Janet Uyar Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

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Inhaltsangabe zu „Warte, bis die Granatapfelbäume blühen“ von Janet Uyar

Johanna ist fünf, als die paradiesische Kindheit in einem armenischen Dorf an der syrischen Grenze jäh endet. Der Vater stirbt. Es ist Anfang der Sechzigerjahre, die Mutter geht als Arbeitsimmigrantin nach Deutschland. Johanna kommt in ein Waisenhaus auf den Prinzeninseln vor Istanbul. Erst nach Jahren wird sie von der Mutter in eine neue fremde Welt geholt.

Das Buch ist sehr empfehlenswert, neu und unbekannt, flüssig und spannend geschrieben

— Verena-Maria

Ein spannender Einblick in eine andere Kultur. Man erfährt, was die leicht hingesagte "Integration" für eine Riesenanstrengung sein kann.

— rana40

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  • Ein authentisches, sehr empfehlenswertes und warmherziges Buch.

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    Francesca19

    27. October 2017 um 14:54

    Auf der Begleitung von Johanna und ihren Geschwistern gewinnen wir einen lebendigen Einblick in die Kultur und Geschichte der Protagonisten und der ihnen vorangegangenen Generationen eines uns weitgehend unbekannten Landes. Mehr als einmal war ich froh auf diesem Teil der Erde geboren zu sein, zumal mir als Frau das Selbstbestimmungsrecht über mein Leben sehr wichtig ist - ein Recht, dass den Mädchen und Frauen dort so aberkannt und von uns als so selbstverständlich angenommen wird. Auch die persönliche Entwicklung Johannas, die sicher auch autobiografische Züge der Autorin trägt, wird in bewegenden Worten und nachvollziehbaren Entwicklungsschritten vor unser Auge und unser Herz gestellt. Ein meinen Augen authentisches, sehr empfehlenswertes und warmherziges Buch.

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  • Tief bewegend

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    Snurfi

    10. March 2017 um 14:39

    Eine tief bewegend geschriebene Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, menschlichen Charakteren, geschichtlichen Fakten und kulturellen Hintergründen, die auch das Leben im Herzen Europas heute beeinflussen! Dazu wunderschöne Landschaftsbilder und eine gute Portion Humor - der Autorin dafür meine Hochachtung.

  • Warte bis die Granatäpfelbäume blühen

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    Verena-Maria

    17. July 2016 um 17:15

    Janet Uyar-Yalaza hat mit „Warte, bis die Granatapfelbäume blühen“ ein Buch geschrieben, welches den Leser weit in die Türkei an die türkisch-syrische Grenzregion entführt. „Wir kommen aus der Türkei, haben christliche Namen, sind griechisch-orthodox und sprechen arabisch“. Dies gilt sowohl für die Protagonistin als auch für die Autorin, das auf autobiographische Züge hinweist. Johanna erlebt eine harmonische Kindheit, bis der Vater stirbt und sie etliche Jahre in einem von Griechen geleiteten Waisenhaus verbringen muss, rund 1000 Kilometer entfernt, fernab der Heimat. Janet Uyar erzählt nicht nur die Geschichte ihrer Johanna, sondern sie geht weit zurück und schildert das Leben mehrerer Generationen, spannend und authentisch, für die ihre kleine Welt Heimat aber auch Gefängnis ist. Das Patriarchat beherrscht die Gemeinschaft, dies wird nicht nur von den Männern, sondern vor allem auch von den Frauen an ihre Nachkommen weiter vermittelt. Und doch erfährt man, dass das Leben bunt und farbig ist und nicht einfach aus schwarz und weiss besteht. Auch da verlieben sich Frauen und Männer, auch da lebt man ein harmonisches, glückliches Familienleben. Auch da gab es starke und selbstbewusste Frauen, die es vermutlich weit gebracht hätten, wenn sie nicht schlussendlich doch „nur“ Frauen gewesen wären. Johanna kommt schließlich als Halbwüchsige nach Deutschland zu ihrer Mutter. Aber erst nach und nach gelingt es ihr, sich aus diesem frauenfeindlichen Leben zu befreien. Das Buch ist interessant und unterhaltsam geschrieben. Wohltuend fällt auf, dass jegliche Doppelmoral fehlt, es gibt nicht Opfer und Täter, lediglich Fragen: Wer bin ich, wer sind wir? Ist alles Schicksal oder hat man sein Leben nicht doch selbst in der Hand. Selbstbestimmung und Freiheit haben ihren Preis. Haben die Protagonistinnen den Mut diesen Weg zu gehen? „Warte, bis die Granatapfelbäume blühen“ von Janet Uyar ist ein sehr lesenswertes, flüssig geschriebenes Buch, welches einen sofort in den Bann zieht. Hilfreich sind am Ende des Buches die Stammbäume der beschriebenen Familien.  

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  • In der Fremde ankommen!

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    barbarakrenzer

    12. July 2016 um 10:26

    „Warte bis die Granatapfelbäume blühen!“ erzählt von Heimat und Fremde, von Verlust und Trennung, vom Weggehen, Ankommen und Bleiben. Janet Uyar verbindet in der Geschichte der Johanna eigene Erfahrungen mit einer Protagonistin, die sich in den Welten, in denen sie heranwächst, orientieren und neu finden muss. Sie nimmt uns mit in die Poesie einer Landschaft und ihrer Leute, in ein anderes Leben mit anderen Regeln. Die Familie ist ein Ort der Geborgenheit, aber auch ein Bollwerk aus bestimmenden Traditionen. Sie lässt uns das frisch gebackene Brot mit zerlaufener Butter und Honig schmecken. Und wie bitter sich der Tod des Vaters und die Entbehrung der Mutter anfühlen. Den anhaltenden Schmerz der Trennung, der ausgehalten werden muss, obschon er kaum zu ertragen ist. In Deutschland kommt die geteilte Familie wieder zusammen und bleibt doch unvollständig. Die Enge und die Weite gleichermaßen, die Johanna in Deutschland erfährt, verändern auch unseren Blick auf das Selbstverständliche und Gewohnte. Der Aufbruch, der in Samandağ, seinen Anfang nimmt, ist eine Reise durch die Zeit, in ein anderes Land und andere Leben und wieder zurück ins Hier und Jetzt.

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  • Eine ganz andere Familiengeschichte

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    rana40

    05. January 2016 um 00:33

    Ein spannender Einblick in eine andere Kultur. Man erfährt, was die leicht hingesagte "Integration" für eine Riesenanstrengung sein kann.

  • Der lange Weg zur Selbstbestimmung

    Warte, bis die Granatapfelbäume blühen

    jamal_tuschick

    01. December 2015 um 16:07

    Janet Uyar Warte, bis die Granatapfelbäume blühen Janet Uyars erster Roman schließt dem Leser Türen zu einer kaum bekannten Welt auf. Der geografische Ausgangspunkt des Debüts ist Samandağ, ein Dorf im Süden der Türkei - nahe der syrischen Grenze. Dort gibt es eine Minderheit, die schlicht „die Christen in den Olivenhainen“ genannt wird. Diese Minderheit ist griechisch-orthodox, sie separiert sich auch sprachlich. Die Leute sprechen Arabisch. Ihren ethnischen Ursprung vermuten sie aber in Griechenland. Sie bilden eine geschlossene Gesellschaft, in der seit Jahrhunderten gültige Traditionen strikt den Alltag regeln. Patriarchalisch ist die Ordnung bis ins Kleinste. Ehen werden innerhalb der Gemeinschaft geschlossen. Die kulturelle Absonderung reicht so weit, dass man bereits die gleichfalls christlichen Armenier in der Nachbarschaft als andersartig wahrnimmt. Davon erzählt die Autorin auf die lebhafteste Weise. Mitunter schleicht sich magischer Realismus ein. Doch bleiben die Darstellungen konkret, Janet Uyar schildert eine Familiengeschichte mit dem Impetus des Unerhörten. Der Tod des Ernährers zerreißt die Bande. Die fünfjährige Johanna kommt mit ihrem Bruder ins Waisenhaus, die jüngeren Kinder bleiben zunächst bei den Großeltern. Die junge Witwe geht 1966 als Arbeitsmigrantin nach Deutschland. Erst nach Jahren der Trennung findet die Familie in Deutschland wieder zusammen. Die Mutter bleibt in der Spur ihrer Erziehung. Angst und Fremdheit bestimmen ihren Alltag. Auch ihre Kinder sollen die Traditionen und Normen der ursprünglichen Heimat höher schätzen als Einflüsse der deutschen Gegenwart. Sie erkennt nicht, dass Johanna im Waisenhaus traumatisiert wurde. Die älteste Tochter reagiert auf mütterliche Forderungen zunächst mit extremer Anpassung und der Bereitschaft zur Übererfüllung sämtlicher Erwartungen. Fragen nach der Identität, nach dem vielseitigen Anderssein, werden vom Tisch gewischt. Die innere Zerrissenheit zwischen den Kulturen, zwischen Anpassung und Selbstbestimmung, zwischen Doppelmoral und Verantwortungsbewusstsein, findet kein Forum der gestaltenden Betrachtung. Johanna steht allein mit ihrer Fremdheit, den Schuldgefühlen und der schmerzhaften Distanz zur Mutter so wie zu der Herkunftsfamilie. Ein Muster prägt sich ihr ein, dass sie gegenüber den eigenen Kindern in eine Wiederholungsfalle treiben wird. Janet Uyar gewinnt Erzählkraft in Johannas verzweifelter Suche nach Identität und Zugehörigkeit. Aufgewachsen in dem Glauben, nicht 1 | 2 dazuzugehören, weder zu den Türken noch zu den Arabern noch zu den Griechen und auch nicht zu den Deutschen, fragt sich die Heldin: Wer bin ich? Wer sind wir? Ist die Heimat des Vaters auch meine Heimat? Ist alles Schicksal oder hat man sein Leben nicht doch selbst in der Hand? Johanna geht einen Weg der Selbstbestimmung. Das selbstbestimmte Leben, ein Leben ohne Doppelmoral hat seinen Preis. Johanna erlebt Ausgrenzung in der eigenen Familie. Sie steht nicht mehr im Schutz der Gemeinschaft, der Umma. Furcht und tiefe Einsamkeit sind Folgen. Aber auch eine neue Freiheit. Diese Freiheit macht Angst. Johanna lernt, sie auszuhalten. Erst der Bruch mit der Herkunftsfamilie, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die Versöhnung mit der eigenen Geschichte, bringt Klarheit und versöhnt Johanna schließlich mit ihrem biografischen Ursprung. Warte, bis die Granatapfelbäume blühen vereint mal episch, mal episodisch Geschichten von vier Generationen, angefangen bei Johannas Urgroßvater, der 1915 die Vertreibung und den Totenmarsch in die syrische Wüste überlebte, dem als armenischer Genozid ein historisches Schattendasein beschieden ist. Die Auswirkungen des Völkermords wirken bis heute nach. Jamal Tuschick Stimmen zum Buch „Es ist mir klargeworden, dass wir ‚Einheimischen’ bei allem Verständnis und Einfühlungsvermögen letztlich doch nur eine schwache Ahnung haben, was eine Integration bedeutet und wie groß das Gepäck an Erfahrungen aus einem anderen Kulturkreis ist. Das vermittelt zu haben, ist die große Stärke des Buchs.“ Jutta Szostak, Journalistin Anfragen web@palma-publishing.berlin 030 48639166

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