Janet Frame Dem neuen Sommer entgegen

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(5)
(1)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Dem neuen Sommer entgegen“ von Janet Frame

Dem neuen Sommer entgegen“, 1963 in London geschrieben, ist erst nach dem Tod Janet Frames veröffentlicht worden. Ihr erschien dieser Roman zu persönlich, um ihn zu Lebzeiten zu publizieren. Grace Cleave verbringt ein Wochenende außerhalb Londons. Die jun

Stöbern in Romane

Lügnerin

In jeder Hinsicht überzeugend erzählt.

jamal_tuschick

Wer hier schlief

Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

MrsFraser

Der Sympathisant

Ein kommunistischer Spion unter Exil-Vietnamesen in den USA: Teilweise fesselnd und überraschend amüsant und satirisch-ironisch.

Gulan

Im siebten Sommer

Spannend und emotional. Ein echter Pageturner!

thebooklettes

Als wir unbesiegbar waren

Nicht mein Buch

brauneye29

Menschenwerk

Schwer erträglich. Als Mahnmal und Erinnerung notwendig.

wandablue

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Dem neuen Sommer entgegen" von Janet Frame

    Dem neuen Sommer entgegen

    serendipity3012

    12. December 2011 um 20:29

    Vom Gefühl, nicht dazu zu gehören Grace Cleave, eine junge Schriftstellerin fern ihrer Heimat, wird von einem Kritiker für ein Wochenende in sein Haus etwas abseits von London eingeladen. Sie sagt zu, ahnend, dass diese Tage zu einer Qual werden könnten. Sie fühlt sich der Begegnung nicht gewachsen, ist schüchtern, glaubt, ein Wochenende unter Menschen nicht durchstehen, sich nicht adäquat benehmen zu können. Janet Frames Roman „Dem neuen Sommer entgegen“ erzählt dieses Wochenende aus der Sicht von Grace, beleuchtet ihre Gedanken und Gefühle, vor allem ihre Ängste in der Begegnung mit ihrem Gastgeber, seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern. Unterbrochen wird diese Gegenwart von Sequenzen aus der Kindheit der Protagonistin, die ihr assoziativ in den Sinn kommen. Frames Sprache ist gewaltig, bildreich, hält sich nicht an Konventionen. Auch ihre Protagonistin steht abseits. „Natürlich wissen sie, dass ich kein Mensch bin. Ich bin ein Zugvogel.“ „Dem neuen Sommer entgegen“ besticht nicht durch eine handlungsreiche Geschichte, sondern durch die eindringliche Charakterisierung seiner Hauptfigur. Der Leser ist immer ganz bei ihr. Ein melancholischer, ein leiser, beeindruckender Roman, den Janet Frame zu Lebzeiten nicht veröffentlicht sehen wollte, da er zu persönlich gewesen sei.

    Mehr
  • Rezension zu "Dem neuen Sommer entgegen" von Janet Frame

    Dem neuen Sommer entgegen

    hexhex

    03. July 2011 um 16:53

    Dieses Buch wurde erst nach dem Tod der neuseeländischen Schriftstellerin veröffentlicht, da es ihr zu Lebzeiten zu persönlich war. Nach der Lektüre kann ich diese Sichtweise sehr gut nachvollziehen. Wer will sich schon die Blöße geben, nicht kommunizieren zu können? Und dazu noch als Schriftstellerin, die für alles schöne Worte findet? Zum Buch: England, 1963. Die schüchterne Schriftstellerin Grace Cleave verbringt ein Wochenende bei einem Journalisten und seiner Familie außerhalb Londons. Es ist für sie eine absolute Stresssituation, da sie vor allem Angst hat. Sie findet ihrer Meinung nach nie die richtigen Worte, daher sagt sie meistens, "ja, danke", hat sie einmal mehr gesagt, zieht sie das Gesagte gleich wieder in Zweifel. In der familiären Umgebung kommen immer wieder Erinnerungen an ihre Kindheit in Neuseeland, an ihren Vater, dem Eisenbahner, der ständig versetzt wurde, den geliebten Geschwistern und der Mutter. Ein nachdenklich machendes Buch, schön geschrieben und genau das richtige für ein verregnetes Wochenende. Als Urlaubslektüre kann ich es nicht empfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Dem neuen Sommer entgegen" von Janet Frame

    Dem neuen Sommer entgegen

    lokoschade

    16. June 2011 um 16:41

    •Gebundene Ausgabe: 287 Seiten •Verlag: Beck; Auflage: 2 (28. Februar 2011) •Sprache: Deutsch •ISBN 978-3406605208 •Preis € 19,95 Ihren autobiografischen Roman (1963) wollte Janet Frame nicht zu Lebzeiten veröffentlichen, zu persönlich seien die Details. Ich war gefesselt von der Geschichte und konnte Grace Cleaves Verzweiflung beinahe körperlich spüren. Zentrales Thema ihrer Geschichte ist ihre fehlende Fähigkeit mit Menschen zu kommunizieren und da wundert es einen nicht, dass eines ihrer Lieblingswörter "Ja" ist, denn "dies erspart einem so viele Erklärungen". Wie einsam muss sich ein Mensch fühlen der stolz ist einen Satz wie "Es schmeckt mir so gut bei Ihnen" gesagt zu haben. Von Neuseeland nach England übersiedelt, wird Grace von einem Kritiker eingeladen das Wochenende in Nordengland bei seiner Familie zu verbringen. Die Einfachheit, die anwesenden Kinder, die fürsorgliche Ehe/Hausfrau überfordern Grace und sie wollte so gerne mitteilsam sein. Aber es gelingt ihr nicht; sie würde es wahrscheinlich niemals lernen. Richtig wohl scheint sie sich nur an ihrer Schreibmaschine zu fühlen. Die Worte die so gerne gesagt werden wollen sind in ihrem Kopf, finden aber keinen Ausgang und so erfährt der Leser auf das Genaueste ihre Beobachtungen, ihre Empfindungen und letztendlich auch ihre Einsamkeit und ihren Schmerz. Immer wieder schweifen ihre Gedanken nach Neuseeland ab, schmerzhafte aber auch schöne Erinnerungen an ihre Eltern und Geschwister leben auf. Kein einfaches Buch, ein eigenwilliger Schreibstil - aber eine ganz große Autorin

    Mehr
  • Rezension zu "Dem neuen Sommer entgegen" von Janet Frame

    Dem neuen Sommer entgegen

    Ailis

    03. October 2010 um 09:12

    Eine Besprechung dieses Buches fällt mir nicht leicht, ich denke auch nicht, dass ich diesem Roman mit den üblichen Methoden einer Analyse gerecht werden kann. Bei "Dem neuen Sommer entgegen" handelt es sich um einen Roman, den Janet Frame als so privat und persönlich empfunden hat, dass sie ihn nach dreimonatiger Schaffenszeit in die Schublade verbannte und nicht veröffentlichte. Sie starb im Januar 2004 und der Janet Frame Literary Trust, der die Verwaltung ihres Nachlasses übernahm, entschied sich 2007, den vorliegenden Roman posthum zu veröffentlichen - Janet Frame wollte ihn zwar nicht zu Lebzeiten veröffentlich sehen, doch hatte sie auch nie einen Hehl aus seiner Existenz gemacht. Die Hauptfigur des Romans ist Grace Cleave: Schriftstellerin, Neuseeländerin in England, unfähig, normal oder gar eloquent zu kommunizieren. Grace selbst hält sich für einen Zugvogel: eines Morgens erwacht sie und spürt, dass ihr Federn und Flügel gewachsen sind. Nicht so, dass andere es sehen würden, aber sie weiß, sie ist nun kein Mensch mehr, sie ist ein Zugvogel. Und dieser Zugvogel wird nun übers Wochenende von einem jungen Schriftsteller und seiner Frau zu sich nach Hause eingeladen. Für jeden anderen Menschen ein Grund zur Freude, verspricht es doch Ablenkung vom tristen Alltag, ist diese Einladung für die unsichere und gehemmte Grace purer Stress. Wird sie es schaffen, die richtige Fahrkarte zu kaufen? Wird sie am richtigen Gleis stehen und auch nicht im falschen Zug landen? Kann sie sich auf den gedruckten Fahrplan verlassen? Wird sie die Zugfahrt überstehen? Wird sie auch ganz sicher abgeholt werden? Und der wichtigste Gedanke von allen: wird sie dieses Wochenende unter Menschen überstehen? Was wird sie sagen? Was werden die anderen denken? Werden sie enttäuscht sein von ihr, der wortgewandten Autorin, die im Gespräch kaum mehr als ein "Ja, danke" über die Lippen bringt? Im Geiste entspinnt sie die schönsten und geistreichsten Gespräche, die man sich nur denken kann, sie ist charmant, humorvoll, auch mal bissig - doch in der Realität ist sie ein farbloser Gast, der selbst bei einem "Ja, danke, ich mag Käsetoast." schon überlegt, ob sie das so hätte sagen dürfen. Wir lernen also zwei Graces kennen: die äußere Grace, die menschenscheu ist, gehemmt und unbeholfen, und die innere Grace, die ihre Gedanken und Zweifel gut ausformulieren, aber nie nach außen bringen kann. Die äußere Grace ist in ihrer Unbeholfenheit oft sehr anstrengend, man möchte sie schütteln, bis ihre Gedanken und Gefühle aus ihr rauspurzeln - doch sie bleibt farblos und unsicher. Die innere Grace lässt uns jedoch teilhaben an ihrem Wesen. Sie teilt ihre Ängste und Zweifel mit uns und gewährt uns Einblick in Teile ihrer Kindheit. Und besonders diese Abschnitte habe ich beim Lesen sehr genossen: sprachlich wunderbar ausformuliert, erzählen sie eine fesselnde Geschichte, in der man sich von Grace' gescheiterten Konversationsversuchen erholen kann. Und es ist erstaunlich, wie sehr diese kleine Grace sich von der erwachsenen zu unterscheiden scheint. Aber letztlich bleiben die Kindheitsrückblicke nur Bruchstücke eines nicht erklärten Ganzen und der Leser kann nur zwischen den Zeilen suchen und erahnen, was aus der kleinen kessen Grace diesen gehemmten und isolierten Menschen machte. Wer zu diesem Buch greift, sollte die Lektüre nicht mit dem Ziel beginnen, von diesem Roman unterhalten zu werden. Das ist keine Unterhaltungsliteratur, es ist vollgepackt mit Nachdenkenswertem - ebenso ist er streckenweise aber auch einfach anstrengend. Der Leser sollte also seine Erwartungshaltung an kommende Lesestunden prüfen: wer nur mal eben ein paar Zeilen zur Entspannung lesen möchte, wird sich an diesem Buch die Zähne ausbeißen. Es fordert den Leser, er muss hellwach sein und bereit, sich mit Gedanken auseinanderzusetzen, die ihm seltsam vorkommen werden - denn schließlich erzählt hier ein Zugvogel seine Geschichte. Dieser Roman wird ganz bewusst nicht nach dem gewohnten Muster bewertet, soll heißen: es gibt keine Sternchen, weil ich absolut nicht weiß, wie ich ihn in dieses Bewertungsschema pressen soll. :)

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks