muss sie Gemma versprechen das Schloss und den Prinzen aus dem Märchen zu finden und da keiner wirklich eine Ahnung hat woher Gemma eigenlich stammt macht sich Becca nach der Beerdigung auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit und stößt dabei auf erschütternde Details eines völlig anderen Lebens. . Ein fesselnder Roman über den Holocaust, den Krieg aus einem fernen Land und die Liebe einer Enkelin zu ihrer Großmutter. . In einem Schwung durchgelesen. Einfach mitfühlend geschrieben.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    26. August 2011 um 23:35

    »Um das ganze Schloss herum«, sagte Gemma und zupfte die Betten zurecht, »wuchs eine Wildrosenhecke mit Dornen so spitz wie Lagerdraht.« »Was ist Lagerdraht?«, fragte Syl. »Das erklärst du uns nie.« Gemma ignorierte die Frage und fuhr mit dem Märchen fort. »Höher und höher wuchsen die Dornen, bis sie die Fenster verdeckten und die Türen überwucherten. Sie umschlossen die hohen Türme, so dass niemand mehr hinein, und niemand mehr hinausschauen konnte. Und niemand fragte nach den schlafenden Menschen im Inneren.« Als Beccas Großmutter Gemma stirbt, hinterlässt sie nur eine kleine Truhe mit alten Fotos und Dokumenten und die Erinnerung an ihre ganz spezielle Version von »Dornröschen«, in der die Dornen so spitz wie Stacheldraht sind. Über ihre Vergangenheit hat die Großmutter immer geschwiegen und so beschließt Becca, herauszufinden, was ihrer Großmutter im Krieg widerfahren ist. Die Spurensuche führt sie nach Chelmo, einem Vernichtungslager, das angeblich keiner lebend verlassen hat… Sehr aufwühlend und eindringlich erzählt Jane Yolen von der sehr liebevollen Beziehung zwischen Becca und ihrer Großmutter und der spannenden Suche nach den Wurzeln von Beccas Familie. Ein packendes und ergreifendes Buch, das beim Lesen immer wieder Gänsehaut erzeugt. Unbedingt lesen! Ab 14 (Sandra Rudel)

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Heike110566

    24. July 2011 um 09:42

    Der von den deutschen Nationalsozialisten betriebene Holocaust kostete etwa 6 Millionen Juden das Leben. Über die Hälfte davon wurden innerhalb weniger Jahre in eigens dafür errichteten Vernichtungslagern auf grausamste Art und Weise ermordet. Ein unvorstellbares Verbrechen. Einfach nicht fassbar und dennoch tatsächlich Geschehenes. In Chelmno (Polen) war eine der nationalsozialistischen Menschenvernichtungsfabriken, in der ab Herbst 1941 bis zur Befreiung durch die Rote Armee über 300.000 Menschen abgeschlachtet wurden. Nur zwei Häftlingen, die zu den Zwangsarbeitern gehörten, die die Leichenberge beseitigen mussten, gelang die Flucht und zwei Männer konnten lebend von den sowjetischen Truppen gerettet werden. Mehr nicht. Obwohl von einer Frau, die diese Hölle überlebt hat, nichts bekannt ist, wird in dem 1992 im englischsprachigen Original und 2010 in der deutschen Übersetzung durch Ulrike Nolte veröffentlichten Roman das Leben und Überleben einer Frau dargestellt, die Chelmno überlebt haben soll. Und dies noch explizit verstärkt durch den Untertitel: "Die Geschichte meiner Großmutter". - Was ist also davon zu halten? Handelt es sich hier um eine erdachte Geschichte oder einen Tatsachenbericht? Die Autorin Jane Yolen ist 1939 in New York geboren. Also bereits vor der Zeit des Vernichtungslagers Chelmno. Eine junge Frau, wie die Frau, die in diesem Roman Chelmno überlebte, kann also nicht die Großmutter der Autorin sein. Nach allem was bis heute die Forschung ans Tageslicht gebracht hat, gibt es auch keinerlei Hinweise auf eine überlebende Frau der Hölle von Chelmno. - Es ist also eindeutig, dass die konkret dargestellte Geschichte reine Fiktion der Autorin ist. Abstrahiert man aber vom Konkreten, dann wiederum ist dieser Roman ein Bericht über das, was tatsächlich in Chelmno geschah, denn das, was die Autorin schildert, ist durch die Holocaust- und Geschichtsforschung auch belegt. Für die Darstellung hat die Autorin eine besondere Form gewählt. Der Roman untergliedert sich in drei Teile. Teil 1 ("Heim", 24 Kapitel, 183 Seiten) und Teil 3 ("Wieder Heim", 3 Kapitel, 18 Seiten) bilden eine Rahmenhandlung in der Teil 2 ("Schloss", 6 Kapitel, 65 Seiten) als Binnenerzählung eingebettet ist. Teil 1 und 3 weisen dazu als Besonderheit auf, dass alle ungerade nummerierten Kapitel Erinnerungssplitter der Enkelin Rebecca Berlin an ihre Großmutter sind, in denen es immer wieder um das Erzählen des Märchens "Dornröschen" durch die Großmutter geht. Die mit geraden Zahlen nummerierten Kapitel berichten von Beccas Suche nach dem Vermächtnis ihrer gerade verstorbenen Großmutter. In diesem Rahmenteil des Romans geht es immer wieder um das Märchen "Dornröschen". Allerdings nicht in der uns allen bekannten herkömmlichen, kanonisierten Form, sondern um die besondere Version der Großmutter. Ihr "Dornröschen"weist einige Besonderheiten auf. So sind die Dornen der Wildrosenhecke spitz wie Lagerdraht und die böse Fee trägt als Engel des Todes schwarze Stiefel. Entgegen dem herkömmlichen Märchenende, wo, nach dem Wachküssen der Prinzessin durch den errettenden Prinzen, alle im Tiefschlaf versetzten Schlossbewohner wieder erwachen, endet das Märchen hier immer damit, dass nur die Prinzessin erwacht und gerettet wird, alle anderen aber weiterschlafen. Weiterschlafen auf immer und ewig. Die Besonderheiten haben eine Ursache: stets bestand die Großmutter, eine Jüdin, darauf, dass dies ihre Lebensgeschichte, also kein Märchen, sondern die reine Wahrheit ist. Nach dem Tod der Großmutter findet die Familie in ihrem Nachlass eine kleine Truhe, die Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte enthält. Schnell wird den Hinterbliebenen klar, dass sie nichts über die Verstorbene wissen. Selbst die Tochter kennt offenbar nicht einmal den richtigen Namen und die Herkunft ihrer Mutter. Der Inhalt der Truhe wirft viele Fragen auf. Aber alle, außer die Enkelin Becca, die ihrer Großmutter am Totenbett versprochen hat das Dornröschenschloss und den Prinzen zu suchen, wollen die Vergangenheit ruhen lassen. Sie wollen lieber verdrängen. Becca ist Journalistin und beginnt sich mit dem Inhalt der Truhe methodisch auseinanderzusetzen und nachzuforschen. Und tatsächlich stößt sie dabei auf Indizien, dass es noch Menschen gibt, die etwas über die Vergangenheit ihrer Großmutter wissen. Die Verfolgung der Spuren führt sie schließlich bis nach Polen in den Ort Chelmno, wo sich einst das Vernichtungslager befand. Durch den dort ansässigen Priester wird Becca mit Josef Potocki, dem letzten Sprößling einer alten polnischen Adelsfamilie bekannt. Beim ersten Treffen mit ihm fällt Becca sein Tuch auf, das dieselben Initialen trägt, wie ein Ring in der Truhe der Großmutter. Becca glaubt ihren Großvater gefunden zu haben. Aber Potocki ist (und war immer) schwul und hatte niemals mit einer Frau sexuellen Verkehr. Er kann also nicht der Großvater sein. Aber natürlich weiß Potocki mehr. Und dies erzählt er Becca. Diese Erzählung, eigentlich die Lebensgeschichte von Josef Potocki, bildet den mittleren Teil 2 "Schloss". Dieser Mittelteil ist eine völlig eigenständige Geschichte. Und er erscheint einem am Ende wie ein Märchen. Offen bleibt, ob dieses Märchen von dem Prinzen, der die schlafende Prinzessin wachküsst, ein Märchen ist oder nicht. Das bis heute keine Belege für das Überleben einer Frau von der Hölle in Chelmno bekannt ist, heißt ja letztlich auch nicht, dass es nicht einen solchen Fall gegeben haben könnte. Und dieses Möglichsein ist das Faszinierende an dieser bewegenden fiktiven Geschichte. Die Autorin betreibt auf herausragende Art Geschichtsaufarbeitung. Der Roman berührt. Bei mir rüttelte er emotional sehr stark, beim Lesen kamen immer wieder die Tränen und ich musste das Lesen unterbrechen. Aber außer Frage stand, dass ich dieses Buch zu Ende lese. Der Holocaust gehört zu unserer Vergangenheit. Dieses einzigartige Verbrechen darf niemals in Vergessenheit geraten und es muss alles getan werden, dass so etwas dieser Art nie wieder geschieht. Nur was in unserem kulturellen Gedächtnis aber einen Platz hat, bleibt auch in der kulturellen Erinnerung erhalten. Dieser außergewöhnliche Roman liefert dazu einen hervorragenden Beitrag.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    AennA

    26. February 2011 um 18:42

    "Es war einmal in fernen Zeiten, niemals oder nimmerdar, doch nie den besten aller Zeiten...da stand im Wald ein Schloß..." So beginnt das Märchen, das Becca schon als kleines Mädchen von ihrer Großmutter Gemma erzählt bekommen hat. Unzählige Male hat sie seitdem die Geschichte von Prinzessin Dornrose gehört, Wort für Wort ist ihr im Gedächtnis geblieben. "Ich bin Dornröschen" offenbart Gemma nun auf ihrem Sterbebett ihrer Enkelin und nimmt ihr das Versprechen ab, besagtes Schloß zu suchen... Mit Gemmas Tod wird auch das Geheimnis ihrer Herkunft begraben. Bestürzt stellt die Familie fest, das sie nicht einmal Gemmas wirklichen Namen kennt, geschweige denn die Umstände, unter denen sie zu Kriegszeiten als Jüdin in die USA gelangt ist. Becca hält ihr Versprechen, und mit den wenigen Hinweisen, die sie in einer alten Truhe ihrer Großmutter findet, begibt sie sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie. Sie folgt den Spuren von Dornröschen... In der ersten Hälfte des Buches erfahren wir abwechselnd kapitelweise zum einen das gegenwärtige Geschehen mit Becca als Protagonistin, zum anderen , nach und nach, Gemmas Version von "Dornröschen". Dem Leser wird so ermöglicht, selbst zu kombinieren und Stück für Stück, gemeinsam mit Becca, die Geschichte zu verstehen. Eine Geschichte, die uns zum Holocaust führt. Eine Geschichte, die uns in der zweiten Hälfte des Buches niemand besser erzählen kann als ein Zeitzeuge, ein Überlebender, den Becca ausfindig macht und dessen Erinnerungen abschließend für mehr Licht im Dunkel sorgen. Wer bis hierhin noch nicht gefesselt ist von Jane Yolens "Dornrose", den packt es spätestens jetzt, wenn die Fakten in einem Stück und ungeschönt berichtet werden. Mit Ungläubigkeit und Entsetzten sieht der Leser all die Tatsachen bestätigt, die er doch lieber verdrängen würde. Er sieht sich den Gefühlen der Betroffenen ausgesetzt, die er niemals auch nur ansatzweise nachempfinden kann. Er erkennt, wie nah die Geschehnisse für den Einzelnen noch sein können, die für andere längst nur noch Geschichte bedeuten. Trotzdem die Story von Becca und Gemma fiktiv ist (nur die Schauplätze gibt es wirklich), hat die Autorin es geschafft, ein authentisches Buch vorzulegen. Alles könnte auch so geschehen sein.... "Dornrose" wurde als Jugendbuch herausgegeben und ist als solches recht anspruchsvoll. Yolens Schreibstil sowie der geschickte Aufbau der Geschichte lässt das Lesen zu einem Genuss werden, und auch die Übersetzung finde ich sehr gelungen! Das Buch hat mich persönlich ausgesprochen berührt und wird auch sicher noch eine Weile "nachhängen". Der amerikanische Autor Jay Neugeboren schreibt über dieses Buch: "Yolen kombiniert die Magie des Märchens mit dem Alptraum der Geschichte und schreibt so einen erschütternden und erschütternd schönen Roman" Und damit trifft er es auf den Punkt, besser kann man es nicht beschreiben. "Dornrose" ist eines dieser ganz besonderen Bücher und bekommt meine uneingeschränkte Empfehlung!

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Fantasie_und_Träumerei

    14. September 2010 um 11:50

    KURZBESCHREIBUNG (AMAZON): Wie oft hat Gemma ihren Enkelinnen das Märchen von Dornröschen erzählt? Doch in ihrer Version sind die Dornen so spitz wie Lagerdraht und die böse Fee erscheint als Engel des Todes in schwarzen Stiefeln. Erst spät begreifen die Schwestern, dass etwas nicht stimmt mit dem Märchen. Als sie im Nachlass eine Truhe mit Fotos und Dokumenten finden, beschließt Becca heraus zu finden, was ihrer Großmutter im Krieg widerfahren ist, eine Zeit, über die sie immer geschwiegen hat. Sie reist nach Chelmno in Polen, einem der schlimmsten Ver nichtungslager der Nazis, das die Großmutter bei der Einreise als letzten Aufenthaltsort angegeben hat. Eine aufwühlende Suche nach den Ursprüngen der Familie beginnt. EIGENE MEINUNG: "Dornrose" ist ein Buch, das vom heiklen Thema Nationalsozialismus im zweiten Weltkrieg handelt. Mir hat sehr gut gefallen, dass die Geschichte auf einfühlsame und berührende Weise erzählt wird, ohne etwas zu beschönigen. Obwohl die Autorin die Geschichte von Beccas Großmutter Gemma mit einem Märchen verpackt, führt sie ihren jugendlichen Lesern ganz klar vor Augen, dass leben in dieser Zeit ganz und gar nicht einem Märchen gleicht. Dass es eine wirklich schlimme Zeit, sowohl für Juden, als auch für viele andere war. Dass in dieser Zeit wirklich schreckliche Dinge geschehen sind, die sich keinesfalls wiederholen dürfen. Ein Buch, das aufklärt und von Jugendlichen gelesen werden sollte.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    traumwald

    18. August 2010 um 16:37

    Es war einmal... in fernen Zeiten niemals oder immerdar,..... "Dornrose" von Jane Yolen Auszug vom Klapentext: Als Gemma stirbt muss ihre Familie erkennen, dass sie eigentlich nichts über sie weiß. Die Familie kennt ihren echten Namen nicht. Sie weiß auch nicht, aus welchem Land sie 1944 in die USA eingewandert ist. Sie wissen nicht einmal, wer der Vater ihrer Tochter war. Rebeeea, die jüngste der drei Enkelinnen, beschließt die Wahrheit über ihre Großmutter herauszufinden. Zum Buch: Yane Yolen schreibt über ein amerikanisches Mädchen, das sich mit dem Nachlass ihrer Großmutter Gemma (einer Truhe mit uralten Dokumenten und Fotos) auf eine Reise in die Vergangenheit begibt. Sie muss ihren letzten Wunsch erfüllen. "Löse das Rätsel und finde das Schloss", waren ihre letzten Worte. Oft hatte Gemma ihren Enkelinnen das Märchen von Dornröschen erzählt. Ihre Version war anders als die, die andere Kinder kannten. In Gemmas`Dornröschen sind die Dornen so spitz wie Lagerdraht, der Nebel schwarz und die böse Fee erscheint als Engel des Todes. Während man Becca auf ihren Reisen begleitet, erhält man einen Rückblick über die Kindheit der Enkelinnen, bis das Märchen in einer Art Allegorie zu Ende erzählt ist. Dieser Roman ist ein erschütterndes, trauriges aber auch ein zugleich schönes Leseerlebnis. Mir standen allerdings schon mit den ersten Seiten die Tränen in den Augen. Meine persönliche Geschichte zu "Dornrose" kann man auf http://traumwald.blogspot.com nachlesen.

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Corina Bomann

    13. August 2010 um 15:16

    Beccas Großmutter, Gemma genannt, erzählt ihr und ihren Schwestern immer wieder dasselbe Märchen - Dornröschen. So scheint es, doch Gemmas Version des Dornröschen weist, wie die Schwestern nach und nach erfahren, einige gravierende Unterschiede zur Grimm-Version auf. Das Schloss steht in Polen, die Dornenranken sind Stacheldraht und die böse Fee trägt eine SS-Uniform. Die Prinzessin wird zwar wachgeküsst, aber der Prinz verschwindet. Auf dem Totenbett bittet Gemma ihre Enkelin Becca die Wahrheit hinter dem Märchen herauszufinden, denn diese ist eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden. Sie macht sich auf die Suche und findet Erstaunliches und Schreckliches heraus ... Obwohl dieses Buch als Jugendbuch vertrieben wird, hat es mich, als Erwachsene, doch gleichsam berührt wie erschüttert. In klarer, flüssiger Sprache erzählt Yolen die Geschichte einer jungen Frau, die hinter die vergessene und verdrängte Familiengeschichte kommen will. Dabei werden ihr einige Steine in den Weg gelegt und es stellt sich rasch heraus, dass viel von Gemmas Geschichte vom Sog der Zeit verschluckt und zum Märchen gemacht wurde. Dramaturgisch sehr schön gestaltet lernen wir Gemma, Becca und ihre Familie kennen und folgen Becca schließlich nach Polen. Aufgelockert werden die Kapitel durch Einschübe des Märchens, das Gemma erzählt - immer wieder etwas anders. Am besten gefallen haben mir die Rückblenden im letzten Drittel, in der Gemmas wahre Geschichte erzählt wird, jene Geschichte, die mit dem Prinzen verknüpft ist, der eigentlich gar nicht der Prinz ist, aber dann wieder doch... Einziger Kritikpunkt ist, dass Becca schließlich relativ leicht auf jemanden stößt, der ihr die Geschichte erzählt. Aber das kann man der Autorin angesichts der folgenden Szenen, auf die man ohnehin wartet, nachsehen. Fazit: Ein wunderbares Buch, das ich jedem empfehlen kann, der etwas über ein dunkles Kapitel deutscher und polnischer Geschichte lesen möchte!

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  • Rezension zu "Dornrose" von Jane Yolen

    Dornrose

    Clari

    16. April 2010 um 11:16

    Gute Großmutter und verborgenes Grauen. In einer Art Allegorie auf das Leben ist dieser Roman angelegt. Märchen enthalten Wahrheiten, mit denen das Gute und das Böse versinnbildlicht werden; am Ende siegt das Leben. Im vorliegenden Roman geht es vordergründig um ein Märchen; dahinter aber verbirgt sich eine tief ernste Geschichte. Drei kleine Mädchen in Amerika lauschen immer und immer wieder der Geschichte, die ihnen die Großmutter am Abend erzählt :das Märchen von „ Dornrose“, was dem Inhalt nach an Dornröschen erinnert. Eines Tages ist die Großmutter tot, und die drei kleinen Mädchen sind groß, zwei haben schon Familien. Die Jüngste stand der Großmuter am nächsten. Deshalb hat diese ihr eine Truhe mit geheimnisvollen Dokumenten hinterlassen. Rebecca musste ihr versprechen „ das Schloss und den Prinzen zu suchen, den Prinzen, der sie wach geküsst hatte“. Denn wie sich zeigen wird, hat dieses Märchen eine besondere Bedeutung im Leben der Großmutter gehabt. Rebecca macht sich nach ihrem Tod auf die Suche, hinter das Geheimnis der Großmutter zu kommen. Alles, was man von ihr weiß, ist, dass sie 1944 als Flüchtling aus Europa nach Amerika gekommen war zu einer Zeit, als das schier unmöglich schien. Die Familie ist jüdischen Glaubens und unschwer lässt sich erraten, dass das Geheimnis der Großmutter mit Flucht, Vertreibung und Judenverfolgung, womöglich mit dem KZ zu tun haben könnte. Einfühlsam und liebevoll beginnt die Geschichte. Doch dann erfährt man, wie und auf welche Weise die Großmutter dem Holocaust entkommen ist, und dann ist das keine schöne und liebliche Geschichte mehr. Im Gegenteil :sie ist so grausam, dass man den als Jugendbuch deklarierten Titel nicht unbedingt heranwachsenden Jugendlichen zum Lesen geben möchte. Die ganze Schmach der Judenverfolgung zeigt sich in der Fratze des Bösen, und man weiß, dass alles, was hier erzählt wird, wirklich so passiert sein könnte. Der Kontrast zwischen amerikanischem Familienleben, liebevollem Umgang zwischen Eltern und Töchtern und der Hässlichkeit des Kriegs mit seinen schrecklichen Begleiterscheinungen und vor allem dem tausendfach begangenen Völkermord könnte nicht gravierender sein. Die Geschichte ist ergreifend, wunderbar konzipiert und glaubwürdig dem Inhalt nach. Jane Yolen hat ein ausgezeichnetes Erzähltalent, mit dem sie Spannung erzeugt, in dem sie angenehme Kindheitserinnerungen mit deren Kehrseite in Form von Verfolgung, Angst und Todesfurcht zum Tragen bringt. Man sollte den Roman mit der notwendigen Reife lesen, um mit historischem Hintergrundwissen die Erzählung begreifen und einordnen zu können.

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