Janwillem van de Wetering Der Freund, der keiner war

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Inhaltsangabe zu „Der Freund, der keiner war“ von Janwillem van de Wetering

Mord verjährt nie. Der Bankierssohn Johan und sein Freund Henri wachsen zusammen im Rotterdam der dreißiger Jahre auf. Als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzen, wird Henri zum Kollaborateur. Johan hingegen hält zu den jüdischen Freunden der Familie. Eines Tages kommt es zu einem Unglück mit tödlichem Ausgang, und Johan muss sich fragen, wie groß seine Schuld am Tod Henris ist.

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  • Rezension zu "Der Freund, der keiner war" von Janwillem van de Wetering

    Der Freund, der keiner war

    Kajaaa

    29. August 2010 um 18:18

    Laut Titel ist „Der Freund, der keiner war“ eine Kriminalnovelle und hat dementsprechend nur 93 Seiten für die ich trotzdem ganze vier Tage gebraucht habe. Dies lag nicht daran, dass sie schwer zu lesen war, es hat mir einfach keinen Spaß gemacht. Ursprünglich ist die Novelle unter dem Titel „Die entartete Seezunge“ erschienen. Der meines Erachtens, nach vollendeter Lektüre, auch deutlich besser passt. Anscheinend war der Tod des Autors der Auslöser dafür das Buch unter anderem Titel neu herauszubringen- hätte man sich auch sparen können. Geboren in Rotterdam, wandert Johan Halbertsma nach dem 2. Weltkrieg in die Staaten aus, genauer nach New York City. Dort ist er auch als am 11. September 2001 das World Trade Center zerstört wird. Inzwischen weit über 80, hat er erhebliche körperliche Probleme, die er mit Opium betäubt. Das einzige, das die New Yorker Katastrophe in ihm auslöst, ist der plötzliche Hunger auf gebratene Seezunge. Eine Tradition der Familie Halbertsma bei besonderen Anlässen, auch wenn dies eher ein denkwürdiges Ereignis ist. In den 30er Jahren rettet Henri, ein verarmter Adliger, ebenfalls 10 Jahre, Johan vor einer Bande Halbwüchsiger, die ihn vermöbeln wollen. Fortan ist Henri immer bei den Halbertsmas anzutreffen und wird einige Zeit später auch von Johans Eltern adoptiert. So weit- so gut. Henri und Johan sind nur noch zusammen unterwegs, gehen gemeinsam zur Schule, streifen durch Rotterdam und philosophieren über Nietzsche. Hierfür ist vor allem Henri der Auslöser. Die Jungs halten sich für Übermenschen, für etwas Besseres. Als Johan und Henri Ferien in Deutschland machen, weitet Henri seine Definition des Übermenschen auch auf die Nazis auf. Als diese schließlich die Niederlande besetzen, vielleicht auch schon etwas vorher, wird Henri Polizist und klettert aufgrund seiner Kooperation mit den Nazis schnell die Karriereleiter hinauf. Johan arbeitet in der Bank seiner Familie und hält zu den jüdischen Freuden, v.a. zu dem Fischhändler Herrn Levy, der die Halbertsmas stets mit frischer Seezunge versorgt hat. Was Henris Tod betrifft, sage ich lieber nichts, da dann schon fast die gesamt Handlung von mir geschildert worden wäre. Nur so viel, die Schuldfrage kann Johan für sich selbst nicht klären. Nach Henris Tod nimmt er immer mehr dessen Charakterzüge an, dieses egozentrische Verhalten und Denken, das ihm früher trotz Henris Übermensch-Theorie fremd war. Der junge Johan war mir sympathisch, vor allem im Schatten des übermächtigen Bruders und Freundes, der alte ist mir zutiefst unsympathisch und kommt mir eher wie Henri vor. Alles in allem hat mir „Der Freund, der keiner war“ überhaupt nicht gefallen. Das fing schon beim Titel an, der nicht passte und hörte beim Klappentext auf. Dieser ist obwohl nichts Falsches darauf steht doch nicht wirklich passend für das Buch. Das Philosophieren der Jungen über Nietzsche, das auf der älteren Ausgabe erwähnt wurde, fehlte komplett. Wäre dies geschehen, hätte ich mir das Buch wahrscheinlich auch nicht gekauft. 2 von 5 Sternen gibt es von mir, für die Tonne ist es nicht, aber ich vertauschen werde ich es wahrscheinlich.

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