Jardine Libaire

 4.1 Sterne bei 82 Bewertungen

Lebenslauf von Jardine Libaire

Ausgezeichnete US-Amerikanerin erobert den deutschen Büchermarkt: Die 1973 geborene US-amerikanische Autorin hat die University of Michigan erfolgreich mit einem Abschluss in Kreativem Schreiben und dem Hopwood Award verlassen und anschließend Kurzgeschichten beispielsweise im New York Magazine und in der Los Angeles Review of Books veröffentlicht. Ihren Debütroman „Here Kitty Kitty“ veröffentlichte die Empfängerin zahlreicher Stipendien im Jahr 2004. Erstmals auf Deutsch erschien die gebürtige New Yorkerin 2018 mit ihrem Roman „Uns gehört die Nacht“ (Original: „White Fur“, 2017). Protagonistin Elise Perez, halb Puerto-Ricanerin und ohne Schulabschluss, lernt in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennen, Erbe einer reichen Investmentbank-Dynastie. Aus einer leidenschaftlichen Affäre entwickeln sich tiefe Gefühle. Wie weit sind die beiden aus verschiedenen Welten stammenden Menschen bereit, für ihre Liebe zu kämpfen? Jardine Libaire lebt in Austin, Texas und engagiert sich für das Hilfsprogramm „Truth Be Told“, das sich an Frauen im Gefängnis widmet.

Alle Bücher von Jardine Libaire

Uns gehört die Nacht

Uns gehört die Nacht

 (82)
Erschienen am 25.07.2018
White Fur

White Fur

 (0)
Erschienen am 30.05.2017

Neue Rezensionen zu Jardine Libaire

Neu
L

Rezension zu "Uns gehört die Nacht" von Jardine Libaire

Verkorkste Liebesgeschichte mit schöner Moral
lena-literaturevor 7 Stunden

Elise Perez hat ein neues Zuhause in New Haven, in der Wohnung von Robbie, welcher Flugzeugtechnik studiert und nebenbei kellnert, gefunden, nachdem sie endlich dem Sozialwohnungskomplex in der South Bronx entfliehen konnte.
Elise ist Anfang zwanzig, halb Amerikanerin, halb Puerto-Ricanerin. Sie beginnt, in einer Zoohandlung zu arbeiten und lernt nach drei Monaten ihre Nachbarn Jamey und Matt kennen. Jamey stammt aus einer angesehenen reichen Investmentbankerfamilie, während Elisa ohne Vater und ohne Schulabschluss aufgewachsen ist.
Als Jamey Elise zu einem Abendessen einlädt, lässt diese sich von ihm verführen. James Familie ist von diesem nicht standesgemäßen Umgang nicht begeistert, doch er hört nicht auf diese Meinung. Stattdessen will er sogar sein Studium an der Yale-Universität abbrechen und auf sein Erbe verzichten, nur um mit Elisa zusammenzuziehen. Jedoch wird das junge Glück bedroht und die Liebesgeschichte scheint nicht gut auszugehen.

Jardine Libaire greift die Idee des Klassikers „Romeo und Julia“ von William Shakespeare auf und ihr gelingt es ganz wunderbar, den Leser in die Welt der zwei unterschiedlichen Charaktere Elise und James einzuführen. Mit ihrem provokanten und intensiven Schreibstil schafft sie ein Werk, welches die Liebesgeschichte zweier Teenager darstellt, die ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben. Gemeinsam wollen sie dieser Frage nachgehen, doch sie stoßen auf Widerwillen, Missgunst und Verachtung.
Libaire erfindet zwei starke Protagonisten, die auf ihre Weise sehr speziell sind.
Elise scheint dem Leser anfangs wenig sympathisch. Sie wird als Mädchen dargestellt, welches sich nach Aufmerksamkeit seht und alles dafür tun würde. Jedoch wird ihr Verhalten im Laufe der Geschichte verständlicher, da dem Leser ihre Umstände und ihr Inneres nähergelegt werden.
Jamey wirkt ebenfalls unsympathisch, vor allem seine Gedanken über Elise bewirken Abstoßung im Leser. Aber auch er entwickelt sich weiter und überdenkt seine Lebensweise.
Gemeinsam versuchen die zwei Charaktere ihren Weg zu gehen, der vor allem durch die Eltern von Jamey erschwert wird.
Anfangs war der Schreibstil für mich gewöhnungsbedürftig, jedoch habe ich schnell in die Geschichte gefunden. Das Verwenden einer sehr vulgären Sprache unterstützt die Darstellung des Milieus der Jugendlichen. Sehr gut hat mir die Moral der Geschichte gefallen und der Aufstand gegen die Normen der Gesellschaft durch die Protagonisten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir dieser Roman wirklich gut gefallen hat. Auch wenn es kein Buch für zwischendurch ist, da es doch sehr zum Nachdenken und Reflektieren der Gefühle anregt, würde ich dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen!

Kommentieren0
0
Teilen
-Leselust-s avatar

Rezension zu "Uns gehört die Nacht" von Jardine Libaire

Eine ungewöhnliche LIebesgeschichte
-Leselust-vor 6 Tagen

Kurzmeinung:
Uns gehört die Nacht von Jardine Libaire ist ein Buch, das mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits haben mich die Charaktere und die Geschichte sehr fasziniert und in ihren Bann gezogen. Eine Liebesgeschichte ohne Klischees, ganz anders, als man es bei der Prämisse erwarten würde. Allerdings hat das Buch im Mittelteil deutlich nachgelassen und es gab einiges, was mich gestört hat.


Meine Meinung:
Puh, dieses Buch lässt mich wirklich zwiegespalten zurück.
Am Anfang war ich absolut begeistert. Das Buch beginnt gleich absolut rasant und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Wie im Rausch musste ich einfach immer weiter und weiter lesen. Der außergewöhnliche Schreibstil mit seinen vielen Beschreibungen hat mich fasziniert. Die Charaktere waren so ungewöhnlich, so anders, dass ich sie nicht in Schubladen stecken konnte und unglaublich neugierig war, was hinter ihrer Fassade steckt, wie sie sich weiterentwickeln. Die Handlung war für mich am Anfang absolut unvorhersehbar, ja manchmal fast schon verwirrend, so dass ich unbedingt weiterlesen musste, um zu erfahren, wie es weitergeht. Die erste Zeit hatte ich beim Lesen so das Gefühl, dass ich die Figuren und auch die Geschichte nicht ganz zu fassen bekommen habe, nicht greifen konnte. Aber genau das hat für mich auch einen Teil der Faszination ausgemacht. Alles war so unvorhersehbar: Die Handlung, die Charaktere, selbst die Sprache. Dieses Buch war einfach so ganz anders als alles, was ich seit langer Zeit gelesen hatte.
Für mich war es sehr spannend, diese zwei Liebenden aus den völlig verschiedenen Welten zu beobachten und zu verfolgen. Was alles zwischen sie kommen konnte. Und was die beiden, trotz all der Leidenschaft und Liebe füreinander, trennt.
Libaire hat es geschafft eine Liebesgeschichte zu erzählen, ohne auch nur im Ansatz in die typischen "Love Story Klischees" zu verfallen.


"Manchmal muss es uns das Leben so richtig zeigen, manchmal musst du es am eigenen Leib spüren, damit es echt ist." (Aus "Uns gehört die Nacht", S. 204)


Doch dann hat sich irgendwann so ein Trott eingeschlichen. Die Handlung hat sich irgendwie immer um das selbe gedreht, nur an anderen Schauplätzen. So hat sich dann bei mir ein Gefühl von "auf der Stelle treten" eingestellt –es ging einfach nicht voran mit der Handlung.
Auch der außergewöhnliche Schreibstil, der mich am Anfang so begeistert hat, hat dann irgendwann angefangen, mich zu nerven, denn das Stilmittel der Beschreibung von selbst kleinsten Alltagsdingen wurde mich irgendwann zu viel, zu ausufernd. Statt für eine besonderen Atmosphäre sorgte das zunehmend eher für Längen im Text.

Auch die vielen, sehr detailliert beschriebenen Sexszenen haben mir nicht so gut gefallen. Für mich hatte das mit zunehmender Häufigkeit und Detailliertet weniger etwas Erotisches, sondern eher Voyeuristisches. Und die teils vulgäre Sprache hat den Eindruck bei mir noch verstärkt.

Doch trotzdem waren da zwischendurch immer wieder wundervolle Sätze, die mich beim Lesen haben innehalten lassen. Sätze voller Tiefe und Bedeutung.
Und trotz der Längen habe ich das Buch gern zu Ende gelesen, weil ich einfach wissen musste, wie es mit Elise und Jamey weitergeht. Die beiden Figuren haben mich fasziniert und mich in ihren Bann gezogen. Und es ist schon eine große Kunst der Autorin, so ein abgedroschenes Thema –reicher Junge trifft armes Mädchen und sie verlieben sich gegen den Willen seiner Familie– auf eine so neue und aufregende Art darzustellen. Schon alleine deswegen lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.


"Keiner von beiden hatte einen verdammten Schimmer, was sie mit dem Leben machen sollten, außer leben." (Aus "Uns gehört die Nacht", S.12)


Fazit:
Uns gehört die Nacht von Jardine Libaire hat einige Schwächen und hätte von mir aus gern 100 Seiten weniger haben können. Doch ich möchte es trotzdem empfehlen, weil es eine uralte Plotidee auf so außergewöhnliche und neue Art darstellt und mich –trotz aller Kritikpunkte– zu fesseln wusste.

Kommentieren0
31
Teilen
nana_fkbs avatar

Rezension zu "Uns gehört die Nacht" von Jardine Libaire

Eine etwas andere Liebesgeschichte
nana_fkbvor 24 Tagen

Klappentext:
Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennenlernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer sagenhaft reichen Familie von Investmentbankern. Wie weit sind sie bereit zu gehen? [Quelle: Diogenes]

Meine Meinung:
Für diese Rezension habe ich ein wenig länger gebraucht, aber jetzt gibt es sie endlich für euch!
Die Geschichte klingt wirklich vielversprechend und so habe ich mich direkt ans Lesen gesetzt, als das Buch bei mir eingetroffen ist. Es handelt sich um die Liebesgeschichte von Elise und Jamey, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch irgendwie spielt sich von Anfang an etwas magisches zwischen ihnen ab, sodass sie einfach nicht voneinander loskommen. Beide haben im Laufe des Buches immer wieder Zweifel, ob ihre Beziehung wirklich eine Zukunft hat. Und vor allem die Familie und Freunde von Jamey nehmen die Beziehung der beiden nicht ernst, da sie es eher als eine kleine Spielerei abtun. Sie können nicht glauben, dass Jamey wirklich etwas für Elise empfindet, die doch so gar nicht in ihr Leben passt. Aber entgegen aller Erwartungen kann Jamey nicht ohne Elise leben. Und so entwickelt sich im Verlauf des Buches eine Liebesgeschichte, die ich so noch nicht gelesen habe.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Libaire eine Realität erschafft, die nicht ausgeschmückt oder besonders schön dargestellt wird. Nein. Sie entführt uns in eine Geschichte, die einfach sehr realistisch wirkt. Und das macht dieses Buch und Libaires Schreibstil aus. Sie verschönert nicht, sondern schreibt sehr direkt und klar, was gemeint ist oder wie etwas ausschaut. Denn was gleich klar ist: es ist nicht die Art von Liebesgeschichte, in der die beiden Protagonisten am Ende Händchen haltend in den Sonnenuntergang laufen. Es scheint eine bedingungslose Liebe zu sein. Ohne großen Anspruch an den Anderen. Aber eine Liebe, die viele Probleme übersteht. Und das liegt wahrscheinlich vor allem darin, dass James und Elise diese Probleme gemeinsam angehen und aus dem Weg schaffen.

Elise fühlt sich im Laufe des Buches immer wieder als Außenseiterin, da sie nicht sehr gebildet ist und in sehr armen Verhältnissen groß geworden ist. Sie hat keine gute Schule besucht, wie es James gemacht hat. Sie musste für das, was sie hat, kämpfen und hat nur wenig Unterstützung erhalten. Doch James sieht im Verlauf des Buches eine andere Elise, als die, die sich in Allgemeinbildung nicht gut auskennt. Er lernt ihr wahres Wesen kennen und merkt schnell, dass er sich auf sie verlassen kann, egal was kommt. Und verliebt sich in sie.

Manchmal bleibt sie stehen, um sich eine Zigarette anzuzünden, das Gesicht über dem Bic verzogen, Flamme in ihrer Goldkette funkelnd, dann geht sie mit ihrem coolen wiegenden Schritt weiter, Füße einwärts gedreht – dem Gang, nach dem er süchtig geworden ist. Süchtig?
Sie haben heute nichts mehr vor. Keine Verpflichtungen. Und das ist himmlich. Himmlisch?, denkt er.
Und genau das ist es – mit diesem Mädchen hier herumzuwandern, die Gegend zu entdecken, zu spielen, zu reden … Sie lachen zu sehen, den Kopf in den Nacken geworfen, voller Sarkasmus, voller Lust – es ist, als hätte ihn ein seltsamer Blitz getroffen.

Dieses Buch ist unglaublich ehrlich. Es beschreibt von der ersten Zeile an die Wahrheit. Und diese Ehrlichkeit wirkt auf mich zwischenzeitlich etwas distanziert. Ich habe das Gefühl, dass sich die beiden – trotz aller Dinge, die sie miteinander erlebt haben – nicht ganz aufeinander eingelassen haben. Obwohl sie immer wieder das Gegenteil beteuern. In dieser Ehrlichkeit steckt eine Distanz für den Leser, den ich leider nicht ganz ausblenden konnte. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die beiden sich trotzdem nicht ganz auf die Beziehung eingelassen haben und eine gewisse Distanz brauchen. Und das ist sehr schade, da das im Kontrast zur Geschichte an sich steht.

Fazit:
Es ist eine etwas andere Liebesgeschichte als die, die man sonst liest. Aber sie sprüht nur so vor Ehrlichkeit und Liebe. Trotzdem habe ich zwischendurch immer wieder eine gewisse Distanz zwischen den Beiden festgestellt, die ich nicht ganz einordnen konnte.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Jardine Libaire im Netz:

Community-Statistik

in 147 Bibliotheken

auf 47 Wunschlisten

von 4 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks