Janos Szekely Verlockung

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Inhaltsangabe zu „Verlockung“ von Janos Szekely

Gerade erst ist Béla seiner Kindheit entronnen, die er als eines von acht Pflegekindern bei der berüchtigten Tante Rozika auf dem Dorf verbrachte; wo er unter Stroh schlafen und für sein Essen arbeiten musste; wo er sich das bisschen Schulbildung erkämpfen - und Schuhe für den eisigen Winter stehlen musste. Als Béla mit vierzehn zu seiner jungen, lebenshungrigen Mutter in die Budapester Vorstadt zieht, ist sein Entschluss gefasst: Er will die Armut hinter sich lassen und sie erobern, diese märchenhafte, andere Welt - egal, ob er dafür seine revolutionären Ideen drangeben muss. Als im Hotel eines Nachts die schöne, geheimnisvolle Gattin seiner Exzellenz nach ihm klingelt, glaubt Béla, dass seine Stunde gekommen sei ...

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  • Rezension zu "Verlockung" von Janos Szekely

    Verlockung
    Aleena

    Aleena

    Ein großer Roman über die schillernde Budapester Gesellschaft in den wilden 20er Jahren.

    eines meiner Lieblingsbücher.leider stimmt das Cover hier nicht.Es handelt sich aber um das Buch Verlockung.Hab es nun schon all meinen Freunden verliehen und die fanden es alle genauso schön wie ich.Man muss es einfach lesen.

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  • Rezension zu "Verlockung" von Janos Szekely

    Verlockung
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. October 2009 um 16:57

    Béla wurde unehelich in einem ungarischen Dorf geboren. Anna, die Mutter, war arm und arbeitete als Wäscherin in Budapest für den Lebensunterhalt, deshalb gab sie den Sohn in die Obhut von Tante Rozika, die mit der Betreuung von außerehelichen Kindern und mit anderen Liebesdiensten ihr Geld verdiente. Bei Rozika hatten die Kinder ein schweres, von Armut und Lieblosigkeit geprägtes Leben. Da Bélas Mutter des öfteren Schwierigkeiten hatte, den Unterhalt für ihren Sohn zu zahlen, musste er bereits als kleiner Junge für sein Essen hart arbeiten. Den Schulbesuch musste er sich erkämpfen, denn in der Zeit, in der er die Schulbank drückte, konnte er im Haushalt nicht helfen. Irgendwann brach der Kontakt zur Mutter ab, erst acht Jahre später, als Béla das Dorf verlassen musste, trafen sich Mutter und Sohn wieder. Fortan lebten sie in Budapest. Armut und Hunger begleite ihr tägliches Leben. Béla fand in einem Hotel Arbeit als Liftboy und eines Tages tauchte auch der Vater des Jungen auf. János Székely erzählt in diesem Roman die Geschichte von Béla im Ungarn zwischen den Weltkriegen. Selbst in bitterer Armut lebend, wird Béla in dem Luxushotel mit der Welt der Reichen konfrontiert. Er erfährt, dass auch diese Welt mit Tücken behaftet und nicht ungefährlich ist. Trotzdem verliebt er sich in eine reiche Dame, die im Hotel als Dauergast logiert. Der Autor lässt den Leser in beide Welten schauen. Er beschreibt die Dekadenz der Reichen genauso eindringlich wie den Hunger und die Nöte der Armen. Kommunistische Ideen werden ebenso thematisiert wie Bespitzelungen; Menschen, die die Notlage anderer schamlos ausnutzen stehen denen gegenüber, die in ihrer Abhängigkeit machtlos sind. Sehr realistisch und prägnant sind die Bilder, die der Autor im Kopf des Lesers entstehen lässt. Das liegt aber sicher auch daran, dass dieser Roman autobiografische Züge trägt. Beeindruckend fand ich die Entwicklung Bélas, der von Kindheit an nur größte Armut kennen gelernt hat, aber seine Würde nie verlor. „Verlockung“ ist in einer einfachen, sehr gut lesbaren Sprache geschrieben und bis auf einige Längen im Mittelteil hat mich das Buch gefesselt. Wortwitz wechselt mit sachlicher Erzählung, facettenreiche, bildhafte Beschreibungen runden die Geschichte ab, in der ein eindrucksvolles Bild über das Leben von Arm und Reich im Ungarn der 20er und 30er Jahre gezeichnet wird. Besonders hervorheben möchte ich noch, das trotz der Armut, die ständig präsent ist, keine trübselige, graue Stimmung aufkommt. Es wird weder das Mitleid des Lesers eingefordert noch auf die Tränendrüse gedrückt. Das empfand ich als sehr angenehm. Auch das Ende, das Platz für eigene Spekulationen lässt, fand ich sehr gelungen. Mein Fazit: „Verlockung“ ist ein bemerkenswerter Roman über Armut, Liebe, Würde und Hoffnung. Mich hat er sehr beeindruckt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und empfehle es ebenso gern weiter.

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  • Rezension zu "Verlockung" von Janos Szekely

    Verlockung
    Catblue22

    Catblue22

    22. June 2007 um 00:35

    Zum Inhalt Bèla sollte eigentlich gar nicht zur Welt kommen. Seine Mutter, die bettelarme Magd Anna, lässt sich dazu hinreißen, mit dem schönen Miska, einem Matrosen, der nur kurz zu Besuch im Dorf ist, zu tanzen. Es ist eine schöne Sommernacht, die Zigeuner spielen immer und immer nur das eine Lied für die beiden und so landet Anna mit ihm im Heu. Bevor sie weiß, was ihr geschehen ist, schaut er auf die Uhr und läuft zum Zug. Anna versucht alles, um das ungewollte Kind nicht zu bekommen, doch alle Versuche scheitern. Um ihn zu ernähren, gibt sie ihm im Dorf bei einer Frau ab, die eine Art Kinderheim für uneheliche Kinder hat und verschwindet nach Budapest um sich als Amme und später als Waschfrau zu verdingen, damit sie ihrem Sohn das Essen zahlen kann. Der Junge hat eine schlimme Kindheit und muss oft hungern, denn das Geld kommt nicht immer pünktlich an und so darf er sich nicht mit den anderen Kindern an den Tisch setzen. Jahre später holt Anna Bèla nach Budapest, wo er in einem Luxushotel eine unbezahlte Stelle als Hotelboy bekommt. Die beiden hausen in schlimmster Armut am Stadtrand und Bèla läuft jeden Tag 4 Stunden zu Fuß in die Stadt, weil sie kein Geld für die Straßenbahn haben. Der Hausmeister des Wohnhauses, in dem nur die ärmsten Familien leben, fordert ausstehende Miete in Naturalien von den Frauen der Mieter ein und drangsaliert jeden im Haus, wo er nur kann. Bèla`s Mutter denkt jeden Tag darüber nach, Lauge zu trinken, weil sie die Armut und dieses Leben nicht mehr erträgt. Während bei ihm zu Hause Hunger und Not ständige Gäste sind, hat er in seinem Beruf den Luxus und die Dekadenz der reichen Bewohner des Hotels ständig vor Augen. Für Zigaretten und Champagner geben die Gäste in der Bar, in der er Nachtdienst hat, mehr aus, als er und seine Mutter in einem Monat an Miete zahlen müssen und so beginnt er mit seinem Freund Elemer, der einer kommunistischen Bewegung angehört, lange Gespräche zu führen, die seine Weltsicht verändern. Lange Zeit ist er verliebt in eine Frau, die als Gast dort residiert und die als "Exzellenz" unerreichbar für ihn ist. Sie lässt ihn zu sich kommen, wenn sie Lust auf einen jungen Mann hat und er wird nach und nach besessen von ihr, bis er endlich begreift, dass sie ihn nur benutzt, wie einen Gegenstand. Er beginnt zu trinken und sieht keinen Ausweg aus der Armut und seiner Situation im Hotel. Eines Tages dann steht sein Vater in der Wohnung und mit ihm kommt die Hoffnung, dass nun das Elend vorbei ist…. Mehr möchte ich nicht über den Inhalt schreiben, denn wen dieses Buch interessiert, der wird es sicher bald in der Hand haben und selbst herausfinden, wie die Geschichte weitergeht, ob sie ein gutes Ende nimmt, oder ob am Schluss die Laugenflasche alles beendet. Ein paar Zeilen über den Autor Am Ende des Buches sind etwas mehr als 3 Seiten über den Autor geschrieben, der mir bis dahin unbekannt war. Jànos Szèkely wurde 1901 in Budapest geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Mit 15 veröffentlichte er sein erstes Gedicht in einer Zeitung, bei der er nicht persönlich erscheinen wollte, weil er keine langen Hosen besaß (Armut also auch hier und einen Teil davon hat er in diesem Roman verarbeitet). Er emigrierte nach Berlin und schrieb das Drehbuch für den Film "Namenlose Helden" und war ab 1928 für die Ufa tätig. Er schrieb die Drehbücher für die Filme "Ungarische Rhapsodie", "Asphalt", "Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna" und viele weitere. An seinem Roman "Verlockung" arbeitete er von 1935 bis 1945. Da er zu dieser Zeit ein schweres Augenleiden hatte, musste er den Text seiner Frau diktieren. Als der Roman 1946 in den USA unter dem Titel "Temptation" veröffentlicht erschien, wurde das Werk von den Kritikern als einer der großen Gesellschaftsromane der Zeit gefeiert und der Autor (der sich um seine in Ungarn lebende Mutter zu schützen, den Namen John Pen zugelegt hatte) mit Maxim Gorki und Emile Zola verglichen. 1956 kehrte er zurück nach Europa, da es ihm aufgrund der politischen Lage in den USA nicht mehr möglich war, dort zu schreiben. Er erkrankte schwer und sein Wunsch, noch einmal nach Ungarn zurückzukehren ließ sich nicht mehr erfüllen. Am 16.12.1958 starb er in Berlin. Leseprobe Auch wenn dieses Buch schon vor so langer Zeit entstanden ist, so lässt es sich wunderbar flüssig lesen. Die Sprache ist absolut nicht altbacken, wie man es von anderen Werken aus dieser Zeit kennt, und wenn ich nicht wüsste, dass dieser Text 1935 entstanden ist, so würde ich vermuten, es wäre erst vor kurzer Zeit verfasst worden. Damit man sich ein Bild machen kann, hier eine kleine Leseprobe. Ich habe gleich die ersten Zeilen herausgesucht, denn schon der Beginn des Buches hat mich fasziniert: Mein Leben begann wie ein Kriminalschmöker: Man wollte mich ermorden. Glücklicherweise wurde dieser Plan vor meiner Geburt gefasst, und so hat er mich kaum sonderlich erschüttert. Dabei hätte ich, falls es zutrifft, was man sich im Dorf erzählt, guten Grund zur Aufregung gehabt, Es war wirklich reiner Zufall, dass ich nicht umgebracht wurde, noch bevor sich diese fünf Finger, mit denen ich jetzt die Feder halte, zu Fingern auswachsen konnten. Meine Mutter war damals sechzehn Jahre alt, und wenn mich nicht alles täuscht, verlangten weder ihr Körper noch ihre Seele danach, dass ich sie einmal Mutter nannte. Zugegeben, kein sechzehnjähriges lediges Mädchen sehnt sich gemeinhin nach dieser Würde, aber was meine Mutter anstellte, das war, nach allem, was mir zu Ohren gekommen ist, ausgesprochen krankhaft. Als wäre der Teufel in sie gefahren, so sträubte und wehrte sie sich gegen die Mutterschaft. Sie griff zu den schimpflichsten Mitteln, lief unterdessen jedoch eifrig von einer Kirche zur anderen; bald lag sie auf den Knien und betete, bald wünschte sie alle Heiligen des Himmels zur Hölle; sie tobte und wütete, sie wollte mich nicht zur Welt bringen, bei Gott, nein, sie wollte es nicht. (….) Sie nahm daraufhin ein großes Tuch um, denn inzwischen war es Dezember geworden und sprang in den Fluss. Es herrschte heftiges Schneegestöber, auf dem Wasser trieben dicke Eisschollen, dennoch wollte es der kleinen Dienstmagd nicht gelingen zu sterben. Man zog sie heraus, das kalte Bad blieb ohne Folgen für sie, nicht einmal einen lächerlichen Schnupfen holte sie sich. Offenbar war ich schon als Embryo eine zähe Natur. Weder erfror ich in der eiskalten Flut, noch wurde ich in den heißen Bädern tödlich verbrüht, und auch die verschiedenen Salben, Pillen und Tees vermochten nicht, mir den Garaus zu machen. Ich kam zur Welt, ich lebte und war gesund und munter. Ich wog fünfeinhalb Kilo; ein so schweres Neugeborenes hatte es im Dorf noch nicht gegeben. Aus meiner funkelnagelneuen Kehle schmetterte ich Töne in die Welt, die jedes Hirtenhorn in den Schatten stellten. "Wie hässlich!" stellte meine Mutter kurz und bündig fest, als ich ihr nach der Geburt gezeigt wurde….. Mein Eindruck Selten hat mich ein Buch so in den Bann gezogen, die dieser Roman. Es ist kein Krimi, der durch einen gelungenen Spannungsaufbau den Leser an die Handlung fesselt, nein, es ist nur die Lebensgeschichte des armen Bèla und seiner Mutter und doch konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Ein gutes Buch vermag es, den Leser in sich aufzunehmen, in die Geschichte hineinzuziehen und ihn die Abenteuer, die Lieben, die Leiden des Protagonisten miterleben zu lassen und genau das ist hier geschehen - Auch, wenn ich stellenweise fassungslos über den Hunger und die Zustände dieser Epoche war, so litt ich mit den beiden Hauptpersonen, hungerte, fieberte und war voller Hoffnung, wenn sie Hoffnung hatten, dass sich ihr Zustand verbessern würde. In unzähligen Büchern, Berichten und politischen Filmen habe ich viel über Europa in der Zeit zwischen den Kriegen erfahren, und doch habe ich diesen Teil der Geschichte nie groß beachtet. Anhand Bèla`s Geschichte aber ist mir deutlich geworden, wie die Menschen zu dieser Zeit leben mussten, wie groß die Lücke zwischen reich und arm war und wie es sich ganz ohne soziales Netz lebte. Die Menschen, die arm geboren wurden hatten kaum eine Chance, jemals aus ihrem Umfeld herauszukommen, denn schon die Bildung, die dafür nötig gewesen wäre, kostete mehr Geld, als man für Miete und Essen aufbringen musste, was ohnehin schon schwer genug war. Szèkely schildert scheinbar nüchtern und ohne Leidenschaft das Leben zu dieser Zeit. Die Verachtung, mit der die obere Gesellschaftsschicht die strafte, die nicht das Glück der reichen Geburt besaßen, die nicht im richtigen Teil der Stadt lebten und die Mühen und Opfer, die die sozial Schwachen aufbringen mussten, nur um jeden Tag essen zu können. Sicherlich ist Bèla eine erfundene Figur, doch, das in dem Buch geschilderte Budapest und die gesellschaftlichen und politischen Probleme sind es nicht. Der Verfall der Mittelschicht fand statt und durch viele kleine Randgeschichten über die Mieter des Hauses, in dem Bèla lebte, zeichnet Szèkely ein Schreckensbild und ein Zeitgemälde, dass ich nicht vergessen mag. Die Reichen, die andere Menschen als Ware, als Gegenstand benutzen, weil sie die Macht dazu haben, die kleinen Kriecher (wie hier der Hausmeister), die Opportunisten und Schleimer, sie alle haben existiert und existieren auch heute noch. Viele kleine Leben hat der Autor eingebaut in diesen Roman; viele Schicksale beschrieben, die berühren und die mich nachdenklich machten, und die mich oft dazu gezwungen haben, einmal innezuhalten und mir Gedanken zu machen über diese Zeit. So zum Beispiel die Geschichte vom Hausmeister der eines Tages von wütenden Hausbewohnern überwältigt wird und gefesselt vor ihnen steht. Jeder darf seine Wut an ihm auslassen und doch schlagen sie ihn nicht tot, sondern lassen ihm das Leben - das er später dazu nutzt, um als SS-Kommandant in einem KZ Hunderte ermorden zu lassen…Oder die Schilderung, des Druckers Arpad, der mit seiner Frau Marika im Haus lebt und die sich beide nichts sehnlicher wünschen, als ein Kind zu

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