Janko Lauenberger

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Ede und Unku - die wahre Geschichte

Ede und Unku - die wahre Geschichte

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Erschienen am 26.02.2018

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Rezension zu "Ede und Unku - die wahre Geschichte" von Janko Lauenberger

Extrem erhellende Geschichte - ein Schicksal unter vielen .... von der Weimarer Republik bis heute
HEIDIZvor 6 Monaten

 "Ede und Unku" - wer kennt nicht die DDR-Schulbuchlektüre ???

Seinerzeit geschrieben von Alex Wedding - alias Grete Weiskopf - war dieses Buch aus den Schulen der DDR nicht wegzudenken. Was steckt aber hinter dieser Geschichte, die es - kommunistisch angehaucht - in die Schulen der DDR geschafft hat? Wer sind die Charaktere Ede und Unku, wer waren sie? Gab es sie wirklich? Wer war Alex Wedding ???

 

Fragen über Fragen, die das Buch beantwortet, welches ich vorgestern und gestern gelesen habe. Ich konnte mich nicht davon trennen, mir kamen auch die Tränen, warum, werde ich berichten ...

 

Ede und Unku erschien erstmals im Malik-Verlag, Berlin im Jahr 1931.

Das Buch war ihr Erstlingswerk.

 

Ede - ein ganz normaler Berliner Junge und das Zigeunermädchen Unku freunden sich an, drumherum eine Geschichte, wie sie damals sicher vielfach passierte, Edes Vater wurde arbeitslos, es gab wenig zu essen, die Zeiten waren hart ...

 

Wundervoll war dieses Buch geschrieben und stellte die Zeit sehr gut dar, war sozusagen Zeitdokument - dennoch lies es Fragen offen, die das aktuelle Buch "Ede und Unku - die wahre Geschichte" nun beantwortet, geschrieben von einem Nachfahren Unkus, dem Jazzmusiker Janko Lauenberger und der Journalistin Juliane von Wedemeyer.

 

In 17 Kapiteln stellen die Autoren zum einen noch einmal die Geschichte um Ede und Unku dar, mehr aber geht es darum, zu erklären, wer Unku war, wer ihre Familie war, was sie in ihrem nur allzu kurzen erlebte, erleben musste, bis sie - gerade mal 24 Jahre alt - sterben musste - im Konzentrationslager ...

 

Aber dieses Buch geht noch weiter bis ins Heute und beschäftigt sich mit der Thematik Rassismus in der DDR und auch noch heute, mit dem Gegenübertreten der Menschen anderen Schichten - so auch der Sinti oder Roma, wie es Unku war und ihre Familie - und wie es auch noch heute der Autor ist.

 

Aufrüttelnd und detailliert geschrieben, stellt dieses aufklärende Buch dar, wie es wirklich war. Die Autorin von Ede und Unku damals lernte Unku in Berlin kennen, sie war oft bei Grete Weiskopf zuhause zu Gast - das war mir bisher auch unbekannt. Aber zu viel möchte ich nicht verraten, ich rate dazu, unbedingt dieses Buch zu lesen, hier wird man endlich "aufgeklärt" - wie alles wirklich war.

 

Das Leben der Sinti und Roma wird deutlich, Menschen, die voreingenommen diesem Volk gegenüber sind, rate ich unbedingt, dieses Buch zu lesen, das darstellt, wie man sich fühlt, wenn man ausgegrenzt wird, als Erwachsener damals und heute, als Kind damals und heute ...

 

Welchen Hintergrund Alex Weddings Geschichte hatte, die - da die Autorin Kommunistin war, in der DDR gelesen werden "musste" - ist extrem interessant und aufrüttelnd, die Zeit Unkus und ihrer Familie im KZ, die Ängste, der Hunger und doch der Zusammenhalt zwischen den Menschen der Familie in schweren Zeiten, als man keine Freiheit mehr hatte.

 

Extrem lesenswert !!!

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Rezension zu "Ede und Unku - die wahre Geschichte" von Janko Lauenberger

Ein literarisches Mahnmal
monerlvor 6 Monaten

Meine Meinung
Über Ede und Unku bin ich rein zufällig gestolpert, als ich vor kurzem auf Annes Blog die Rezension zum Buch gelesen hatte. In der DDR war das Buch Schullektüre, in der BRD nicht, soweit ich weiß.

Auf meinem Leseweg #GegenDasVergessen bin ich auf den Völkermord an den Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten aufmerksam geworden und ich hatte den Wunsch, noch mehr Bücher zu diesem Thema zu lesen. So kam die Erstveröffentlichung von “Ede und Unku – Die wahre Geschichte” für mich genau zum richtigen Zeitpunkt.

Im vorliegenden Buch berichtet der Ur-Cousin Janko Lauenberger über Unku, die mit bürgerlichem Namen Erna Lauenburger hieß. Wir erfahren vieles über Unkus Familie, ihre Kindheit und Jugend und wie Sinti und Roma im damaligen Deutschland gelebt hatten. Ebenso geht der Autor darauf ein, wie Unku die Autorin Grete Weiskopf, die das Buch “Ede und Unku” 1931 unter dem Pseudonym Alex Wedding herausgebracht hat, kennenlernte.

Sich mit dieser Thematik zu beschäftigen ist nicht leicht. Nicht das Recherchieren, das Schreiben und auch nicht das Lesen. Das Ende ist klar und der Weg dorthin schmerzhaft. Aber es darf nicht vergessen werden, was diesen Menschen angetan wurde! Die Wenigsten haben überlebt und ihre Familien und die Nachkommen müssen sich auch heute wieder und immer noch mit Rassismus beschäftigen. So wie Janko, der Ur-Cousin von Unku, der 1976 geboren wurde.

Dieses Buch nutze der Autor auch dazu, um seine Geschichte aufzuschreiben. Er erzählt wie er zu seinem Namen und Nachnamen kam, über seine Kindheit in der DDR und wie zerstreut seine große Familie vor dem Mauerfall im Westen und Osten war. Da er optisch als Sinti zu erkennen ist, hatte er in seiner zweiten Schule bereits mit Rassismus zu kämpfen, der ihm das Leben so sehr schwer machte, sodass er von den Behörden unberechtigter Weise von seiner Familie getrennt und 7 Monate in ein Waisenhaus zur Besserung eingewiesen wurde. Auf der Suche nach Unku, ihrer Vergangenheit und ihrem schlimmen Schicksal entblößt sich die traurige Geschichte der deutschen Sinti und Roma.

“Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, wenn die Männer [Unkus Mann Mucki, seine beiden Brüder und sein Vater] entlassen werden, dass sie die Arbeit bald wieder einstellen. Laubinger sowie seine Söhne haben noch nie feste Arbeit gehabt und auch noch nie den festen Willen gezeigt, sich um geregelte Arbeit zu bemühen, sondern sind stets nach Zigeunerart im Lande umhergezogen.” (S. 112)

Solche geschmacklos formulierte Ablehnungsbescheide, die Männer nicht aus den KZs zu entlassen, erhielt Hans, Unkus Schwiegermutter, auf jeden ihrer Briefe. Er zeigt sehr deutlich die Vorurteile, mit denen Sinti und Roma in Verbindung gebracht wurden. Daran hat sich bis heute leider nicht viel geändert. Formulierungen wie z.B., Zigeuner stehlen, sind schmutzig, faul, wollen nicht arbeiten… bekam selbst Janko Lauenberger oft genug zu hören. Umso mehr freut es mich, dass er und seine Familie zu ihrer Herkunft stehen und diese auch im Bandnamen unterstreichen, wie z.B. “Sinti Swing Qintett”, “Sinti Swing Berlin”.

Fazit
Ein sehr lesenswertes und informatives Buch, das ein literarisches Mahnmal dafür ist, was einem Volk aus einer Randgruppe angetan wurde, das bis heute um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Durch Ergänzungen mit Bildern schafft es eine noch größere Nähe zu Unku und ihrer im KZ ermordeten Familie. Es hat mich sehr berührt und ich bin unglaublich froh, es gelesen zu haben. Als Ergänzung dazu, werde ich jetzt “Ede und Unku”, die ursprüngliche Geschichte, lesen. Ich bin sehr gespannt auf das Buch, das Janko Lauenberger schon sein ganzes Leben lang begleitet hat.

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