1986: Mit Anfang 20 verlässt Elise den Sozialbau, in dem sie aufgewachsen ist, und strandet in New Haven. Dort begegnet sie dem Yale-Studenten Jamey Hyde, der aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt und sich um Geld nie Gedanken machen musste. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, und mit der Zeit wird aus dieser Obsession Liebe – eine Liebe, die sich mit gravierenden Klassenunterschieden konfrontiert sieht.
Trotz der zahlreichen Novitäten auf meinem SuB war es mal wieder an der Zeit, einen der ebenso zahlreichen Backlist-Titel vom Stapel zu lesen. Ein passendes Buch war schnell gefunden: „Uns gehört die Nacht“ von Jardine Libaire, erschienen 2018 im Diogenes Verlag. Die Geschichte klang zunächst vielversprechend: Eine Frau aus prekären sozialen Verhältnissen beginnt eine Liaison mit einem Elite-Uni-Studenten aus reichem Haus, und mit der Zeit entwickelt sich mehr als nur das Körperliche. Doch so ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.
Ich glaube, es lag daran, dass mir von allem ein bisschen zu wenig geboten wurde – und die Geschichte dennoch an manchen Stellen einige Längen hatte. Die Leidenschaft zwischen Elise und Jamey wirkte etwas gezwungen, manchmal sogar unterkühlt, und die Thematik des Klassenunterschieds wurde mir zu oberflächlich angerissen. Da wäre durchaus Raum für mehr etwas Tiefe gewesen.
Dennoch war der Roman recht unterhaltsam und hat mir auch sprachlich gut gefallen. Vor allem bei den spicy Szenen beweist Libaire ein gutes Händchen – sie sind prickelnd und sexy, aber in keiner Weise billig oder obszön, was ich sehr schätze. Auch die Art, wie beschrieben wurde, mit welcher Abneigung und welchen Vorurteilen Jameys Familie Elise begegnete, war glaubhaft dargestellt, hätte aber noch etwas mehr Drama vertragen können.
„Uns gehört die Nacht“ war für mich nice to read: solide Unterhaltung, die hier und da etwas tiefer hätte gehen können, aber dennoch eine interessante und turbulente Romanze erzählt.














