Janni Visman

 2.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Wer mich betrügt, Let's talk about sex und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Janni Visman

Janni VismanWer mich betrügt
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Wer mich betrügt
Wer mich betrügt
 (3)
Erschienen am 01.06.2005
Janni VismanLet's talk about sex
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Let's talk about sex
Janni VismanSex Education
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Sex Education
Sex Education
 (0)
Erschienen am 01.07.2003
Janni VismanYellow
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Yellow
Yellow
 (0)
Erschienen am 30.09.2006

Neue Rezensionen zu Janni Visman

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Rezension zu "Let's talk about sex" von Janni Visman

Rezension zu "Let's talk about sex" von Janni Visman
dark_swanvor 8 Jahren

Laßt Euch bitte nicht von diesem selten blöden Cover und dem dümmlichen Klappentext abschrecken! Das liegt leider am Verlag, mit dem Buch hat das nichts zu tun.

Janni Vismans "Let's talk about Sex" ist ein anspruchsvoller, psychologisch genau gearbeiteter, feinfühliger, besonderer Roman. Er bietet Stoff zum Nachdenken, Wütendsein, Mitleiden, vor allem aber fantasievolle, gewitzte Sprache. Aber er ist KEIN amouröser Strand-Roman, was man, betrachtet man das Cover, (leider) annimmt.

Es ist die mitreißende, vieldeutige und leider viel zu kurze Geschichte der Verbindung zwischen zwei Frauen: Maddy und Selina. Keine Beziehungskiste, denn das böte eine Definition und eine Schublade an. Die Verbindung der beiden Frauen ist etwas anderes, etwas Schrägeres und mehr als eine Affäre, denn obwohl sie nie Sex haben, verblassen doch all ihre Männergeschichten gegen ihre eigene.

Was als Kinderfreundschaft begann und ins Teenageralter hinüberläuft, fängt langsam an zu kippen. Die Freundschaft wird allmählich zu zerstörerischer Anhängigkeit, nimmt immer demütigendere und brutalere Züge an, bis sie aufs Neue kippt...

Selina, die raffiniertere, "rätselhaftere" und "weiblichere" der beiden durchschaut als erste die Möglichkeiten, die die Abhängigkeit der anderen ihr bieten - und sie fördert eine Verbindungstruktur, die auf Macht und psychologischer Gewalt beruht.

Janni Visman schreibt in einer hinreißend reichhaltigen, humorvoll fantasievollen Sprache. Die eigentliche Kraft des Buch ist diese Sprache: Ihre Schönheit, ihr Einfallsreichtum und die Detailfreude reißen uns in die Geschichte. Die Autorin hat schlicht ausgedrückt einen geschärften Blick für jene Kleinigkeiten, die wir sehr gut kennen (sollten), die wir uns aber nur selten bewußt machen oder gar in Worte fassen: einen Blick für die Grausamkeit und den Glamour hinter scheinbar alltäglichen Handlungen. Es macht einen unglaublichen Spaß, dieses Buch zu lesen, weil es so viele kleine (sprachliche) Überraschungen bietet, weil es Bekanntes in ein fremdartiges Gewand hüllt und Weisheiten aus Nebensächlichkeiten zu ziehen versteht.

Leider ist Janni Visman weitgehend unbekannt, dabei könnte "Let's talk about Sex" mit Joyce Carol Oates' brutal-präzisem Buch "Im Zeichen der Sonnenwende" oder mit Margaret Atwoods wunderbarem Roman "Katzenauge" verglichen werden. Nur knapper, weniger ausladend. (Ich hätte mir noch zwei-, dreihundert Seiten mehr gewünscht.)
Visman hielte auch einem Vergleich mit dem einfallsreichen Humor Keto von Waberers oder der Detailfreude Marianna Lekys stand.

Ich empfehle diesen wunderbren Roman jeder und jedem, die Interesse an der Psychologie hinter obsessiven menschlichen Verbindungen haben.

Anne-Sophie Brasme wurde mit ihrem Buch "Dich schlafen sehen" für ebendiese Stärke gefeiert. Brasmes Buch hat unzweifelhaft einen Sog, ich bevorzuge aber klar Janni Visman. Sie ist schlicht die reifere, verständigere, vor allem sprachlich weit interessantere und damit auch brutalere der beiden.

Genug. Lest einfach selbst. Es gibt Bücher, die können einen nicht enttäuschen. Dies ist eines davon!

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