Janet Lewis

 4 Sterne bei 21 Bewertungen

Alle Bücher von Janet Lewis

Die Frau, die liebte

Die Frau, die liebte

 (21)
Erschienen am 29.03.2018

Neue Rezensionen zu Janet Lewis

Neu
miro76s avatar

Rezension zu "Die Frau, die liebte" von Janet Lewis

Wahrheit oder Glück?
miro76vor 6 Tagen

Dieses kleine Büchlein, ist für mich die Überraschung des heurigen Lesejahres. Bereits 1941 geschrieben, wurde es nun auch in deutscher Sprache aufgelegt. Janet Lewis bedient sich hier eines Justitzdramas aus dem Jahre 1560. Dieser unglaubliche Fall hat sich in Rioux und Toulouse zugetragen.


Martin Guerre verlässt seine junge Gemahlin Bertrande, um dem Zorn des Vaters zu entgehen. Aus wenigen Tagen werden Jahre, in denen der junge Bauer nicht zurückkommt. Die Mutter stirbt und Bertrande übernimmt den Haushalt. Als auch der Vater stirbt, übernimmt ein Onkel die Führung des Hofes. Glücklich ist hier niemand. Bertrande verzehrt sich vor Sehnsucht, sorgt sich gleichzeitig, dass Martin nicht mehr am Leben sein könnte und hofft doch auf seine Rückkehr.

Als Martin schließlich zurückkommt kehrt wieder Freude in den Haushalt ein. Doch schon bald beginnen sich Zweifel in Bertrande zu regen. Ist dieser Mann wirklich ihr Martin? Er sieht ihm zwar äußerlich sehr ähnlich, sein Wesen allerdings ist völlig anders. Martin war jähzornig, wie sein Vater. Dieser neue Martin ist liebenswürdig, friedliebend und kennt Vergebung.

Doch Bertrande kann mit ihren Zweifeln nicht leben. Sie sieht in ihrer falschen Ehe eine Sünde, mit der sie nicht leben möchte. Sie vertraut sich verschiedenen Familienmitgliedern an, aber niemand scheint ihr zu glauben. Sie alle unterstellen ihr, einem Wahn zu unterliegen. Nur der Onkel steht zu ihr und so wird "Martin" angeklagt.

Dieser Fall beruht auf Tatsachen und Janet Lewis versteht es gekonnt, Fakten mit Imagination zu verweben, um daraus einen packenden Roman entstehen zu lassen. Eindringlich schildert sie die Gefühle und den Zwiespalt der Protagonistin. Man leidet mit ihr in ihrer Not. Dieses Kleinod konnte mich absolut begeistern und ich bin froh, dass mir der Zufall dieses Büchlein in die Hände gespielt hat. Ich hätte nicht mit so einer eindrücklichen Geschichte gerechnet und hoffe auf weitere Übersetzungen von Janet Lewis' Werken.

Kommentieren0
27
Teilen
czytelniczka73s avatar

Rezension zu "Die Frau, die liebte" von Janet Lewis

Liebe und Zweifeln
czytelniczka73vor 3 Monaten

"Und je mehr Zeit verging,desto deutlicher sah sie vor sich die unasweichliche Einsicht,zugeben zu müssen,dass sie entweder einen hoffnungslosen Wahn erlegen war oder aber einen Mann als ihren Ehemann annahm,den sie für einen Hochstapler hielt."


Inhalt:

" Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols, eine Frau von 30 Jahren, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt – endlich – kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung – und eine Tragödie."



Meinung:

1539-die 11-jährige Bertrande heiratet den gleichaltrigen Martin Guerre.An die Ehe und vorallem an den Ehemann muss sich Bertrande erst gewöhnen,aber mit den Jahren findet sie sich in ihren Rolle zu Recht und ist mit ihrem Los zufrieden.Mit 20 verlässt Martin seine Ehefrau und den kleinen Sohn,angeblich nur kurzfrüstig,um den Zorn seines Vaters zu entkommen,aber 8 Jahre vergehen bis er zurückkommt.Da Bertrande ihren Ehemann vermisst und totgeglaubt hat,ist sie natürlich überglücklich Martin zurück zu haben.Das Glück vermischt sich aber mit  Zweifeln.Irgendwie ist der "neue" Martin zu nett und zu freundlich und in Bertrande wächst der Verdacht,dass es gar nicht ihr Ehemann,sondern ein Betrüger ist.

Interessante Geschichte und wirklich schöne Sprache,aber richtig glücklich hat mich das Buch leider nicht gemacht.Ich hätte einfach bisschen mehr Tiefe erwartet,mehr Einblicke und Informationen um die Figuren besser zu verstehen.Leider bleibt die Erzählung sehr oberflächlich,man weiß was passiert,aber nicht warum und es ist nur eine Skizze,im Hintergrund fehlt eindeutig etwas,um das Bild vollständig zu machen.Obwohl die Geschichte mit 136 Seiten recht kurz ist,fand ich sie an manchen Stellen langatmig und in die Länge gezogen.Und obwohl ich die Geschichte selbst wirklich schön fand,war das Ganze leider nicht so meins.

Kommentieren0
222
Teilen
buchstabensammlerins avatar

Rezension zu "Die Frau, die liebte" von Janet Lewis

Ein kleines Buch mit einer tragischen Geschichte
buchstabensammlerinvor 5 Monaten

Rund ums Buch:
Titel: Die Frau, die liebte
Autor: Janet Lewis 
Verlag: dtv
Buch: Hardcover
Seiten: 133
ISBN: 978-3-423-28155-3
Preis: 18,00 €

Cover:
Ist es nicht unglaublich schön, in dem Türkis mit den Blüten im Hintergrund. Doch mit dem Inhalt des Buches hat es so gar nichts zu tun.

Inhalt:
Sie werden im Jahr 1539 im Alter von elf Jahren verheiratet. Sie gehen ihre eigenen Wege, bis sie später zusammen leben, auf dem Gut von Martins Eltern und Familie, einen gemeinsamen Sohn bekommen und Bertrande eine glückliche Frau ist. Bis ihr Mann sich eines Tages mit seinem Vater überwirft und verschwindet. Jahre später kommt er zurück, Bertrande merkt Veränderungen, liebt ihn mehr als zuvor aber zweifelt an ihm. Ist es wirklich ihr Martin? So beginnt eine gerichtliche Untersuchung und die Geschichte nimmt eine schreckliche Wendung.

Meine Meinung:
Basierend auf dem Buch "Famous Cases of Circumstancial Evidence" hat die Autorin Janet Lewis sich einem wahren und außergewöhnlichen Rechtsfall der französischen Geschichte gewidmet und diesen Roman 1941 veröffentlicht. Dies ist die deutsche Erstausgabe und nicht nur wegen des wunderschönen Covers mehr als empfehlenswert. Die Geschichte ist tiefgründig und kostbar, sprachlich hervorragend und erzählerisch so präzise, dass man mehr von Janet Lewis lesen möchte.
Ein sehr besonderes Buch, was die Widrigkeiten des sechzehnten Jahrhunderts nur zu deutlich beschreibt.
Ich kann es vollstens empfehlen und die 133 Seiten - mit einem sehr interessanten Nachwort von Judith Hermann - sind schnell verschlungen.

Fazit:
Eine tragische Geschichte, die so schön in Worte gefasst wurde. 

Kommentieren0
5
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 43 Bibliotheken

auf 13 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks