Hier handelt es sich um Kurzgeschichten, der Abgründe von Menschen.
Janina Huber

Lebenslauf
Janina Huber, Jahrgang 1982, studierte Grundschuldidaktik und Evangelische Theologie auf Lehramt. Zusammen mit ihrem Mann und einer kleinen Tochter lebt sie im oberbayrischen Landkreis Mühldorf am Inn, wo sie nach wie vor als Lehrerin arbeitet. 2015 wurde ihre Geschichte "Das Ei des Koami" im Rahmen des Literaturwettbewerbs der 10. Bonner Buchmesse Migration in der Kategorie Kinder- und Jugendliteratur mit dem 2. Platz ausgezeichnet.
Alle Bücher von Janina Huber
Abgründe
Neue Rezensionen zu Janina Huber
Dieses Buch erschien 2018 im Verlag Books on Demand und beinhaltet 322 Seiten.
Unter anderem geht es hier um einen Jungen, der eine Leiche findet und feststellen muss, dass ihm seine Reaktion auf den Fund mehr Angst einjagt als der tote Körper selbst. Man erfährt von einem Mann, der sich im Schutz der Nacht auf die Lauer legt und dabei nur ein Ziel vor Augen hat: zu töten. Eine Geschichte handelt von einer Familie, die sich einem unsichtbaren Feind gegenüber sieht, der alles zu zerstören droht. Dann ist da noch die junge Frau, die Geister beschwört und plötzlich selbst zum Werkzeug dunkler Mächte wird. Und dann wäre da die Geschichte einer Ehe, die stets glücklich war und von einem Moment auf den anderen auf eine Katastrophe zuschlittert.
Alles in allem zeigen sich in allen Geschichten menschliche Abgründe, die den Leser keineswegs kalt lassen werden. Die Autorin Janina Huber hat einen augezeichneten Schreibstil, der einen am Ende jeder Geschichte einfach nur sprachlos zurück lässt. Ich fand jede einzelne Geschichte echt spannend und konnte vieles total nachvollziehen. Dieses Buch hat mich komplett gut unterhalten, wenn die Geschichten auch ganz schön zum Nachdenken anregen. danke für dieses tolle Buch! Ich bin noch jetzt total fasziniert. Kurze knappe Geschichten mit viel Inhalt, so müssen Bücher sein, die den Leser fesseln sollen! Eine Leseempfehlung für alle, die gern mehr über menschliche Abgründe lesen möchten.
„Abgründe“ von Janina Huber ist eine Sammlung von zwanzig Kurzgeschichten, die querbeet durch die dunkelsten Winkel führen. Der Titel passt in diesem Fall hervorragend zu jeder einzelnen Geschichte. Die Kurzgeschichten stammen aus den unterschiedlichsten Genres. Vom klassischen Horror bis zum emotionalen Drama ist alles dabei. Diese vielfältige Bandbreite macht die Sammlung zu etwas Besonderem. Jede Geschichte blickt auf ihre Art in Abgründe und schafft es, den Leser auf die eine oder andere Weise zu berühren. Man wird während des Lesens überrascht, wie viele Arten von Abgründen es doch gibt. Natürlich gab es einzelne Geschichten, die mir nicht unbedingt zu einhundert Prozent gefallen haben, aber trotzdem ist diese Sammlung in ihrer Gesamtheit wirklich gut gelungen.
Wer gern etwas düstere Geschichten mag, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. In dieser abwechslungsreichen Sammlung findet sicher jeder etwas nach seinem Geschmack.
Gespräche aus der Community

Meine Lieben,
lange Zeit war es hier etwas still um mich, denn ich war in der Babypause. Nun, nachdem mein kleiner Sonnenschein vier Monate alt ist, möchte ich wieder ein bisschen aktiver werden. Zum gemütlichen Wiedereinstieg, jetzt da die Abende wieder dunkler und die Nächte länger werden und der Nebel um die Häuser schleicht, möchte ich erneut eine Leserunde zu meinem Kurzgeschichtenband "Abgründe" mit euch durchführen.
Dabei erwarten euch 20 ganz unterschiedliche Kurzgeschichten, die alle eins gemeinsam haben: sie befassen sich mit menschlichen Abgründen.
Auszug aus dem Klappentext:
Ein Junge, der eine Leiche findet und feststellen muss, dass ihm seine Reaktion auf den Fund mehr Angst einjagt als der tote Körper selbst. Ein Mann, der sich im Schutz der Nacht auf die Lauer legt und dabei nur ein Ziel vor Augen hat: zu töten. Eine Familie, die sich einem unsichtbaren Feind gegenüber sieht, der alles zu zerstören droht. Eine junge Frau, die Geister beschwört und plötzlich selbst zum Werkzeug dunkler Mächte wird. Eine Ehe, die stets glücklich war und von einem Moment auf den anderen auf eine Katastrophe zuschlittert … In jedem von uns verbirgt sich auch ein Abgrund.
Insgesamt verlose ich 15 Taschenbücher von "Abgründe". Selbstverständlich ist aber auch jeder in der Leserunde willkommen, der das Buch bereits besitzt oder es lieber als E-Book lesen möchte. Gib daher bei deiner Bewerbung bitte an, ob du an der Buchverlosung teilnehmen möchtest oder nicht.
Wichtig: Bitte bewerbt euch nur, wenn ihr Zeit habt, regelmäßig an der Leserunde teilzunehmen und hinterher eine Rezension zu schreiben. Eure Meinung ist mir sehr wichtig!
Drei Leseproben findet ihr auf meiner Website:
Das Haus am See:
https://crazylittlewords.com/leseprobe/das-haus-am-see/
Das Zimmer am Ende des Flures:
https://crazylittlewords.com/leseprobe/das-zimmer-am-ende-des-flures/
Der erste Schnee:
https://crazylittlewords.com/leseprobe/der-erste-schnee/
Als das Licht ausging, erstarrte sie mitten in der Bewegung. Ihr angewinkeltes Bein hing reglos in der Luft. Ihre Hände - glitschig von der Bodylotion, die sie eben hatte auftragen wollen - begannen zu zittern. Sie lauschte in die Dunkelheit und obwohl sie nichts hören konnte, außer ihrem eigenen, laut pochenden Herzen, war sie sich sicher, dass sie nicht allein war. Das Kribbeln, das sie so sehr fürchtete, begann wie so oft in der letzten Zeit zuerst im Nacken. Kalter Schweiß brach ihr aus. Sie durfte auf keinen Fall ohnmächtig werden! Nicht auszudenken, was mit ihr geschehen würde, wenn sie jetzt die Kontrolle verlor. So leise wie möglich drückte sie sich in den Spalt neben dem Spind. Langsam rutschte sie an der kalten Wand entlang nach unten, bis ihr Po den Boden berührte. Sie kauerte sich zusammen und schlang die Arme um den nackten Körper. Sie hatte jegliche Orientierung verloren und somit auch keine Ahnung, wo der Feind lauerte. Falls es diesen überhaupt gab. Den Verdacht, der sich ihr seit Kurzem unaufhaltsam ins Herz eingepflanzt hatte, drängte sie zurück. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte! Oder spielte ihr nur der Zufall einen üblen Streich? Sie spähte hinter dem Spind hervor. In einiger Entfernung konnte sie einen feinen Lichtstrahl sehen, der sich seinen Weg durch den Schlitz unter der Tür bahnte. Außerhalb der fensterlosen Umkleide schien das Licht zu funktionieren. Also kein Stromausfall! Sie presste die Lippen aufeinander und hielt den Atem an.
Ein Luftzug strich über ihre Arme und Beine. Sie erschauerte. War gerade jemand in der Dunkelheit an ihr vorbeigelaufen? Wieder versuchte sie, sich auf jedes noch so kleine Geräusch zu konzentrieren. Vergeblich.
Sie fror. Dennoch wagte sie es nicht, sich zu bewegen. Das unangenehme Kribbeln hatte mittlerweile ihren Kopf erreicht. Obwohl sie nichts sehen konnte, hatte sie das Gefühl, als würde ihr jeden Moment schwarz vor Augen werden. Ihr Atem ging flach. Tränen stiegen in ihr auf. Wer spielte ihr so übel mit? Was hatte sie getan, dass jemand sie so sehr hasste?
Mit einem unerwartet lauten Rauschen sprang wenige Meter von ihr entfernt eine der Duschen an. Sie schlug sich die Hand vor den Mund und unterdrückte mit Mühe einen Schrei. Schritte. Ein heiseres Kichern. Nun hatte sie Gewissheit. Jemand war mit ihr in der Umkleide. Jemand, der es nicht gut mit ihr meinte. Ihr Herz schlug nun so wild, dass sie kaum noch Luft bekam. Panisch drückte sie sich noch fester gegen die Wand. Gerade als sie kurz davor zu sein schien, den Verstand zu verlieren, flammten über ihr die grellen Neonröhren auf. Erleichtert stellte sie fest, dass sie allein war. Tränen liefen ihr über das Gesicht, als sie sich mühsam hochrappelte. Ihre Knochen schmerzten von der unnatürlichen Position, in der sie die letzten Minuten gefangen gewesen war. Achtlos schmierte sie sich die übrige Bodylotion, die sie noch immer an den Händen hatte, auf Bauch und Oberschenkel. Sie wollte nur noch hier raus! Auch ihre Nacktheit war ihr plötzlich unangenehm. Hastig suchte sie ihre Kleidungsstücke zusammen. Sie hielt inne. Wo war ihr Höschen? Sie war sich sicher, dass sie es vor dem Duschen ganz oben auf den Stapel gelegt hatte. Sie durchsuchte ihre Sporttasche und warf noch einmal einen Blick in den leeren Spind. Doch das weiße Spitzenhöschen blieb verschwunden. Sofort kroch ihr wieder die blanke Panik in die Knochen. Ihr Angreifer musste ihr vorhin sehr nah gekommen sein. So nah, dass es ihm gelungen war, eines ihrer Kleidungsstücke an sich zu nehmen. Sie musste hier raus! Ob mit oder ohne Unterwäsche. Hektisch zog sie ihre Jeans an. An ihrer Bluse schloss sie nur die Hälfte der Knöpfe, ohne dabei auf die richtige Reihenfolge zu achten. Die Socken warf sie achtlos in ihre Tasche, während sie barfuß in die Sneakers schlüpfte. Ihren Mantel versuchte sie sich im Hinauseilen anzuziehen. Doch als sie an den Duschen vorbeirannte, erregte etwas ihre Aufmerksamkeit. Im Augenwinkel sah sie etwas großes Rotes an der Wand, das dort nicht hingehörte. Sie blieb stehen und starrte in den weiß gekachelten Waschraum. Die Sporttasche rutschte ihr von der erschlafften Schulter und fiel mit einem lauten Knall zu Boden. Wieder presste sie die Hand vor den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. An einem der Duschköpfe baumelte ihr Höschen. Jemand hatte mit blutroter Farbe quer über die Wand das Wort HURE geschrieben. Tränen stiegen in ihr auf. Sie schnappte sich ihre Tasche und rannte, ohne sich noch einmal umzublicken, hinaus.
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Zusätzliche Informationen
Janina Huber wurde am 07. Dezember 1982 in Wasserburg am Inn (Deutschland) geboren.
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