Janos Szekely

 4.4 Sterne bei 88 Bewertungen
Autor von Verlockung, Der arme Swoboda und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Janos Szekely

Verlockung

Verlockung

 (58)
Erschienen am 01.08.2009
Der arme Swoboda

Der arme Swoboda

 (30)
Erschienen am 04.04.2008
Tentacion/ Temptation

Tentacion/ Temptation

 (0)
Erschienen am 01.02.2009

Neue Rezensionen zu Janos Szekely

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Naddiwises avatar

Rezension zu "Verlockung" von Janos Szekely

Belas langer, steiniger Wet
Naddiwisevor 2 Monaten

Bela wächst als Pflegekind bei einer ehemaligen Prostituierten auf, die sich um uneheliche Kinder kümmert, solange deren Mütter arbeiten gehen und Kostgeld für die Kinder zahlen. Unter diesem Bedingungen fängt Belas Leben schon steinig an, bevor er in der Lage ist, auch nur eine eigenständige Entscheidung zu treffen. Bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr muss er unter scheußlichen Bedingungen in dem Heim ausharren, wird geschlagen und muss immer wieder Hunger leiden, wenn seine Mutter nicht pünklich zahlt. Die Winter in Ungarn sind hart und ohne Schuhe noch härter. Erst in der Schule lernt Bela, dass das Leben auch anders sein kann und dass es so viel mehr auf der Welt gibt, als das kleine Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Mit 14 zieht er mehr unter Zwang als freiwillig zu seiner Mutter nach Budapest und fängt dort als Page in einem Luxushotel an und sieht endlich die Chance, seiner Armut zu entkommen und ein neues Leben zu beginnen. Als er ein amerikanisches Mädchen kennenlernt, das mit dem Vater geschäftlich in Budapest ist, steht für Bela schnell fest, dass er alles daransetzen muss, nach Amerika zu gelangen -  in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Entwicklungsgeschichte des Bela R. beruht zum Teil auf dem Leben des Autors und liest sich wie eine romanhafte Kritik an der Gesellschaft und der Politik der 20er und 30er Jahre in Ungarn.

Gewisse Längen sind zu verschmerzen und schmälern das Lesevergnügen an diesem wiederentdeckten Klassiker nicht besonders.

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Barbara62s avatar

Rezension zu "Verlockung" von Janos Szekely

Unvorstellbare Armut
Barbara62vor 3 Jahren

Für Béla gibt es eigentlich nur zwei Alternativen: Revolution oder Kriminalität. Unehelicher Sohn eines Dienstmädchens, aufgewachsen ohne Liebe in unvorstellbarer Armut als Pflegekind in einem ungarischen Dorf zwischen den Weltkriegen, kommt er mit 14 zu seiner Mutter nach Budapest. Als Page in einem Luxushotel lernt er die andere Seite des Lebens kennen. Während er selber von Hundefutter und mit der wiederkehrenden Ankündigung der Mutter, sich umzubringen, lebt, verfolgt er unbeirrbar sein großes Ziel: auswandern nach Amerika.

Dieser beeindruckende, berührende, autobiografisch inspirierte Roman des Hollywood-Drehbuchautors und Exilungars János Székely, der vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde, ist zugleich Entwicklungsgeschichte und Sozialanalyse.

Kommentare: 2
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winter-chills avatar

Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

Absolutes Lese-Muss
winter-chillvor 4 Jahren

Ein schmales Büchlein mit großer Wirkung: Die Geschichte über den naiven Gepäckträger Swoboda, der mehr oder weniger durch Zufall zu einem engagierten Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime wird, hat mich tief beeindruckt und sehr nachdenklich zurückgelassen. Schauplatz der Geschichte ist ein beschauliches Örtchen in Böhmen, in dem Tag ein Tag aus alles seinen normalen, ruhigen Gang geht und eigentlich nie etwas Großartiges passiert. Für Gesprächsstoff sorgen nur ein paar schrullige, exzentrische Dorfbewohner. Einer davon ist der Dorftrottel Swoboda, der seit über 20 Jahren im Bahnhof wohnt und sein Geld damit verdient, dass einer der wenigen Zugreisenden ihn ihr Gepäck tragen lassen. Als im März 1939 die deutschen Truppen in das Städtchen einfallen, wird Swoboda aus heiterem Himmel beschuldigt, ein Attentat gegen Hitler geplant zu haben. Die Stärke des Romans sind seine Charaktere: alle sehr einzigartig, ein wenig schrullig, aber durchaus liebenswürdig. Trotz der wenigen Seiten gelingt es Székely die Charaktere sehr detailliert auszuarbeiten und sie dem Lesser sehr nahe zu bringen. Großartig ist auch Székelys Schreibstil: Seine Formulierungen sind sehr präzise und immer auf den Punkt. Ein bissiges, ironisches, unterhaltsames Buch über die Absurdität eines totalitären Systems und über Zivilcourage, das auch seine nachdenklichen, traurigen Momente hat. Ein Buch, das auch irgendwie erschreckend aktuell ist. Ein absolutes Lese-Muss.

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