Janne Teller Krieg

(100)

Lovelybooks Bewertung

  • 86 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 0 Leser
  • 32 Rezensionen
(50)
(30)
(13)
(5)
(2)

Inhaltsangabe zu „Krieg“ von Janne Teller

Stell dir vor, es ist Krieg - nicht irgendwo weit weg, sondern hier in Europa. Die demokratische Politik ist gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie der 14-jährige Protagonist aus Deutschland. In einem ägyptischen Flüchtlingslager versucht er mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er nicht zur Schule gehen, kein Arabisch lernen, keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach Hause. Doch wo ist das? Nach dem Bestseller "Nichts" eine neue erschreckende Vision von Janne Teller zu hochaktuellen Themen wie Flucht, Migration und Fremdenfeindlichkeit.

Ein oberflächliches Essay, das dennoch ein guter Einstieg für eine nähere Beschäftigung mit den Themen Asyl, Flucht und Migration ist.

— wortkulisse

Stell dir vor... regt sehr zum Nachdenken an, vllt sollten mehr das hier lesen und auch darüber nachdenken....

— AvaLovelace

Aktueller denn je, ein tolles Buch

— Alathaya

Ein sehr kurzes und interessantes Gedankenexperiment.

— Knoppers

Gehts denn aktueller? Stell dir vor, es wäre Krieg und du müsstest fliehen. Ein Gedankenexperiment, so aktuell. Bitte lesen!

— irishlady

Verdiente 5 Sterne

— Lesekolobri

Bringt das, was man sich nicht vorstellen kann und möchte extrem nah!

— Blinkmotte

Kann man lesen, da solider Ausgangspunkt für Diskussionen, muss man aber nicht. Für mich zu distanzierend und zu wenig nachhaltig ...

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Wow - unglaublich und erschütternd - sollte man gelesen haben! Für mehr Verständnis und Tolerant.

— AnnaBerlin

Der Krieg ist nicht mehr irgendwo, sondern HIER bei DIR & MIR! Die direkte Ansprache macht dieses Buch so gruselig und realistisch zugleich.

— elane_eodain

Stöbern in Jugendbücher

Das Auge von Licentia

Ohje.. der Inhalt des Buches besteht aus dem Klappentext. Da hätt ich mir die Lesezeit sparen können. Und das Ende!! Fühle mich veräppelt.

Haihappen_Uhaha

Oblivion - Lichtflimmern

Wahnsinn!

mii94

Mondfunken (Sternenmeer)

Wahnsinn!

mii94

Chosen - Das Erwachen

Tolles Finale!

mii94

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Krieg - Janne Teller

    Krieg

    wortkulisse

    22. July 2017 um 14:37

    Janne Teller wagt in ihrem Essay „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“ ein interessantes Gedankenexperiment, das leider zu kurz greift.Janne Teller ist eine dänische Schriftstellerin, die vor allem durch ihren Roman „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ der Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Um den Roman, der auf brutale Art nach dem Sinn des Lebens sucht, und den darin beschriebenen Grausamkeiten, die sich die Jugendlichen gegenseitig sowohl körperlich als auch seelisch antun, hat sich eine rege Debatte entwickelt, wie viel noch jungen Lesern literarisch zugemutet werden darf. Noch heute ist das Buch im Schulunterricht einiger Länder verboten. Aber nicht nur in diesem Roman, sondern auch in ihren zahlreichen anderen Werken, befasst sich die Autorin, die als Beraterin für die EU und die NATO tätig war, mit gesellschaftlich kontroversen Themen. So auch in ihrem Essay „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“.WENN BEI UNS KRIEG WÄRE,WOHIN WÜRDEST DU GEHEN?WENN DURCH DIE BOMBEN DER GRÖSSTE TEIL DES LANDES, DER GRÖSSTE TEIL DER STADT IN RUINEN LÄGE? WENN DAS HAUS, IN DEM DU MIT DEINER FAMILIE LEBST, LÖCHER IN DEN WÄNDEN HÄTTE? – S. 7Janne Teller dreht den Spieß kurzerhand um: In Deutschland herrscht, nach dem wirtschaftlich-sozialen, nationalsozialistischen Zusammenbruch der Europäischen Union, Krieg und wir müssen um unser Leben und unsere Liebsten fürchten. Das ist zumindest das Setting der deutschen Übersetzung. Die Autorin wählte für jedes Land unterschiedliche Umstände für den Krieg, abhängig von der geopolitischen Situation des Landes, aus, um die Glaubhaftigkeit des Essays, aber auch die Betroffenheit ihrer Leser*innen durch die Situation zu erhöhen. Doch egal in welchem Land die Handlung schließlich spielt, den Bewohner*innen bleiben nun zwei Möglichkeiten:Dableiben und womöglich sterben oder in den unbekannten Nahen Osten zu fliehen. Das Essay zeichnet dabei den Abriss eines ganzen Lebens – unseres Lebens. Denn die Autorin verwendet einen Kniff, der in der Literatur nur selten zum Einsatz kommt: Sie wählt die zweite Person Singular und spricht damit ihren jeweiligen Leser oder ihre jeweilige Leserin direkt an. Das Leben beschreibt sie nüchtern, ohne eine dramatische oder mitleidheischende Sprache zu wählen. Es ist alles andere als plakativ.TROTZDEM BIST DU EIN FREMDER. TROTZDEM DENKST DU JEDEN TAG DARAN, WANN DU NACH HAUSE ZURÜCKKEHREN KANNST.NACH HAUSE.NACH HAUSE? – S. 51Das Essay erschien in Deutschland 2011 im Hanser Verlag und umfasst rund fünfzig Seiten in dem kleinen Büchlein, das von außen an einen Reisepass erinnert. Dadurch ist es nicht nur sehr kurz, sondern büßt in meinen Augen auch an Tiefe ein. Es ist interessant zu sehen, was wäre, wenn die Machtverhältnisse auf der Welt kurzerhand umgedreht, wenn wir auf einmal zu Ankömmlingen werden würden, und nicht länger die bequeme Position des Gastgebers hätten. Die Du-Form erhöht zwar in gewissem Maß die eigene Betroffenheit beim Lesen, der Text bleibt aber dennoch auf Distanz, denn er offenbart nur einen kleinen Bruchteil dessen, was eigentlich gesagt werden müsste. Vieles steht für einen einigermaßen empathischen und politisch-gesellschaftlich informierten Menschen zwischen den Zeilen geschrieben. Da sich das Essay jedoch an Kinder und Jugendliche richtet, halte ich es für unabdingbar, das Buch angeleitet zu lesen und danach darüber zu sprechen, denn das geschrieben Wort offenbart nicht einmal ansatzweise die Intensität und die Ungerechtigkeit einer solchen Situation.„Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“ ist ein spannendes Gedankenexperiment. Es trägt unheimlich viel Potenzial in sich, das die Autorin leider nur ansatzweise ausgeschöpft hat. Das Thema der Flucht wird nur oberflächlich betrachtet, sodass das Essay es kaum schafft, wirkliche Betroffenheit oder ein tieferes Nachdenken auszulösen. Wenn es angeleitet gelesen wird, halte ich das Essay jedoch für einen guten Einstieg in eine intensivere Beschäftigung mit den Themen Flucht, Migration und Asyl.Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net

    Mehr
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

    Mehr
    • 2376
  • Ideenlos

    Krieg

    Pongokater

    29. May 2016 um 16:55

    Unter den vielen jetzt zur Flüchtlingsproblematik wiederveröffentlichten Texten ist bestimmt kaum eines so überflüssig wie das von Janne Teller. Ihre "Idee", wenn man es so nennen darf, besteht in der Umkehrung der Verhältnisse. Die Menschen in "Deutschland" (Norwegen) müssen vor diktatorischen Verhältnissen fliehen. Die Übersetzung meint dazu auch noch, die Strukturen Norwegens, auf die sich das Original bezieht, ins Deutsche zu übersetzen. Völlig Misslungen.

    Mehr
  • Stell dir vor...

    Krieg

    AvaLovelace

    Wohl ein Buch, welches in der jetzigen Situation eine Pflichtlektüre in der Schule sein sollte, leider muss man ja sagen. Ein kurzes Essay, genau die richtige länge um zum nachdenken anzuregen ohne dass man sich einem ganzen Buch stellen müsste, viele wollen ja nicht lesen. Die können sich einen so kurzen Text auch stellen. Flüchtling sein. Sich zu fühlen wie es wäre... mal auf die andere Seite zu sehen.... Dem Text an sich würde ich 5 Sterne geben. Finde halt für ein nicht mal 100 Seiten langen Text als E-Book 3,99 € zu verlangen ohne dass man den schön gestalteten Ausweis einer Hardcover Ausgabe hat ist zu viel, darum fehlt hier ein Stern.

    Mehr
    • 3

    AvaLovelace

    28. May 2016 um 17:49
  • Ein tolles Buch

    Krieg

    Alathaya

    24. February 2016 um 20:41

    Janne Teller hat in einem so kurzen Büchlein außerordentlich gut die Situation von Geflüchteten dargestellt und ist damit aktueller denn je. In ihrer Geschichte sind es die Deutschen, die vertrieben werden und in den Nahen Osten fliehen müssen. Sie schreibt so eindringlich und schonungslos und spricht den Leser direkt an sodass ich mich sehr gut in die Lage der Menschen hineinversetzen konnte, die alles zurücklassen, einen Schritt ins Ungewisse wagen müssen um zu überleben, und in dem Land, in dem sie um Asyl ersuchen, im schlimmsten Fall nicht einmal erwünscht sind sondern mit Vorurteilen und Hass kämpfen müssen. Man hätte sicher noch viel mehr dazu schreiben können aber Janne Teller spricht im Nachwort ja selbst „nur“ von einem Essay. Und daher finde ich das Buch schon sehr gelungen. Es klingt nach.

    Mehr
  • alles gesagt

    Krieg

    dominona

    28. October 2014 um 08:57

    Für viele von uns ist Krieg dermaßen weit weg, dass es sinnvoll ist, sich mal zu fragen: was wäre wenn. Man wird dieses beklemmende Gefühl beim Lesen einfach nicht los und selbst wenn das Buch hauchdünn ist, es hinterlässt seine Spuren. Wir sind immer schnell dabei zu sagen: Die sollen froh sein, dass sie hier leben dürfen. Wirklich? Völlig egal unter welchen Bedingungen? Und dann wundert man sich noch, dass Feindseligkeit entsteht?

    Mehr
  • >> Ein Gedankenspiel, mehr aber auch nicht

    Krieg

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    # Inhalt # „Krieg, stell dir vor er wäre hier“ ist ein Essay über die Situation im Krieg. Ein durchaus realistisches Gedankenspiel über uns, unsere Einstellung und ein Appel jeden Menschen stets so zu behandeln wie man selbst behandelt werden möchte.   # Meine Meinung # Vorneweg muss ich gleich einmal anmerken, dass ich nicht so recht weiß, was ich von dem Buch halten soll. Aber zunächst einmal muss ich das tolle Cover loben, denn das Büchlein ist passend zum Thema ‚Krieg und Flüchtlinge‘ wie ein Reisepass gestaltet. Zudem gibt es auch innendrin allerlei tolle gefühlvolle Illustrationen von Helle Vibeke Jensen. Das größte Problem dieses Buches ist der Schreibstil. Die Du-Form hat mich irgendwie rein gar nicht angesprochen und wirkte auf mich eher distanzierend, als dass ich wirklich mitfühlen konnte. Ich hätte mir gut einen Ich-Erzähler vorstellen können, denn ich als Leser bin durchaus in der Lage mich in diese Situation hinein zu fühlen und mir vorzustellen, an dessen Stelle zu sein.  Am besten hat mir aus diesem Grund das Nachwort der Autorin Janne Teller gefallen, da mir hier der Schreibstil sehr viel mehr angesprochen hat. Zudem werden noch einige gute Hintergründe und Gedanken aufgezeigt. Auch insgesamt gesehen gibt es einige tolle Gedankenführungen, die dabei grausam real sind, teilweise aber auch zu Triviales, dass an manchen Stellen sogar langweilt. Letztendlich bleibt bei mir zurück, dass wir uns in diesem Land zu dieser Zeit Krieg nicht vorstellen können. Wir können nur versuchen uns dieser Vorstellung anzunähern und versuchen zu verstehen, um Fehler zu vermeiden. Für uns unvorstellbar, aber für andere bereits bittere Realität!   # Fazit # „Eine Einladung an das Vorstellungsvermögen.“ (von Janne Teller) Kein Buch von dem ich sagen würde, dass man es unbedingt gelesen haben muss, aber ein solider Ausgangspunkt für Diskussionen. Nicht weltbewegend oder weltverändernd. Alles in allem ein Gedankenspiel, mehr aber auch nicht. Konnte mich weder begeistern noch durch seine Umstrittenheit wirklich überzeugen. Noch 3 Sterne aufgrund seiner Diskussionswürdigkeit.

    Mehr
    • 2
  • "Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?"

    Krieg

    ConstanzeBudde

    26. June 2013 um 14:54

    "Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?"  Krieg ist en Thema, das wir hier in Westeuropa zum Glück nur aus dem Fernsehen oder aus den Erzählungen unserer Großeltern kennen. Wir ahnen, dass er schrecklich ist, wir wünschen uns um keinen Preis Zustände wie im nahen Osten oder in vielen Gebieten Afrikas. Wenn wir vom Krieg nichts mehr mitbekommen wollen, schalten wir den Fernseher aus, schlagen die Zeitung zu und fragen unsere Großeltern nicht danach, wie es war, im Luftschutzbunker zu sitzen. Janne Teller zwingt den Leser in ihrem Roman aber genau dazu, diese Vorstellungen eben nicht auszublenden. Sie nimmt uns mit in ein Deutschland, das von Diktatur und Bürgerkrieg überzogen ist, und in dem nichts mehr so ist, wie wir es heute kennen. Der Leser wird mit "Du" angesprochen und wird so zur Hauptperson der Geschichte. Als Mitglied einer fünfköpfigen Familie lebt er in den Ruinen des zerstörten Hauses, ohne Wasser und ohne Strom, in der ständige Angst vor neuen Raketeneinschlägen oder Angriffen von Heckenschützen. Man hat ist hungrig und man friert erbärmlich. Keinem kann man mehr trauen. In dieser Situation beschließt der Vater mit der Familie zu fliehen. Die Situation, die wir heute kennen, ist umgedreht. In Westeuropa herrscht Krieg, in der arabischen Welt herrscht Frieden. Janne Teller beschreibt die Flucht nach Ägypten, das Leben im Flüchtlingslager und das Warten auf die Bewilligung des Asylantrags. Durch die direkte Ansprache des Lesers, fühlt man die beklemmenden Situationen sofort nach. Man hofft und bangt, man empfindet Wut und Angst und das verstörende Gefühl der Hilflosigkeit. Auch das Leben nach dem bewilligten Asylantrag wird beschrieben. Und obwohl nun die Möglichkeit besteht, sich weiterzubilden, die Landessprache zu lernen und einen Beruf zu ergreifen, will sich kein richtiges Glück einstellen. Man fühlt sich immer noch nicht integriert und hat Heimweh nach Deutschland. Und doch weiß man: selbst wenn man eines Tages wieder zurückkehren kann, ist das Deutschland, das man vorfindet, nicht mehr die Heimat, die man verlassen hat. Krieg - Stell dir vor, er wäre hier! ist nur ein kurzes Buch mit einem Umfang von 60 Seiten. Durch die einfache Sprache ist es leicht zu lesen, hinterlässt aber dabei umso eindringlichere Emotionen und wirft Fragen auf. Der Wechsel der Perspektive stellt Flüchtlingsdebatten, das Aufeinandertreffen von Kulturen und das Umgehen untereinander in ein neues Licht. Selbst, wenn wir hier in Deutschland nach dem Lesen das Buch zuklappen können und keine Angst vor Bombeneinschlägen haben müssen, wird sich die Sichtweise auf unsere momentane Situation nach der Lektüre auf jeden Fall verändern und die Sensibilität für das menschliche Miteinander wird nachdrücklich geschärft. Krieg - Stell dir vor, er wäre hier! ist ein fesselndes Buch, das niemanden kalt lässt. 

    Mehr
  • "Krieg - Stell dir vor, er wäre hier" von Janne Teller

    Krieg

    Buecherjenna

    16. May 2013 um 10:14

    Inhalt: Wie wäre es wohl wenn in Europa Krieg herrschen würde? Wie würde sich das eigene Leben verändern? Was bedeutet es ein Kriegsflüchtling zu sein? Meine Meinung: Mit diesem Buch hat Janne Teller mich sehr zum Nachdenken gebracht. Was auch an der Schreibweise liegen mag, denn die Autorin spricht einen als Leser direkt an und stellt einem Fragen, die man während des Lesens auch indirekt für sich selbst beantwortet. Schnell stellte sich ein beklemmendes Gefühl ein und ich habe nach Beenden des Buches viel über Leute aus Kriegsgebieten nachgedacht und auch an die Generation meiner Urgroßeltern, die es während des zweiten Weltkriegs zweifelsohne nicht leicht hatten und (so im Falle meiner Familie) aus ihrer Heimat fliehen mussten. Fazit: Ein bewegendes Buch, das zum Nachdenken animiert - auch hinsichtlich der Migranten, die in Deutschland Zuflucht suchen, denn nach der Lektüre dieses Buches hat man eine ungefähre Ahnung, wie diese Menschen sich fühlen. Definitiv ein Must-Read!

    Mehr
  • Krieg

    Krieg

    HeikeM

    22. April 2013 um 11:04

    In Form eines EU-Passes präsentiert sich Janne Tellers "Krieg". Das schafft Nähe. Noch unvermittelter wird das Ganze mit der persönlichen Aufforderung, der Leser wird direkt angesprochen, sich das für uns inzwischen, zum Glück, Unvorstellbare vorzustellen. Zerbombte Häuser, Terror, Verfolgung, Flucht, Tod, Krieg ' mitten in Deutschland, eine zerbrochene Europäische Union, Frankreich und Griechenland als Feinde der Deutschen, die Asylsuche in Ägypten. Das Besondere dabei ist, dass dieses Büchlein für die deutsche Übersetzung speziell an die hier herrschenden Bedingungen und die Besonderheiten Deutschlands angepasst wurde. So entsteht eine nahezu lebensechte Fiktion, die einem eine Gänsehaut verursacht. So werden die Themen Flucht und Migration aus einem uns unbekannten Blickwinkel inszeniert. Sehr gut zu diesem Buch passen die Illustrationen von Helle Jensen. Auf nur 64 Seiten schafft es die Autorin, den Leser persönlich anzusprechen, ihn in diese Fiktion aufzunehmen und ihm die Probleme der Migranten in der fremden Kultur, mit unbekannter Sprache und die Ablehnung bei den Einheimischen vor Augen zu führen und unsere "heile Welt" auf den Kopf zu stellen. Andererseits finde ich es ein wenig schade, dass Janne Teller sich mit diesen wenigen Seiten zufrieden gibt. Der Stoff hat Potential für so viel mehr. "Krieg" ist ein sehr dünnes Büchlein, berührt aber ungemein und hat ein hohes Diskussionspotential, es rüttelt auf und macht einem deutlich, wie glücklich wir uns schätzen können, in relativer Sicherheit zu leben. Ich empfehle dieses Buch jungen und erwachsenen Lesern.

    Mehr
  • Zum Nachdenken

    Krieg

    Athene

    11. April 2013 um 14:23

    NHALT: Der Krieg ist bei DIR angekommen. Alles was Du gewohnt bist, musst Du aufgeben und in ein anderes Land fliehen, deren Kultur anders und fremd ist. Dort wirst Du nicht mit offenen Armen empfangen. FAZIT: Meine Ausgabe hat die Form eines deutschen Passes, was auch der Grund war, warum ich es gelesen habe. Denn es stand bei uns in der Bücherei und stach mir aufgrund des Designs ins Auge. Der Leser wird von der Autorin bewusst direkt angesprochen, was einem die Situation des Krieges näher bringt. Es wirkt vom offenen Erzählstil direkt auf den Leser und man gerät ins Grübeln. Das Buch enthält zu den einzelnen Stationen des Kriegsflüchtlings anschauliche Skizzen und war aufgrund der Seitenanzahl ein kleiner Zeitvertreib, der irgendwie nachwirkt und nachdenklich stimmt. Ein Buch für das ich 5 von 5 Punkten vergebe. Das Buch wird im August 2013 bei dtv neu erscheinen. http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/04/janne-teller-krieg-stell-dir-vor-er.html

    Mehr
  • Rezension zu "Krieg" von Janne Teller

    Krieg

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. October 2012 um 18:30

    Zum Inhalt des Buches: Es geht darum sich vorzustellen, man wäre in einem Land in dem Krieg herrscht und man müsste mit seiner Familie das Land verlassen. Als Flüchtling in einem anderem Land zu leben. ----- Dieses Buch ist zwar klein und dünn hat aber eine enorme Nachwirkung. Es beschreibt gerade mal auf 59 S., was sich viele Leser bestimmt noch nie überlegt oder vorgestellt haben. Das Buch erzählt aus der Perspektive eines 14jährigen Jungen, wie es sei, wenn Deutschland ein Kriegsgebiet wäre und seine Familie in einer „arabischen Welt, der nächstgelegenen Region, in der Frieden herrscht und die Möglichkeiten für eine Zukunft bietet“, fliehen muss, um dort Asyl zu beantragen. Ein sehr packendes, bedrückendes und beeindruckendes Buch, was auf wenigen Seiten eine Welt beschreibt, die für viele Menschen Alltag ist und welche man so nicht aus seiner eigenen Heimat kennt. Am meisten hängen geblieben ist der Eindruck des Jungen, ein Mensch dritter Klasse zu sein. Das ist das traurige, niemand ist schuld an diesem Schicksal, in einem Kriegsgebiet zu stecken und in ein fremdes Land zu flüchten. Es kann sich schnell alles verändern. ------ Das Erschreckende ist, dass einem alles bekannt vorkommt, nur von der anderen Seite, dem Land in das Menschen fliehen und Asyl beantragen. Die dänische Schriftstellerin hat für die jeweilige Übersetzung, eines jeden Landes, eine angepasste Version geschrieben. ----- Fazit: Die Aufmachung des Buches, in Form und Größe wie ein Reisepass gestaltet, ist sehr gut gemacht. Das Buch liest sich in einer Tour gut durch. Das einzige Manko ist, dass die Illustrationen nicht meinen Geschmack getroffen haben.

    Mehr
  • Rezension zu "Krieg" von Janne Teller

    Krieg

    Moena

    17. February 2012 um 13:39

    Stell dir vor, es wäre Krieg, hier bei uns. In deinem Heimatland. Stell dir vor, du müsstest hungern, frieren und jeden Tag mit der Angst vor dem nächsten Angriff leben. Stell dir vor, du müsstest fliehen, zusammen mit deiner Familie, und in einem anderen Land Zuflucht suchen. In einem Land, das dir fremd ist, das eine andere Sprache spricht und in dem du als Mensch dritter Klasse behandelt wirst, weil schon längst niemand mehr neue Flüchtlinge aufnehmen will. Stell dir vor, es wäre Krieg. Wohin würdest du gehen? Was würdest du tun? Dieses kleine Büchlein fiel mir eher zufällig in der Buchhandlung in die Hände. Ich hatte zwar schon etwas darüber gehört, aber eigentlich nicht geplant, es zu kaufen oder zu lesen. Aber da lag das Buch nun mal im Regal und es ist auch wirklich interessant gemacht: in Form eines kleinen Passes und innen reich illustriert mit Zeichnungen von Helle Vibeke Jensen. Und da es nur 50 Seiten hat, war es dann auch sehr schnell ausgelesen. Das Buch ist kein Roman, der eine Geschichte erzählt und mit sprachlichen oder erzählerischen Überraschungen aufwartet. Es ist viel mehr ein Essay. Eine Einladung dazu, sich in das Leben eines Kriegsflüchtlings hineinzuversetzen. Sich vorzustellen, wie es wäre, in dieser Situation zu sein. Das Buch spricht den Leser dabei direkt an und lädt dazu ein, sich die einzelnen beschriebenen Stationen bildlich vor Augen zu führen, weiterzudenken - mit sich selbst in der Hauptrolle. Allerdings lag hier für mich auch das Problem, das ich mit dem Buch hatte: Man bekommt vom Erzähler eine Rolle aufgedrückt. Man ist ein Junge im Jugendalter, hat eine kranke Mutter, einen großen Bruder, der die Miliz unterstützt, eine kleine Schwester, die von Granatsplittern am Kopf verletzt wurde und im Krankenhaus liegt, später als Teenager eigene, rebellische Wege geht, und einen Vater, der seine Kontakte spielen lässt, um seine Familie aus dem Land zu bringen. Das alles machte es mir etwas schwer, mich wirklich angesprochen zu fühlen. Trotzdem habe ich das Gedankenexperiment gerne mitgemacht und hatte hin und wieder dennoch Gänsehaut bei der Vorstellung "was wäre, wenn". Das Ende des Ganzen bleibt offen. Es wird nicht festgelegt, ob man jemals wieder in sein Heimatland zurückkehrt oder nicht. Viel mehr stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch eine Heimat gibt ... Fazit: Ein interessantes und kurzweiliges Gedankenexperiment, das durchaus zum Nachdenken anregt, wenn man sich darauf einlässt. Auch das Nachwort der Autorin ist lesenswert.

    Mehr
  • Rezension zu "Krieg" von Janne Teller

    Krieg

    Cadiz

    04. February 2012 um 17:59

    „Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen? Wenn durch die Bomben der größte Teil des Landes, der größte Teil der Stadt in Ruinen läge? Wenn das Haus, in dem du mit deiner Familie lebst, Löcher in den Wänden hätte?“ (Seite 7) Inhalt: Was wäre, wenn du ein Kriegsflüchtling wärst? Wie würdest du dich fühlen? Wie sähe dein Leben aus? Stell dir vor, es wäre Krieg… und du wärst dabei... Zum Buch: Dass Janne Teller ungewöhnliche Bücher schreibt, hat sie ja schon mit „Nichts- was im Leben wichtig ist“ bewiesen. Mit „Krieg“ legt sie nun ein weiteres außergewöhnliches Buch vor, das aussieht wie ein Pass und mit lediglich knapp 50 Seiten auskommt. Zudem gibt es im Inneren einige Bilder, die die sehr kurze „Geschichte“- falls man "Krieg" als Geschichte bezeichnen kann- unterstreichen. Der Leser wird direkt angesprochen: „Du frierst die ganze Zeit, und dabei ist erst Anfang November. Du weißt nicht, wie ihr den Winter überleben sollt.“ (Seite 9) Dies macht eine interessante Spannung aus und passt auch zum Buch. Zusammen mit den Bildern entfesseln die persönliche Ansprache des Lesers, die Bilder und die knappen, aussagekräftigen Sätze eine ganz eigenartige Stimmung während des Lesens. Ich kann jedenfalls nach dem Lesen nur sagen: „Nein, das Krieg hier wäre- das möchte ich mir wirklich nicht vorstellen…“ Ein gutes Buch, das man gelesen haben sollte.

    Mehr
  • Rezension zu "Krieg" von Janne Teller

    Krieg

    Ricardo Caeiro Pessoa

    28. January 2012 um 12:29

    „Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?“, so beginnt Tellers raffinierte Einladung an die Vorstellungskraft des Lesers. Nach dem Erfolg ihres umstrittenen Jugendromans Nichts – Was im Leben wichtig ist im vergangenen Jahr hat der Hanser Verlag nun mit dem schmalen Büchlein Krieg. Stell dir vor, er wäre hier einen weiteren All-Age-Text der dänischen Autorin Janne Teller in einer einfach gehaltenen, aber gerade dadurch gelungenen Übersetzung von Sigrid Engeler vorgelegt. Und erneut steht die Aushandlung ethischer und existenzieller Fragen im Zentrum. Geschrieben hat Teller das Original bereits 2001 für eine Zeitung, aus Anlass zur damals in Dänemark tobenden Flüchtlingsdebatte. Als der Text 2004 zusammen mit den wunderbaren Illustrationen von Helle Vibeke Jensen in der Aufmachung eines Reisepasses erschien, hatte er nichts von seiner früheren Aktualität eingebüßt. Auch die deutsche Fassung, für die Teller ihre Fiktion an die geopolitische Situation von Deutschland angepasst hat, ist, was die parabelhafte Losung anbelangt, brandaktuell. Das „hier“ im Titel verweist auf das eigene Land, der Krieg vor der eigenen Haustür, genauer: Wir sind mittendrin im Krieg. Die Europäische Union und die Demokratien haben versagt. Nationalistische und autokratische Bestrebungen haben sich durchgesetzt und Deutschland will sich von der Idee „Europa“ verabschieden, sich abkapseln und seinen Sonderweg gehen. Es kommt zum Krieg. „Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?“ eröffnet nicht nur den fiktionalen Essay, sondern zugleich ein literarisches Gedankenexperiment. „Stell dir das einmal vor“ ist ein einfacher, aber wirkungsvoller ästhetischer Kunstgriff, mit dem Teller eine Einladung an die Vorstellungskraft des Lesers ausspricht. Stell dir vor, dein Land liegt in Trümmern, deine Mutter ist schwer krank, Kälte, Hunger und Angst vor Bomben bestimmen deine tägliche Sorge – und diese Katastrophe findet nicht anderswo statt, sondern hier! Um diese Strategie noch wirkungsmächtiger zu machen, hat Teller die seltene Form des Du-Erzählers gewählt. „Du“, das ist nicht nur der 14-jährige Junge, der mit seiner Familie versucht, aus Deutschland zu flüchten. Das „Du“ nimmt den Leser unweigerlich mit in dieses Gedankenexperiment, ohne penetrant und überheblich belehrend zu sein. Die Welt steht schlichtweg auf dem Kopf. Während Europa in eine Landschaft aus Angst und Schrecken zerfällt und die Zahl der Flüchtlinge in die Millionenhöhe steigt, Flüchtlinge, die ums nackte Überleben zittern, betteln und kämpfen und nicht wissen wohin, herrscht im Nahen Osten Frieden. Doch dort steht man den europäischen Flüchtlingen zunächst skeptisch bis ablehnend gegenüber. Man will sie nicht haben, diese „dekadenten Menschen aus dem Norden“. Schließlich gelingt dem Jungen mit seiner Familie doch die Flucht nach Ägypten, wo sie zwei Jahre in Flüchtlingslagern leben, unter erbärmlichen Bedingungen. Man kann nicht zurück, auch nicht nach Kriegsende, denn die alten Funktionäre ziehen im eigenen Land noch immer die Fäden. Dort gilt man als Verräter, weil man der Heimat den Rücken gekehrt hat als es „ernst“ wurde. Nach zwei Jahren Ungewissheit erhält die Familie Asyl und versucht, sich durchzuschlagen, in einer noch immer fremden Welt. Zwar sind Krieg und Nachkriegssituation in topographischer wie geopolitischer Lage fiktiv, doch die Thematik ist allzu real. Durch den Arabischen Frühling und die damit einhergehende Flüchtlingsproblematik erfährt der Essay eine geradezu beunruhigende Aktualisierung. Janne Teller hält uns einen Spiegel auf zwei Seiten vor. Im Blick in den einen werden wir mit unseren Vorurteilen, Stereotypen und Ängsten vor dem Fremden konfrontiert. Der andere appelliert an unsere Empathie und erinnert an die in Europa höchstgepriesenen ethischen Grundsätze, die Teller im Nachwort wie folgt zusammenfasst: „Alle Menschen wurden gleich geschaffen“ und „Behandle die Menschen so, wie du selbst von ihnen behandelt werden willst“. Wenn Teller hier traditionelle christliche und philosophische Prinzipien auf die Migrationsdebatte bzw. Flüchtlingsthematik anwendet und die Fragilität der Idee „Europa“ vorführt, dann weiß sie aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht. Selbst stammt die ehemalige Konfliktberaterin für die EU und die UN aus einer österreichisch-deutschen Einwanderer- und Flüchtlingsfamilie in Dänemark ab, die am eigenen Leib erleben musste, wie Grundfeste plötzlich erschüttert werden können und sicher Geglaubtes ins Wanken gerät. Nach der kurzweiligen Lektüre mag der Leser vielleicht bedauern, dass der Jugendliche wie Erwachsene ansprechende Text auf seine Weise so kurz geraten ist und nicht ein bisschen mehr erzählerisch entfaltet wurde. Doch hätte er dadurch womöglich an Eindringlichkeit verloren. Zur Autorin Janne Teller, geb. 1964 in Kopenhagen, stammt aus einer deutsch-österreichischen Flüchtlingsfamilie. Seit 1995 widmet sich die studierte Staatswissenschaftlerin und ehemalige Konfliktberaterin ganz dem Schreiben. In ihrem Werk, das große wie kleine Leser anspricht, stehen zumeist die existenziellen Fragen des Lebens im Mittelpunkt. Neben dem mehrfach preisgekrönten Jugendroman Nichts sind in deutscher Sprache noch Odins Insel (Goldmann 2002) und Die sieben Leben der Katze (btb 2010; Neuausg. unter dem Titel Europa. Alles, was dir fehlt, btb 2011) erschienen.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks