Weißer Oleander

von Janet Fitch 
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Weißer Oleander
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Inhaltsangabe zu "Weißer Oleander"

Der weiße Oleander blüht in Kalifornien im Hochsommer. Dann, wenn die Hitze unerträglich erscheint. Für die zwölfjährige Astrid beginnt zu dieser Zeit eine ruhelose und dramatische Odyssee von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Ihre Mutter, eine exzentrische Schriftstellerin, die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt ist, vermag weiterhin einen dominanten Einfluss auf sie auszuüben. Erst allmählich gelingt es dem sensiblen und klugen Mädchen, einen eigenen Platz im Leben zu finden. Es zeigt sich, dass Astrid so stark wie der weiße Oleander ist, der selbst dann blüht, wenn man ihn immer wieder verpflanzt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404157662
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:511 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:25.01.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.02.2009 bei Lübbe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Gwennileins avatar
    Gwennileinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein großartiges Leseerlebnis!
    Ein großartiges Leseerlebnis!

    Das Buch hat mich wirklich gefesselt - man sollte doch immer mal wieder auf Bestseller zurückgreifen. Ein großartiges Werk, welches sich einbrennt. Die Geschichte der Protagonistin ist an sich schon fesselnd, prägend und lesenswert, doch die Beleuchtung der einzelnen Charaktere sucht seinesgleichen. Man erstellt direkt zu allen Personen psychologische Profile und staunt über vielschichtigen Personen und Verbindungen zueinander, die alle das Leben und Handeln der Protagonistin prägen. Besonders spannend ist die allgegenwärtige Beziehung zu Ihrer Mutter, die sich im Laufe des Aufwachsens und der unterschiedlichen Lebenssituationen wandelt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin hellauf begeistert, eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe. 

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    bauerhepeters avatar
    bauerhepetervor 2 Jahren
    Die zwei Seiten des " WEISSEN OLEANDERS " Debütroman von Janet Fitch

    Die  zwei Seiten des Weißen Oleanders  . Janet Fitchs bemerkenswerter Debütroman und seine filmische Umsetzung

     „Wirkung: Eine orale Aufnahme macht sich durch eine Gefühlslosigkeit im Bereich des Mundes, der Zunge und des Rachens bemerkbar. Eine Vergiftung äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und Koliken. Zu den erweiterten Pupillen kommt eine Schwäche des Herzens, Arrhythmien, Bradykardie und Atemstörungen mit dem Bild der Zyanose. Der Tod kann bereits nach 2-3 Stunden durch eine Lähmung der Atmung eintreten. Der Milchsaft soll sehr gefährlich sein, wenn er durch eine Wunde direkt in den Blutkreislauf gelangt."

    Erschreckende Beschreibungen eines Giftes dass man aus der beliebten Mittelmeerpflanze  Weißer Oleander gewinnen kann. Sie steht  schmückend in vielen  Gärten  , oft auch als Kübelpflanze und blüht im Hochsommer überwältigend. So auch im Garten von  Ingrid einer  selbstbewussten  Künstlerin in  Los Angeles  die dort mit ihrer 15 jährigen Tochter Astrid lebt und arbeitet .Nachdem Astrids Vater schon lange  die beiden verlassen  hat folgen  mehrere neue Liebschaften von der  der aktuellste  Ingrid   betrügt. Dies muss er durch einen Giftmord mit Oleanderextrakt büßen , wodurch Astrids Mütter für 35 Jahre im Gefängnis landet. So steht der Teenager  erstmal alleine da  bevor sie durch das staatliche Jugendamt in drei verschiedene Pflegefamilien und in ein Jugendheim vermittelt wird. Pflegefamilienstationen ,bei denen man  als außeramerikanischer Leser sich oft bestimmt fragt  ob  es  denn keine geeigneteren  Kandidatinnen für  Astrid auf  unserem  Planeten gibt als eine   Alkoholkranke jetzt in grenzwertigen religiösen Kreisen verkehrende Exstripperin , die schließlich aus Eifersuchtsgründen auf sie schießt .eine labile vom ihrem Ehemann oft getrennte Gelangweilte und eine mit allen Wassern gewaschene Flohmarkthändlerin ,die die ihr Anvertrauten anscheinend noch ausbeutet und sie  für die Wohlfahrtsorganisationen bestimmte Altkleidersammlungen entwenden lässt. :D. Dazu sei angemerkt dass in  den  USA wie auf die Gefängnisse aufgrund der großen Bevölkerungszahl  ein enormer Druck lastet dass man froh  sein muss überhaupt Bereitwillige zu finden, dass die weitumfassende Religionsfreiheit allen einen  gesetzlich verfassungsmäßigen Schutz auch  Sekten wie der Scientologychurch  bietet und dass Schusswaffen überall zur  hause sind und dann natürlich  auch benutzt werden. Schließlich sind wir im Land mit den meisten  Waffen auf der Welt . Allein 300 bis  400 Millionen  sollen  im privaten Besitz sein. Wer in den USA geschäftstüchtig und erfolgreich ist , egal auf  welchem Gebiet , gilt als smart und anerkannt. Wie er  dies erreicht  hat, ist dann nicht mehr so relevant.

    Traurige Pflegefamilienstationen  , die Astrid durchläuft und dort oft  der Auslöser für eskalierende Situationen ist , die aber nur das Ergebnis lang schwefelnder  Konflikte sind. Stationen , die Janet Fitch trotz ihrer Tristesse so blumenreich poetisch erzählen kann das sie sofort  einen in ihren Bann ziehen. Sie scheint  Astrids Emotionen mit einem Schreibstift malen  zu können. Kurze innere Pflegefamiliengeschichten , die das Anschiebende und Vorantreibende für dies sind was im Mittelpunkt des Romans zu stehen sein soll: eine interessante Mutter – Tochter Beziehung und deren  schrittweise Veränderung bis zum gegenseitigen längst überfälligem Loslassen

     Ob nun die blumige gekonnte Sprache  Fitchs  ,deren eigentlicher Berufswunsch  Historikerin  war ,inspiriert hat den Mord mit Hilfe einer Blume auszuführen  oder ob der Oleander ein Vehikel ist kraftvoll aber doch leise wie eine solche  Pflanze sprachlich zu zaubern wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben.

     Dem Regisseur war wohl von Anfang klar dass es fast unmöglich ist diese Sprachmalerei des Dramas  ,kein Krimi oder Thriller wie oft fehleingeordnet  behauptet wird , gekonnt auf die Leinwand zu transportieren und  legte daher seine Konzentration auf eine hervorragende passende Schauspielerriege. Um  die damals vielen  noch recht unbekannte  Alison Lohman    gruppierte er Michelle Pfeiffer ( Zeit der Unschuld ,Die fabelhaften Baker Boys ,Der Sternwanderer ) als ihre einverleibende  Mutter und  besetzte auch die Ersatzmütterrollen mit  Namhaftem wie  Robin Wright  und Rene Zellweger ( Bridget Jones. Unterwegs nach Cold Mountain) Trotz  Hochkaräter unter ihren Kolleginnen zeigt  glücklicherweise Lohman kein Respekt als  junge Newcomerin und spielt sich hervorragend in diese tragende Rolle  rein. Eine   Topbesetzung also , auch  vielleicht  weil sie auch aus Kalifornien, dem Dreh und  Handlungsort stammt .Selbstverständlich stehen ihr Michelle Pfeiffer als eifersüchtige und innerlich hasserfüllte  leibliche Mutter und Rene als weichherzige aber doch innerlich schon gescheiterte  Pflegemutter  ihr nicht nach . Doch sind  es aber doch auch Gründe dass das Drama , immer mal wieder  aufs Massenpublikum an der Kinokasse schielend , in doch  phasenweise Mainstreamunterhaltung zurückfällt. Aber da  können wir gut drüber hinwegsehen   zumal wenn man bedenkt . dass solche Stars ordentlich bezahlt werden müssen … und nicht nur mit einen großen Strauß weißen Oleander  :D . Ihre großen Zeiten scheinen zwar  vorbei zu sein besonders wenn man  sich vor Augen führt , dass nun mal in Hollywood für ältere Damen spielwürdige Rollen immer seltener werden und  Cate Blanche ( Elisabeth ,Der Hobbit ,Babel )Meryl Streep ( Der Teufel trägt Prada ,Hüter der Erinnerung - The Giver , Mama Mia ,Die Brücken am Fluss ) sowie Judy Dinch ( Chocolaut ,Stolz und Vorurteil , James Bond, Schiffsmeldungen ) oft die ersten Kanditatinnen dafür sind. Alison Lohman taucht erstmal danach wieder etwas ab um dann auf dem Rücken eines Pferdes in  " FLICKA – Freiheit Freundschaft Abenteuer " konventionell in einem Teenagerpferdefilm wieder aufzutauchen  oder in  " WAHRE LÜGEN  " von Atom Egoyan die   Trennungsgeschichte eines Unterhalterduos     zu recherchieren . Dort als  gereifte begehrenswerte Schauspielerin und Mutter zweier Kinder von dem wir Männer uns in diesem Film genügend überzeugen können. :D

    Weiße Oleander werden oft zu robusten und stattlichen  Pflanzen so wie  auch aus dem erst noch unselbstständigen Teenager  Astrid  durch all die Ereignissen geformt eine geworden zu sein scheint … eine menschliche , schöne , ihren eigenen  passenden Platz findende halt.

    Wer  auch will dass seine Oleander vor Ort sich wohlfühlen  , ohne sich , seine Familie und  geliebte Haustiere dabei zu vergiften ,   kann immer wieder  auf kompetente Tipps und Ratschläge   in unserer Lbgruppe WIR DIE GRÜNEN DÄUMLINGE  - BAKON  GARTEN und NATURFREUNDE zurückgreifen wo auch  Gärtner  und Floristen mit Rat und Tat einem bei Bedarf zur Seite stehen . :D  

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    Azraelvor 4 Jahren
    Ein Buch über's Erwachsenwerden ...

    Als Astrids Mutter ihren Liebhaber aus Eifersucht ermordet, landet das junge Mädchen bei der Fürsorge. Doch schon in der ersten Familie kommt es erneut zu einem Drama. Und so wandert Astrid von Pflegefamilie zu Pflegefamilie, von Heim zu Heim. Nirgends scheint sie ihr Glück zu finden und als sie doch endlich einmal Geborgenheit und Liebe zu spüren bekommt, schaltet sich Astrids eifersüchtige Mutter ein, die selbst aus dem Gefängnis heraus noch das Leben ihrer Tochter beeinflusst. Doch dank der Liebe einer ihrer Pflegemütter lernt Astrid sich von der unheilvollen Anziehung ihrer Mutter zu lösen ...


    Das Thema dieses Roman ist kein leichtes und doch liest es sich flüssig und spannend, was wohl an dem genialen Schreibstill der Autorin liegt. Es ist als würden ihre Worte Flügel bekommen. Sie hat eine Art die Dinge mit solch einer Kraft zu beschreiben, dass es teilweise schon sehr poetisch rüber kommt. Wunderschön! Die Geschichte ist gut durchdacht und recherchiert, man fühlt sich an die einzelnen Orte versetzt, fühlt mit den Charakteren, die so vielfältig und unterschiedlich sind, wie der Sand am Meer. Und immer, wenn man gerade denkt, das Blatt hat sich für die Hauptcharakterin Astrid gewendet, fällt man mit ihr, als es sich trotz allem wieder ins Gegenteil verkehrt. Astrid wächst im Laufe des gesamten Roman ständig über sich hinaus, während sie lernt zu überleben, zu lieben oder zu vertrauen!
    Vieles ist ganz anders als im dazugehörigen Film. Teilweise viel aufrüttelnder, ernüchternder und nicht so verschönt, aber genau das macht das Buch noch um längen besser, als die Verfilmung!

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    Enolas avatar
    Enolavor 5 Jahren
    Leidensweg einer Künstlerin

    Inhalt:

    Astrid lebt mit ihrer exzentrischen Mutter Ingrid in Los
    Angeles und führt ein Leben zwischen Künstlern und Vernissagen. Alles
    ändert sich, als Ingrid ihren Liebhaber ermordet und für Astrid ein
    Leidensweg in Heimen und Pflegefamilien beginnt. Erst durch die sanfte,
    aber unglückliche Claire findet Astrid die Stärke sich von Ingrid zu
    lösen, die selbst aus dem Gefängnis heraus ihre Tochter kontrolliert und Macht ausübt.

    Meinung:

    Es ist schon einige Jahre her, als ich den Roman gelesen habe.
    Die
    Geschichte wird sensibel erzählt und die Autorin schafft es, dass man
    Astrids Leid nachempfinden kann. Es kommen viele Charaktere aud Astrids
    Reise vor, hinter jeder Figur steckt meistens eine tragische
    Vergangenheit.

    Fazit:

    Eine Geschichte über das Erwachsen
    werden unter schweren Bedingungen, das Loslassen der krankhaften Mutter
    und die Suche eines jungen Mädchens nach der eigenen Identität.
    Das
    ideale Buch für heiße und trockene Sommertage, da man beim lesen umso
    authentischer die warmen Santa Ana Winde auf Astrids dramatischer
    Lebensreise spüren kann.

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    Zitronenfalters avatar
    Zitronenfaltervor 6 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    Astrid wächst mit ihrer Mutter sehr behütet auf bis zu ihrem zwölften Lebensjahr.
    Ingrid hat ihren Liebhaber Barry getötet und wird zu einer Lebenslangen Haft verurteilt.Astrid die noch keinen Tag ohne ihre Mutter leben musste wird aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und kommt damit nur schwer zurecht.Völlig allein wird sie vom Jugendamt von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gesteckt.Vom Gefängniss aus Versucht Ingrid ihre Tochter zu beeinflussen, doch Astrid befreit sich langsam von ihrer besitzergreifenden Mutter und wird sebstbewusst erwachsen

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    Lesefee86s avatar
    Lesefee86vor 6 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    Mit zwölf verwändert sich Astrids Leben von Grund auf: Anstatt die Tage mit ihrer Mutter verbingen zu können, wird diese wegen Mordes verhaftet und für das junge Mädchen beginnt eine Odyssee. Sie wird von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht, macht Bekannschaft mit Drogen, Sex und Sehnsucht nach Liebe. Während sie versucht in den fremden Familien alles richtig zu machen und dabei nicht aus eigener Schuld scheitert, setzt ihre Mutter sie auch noch aus dem Gefängnis heraus unter Druck.
    Und als Astrid endlich einen Menschen gefunden hat, der sie bedingungslos liebt, ist es wieder ihre Mutter die alles zerstört...

    "Ich war das alte Kind, die Vergangenheit, die verbrannt werden mußte, damit meine Mutter, der Phönix, wieder auferstehen konnte; ein goldener Vogel, der sich aus der Asche erhob. Ich versuchte meine Mutter durch ihre Augen zu sehen. Die schöne, gefangene Dichterseele, das leidende Genie. Litt meine Mutter? Ich zwang mich, es mir vorzustellen. Sie hatte sicherlich gelitten, als Barry sie aus dem Haus warf, nachdem er mit ihr geschlafen hatte. Doch als sie ihn getötet hatte, war ihr Leiden irgendwie wettgemacht worden."
    (S. 422, Zeile 8 - 16)

    "Weißer Oleander" ist eine Lebensgeschichte; eine Geschichte über das Erwachsenwerden.
    Janet Fitch schafft es den Leser in ihren Bann zu ziehen. In den Bann einer Mutter, die etwas Besonderes zu sein scheint und doch nichts anderes ist als manipulativ und versucht ihr Fehler vergessen zu machen. Sie will geachtet werden und auf diesem Weg geht sie nicht nur über Leichen, sondern zerstört das Leben ihrer Tochter.
    Einfühlsam wird beschrieben, wie Astrid in die verschiedensten Pflegefamilien gesteckt wird, die allesamt verschiedener sind, als jedes Paar Schuhe. Je weiter die Enttäuschungen reichen und je mehr die Protagonistin verletzt wird, desto weniger fühlt sie sich wert und je mehr schuldig. Eine Schuld die sie nicht trägt, aber die immer wiedr auf sie abgewälzt wird und ihr Leben somit alles andere als erleichtert.
    Zwar sind diese Beschreibungen fiktiv, wenn man sich aber mit diesem Thema etwas mehr auseinander setzt, merkt man schnell, dass die verschiedenen Beschreibungen der Familien sehr wohl einen wahren Kern haben.
    Berührend und aufrüttelnd wird die Geschichte um Astrid erzählt. Gerne möchte man sie an die Hand nehmen und ihr die andere Seite der Welt zeigen, die Glücklichere.
    Ein Zeugnis über die verschiedensten Lebensarten der verschiedensten Menschen und der klare Beweis, dass man der Mensch ist, zu dem man gemacht wird.
    An manchen Stellen ist es etwas langatmig und es hätte etwas verkürzt werden können. Dennoch ist es ein sehr intensives Buch, das den Leser auch lange nach Beendigung nicht loslässt.
    2002 wurde das Buch verfilmt und ich werde mir den Film nach diesem berührenden Buch wohl auch ansehen.

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    bouquineurs avatar
    bouquineurvor 6 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    *Astrid Magnussen ist die junge Ich-Erzählerin in Janet Fitchs mitreißendem Erstlingswerk Weißer Oleander. Ihre Mutter Ingrid ist eine unerbittliche Dichterin, die mit spitzer Feder zu Werke geht. Sie hasst Schwäche und Selbstmitleid und erzählt ihrer Tochter, dass sie Nachfahren von Wikingern seien, Wilden, die verbissen ums Überleben kämpften. Als nun Ingrid von ihrem derzeitigen Freund verlassen wird, setzt sie ihre Überzeugung in die Tat um und vergiftet den Mann mit Oleanderblüten. Dafür erhält sie eine lebenslange Haftstrafe. Astrid ist nun auf sich allein gestellt und übt sich in der Kunst des Überlebens in einer Reihe von Pflegefamilien in Los Angeles.
    Während Astrid von Familie zu Familie zieht, lässt das Buch langsam ihre existenziellen Ängste zu Tage treten. Sie fragt sich, wer sie überhaupt sei und erkennt, dass sie sich durch die autoritäre Art ihrer Mutter hat vereinnahmen lassen. Die Geschichten ihrer Mutter sollten als Vorlage für ihr eigenes Leben dienen, was dazu führte, dass Teile von Astrids Identität übertüncht wurden. Geschickt lässt Fitch Astrid einen Weg beschreiten, in dessen Verlauf sie sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Identität zurechtfindet. Innerhalb dieses Prozesses entwickelt Astrid eine schützende innere Stärke und wird -- ihrer Mutter gleich -- zu einer hellblonden Schönheit. Darüber hinaus gelingt es ihr die Beziehung zu ihrer Mutter einigermaßen in den Griff zu bekommen. Doch sogar aus dem Gefängnis heraus versucht Ingrid ihre Tochter zu beeinflussen. Aber Astrid macht ihr einen Strich durch die Rechnung; von einer Pflegemutter erfährt sie Zuneigung und wie man das Leben in die eigenen Hände nimmt. Wie das Klima in Los Angeles -- der Wind vom Santa-Ana-Gebirge und die glühende Hitze --, so intensiv ist auch Astrids Teenagerzeit. Fitch stellt dies in ihrem Roman gelungen dar und lässt so Astrids Leben bedeutungsvoll werden.*

    "Weißer Oleander" ist einer der besten Romane die ich in diesem Jahr gelesen habe! Ich habe mich keine Minute lang gelangweilt. Anfangs war ich verunsichert, da ich befürchtet habe es würde ein Drama das nächste jagen... In gewisser Weise war es natürlich auch so. Astrid macht in ihren - meistens wirklich sehr schlimmen - Pflegefamilien sehr viele schlechte Erfahrungen. Eigentlich mehr als man einem jungen Mädchen zumuten kann. Auch die Anziehungskraft die ältere Männer auf sie haben hat mich anfangs abgeschreckt. Jedoch ist in diesem Roman so gut wie nichts überzogen dargestellt. Den eigentlichen Kampf hat Astrid mit sich selbst. Ihre Entwicklung lässt sich vollkommen nachvollziehen. Am Ende des Romans ist man zufrieden und neugierig zugleich. Denn so ganz abgeschlossen ist die Geschichte einfach nicht...
    Tolles Buch! :)

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    Nina2401s avatar
    Nina2401vor 6 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    Astrid ist gerade mal 12 Jahre alt, als ihre dominante Mutter wegen Mordes an ihrem Liebhaber zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt wird. Für Astrid beginnt eine aufreibende Odyssee von einer Pflegemutter zur nächsten, eine Suche nach ihren Wurzeln. Trotz aller Widrigkeiten findet Astrid zu sich selbst und den Platz in ihrem Leben.
    Die sehr schöne poetische Sprache und die harte Story stehen in starkem Kontrast zu einander. Das hat mich anfangs sehr fasziniert und gefesselt. Bis zur Hälfte habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Aber im weiteren Verlauf hat sich die Sprache etwas abgenutzt und konnte mich nicht mehr begeistern. Die unschönen Dinge, die Astrid erleben musste, fand ich dann doch etwas überzogen. Manches wurde dann auch unglaubwürdig und ich konnte Astrids Verhalten nicht immer nachvollziehen und verstehen. Man sollte nicht zu zart besaitet sein, denn das ist schon harter Tobak, was Astrid in den diversen Pflegefamilien erleben muss. Es verändert sie, es macht sie stärker, aber nicht unbedingt sympathischer. Der Oleander spielt immer wieder eine Rolle und deshalb finde ich den Titel des Buches sehr gut gewählt.
    Es ist ein gutes Buch und es ist ein wichtiges Buch … aber man muss sich schon darauf einlassen können und das ist mir nicht ganz gelungen. Mich hat das Buch zum Ende hin sehr deprimiert, es war mir zu lang und letztendlich war ich froh, als ich endlich den letzten Satz gelesen habe.

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    Shikus avatar
    Shikuvor 8 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    Astrids Leben ist anders als das anderer Mädchen, nicht erst, nachdem ihre Mutter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Auch schon vor ihrer ewigen Reise von Pflegefamilie zu Pflegefamilie ist sie anders, besonders. Sie ist schön, nicht wie ihre Mutter, deren Ankunft sie jeden Abend erwartete, wenn sie ausging, aber auf eine andere Art und Weise schön.
    Das nutzt ihr nicht unbedingt viel, Schönheit kann Böses bringen und auch vergehen. Stattdessen muss sie lernen, zu überleben, sich anzupassen und das Beste daraus zu machen. Sie muss sich Halt und Liebe suchen, bis sie irgendwann sich selbst findet und es auch von allein schaffen kann.
    Betrachtet man die Sprache, ist es wohl nicht zu hoch gegriffen, „Weißer Oleander“ als Meisterwerk zu bezeichnen. Janet Fitch ist äußert wortgewandt, weiß, wie sie die Buchstaben aneinanderreihen muss. Was entsteht, ist ein unglaubliches Lesevergnügen voller Bilder, Geschichten und Gefühl.
    Die eine wunderbare Sache dabei ist, dass man – ohne sich konzentrieren zu müssen – sofort Bilder im Kopf hat. Nicht direkt scharf und konkret, aber auch das geht, wenn man sich mehr auf den Text einlässt.
    Die andere wunderbare Sache ist, dass man sehr gut Astrids Werdegang ablesen kann. Im Grunde müsste man ihre Geschichte nicht erzählen, man sieht an ihrer Sprache, wer sie wie geprägt hat, wie es ihr ergangen ist. Während ihre Mutter Worte wie „ficken“ zum Beispiel nie in den Mund genommen hätte, taten andere Pflegemütter das sehr wohl, übertrugen es auf Astrid und überließen es anderen, ihr einen neuen Wortschatz zuzuführen. Und Astrid brauchte diese Frauen, allesamt, was mit der Zeit immer deutlicher wird. Sie benötigte diesen Halt, in irgendeiner Weise, während Astrids Mutter eine Art Leitmotiv ist, immer wiederkehrend, immer wichtig.
    Da ein Buch jedoch nie nur aus Sprache besteht, muss auch der Inhalt seine Aufmerksamkeit finden. Astrids Geschichte ist dramatisch, ja tragisch sogar. Auch durch die Bildhaftigkeit und eine gewisse Nähe erlebt man als Leser alles mit, hofft mit Astrid auf ein gutes Ende, wünscht ihr Glück und will nicht, dass es aufhört, wenn es gut ist. Die Betroffenheit überträgt sich, die Verbitterung ebenso.
    Allerdings fehlt ein letzter Funken, der, der die gute Geschichte zu einer mitreißenden macht. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Geschichte übte nie den Sog aus, den ich mir gewünscht hätte. Langweilig war es nicht, nein – aber etwas fehlte.
    An den Charakteren kann es nicht gelegen haben, die waren wunderbar geschildert, hatten Tiefe, wenn es sich nicht gerade um beinahe unwichtige Nebenpersonen handelte oder solche, die man einfach nicht näher kennenlernen konnte, weil Astrid es auch nicht gelang. Trotzdem waren sie zu keiner Sekunde nur flach.
    Es ist auch nicht die Handlung an sich, die man stellenweise als etwas überspitzt ansehen kann, auch wenn so viel Unglück für eine Person nichts Unmögliches ist. Jeder Schritt passt, jedes Wort, jeder Gedanke.
    Und dennoch … „Weißer Oleander“ ist ein großes Feuer, faszinierend, anziehend, gewissermaßen gefährlich, schön; eine Stichflamme ist es jedoch nicht.

    „Weißer Oleander“ ist mehr als nur lesenswert, wenn auch nicht so verschlingend, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem kann ich nur jedem raten, einen oder auch mehr Blicke hineinzuwerfen; Sprachliebhaber werden dabei auf alle Fälle auf ihre Kosten kommen!

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    Duniyaas avatar
    Duniyaavor 9 Jahren
    Rezension zu "Weißer Oleander" von Janet Fitch

    sehr bewegend, wenn man dieses Buch liest ist man dankbar für die Kindheit die man hatte (auch wenn sie vlt. auch nicht immer die beste war).

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