Der arme Swoboda

von Janos Szekely 
4,2 Sterne bei30 Bewertungen
Der arme Swoboda
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B

Mutiges kleines Buch mit gewöhnungsbedürftiger Sprache

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Inhaltsangabe zu "Der arme Swoboda"

Ein beschauliches Städtchen in Böhmen, in dem man vor Langeweile eingehen würde, gäbe es nicht ein paar Exzentriker, die für Gesprächsstoff sorgen. Einer davon ist Swoboda, der Dorftrottel, der seit einem Vierteljahrhundert im Bahnhof herumlungert und darauf wartet, dass einer der wenigen Reisenden, die sich hierher verirren, ihn damit beauftragt, die Koffer zu tragen. Aber eines schneereichen Tages im März 1939 fallen die deutschen Truppen ein, und der Gepäckträger wird aus heiterem Himmel beschuldigt, ein Attentat gegen Hitler geplant zu haben ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442737000
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:168 Seiten
Verlag:btb Verlag (TB)
Erscheinungsdatum:04.04.2008

Rezensionen und Bewertungen

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 4 Jahren
    Absolutes Lese-Muss

    Ein schmales Büchlein mit großer Wirkung: Die Geschichte über den naiven Gepäckträger Swoboda, der mehr oder weniger durch Zufall zu einem engagierten Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime wird, hat mich tief beeindruckt und sehr nachdenklich zurückgelassen. Schauplatz der Geschichte ist ein beschauliches Örtchen in Böhmen, in dem Tag ein Tag aus alles seinen normalen, ruhigen Gang geht und eigentlich nie etwas Großartiges passiert. Für Gesprächsstoff sorgen nur ein paar schrullige, exzentrische Dorfbewohner. Einer davon ist der Dorftrottel Swoboda, der seit über 20 Jahren im Bahnhof wohnt und sein Geld damit verdient, dass einer der wenigen Zugreisenden ihn ihr Gepäck tragen lassen. Als im März 1939 die deutschen Truppen in das Städtchen einfallen, wird Swoboda aus heiterem Himmel beschuldigt, ein Attentat gegen Hitler geplant zu haben. Die Stärke des Romans sind seine Charaktere: alle sehr einzigartig, ein wenig schrullig, aber durchaus liebenswürdig. Trotz der wenigen Seiten gelingt es Székely die Charaktere sehr detailliert auszuarbeiten und sie dem Lesser sehr nahe zu bringen. Großartig ist auch Székelys Schreibstil: Seine Formulierungen sind sehr präzise und immer auf den Punkt. Ein bissiges, ironisches, unterhaltsames Buch über die Absurdität eines totalitären Systems und über Zivilcourage, das auch seine nachdenklichen, traurigen Momente hat. Ein Buch, das auch irgendwie erschreckend aktuell ist. Ein absolutes Lese-Muss.

    Kommentare: 2
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    A
    Arunvor 5 Jahren
    Aus dem Leben eines Dienstmannes

    Klappentext:
    Janos Szekelys brillante, visionäre Parabel um den böhmischen Dienstmann Swoboda erschien als Roman bereits 1941 in New York und feierte 1944 als Theaterstück am Broadway Triumphe. Es ist Swoboda, der gutmütige Narr, durch dessen Augen der politische Wahnsinn, wenn er Methode hat, in seinem grellsten Licht leuchtet. Ein beschauliches Städtchen in Böhmen, in dem man wahrscheinlich vor Langeweile eingehen würde, gäbe es nicht ein paar Exzentriker, die für Gesprächsstoff sorgen. Einer davon ist Swoboda, der Dorftrottel, der seit einem Vierteljahrhundert im Bahnhof herumlungert und darauf wartet, daß einer der wenigen Reisenden, die sich hierher verirren, ihn damit beauftragt, die Koffer zu tragen. Aber eines schneereichen Tages im März 1939 fallen die deutschen Truppen ein, und schon wird der Gepäckträger aus heiterem Himmel beschuldigt, ein Attentat gegen Hitler geplant zu haben.

    Meine Meinung:
    Der arme Swoboda - Janos Szekely
    Ein Roman welcher mir sehr viel Vergnügen bereitet hat.
    Die Geschichte um den slowakischen Dienstmann Swoboda wird von dem Autor trotz dem ernsten Hintergrund mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit und viel Wortwitz dargebracht.
    Trotz dem Themas aus einer der dunkelsten Zeiten Europas, blieb es an manchen Stellen nicht aus in Lachen auszubrechen wenn Swoboda auf den Plan tritt und seine Weisheiten zum besten gibt. Auch die anderen Einwohner werden auf eine Art und Weise beschrieben die es für den Leser nachvollziehbar machen wie die damalige Geisteshaltung war.

    Schade das der Roman nur 170 Seiten hat, hätte gerne noch mehr gelesen.

    Habe nach weiteren Werken des Autor gesucht und ein weiteres von der Beschreibung her interessantes Buch gefunden.
    „Verlockung“ Ein großer Roman über die schillernde Budapester Gesellschaft in den wilden 20er Jahren. Mit 816 Seiten ein Buch welches langen Lesegenuss verspricht!

    Kommentare: 1
    39
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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 6 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Mit präziser und ironischer Sprache berichtet der Autor über die Geschehnisse in einem kleinen tschechischen Dorf zur Zeit der deutschen Besetzung im Frühjahr 1939. Der recht naive Gepäckträger Swoboda spielt - ohne es zu wissen - eine beträchtliche Rolle, nachdem ihm ein geplantes Attentat auf Hitlers Sonderzug angehängt wird und er sich nach und nach zu einem engagierten Widerständler gegen die deutschen Besatzer wandelt - freilich aus ganz privaten Gründen.

    Sehr herzerwärmend verfasst, betrachtet der Leser das Weltgeschehen aus den Augen einer vermeintlich dummen Person, die dennoch alle Zusammenhänge auf ihre Art versteht. Empfehlenswert!

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    Golondrinavor 7 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Ein kleines Bändchen mit großer Botschaft: Zivilcourage und Standhaftigkeit gegenüber Ignoranz, Gewalt und Intoleranz.
    Bissig, satirisch, ein bisschen in der Tradition des braven Soldaten Schwejk.
    Wofür die Punkte Abzug? So ganz hat mich die Geschichte nicht fesseln können und mit den diversen Obersten, Stabs- und sonstigen Feldwebeln bin ich nicht mehr hinterhergekommen. Alles in allem nur kosmetische Abzüge, wenn's erlaubt ist.

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 7 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Ein Kofferträger in einem verschlafenen Dorf in Böhmen im Jahr 1939. Swoboda ein gutmütiger Mensch, der tagein, tagaus auf Reisende am Bahnhof wartet um ihnen die Koffer zu transportieren.

    1939 marschieren deutsche Truppen in das Dorf ein und benehmen sich wie die Vandalen, plündern, schlagen alles kaputt und als sie einen Sündenbock suchen muss der arme Swoboda herhalten. Sie beschuldigen ihn ein Attentat auf Hitler geplant zu haben und sperren ihn ein. Aber Swoboda will sich rächen.

    Es ist ein Buch über böse und überhebliche Menschen, satirisch, boshaft und bewegend geschrieben. Man muss es einfach lesen.

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    LiesaBs avatar
    LiesaBvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Die deutschen Truppen fallen in Tschechien ein und besetzen dieses Land. Bisher hat der Dorftrottel in einem beschaulichen Städtchen ein ruhiges Leben geführt. Doch plötzlich wird er beschuldigt, ein Attentat auf Hitler geplant und durchgeführt zu haben.

    Der arme Swoboda gerät in ihre Fänge, kann sich aber auf Grund seines niedrigen IQ nicht wehren.

    Janos Szekely, der Autor des Romans "Verlockung" hat dieses Buch bereits 1943 in New York veröffentlicht. Er beschreibt die ganze Absurdität einer Diktatur und die Auswüchse, die sie annimmt. Plötzlich zu Macht gekommen, benehmen sich bis dahin unauffällige Menschen wie Tiere. Es wird geschlagen, gedemütigt, verleumdet, gemordet.

    Elke Heidenreich beschreibt das Buch folgendermaßen: "Ein ganz beeindruckendes, zorniges Buch über Zivilcourage, sehr schön geschrieben."

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Kommentare: 1
    27
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    Moni 3007s avatar
    Moni 3007vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Ein beschauliches Städtchen in Böhmen. Dort lungert der als Dorftrottel verschriene Swoboda seit einem Vierteljahrhundert im Bahnhof herum und wartet darauf, einem der wenigen Reisenden, die sich hierher verirren, die Koffer zu tragen. Doch dann fallen eines Tages im März 1939 die deutschen Truppen ein, und der Gepäckträger wird aus heiterem Himmel beschuldigt, ein Attentat gegen Hitler geplant zu haben.
    Eine kleine Kritik habe ich allerdings und zwar die Beschreibung des Lebens von Swoboda im KZ. Ich weiß aus vielen anderen Bücher, wie grausam und menschenunwürdig das Leben damals im KZ war. Dies ist für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.
    Er hat den Sowoboda sehr naiv und doch glaubhaft beschrieben. Das Ende des Buches ist offen und man kann sich daher noch weitere Gedanken über das weitere Leben von dem armen Swoboda machen.
    Für mich ist es ein wirklich sehr gutes Buch und somit gebe ich sehr gerne 5 Sterne.

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    Buecherkais avatar
    Buecherkaivor 9 Jahren
    Rezension zu "Der arme Swoboda" von Janos Szekely

    Braucht es mehr als einen Dorftrottel um die schlimmsten Auswüchse politischen Wahnsinns und menschlichen Versagens in den dunkelsten Tagen des letzten Jahrhunderts offenzulegen? Janos Szekely jedenfalls benötigt nichts mehr als den gutmütigen Swoboda, einen lieben Einfaltspinsel, der seit Jahren am Bahnhof einer böhmischen Kleinstadt auf Reisende mit Koffern wartet und schließlich auf die einfallenden Nazis trifft. Sie beschuldigen ihn ein Attentat auf Hitler zu planen und so trifft hier die mit Dummheit gepaarte Brutalität der Aggressoren auf die mit Naivität gepaarte Liebenswürdigkeit des Kleinen Mannes. Ein Dorf wird beleuchtet und es wird mit all seinen Bewohnern in dieser kleinen Geschichte zum hellen Mittelpunkt in dunkler Zeit.

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    B
    BillBrysonFanSteffivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mutiges kleines Buch mit gewöhnungsbedürftiger Sprache
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    SV

    Gespräche aus der Community zum Buch

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