Janice Deaner

 4.2 Sterne bei 115 Bewertungen
Autorin von Als der Blues begann, Fünf Tage, fünf Nächte und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Janice Deaner

Geboren 1966 in Port Huron, Michigan, studierte Film in Buffalo/Washington DC, und New York, wo sie auch heute lebt. Erfolge feierte sie mit ihren Romanen "Als der Blues begann" und "Fünf Tage, fünf Nächte".

Alle Bücher von Janice Deaner

Janice DeanerAls der Blues begann
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Als der Blues begann
Als der Blues begann
 (70)
Erschienen am 01.06.2007
Janice DeanerFünf Tage, fünf Nächte
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Fünf Tage, fünf Nächte
Fünf Tage, fünf Nächte
 (35)
Erschienen am 02.07.2001
Janice DeanerDie Schatten der Vergangenheit
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Die Schatten der Vergangenheit
Janice DeanerDie Schatten der Vergangenheit
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Die Schatten der Vergangenheit
Janice DeanerWhere Blue Begins
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Where Blue Begins
Janice DeanerThe Body Spoken
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The Body Spoken
The Body Spoken
 (1)
Erschienen am 01.04.2000
Janice DeanerNotes on Extinction
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Notes on Extinction
Notes on Extinction
 (0)
Erschienen am 01.03.2003

Neue Rezensionen zu Janice Deaner

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Stefan83s avatar

Rezension zu "Als der Blues begann" von Janice Deaner

Weniger wäre mehr gewesen
Stefan83vor 5 Jahren

Janice Deaners vielbeachtetes Werk „Als der Blues begann“, mit dem die in Michigan geborene US-Autorin auch gleichzeitig ihren bisher größten Erfolg feiern konnte, reiht sich ein in die umfangreiche Liste von Romanen, denen ein etwas pingeliger Lektor durchaus gut zu Gesicht gestanden hätte. Dabei ist in erster Linie gar nicht die stilistische Qualität des vorliegenden Buchs zu bemängeln, als vielmehr dessen schierer Umfang, welcher mit knapp 580 Seiten für die hier erzählte Geschichte schlichtweg zu lang geraten ist. Hinzu kommt die Tatsache, dass Titel und Klappentext einen deutlicheren Fokus auf die Jazz & Blues-Szene des New Yorks der späten 40er bzw. frühen 50er Jahre nahelegen, wohingegen sich letztlich mehr als achtzig Prozent des Romans auf die Erzählung der jungen Ich-Erzählerin konzentrieren. An sich vielleicht kein Ansatz für Kritik – für falsche Hoffnungen seitens des Lesers kann die Schriftstellerin schließlich ja nichts – ich persönlich hatte jedoch einfach mehr Milieu und Jazz-Club-Flair als Kindheitsstreiche und Familiendrama erwartet. Enttäuscht wurde ich am Ende dann auch trotzdem nicht. Doch der Weg bis dahin ist nicht immer ohne Hindernisse und, wie bereits erwähnt, leider ziemlich lang geraten.

Kurz zur Handlung: Vater Leo hat gemeinsam mit seiner Frau Lana und den drei Kindern Harry, Elena und Maddie der Großstadt Detroit den Rücken gekehrt, um in einer romantischen Kleinstadt im Staat New York den beruflichen Neustart zu warten. Endlich kann er den langersehnten Job als Kompositionslehrer antreten, stets auch in der Hoffnung, dass die Ruhe auf dem Land auch Lanas Leiden heilen wird, für welche die Kinder stets aufs Neue eine Erklärung suchen. Warum hinkt ihre Mutter? Woher stammt die Narbe an ihrer Hüfte? Warum zittert sie so oft unkontrolliert? Und warum kann sie es nicht ertragen, wenn Leo auf dem Piano „diesen Jazz“ spielt. Die Suche nach Antworten und Erklärungen wird besonders für Maddie und Elena zu einer spannenden Schnitzeljagd, bei der jedes neu gelüftete Geheimnis sorgfältig gehütet und vor dem jeweils anderen verborgen wird. Doch gerade diese unbekannte Vergangenheit ihrer Mutter ist es auch, die bald dunkle Schatten auf die herrliche Idylle wirft.

Lana füllt die Rolle als Frau am Herd nicht aus, sie vermisst den Trubel der Großstadt. Mehr und mehr kühlt die Beziehung zwischen ihr und Leo ab, auch weil das, worüber sie nie mehr sprechen wollten, sich langsam aber sich in ihr Familienleben drängt. Als ein Anwaltsschreiben Lanas Zustand drastisch verschlechtert, setzen die Kinder alles auf eine Karte und brechen ihren Schwur. Gemeinsam werfen sie einen Blick in die auf dem Speicher gelagerten Tagebücher ihrer Mutter, die sie zurück in das raue Harlem der Schwarzen katapultieren – und zu Zeugen jener schrecklichen Nacht werden lassen, welche Lana für immer veränderte...

Es sei gleich vorneweg und besonders für männliche Leser angemerkt: „Als der Blues begann“ ist zwar mit Sicherheit nicht explizit ein Frauenroman, dennoch herrscht über weite Strecken die feminine Perspektive vor, sind doch, mit Ausnahme des Vaters Leo, seinem Sohn Harry und dem alten Kinovorführer Art, alle wichtigen Personen samt der Ich-Erzählerin Maddie weiblich. Das dürfte nicht nach jedermanns Geschmack sein, zumal die Männer in der Geschichte auch kein allzu gutes Bild abgeben bzw. die Frauen allzu deutlich die Hosen anhaben. Erstaunlich, zumal der Roman in den 40ern bis 60ern spielt und zu dieser Zeit die Rollen doch eher anders verteilt waren. Das ist zudem EIN Grund warum es etwas länger dauert, bis einem die „naseweise“ Maddie ans Herz wächst, welche, gemeinsam mit ihrer noch frecheren Schwester Elena, insbesondere die Geduld ihres Vaters immer wieder arg auf die Probe stellt. Dennoch ist es gerade sie, die über einen großen Zeitraum den Leim darstellt, der den stark gedehnten Plot zusammenhält. Ihr staunender, kindlich unschuldiger Blick auf die Dinge der Erwachsenenwelt ist herrlich erfrischend, dreht die Zeit zurück, lässt uns als Leser nochmal Kind werden. Auf welche Art und Weise sich Maddie und ihre Altersgenossen vieles erklären, ist ebenso lustig, wie rührend, steht ihrer Unbefangenheit doch auch immer die tiefe Trauer der Mutter gegenüber, deren Eigenheiten das Familienleben bald stetig stärker belasten.

Während wir an der Seite Maddies erneut Sommer, Herbst und Winter aus der Sicht unserer Jugend erleben dürfen, dient Lana Lamar von Beginn als tragisches Element, welches gleichzeitig für den Spannungsaufbau verantwortlich ist. Ihre umwölkte Vergangenheit, für die Kinder ein für lange Zeit undurchdringliches Mysterium, feuert auch die Neugier des Lesers an, ist letztlich aber auch zusätzlich dafür verantwortlich, dass sich eine gewisse Frustration einstellt. Lanas zunehmend unerträgliches Verhalten wird von Deaner bis ins letzte Detail inszeniert, ausgeschlachtet und dann wiederholt – und damit der Punkt erreicht, wo sich das Mitleid in Gereiztheit und Desinteresse verwandelt. Wie Leo, so hat auch der Leser irgendwann einfach die Nase voll von den Eskapaden dieser dauerjammernden Frau, die ihr eigenes Wohl sogar über das ihrer Töchter zu stellen scheint. Letztlich erweist sich diese Annahme zwar als Trugschluss – nichtsdestotrotz hat Deaner an dieser Stelle ihr Blatt überreizt, den richtigen Augenblick verpasst, um das auflösende Finale einzuleiten.

Stattdessen flüchtet Lana von zu Hause, kehrt zurück, flüchtet erneut, während Kinder und Leser gleichermaßen der Versuche überdrüssig werden, in ihrem Verhalten einen Sinn zu sehen. Diesen gibt es jedoch. Und er ist es auch, der für mich dann „Als der Blues begann“ am Ende auch lesenswert macht, mich zu meinem eigenen Erstaunen sogar wirklich bewegen konnte. Deaners Abschluss steht im starken Kontrast zum ruhigen Erzählton der vorigen vierhundert Seiten, schockiert mit drastischen, ja, schrecklichen Bildern, erlaubt uns Lana Lamar als Mensch zu verstehen. Und ist zusätzlich eine deutliche Anklage gegen den sinnlosen Rassismus von Schwarz und Weiß, der bis heute in den USA nicht überwunden ist.

Was am Ende bleibt ist ein mehr als ungewöhnlicher Familienroman aus der Sicht eines Kindes, dem die Balance zwischen Liebe und Hass, Glück und Tragik leider nicht immer gelingt, handwerklich aber das Können der Autorin immer wieder eindrucksvoll andeutet. Dennoch muss ich konstatieren: Ein zweites Mal werde ich „Als der Blues begann“ sicher nicht lesen.

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "Als der Blues begann" von Janice Deaner

Rezension zu "Als der Blues begann" von Janice Deaner
thursdaynextvor 6 Jahren

Blues kommt von "feeling blue" und diese Stimmung wird in Als der Blues begann aus der Sicht der kleinen Maddie, sehr einfühlsam eingefangen. Melancholie ist der rote Faden welcher sich durch den Roman zieht. Manchmal zieht es sich sehr, weglegen kann man Janice Deaners Erstling trotzdem nicht. Zu fesselnd ist die Geschichte um die Familie und ihren fortschreitenden Zerfall, der in der geheimnisumwitterten Vergangenheit Lana Lamars liegt. Herzzerreißend wie sie schildert, welche Startegien die Schwestern Maddie und Elaine verfolgen um ihere psychisch instabile Mutter zu schonen.
Ein durchweg gelungener, hochemotionaler Roman dessen bluesige Robert Johnson Klänge in schrillen Jazz ausarten, um dann auf den letzten Seiten in guten Mississippi Delta Blues überzugehen.
Leseempfehlung !

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Arwen2112s avatar

Rezension zu "Als der Blues begann" von Janice Deaner

Rezension zu "Als der Blues begann" von Janice Deaner
Arwen2112vor 8 Jahren

…für Kinder erscheint die Welt der Erwachsenen oft geheimnisvoll und manchmal durchaus auch bedrohend!

„Als der Blues begann“ erzählt eine wunderbare, wenn auch außergewöhnliche und melancholische Familiengeschichte rund um jenes Geheimnis, das Lana, die Mutter von Harry, Elena und Maddie– umgibt.
Die Lamars ziehen in ein Idyllisch gelegenes Haus mit Garten – von der Großstadt Detroit in eine verschlafene Kleinstadt in Staate New York – Vater Leo erhält eine – von ihm lang ersehnte Anstellung an der dortigen Universität. Eigentlich alles perfekt … wenn nur nicht Lana wäre. Lana, die sich oft stundenlang in ihr Zimmer einsperrt, Tagebücher schreibt, als ob ihr Leben davon abhinge, grundlos zu weinen beginnt und sich wüst mit Leo streitet, wenn er den Kindern auf dem Piano Jazz vorspielt. Die Kinder wagen nicht zu fragen, warum ihre Mutter diese Narbe auf der Hüfte hat, warum sie hinkt und warum sie um all das ein großes Geheimnis macht. Und genau dieses Geheimnis, das ihren Ursprung in der Vergangenheit ihrer Mutter haben muss, gefährdet und bedroht den Neuanfang ihres Lebens in der kleinen Stadt.

…. bis die beiden Schwestern auf dem Speicher Lanas alte Tagebücher finden, die sie mitten in jene Ereignisse der verhängnisvollen Nacht katapultieren, die für immer das Leben ihrer Mutter prägte und veränderte.

Die 10jährige Maddie hat mich in ihren Bann gezogen – ihre oftmals kindlich anmutende Art, die Geschichte ihrer Familie zu erzählen mit all den Geheimnissen, die auch unter den beiden Schwestern wie ein Schatz gehütet werden, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Und vor allem macht es klar, dass Kinder intuitiv spüren, wenn wir ihnen, aus welchen Gründen auch immer, etwas vorenthalten wollen.

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