Janine Adomeit

 4,6 Sterne bei 38 Bewertungen

Lebenslauf

Janine Adomeit, geboren 1983 in Köln, studierte in München Literatur- und Sprachwissenschaft. Nach Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie der Teilnahme an der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin erschien 2021 ihr Debütroman »Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen«, der mit dem Preis Debüt des Jahres des Literaturwerks Rheinland-Pfalz/Saar ausgezeichnet wurde. Janine Adomeit lebt mit ihrer Familie in Flensburg, wo sie auch als Literaturvermittlerin tätig ist und die Lesereihe TRANSIT gegründet hat.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Janine Adomeit

Cover des Buches Die erste halbe Stunde im Paradies (ISBN: 9783716000113)

Die erste halbe Stunde im Paradies

(29)
Erschienen am 12.02.2025

Neue Rezensionen zu Janine Adomeit

Cover des Buches Die erste halbe Stunde im Paradies (ISBN: 9783716000113)
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Rezension zu "Die erste halbe Stunde im Paradies" von Janine Adomeit

CorinaPf
Rezension zu "die erste halbe Stunde"

Inhalt:


Anne will in ihrem Beruf aufsteigen, durch eine Präsentation könnte sie das auch schaffen, doch dann meldet sich ihr Bruder. Mit diesem hatte sie schon Jahre lang keinen Kontakt und jetzt soll sie ihn aus der Entzugsklinik abholen. Durch den Anruf beginnt Anne an ihre Kindheit zu denken und an ihre kranke Mutter. 


Schreibstil:


Ich kam sehr schlecht in die Geschichte hinein. Doch als die Sicht aus Annes Kindheit kamen, kam ich besser mit der Geschichte klar. Die Gegenwart war für mich leider nicht so intressant. Das Ende mochte ich und ich fand auch sehr gut gelungen.  Es wurde auch nach und nach emotional. 


Protagonistin:


Ich fand Anne am Anfang sehr kühl und ich habe keine wirkliche Beziehung aufbauen können. Durch die Sicht der Vergangenheit wurde das aber gut geklärt. Sie hat sich und ihr Leben danach reflektiert und das fand ich toll. Ich habe nachdem ich das Buch beendet habe auch Annes Taten und Gedanken besser nachvollziehen können.


Fazit:


Ich mochte das Buch und ich habe es auch gerne gelesen. Die Gegenwart war für mich nicht eher langatmig, doch die Sicht aus der Kinder Sicht fand ich toll gelungen. 


Von mir eine Leseempfehlung

Cover des Buches Die erste halbe Stunde im Paradies (ISBN: 9783716000113)
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Rezension zu "Die erste halbe Stunde im Paradies" von Janine Adomeit

ElliP
Drei sind eine Party

Janine Adomeit erzählt in ihrem Roman „Die erste halbe Stunde im Paradies“ von einer interessanten Konstellation: die beiden unzertrennlichen Geschwister Anne und Kai und die alleinerziehende Mutter, die Multiples Sklerose bekommt und sich von der fröhlichen, musikalischen und temperamentvollen Frau zum Pflegefall entwickelt.

Die Kinder werden im Laufe der Zeit überfordert, als es der Mutter immer schlechter geht, denn sie müssen sich kümmern und die Kranke pflegen. Die Krankheit übernimmt die Regie, die Mutter wird immer abhängiger und die Geschwister können weder die Bedürfnisse der Kranken stillen noch werden ihre eigenen Bedürfnisse erfüllt. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die anfangs enge und positive Dreierbeziehung nach und nach auseinanderbricht, da die Aufgabe zu groß wird und die Situation zu sehr belastet. Aus der Fürsorge für die geliebte Mutter entsteht eine totale Überforderung, die emotionale Reife ist (noch) nicht vorhanden und die Jugendlichen können die Ansprüche nicht erfüllen. Und dann entsteht auf einmal die große Entfremdung, der Verlust der Nähe und der Liebe. Der Leser möchte wissen, warum? Was hat den Bruch ausgelöst? Der Umgang mit der Scham, mit der Krankheit? Eifersucht? Verlorenes Vertrauen? Hoffnungslosigkeit? Aus dem Wir entsteht ein Ich, das jeweils unglücklich ist und nicht ausreichend gesehen wird.

Die Loyalität wird auf die Probe gestellt, Schuldgefühle entstehen und Kommunikation bzw. die Suche nach Lösungen findet nicht statt, ein umfassendes Dilemma für alle drei Protagonisten.

 Der Stil ist passend, unprätentiös, fast lakonisch erzählt erfahren wir den Handlungsstrang aus der Perspektive der Schwester / Tochter. Nach Annes Kindheit gibt es einen großen Sprung in die Zeit ihrer Berufswelt, der Bruch mit Kai hat stattgefunden und wir erleben eine junge Erwachsene, die mit dem jungen Mädchen kaum etwas gemein hat.

Sie hat in der Zwischenzeit aufgrund der gestörten Beziehungen eine totale Unabhängigkeit von sozialen Bindungen entwickelt, sie will sich vor Nähe und damit einhergehend vor möglichen Schmerzen und Enttäuschungen schützen. Dadurch ist sie immer bedürfnis- und kontaktloser geworden, ehrgeizig und erfolgreich im Beruf wirkt sie unabhängig und unnahbar. Aber Kai, der abwesende Bruder, taucht nach jahrelanger Stille plötzlich in ihrem Leben wieder auf, hilfesuchend und bedürftig bedroht er ihren Perfektionismus, ihre Abgeklärtheit und selbstgewählte Einsamkeit. Wird Anne dieses Eindringen in ihre Privatsphäre zulassen? Kann es eine Wiederannäherung und eine Versöhnung geben? Oder ist zu viel passiert, was nicht vergessen werden kann? 

Ein wichtiges Thema, das sozialkritisch anspricht, was die Gesellschaft gerade auch in der Zukunft verstärkt leisten muss: Die Pflege alter oder kranker Menschen, entweder in Heimen oder privat zuhause durch Angehörige. Es geht um die Würde des Alters und der Krankheit, schwierige, schmerzhafte Prozesse, Themen, die aktuell und von allgemeinem Interesse sind, aber kaum im Rampenlicht stehen, sondern häufig kaschiert werden. Ein spannendes, emotional mitreißendes Buch, das Augen öffnet und Probleme sichtbar macht.

Cover des Buches Die erste halbe Stunde im Paradies (ISBN: 9783716000113)
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Rezension zu "Die erste halbe Stunde im Paradies" von Janine Adomeit

Julia_Hoch
Ergreifend und handwerklich extrem gut!

Die Autorin nimmt sich Themen an, die in Romanen eher selten vorkommen, die auch in der Öffentlichkeit kaum stattfinden. Was passiert, wenn eine alleinerziehende Mutter krank wird? So krank, dass sie zunächst physisch nach und nach abbaut, dass ihre Kinder bis zur Selbstaufgabe unterstützen. Was macht so etwas mit einem Kind? Mit einem Jugendlichen? Wie steht es um die Beziehung zur Mutter? Wie entwickelt sich die Beziehung von Geschwistern? Und: Können Kinder/Jugendliche eine solche Bürde überhaupt (er-)tragen?

Dieser Roman handelt von Schmerz in allen Facetten. Alleine dafür, wie klug die Autorin dieses Thema umkreist und an verschiedenen Stellen greift, muss man den Hut ziehen.


»Gemeinsam empfundener Schmerz ist oft der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen«


Immer wieder lief es mir kalt den Rücken hinunter, Gänsehaut wurde während des Lesens irgendwann Dauergast. So sehr packt einen diese Geschichte!


Zudem ist dieser Roman handwerklich unglaublich gut gestaltet. Erleichtert und beglückt durfte ich feststellen, dass Janine Adomeit mit der Ich-Perspektive Präsens souverän umzugehen weiß (das ist nicht bei allen Autor*innen der Fall). Die alternierenden Zeitebenen in den verschiedenen Kapiteln greifen wie Zahnräder ineinander, tragen die Handlung gekonnt voran.

Die Figuren sind in sich angenehm authentisch und bleiben im Gedächtnis.


Ich wünsche mir sehr, dass Janine Adomeit für diesen Roman die ein oder andere Auszeichung und/oder Nominierung erhält! Wenn dieser Roman nicht preiswürdig ist, dann weiß ich nicht welcher …

Gespräche aus der Community

Bewerbt euch jetzt zur Leserunde "Die erste halbe Stunde im Paradies" von Janine Adomeit und erkundet die bewegende Geschichte von Anne und Kai, zwei Geschwistern, die nach einer zerbrochenen Kindheit und Jahren des Schweigens wieder zueinanderfinden.

Hierfür vergeben wir 20 Rezensionsexemplare in Print und freuen uns auf eure Bewerbungen!

416 BeiträgeVerlosung beendet
CorinaPfs avatar
Letzter Beitrag von  CorinaPf

https://www.lovelybooks.de/autor/Janine-Adomeit/Die-erste-halbe-Stunde-im-Paradies-15688672043-w/rezension/19108650892/


Danke dass ich bei der Leserubde dabei sein durfte. Ich ebtschuldige mich dass die Rezension so lange gedauert hat, ich bin umgezogen und hatte leider die letzten Woche keine Zeit.

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Community-Statistik

in 52 Bibliotheken

auf 12 Merkzettel

von 1 Leser*innen gefolgt

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