Janis Otsiemi Libreville

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Inhaltsangabe zu „Libreville“ von Janis Otsiemi

Ein Jahr vor den Wahlen wird Roger Missang, Journalist der Èchos du sud, am Strand von Libreville nahe dem Palast des Präsidenten der Republik mit durchschossener Kehle aufgefunden. Er hat kritisch über die Ermordung von Pacel Kurka, dem Sicherheitschef der gabunischen Verteidigung, berichtet. Wegen seiner kritischen Untersuchungen über die heimlichen wirtschaftlichen Beziehun­gen in Ghana war er den Mächtigen des Landes ein Dorn im Auge. Er prangerte hemmungslos die Korruption an. Für die Presse ist sein Tod offensichtlich ein politischer Mord. Mit den Ermittlungen im Mordfall werden Louis Koumba und Hervé Envame beauftragt, zwei Polizisten, die ohne die bei uns übliche DNA-Analyse und Forensik auskommen müssen. Sie sind auf Zeugenaussagen und Informanten angewiesen. Die technische Ausrüstung ihrer Einheit beschränkt sich auf eine Schreibmaschine aus der de-Gaulle-Zeit.

Ein Krimi aus Gabun bringt Land und Leute näher

— KerstinMC

Ein Krimi aus Gabun, der die Atmosphäre vor Ort sehr interessant rüberbringt.

— Gulan

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  • Afrika pur: Gabun

    Libreville

    Gwhynwhyfar

    09. October 2017 um 16:35

    »Die Stadt Libreville wiederum, die 1849 gegründet wurde, verdankt ihren Namen den freigelassenen Sklaven, die mit dem brasilianischen Sklavenschiff Elizia hier ankamen. Ursprünglich an der Küste, rund um das Fort d`Aumale errichtet, breitete sich Libreville immer weiter ins Landesinnere aus.«Ein Krimi aus Gabun, einer fremden Welt für mich als Leser. Machos regieren die Welt, Korruption, Angst, Gewalt. Die Verhörmethoden sind so alt wie das Werkzeug der Polizisten. Verdächtige werden solange malträtiert, bis sie die Wahrheit sagen, bis sie gestehen. Von daher sind die Verhöre kurz und effektiv, Verdächtige kommen schnell in Plauderlaune. Der einzige PC ist im Besitz des Chefs und nur er kann ihn bedienen. Die Polizisten mühen sich auf einer Schreibmaschine ab, die aus der de Gaule-Zeit entstammt. »Als er den Vorfall meldete, hatten sich die Polizisten gar nicht erst gefragt, wo und wie er zu so viel Geld gekommen war. Für sie war klar, dass auch er sich aus dem Staatssäckel bedient hatte. In Gabun war Korruption ein Nationalsport!«Der Journalist Roger Missang wird ermordet in der Nähe des Präsidentenpalastes der Hauptstadt von Gabun, Libreville, angeschwemmt. In seiner Hosentasche befindet sich eine Patronenhülse, die zu einem anderen Mordfall hinweist. Wurde er ermordet, weil er über die Ermordung von Pacel Kurka, dem Sicherheitschef der gabunischen Verteidigung und über die Korruption im Land einen kritischen Bericht schrieb oder soll das ein Ablenkungsmanöver sein? Parallel wird in anderen Fällen ermittelt. Jemand hat pornografische Fotos von zwei Mädchen ins Internet gestellt, die darauf Suizid begangen. Wie soll man ohne technische Hilfsmittel ermitteln, wenn dazu noch klar ist, dass der Server des Täters sich im Ausland befindet, keine Ahnung davon hat, was eine IP-Adresse ist. Eine Frau wird mit Baby auf dem Arm von einem Geländewagen überfahren, beide sind tot. Einem einflussreichen Mann, ein ehemaliger Minister, wurde das Scheckheft geklaut und die Diebe erweisen sich als gute Unterschriftenfälscher, räumen sukzessive das Konto leer. Die Polizisten Owoula und Koumba, die Lieutenants Boukinda und Envame stehen unter Ermittlungsdruck.Machos, wo man hinschaut. Ein Polizeiwagen fährt kaum ohne laufende Sirene los, es wird von allen Seiten bedroht und erpresst. Ein echter Kerl hat in Gabun neben der Ehefrau eine Geliebte. Aber die muss er auch finanzieren, ihr eine Bruchbude und den Lebensunterhalt bezahlen, Schulgeld für das Kind. Das funktioniert stressfrei, solange die Geliebte nicht schwanger wird. Denn die Ehefrau würde den Schlägel schwingen, nicht noch einen Bastard aufziehen wollen mit den eigenen Kindern und der Zorn des Schwiegervaters ist mächtig. Soweit die privaten Sorgen unserer Ermittler. Wir begleiten die Polizisten durch Libreville, über holprige Straßen, in miese Quartiere, flirrende Hitze, Staub, Verflechtungen von Regierung und Verbrechen, Krach mit Ehefrau und Geliebter. Man muss vorsichtig sein, wem man in dieser Stadt auf den Fuß tritt. Janis Otsiemi hat eine eigene Sprache, was für mich sehr sympathisch daherkam. Wohl gängige Floskeln wurden nicht im Kontext übersetzt, sind aber verständlich, andere Ausdrücke werden im Glossar übersetzt: »Man konnte sehen, dass er Koumbas Mund nicht teilte.« (Nicht seiner Meinung sein), »gute Freundin« (Geliebte), »Feuer im Mund haben« (zänkisch sein). Aber es gibt auch Begriffe, die symptomatisch sind, wie »in die Flasche scheißen«, ein Begriff, der einen brutalen Verhörraum bezeichnet oder »Mange-mille«, so nennt man einen Polizisten, der Autofahrer abzockt, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Ein Krimi, der Einblick in die sozialen Verhältnisse von Gabun gibt, in afrikanischen Denkstrukturen, mit Liebe zum Land und Leuten, aber nicht ohne die kritische Seite außen vor zu lassen. Viel Stoff für 207 Seiten, und genau das ist am Ende das Problem. An sich ist der Krimi spannend, humorvoll, es gibt starke Milieustudien. Doch zum Ende war ich ein wenig enttäuscht über die schnelle Auflösung aller Fälle, die hopp, hopp durch Kommissar Zufall erledigt wurden. Ein lesenswertes Buch, um ein wenig mehr über Gabun zu erfahren.Der Gabuner Janis Otsiemi erhielt 2010 den »Prix du Roman Gabonais« für seinen Kriminalroman »La vie est une sale boulot« (Deutsch: »Das Leben ist eine schmutzige Arbeit«). Er ist Secrétaire Général adjoint der «l`Union des Écrivains Gabonais.«

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  • Libreville

    Libreville

    Wurm200

    08. August 2017 um 17:30

    Janis Otsiemi Libreville Polar Verlag Autor: Janis Otsiemi wurde 1976 in France­ville, Gabun, geboren. Dichter, Es­sayist und Autor von Kriminalro­manen. Er erhielt 2010 den Le Prix du Roman Gabonais für sein Buch La vie est un sale boulot. Bei Edi­tions Jigal erschienen außer­dem La bouche qui mange ne parle pas (2010) und Le chasseur de lu­cioles (2013) sowie sein neuester Roman Les voleurs de sexe (2015), der für den Prix Ivoire 2016 nomi­niert ist. Er ist Secrétaire Général adjoint de l‘Union des Écrivains Gabonais. Seine Romane verfasst er in Fran­zösisch. (Quelle: BdB) Nach langer Standzeit im Stau steigt der Polizist Louis Boukinda aus seinem Auto, weil er eine Menschenmenge sieht. Als er sich durch diese durchgekämpft hat, sieht er den Grund dafür am Strand legen, ein Toter. Sofort ruft er seinen Kollegen Hervé Envame an. Nach einigen Hypothesen wird klar, es handelt sich um Mord. Das Buch ist in 10 Kapitel plus einem Epilog unterteilt, die all wiederum in mehrere Unterkapitel unterteilt sind (außer der Epilog). Jedes neue Kapitel ist auch ein neuer Tag in der Story des Buches, weshalb zur Überschrift immer auch der Wochentag gehört, der dick gedruckt ist. Die Unterkapitel selbst bestehen dann aber nur aus der Zahl des jeweiligen Unterkapitels. Die Zählung fängt hier mit jedem neuen Kapitel wieder bei 1 an. Vor dem Neuanfang eines neuen Kapitels finden wir außerdem eine Seite, auf der die Schlagzeilen der Zeitung zu finden sind. Schon beim Lesen des Klappentextes wird klar, dass es sich hierbei um keinen normalen Krimi handelt. Allein der Handlungsort Gabun ist alles andere als das, was man gewohnt ist. Auch die Ermittlungsmethoden drücken aus, dass dieser Krimi an einem Ort spielt, der nicht zeitgemäß ausgestattet ist. Auch der Tatsache des Handlungsortes geschuldet, sind die teils schwer auszusprechenden Namen. Hier greift der Autor dem Leser jedoch etwas unter die Arme und stellt am Ende des Buches ein kleines Glossar zur Verfügung, wo alle unbekannten Wörter erklärt stehen. Das Umblättern stört zwar etwas den Lesefluss, lässt sich aber verkraften. Der Autor gibt die Situation in dem Land auch sehr detailliert wieder, was dazu führt, dass man sich als Leser sehr gut in die Story reinfinden kann. Im Laufe des Buches begegnet dem Leser dabei auch mehr als nur einen Fall, den es gilt aufzuklären. Dabei wird schnell klar, dass die Zustände in dem Land alles andere als optimal sind. Leider werden die Tage teilweise sehr schnell abgehandelt (Beispiel ist der Donnerstag, dieser geht von Seite 83 bis 97). Außerdem sind mir leichte Unstimmigkeiten in den Namen aufgefallen (im Klappentext sind die Namen scheinbar zusammengewürfelt. Dies ist jedoch nur ersichtlich mit dem Klappentext auf dem Buch). Cover: Das Cover ist fast ausschließlich Weiß gehalten (dies passt gut zum Namen des Verlags). Auf der Vorderseite sehen wir dann eine Zeichnung von Menschen, die wegrennen. Der Titel des Buches steht unter dieser Zeichnung und ist in Rot gedruckt. Aufgrund dieser Farbe hebt sich der Titel auch gut vom Hintergrund des Covers ab. Auf der Rückseite des Covers sehen wir gleich ein Element, das uns im Buch häufiger begegnen wird, nämlich das, was in Rot gedruckt wurde (die Schlagzeilen einer Zeitung). Fazit: Ein nicht ganz alltäglicher Krimi, der sich dennoch lohnt zu lesen. Für sein Geld bekommt man mit diesem Buch ein Setting, welches man noch nicht allzu oft gesehen hat. An die vielen Fremdwörter muss man sicherlich erst gewöhnen, jedoch hilft einem das Glossar dabei. Gerne mehr Bücher dieser Art. Von mir gibt es 5/5 Sterne. Klappentext: Ein Jahr vor den Wahlen wird Roger Missang, Journalist der Èchos du sud am Strand von Libreville nahe dem Palast des Präsidenten der Republik mit durchschossener Kehle aufgefunden. Er hat kritisch über die Ermordung von Pacel Kurka, dem Sicherheitschef der gabunischen Verteidigung, berichtet. Wegen seiner kritischen Untersuchungen über die heimlichen wirtschaftlichen Beziehungen in Ghana war er den Mächtigen des Landes ein Dorn im Auge. Er prangerte hemmungslos die Korruption an. Für die Presse ist sein Tod offensichtlich ein politischer Mord. Louis Boukinda und Hervé Envame, zwei Polizisten, die ohne die bei uns übliche DNA-Analyse und Forensik auskommen müssen, werden mit den Ermittlungen beauftragt. Sie sind auf Zeugenaussagen und Informanten angewiesen. Die technische Ausrüstung ihrer Einheit beschränkt sich auf eine Schreibmaschine aus der de-Gaulle-Zeit. (Quelle: BdB) Autor: Janis Otsiemi Titel: Libreville Verlag: Polar Verlag Genre: Krimi Seiten: 220 Preis: 14,00 ISBN: 978-3-945133-43-9http://wurm200.blogspot.de/

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  • Ein Krimi aus Gabun bringt Land und Leute näher

    Libreville

    KerstinMC

    03. July 2017 um 20:12

    Das Cover ist sehr hell gehalten. Es sind fünf Menschen von hinten gezeichnet, die alle irgendwohin gehen bzw. rennen. Sie scheinen auf etwas zu zu laufen. Ins Auge sticht besonders der Läufer mit der roten Hose. Einen Zusammenhang zwischen Cover und Buch kann ich nur schwer herstellen. Jedoch gefällt mir diese minimalistische Gestaltung ganz gut. Der Kriminalroman spielt in Gabun, ein Land in Afrika. Wenn du dich genauso fragst wie ich wo überhaupt Gabun liegt kann ich dir geografisch etwas weiterhelfen. Gabun ist ein kleiner Staat an der Südatlantikküste von Afrika. Es liegt unterhalb von Nigeria zwischen  Kamerun und Kongo. Libreville ist die Hauptstadt von Gabun und genau dort ist der Schauplatz des Verbrechens. Am Strand von Libreville wird der Journalist Roger Missang tot aufgefunden. Der Tote war bekannt für seine kritischen Untersuchungen zu Wirtschaftsbeziehungen und Korruption im Land. Seine Kollegen vermuten hinter dem Mord eine politische Tat. Die Gendarmen Louis Boukinda und Hervé Envame ermitteln in dem Mordfall. Ungebetene Hilfe bekommen sie von den Kriminalpolizisten Pierre Koumba und Jaques Owoula. Dabei stehen ihnen nur begrenzte mittel zur Auswahl, die moderne Forensik und DNA-Analyse steht ihnen noch nicht zur Verfügung. Auch Computer sind in den Behörden noch Mangelware. Ihre Zeugenaussagen dürfen sie noch auf einer Schreibmaschine tippen. Wenn man bedenkt, dass der Roman zu beginn des 21. Jahrhunderts spielt kann ich mir das kaum vorstellen. Für die Halter-Ermittlung eines Autos brauchen sie noch Tage, denn es gibt keine Zentrale Datei der Zulassungen, sondern noch ein ganz herkömmliches Archiv in Papierform. Ich fand den Roman sehr spannend. Die Aufmachung fand ich sehr außergewöhnlich und habe ich bisher so noch nie gesehen. Jeder Abschnitt startet mit der Angabe der Titelseite der Zeitung und den passenden Schlagzeilen des Tages. Der Tag selbst ist dann in einzelne Kapitel unterteilt. So starte ich im Prinzip jeden Morgen mit den Polizisten und Gendarmen in dem ich wie sie die Titelseite der Zeitung lese und verfolge dann ihre Arbeit. Die örtlichen Gegebenheiten beschreibt Janis Otsiemi sehr anschaulich. Auch wenn ich noch nie in Gabun war habe ich jetzt doch eine grobe Vorstellung von Libreville. Für mich war es ein sehr interessanter Roman, da mich nicht nur die Geschichte an sich gefesselt und bewegt hat, sondern auch der Schauplatz des Romans. Vielen Dank an  und den Polar Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Streifzug durch Gabun.

    Libreville

    Gulan

    25. May 2017 um 17:05

    In diesem Moment bereute Koumba bitterlich, dass Colonel Edmond Tchicot vor drei Jahren in Rente gegangen war. Eine solche Gelegenheit hätte er sich bestimmt nicht entgehen lassen. Colonel Lambert Essono hatte seine Qualitäten, in Sachen Menschenführung war er super, aber die Werte, die er predigte, galten in der gabunische Gesellschaft 'kalakala' – schon lange – nicht mehr. Aufrichtig und redlich zu sein, sich verdient zu machen, und was es an moralischer Anstrengung noch alles gab: Alle Welt schiss drauf. Putzte sich mit der Nationalflagge den Arsch ab. Wie sollte man Ehrlichkeit in einem Land predigen, in dem die Höchsten des Staates sich die Taschen vollstopften? (S.188) Libreville, Hauptstadt Gabuns, ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen: Der investigative Reporter Roger Missang wird im Regierungsviertel ermordet aufgefunden. Mit den Ermittlungen werden die beiden Beamten Louis Boukinda und Hervé Envame der Generaldirektion des Fahndungsdienstes betraut. Eine heikle Aufgabe, denn der Fundort der Leiche lässt einen politischen Hintergrund vermuten. Gleichzeitig sind zwei weitere Polizisten schwer im Stress: Pierre Koumba und Jacques Owoula, Polizisten der PJ, der Kripo, müssen den Raub eines Scheckhefts eines Ministers und die Fahrerflucht bei einem tödlichen Verkehrsunfall aufklären. Und wie es der Zufall will, werden sich die Wege der beiden Beamten-Duos im Laufe des Buches kreuzen. „Libreville“ ist ein waschechter Polizeikrimi. Autor Janis Otsiemi beschreibt nachvollziehbar die Kriminalarbeit der Polizisten, die erwartungsgemäß wenig technisch geprägt ist (hier werden die Protokolle noch auf der Schreibmaschine geschrieben). Stattdessen vertrauen die Ermittler auf Informanten und erheblichen (auch körperlichen) Druck bei Verhören. Und auch sonst sind die Polizisten keine Engel, teilweise kassieren sie Bakschisch und alle unterhalten ein „Zweitbüro“, eine Geliebte oder Nebenfrau. Außerdem wird kein Zweifel gelassen, dass die Polizeibehörden im Zweifel eher der Regierung dienen als dem Volk. Ein Krimi aus Gabun! Als ich dies in der Vorschau sah, war ich sofort interessiert. Denn was bekommt man hierzulande von diesem afrikanischen Land mit? Die Jüngeren verbinden maximal noch Pierre-Emerick Aubameyang, den Kapitän der gabunischen Fußballnationalmannschaft, mit dem Land, die Älteren vielleicht Albert Schweitzer mit seinem Urwaldspital in Lambaréné. Insofern ist dieser Krimi eine echte Rarität auf dem deutschen Markt und daher gebührt dem Polar Verlag ein großes Lob für diese Veröffentlichung. Das gilt auch für das interessante Interview von Alf Mayer mit dem Autor am Ende des Buches. Das Beste an diesem Krimi ist dann tatsächlich auch, dass meine Erwartungen, etwas mehr über dieses Land Gabun und die Hauptstadt Libreville zu erfahren, vollkommen erfüllt werden. Janis Otsiemi bringt nebenbei einen umfassenden Einblick in die politischen Verhältnisse (angesichts der geringen Kenntnisse über Gabun verzeihe ich diesmal auch längere Erläuterungen). Vor allem wird es aber interessant, wenn die Polizisten ihre Büros verlassen und in die Viertel und Slums Librevilles eintauchen. Besonders gelungen fand ich, wie die Übersetzerin Caroline Gutberlet die Idiome und Eigenarten der Sprache nicht zwanghaft mit deutschen Synonymen übersetzt, sondern ihre volle Wirkung entfalten lässt und lieber mit einem Glossar arbeitet. So kommen wir in den Genuss solcher Redewendungen wie „ein Kerl so lang wie ein Tag ohne Brot“, „in die Flasche scheißen“ (Verdächtige in die Mängel nehmen) oder „Feuer im Mund haben“. Jetzt darf ich am Ende meines Fazits natürlich nicht verschweigen, dass die eigentliche Krimihandlung und die Aufklärung mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen haben hinreißen lassen. Das war eher unspektakulär. Aber die Eindrücke und die Atmosphäre des zentralafrikanischen Landes, die Otsiemi in seinem Roman vermittelt, machen „Libreville“ dann doch zu einem überdurchschnittlichen Krimi.

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    • 13
  • Korruption und Kriminalität in Gabun.

    Libreville

    Andreas_M_Sturm

    02. April 2017 um 17:58

    In Libreville, der Hauptstadt Gabuns, wird ein Journalist mit einer Einschusswunde am Hals tot aufgefunden. Da der Mann sich in seinen Artikeln oft kritisch über die Regierung geäußert hat, liegt die Vermutung nah, dass ein unliebsamer Zeitgenosse beseitigt worden ist. Die Presse nimmt diesen Gedanken auf und spricht von einem politischen Mord. Dass in einem Jahr die Präsidentenwahl stattfinden wird, erhöht die Brisanz des Falls dramatisch. Janis Otsiemis Roman ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse Librevilles. Diese Stadt, mit ihrer Vielzahl von Ethnien, ist geprägt von Korruption, Kriminalität und einer Wirtschaft, die einen großen Teil der Bevölkerung in Slums verbannt. »Libreville« ist kein reißerischer Thriller. Leise, zum Nachdenken anregende Töne überwiegen. Wer offen für Neues ist, der wird bei diesem Abstecher nach Zentralafrika eine Welt kennenlernen, in der es durchaus Parallelen zu uns hier in Europa gibt.

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