Uns gehört die Nacht

von Jardine Libaire 
4,1 Sterne bei75 Bewertungen
Uns gehört die Nacht
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Positiv (61):
E

Obsessive Liebesgeschichte voller Sprachgewalt - ein ungleiches Paar gegen den Rest der Welt

Kritisch (3):
vicky_1990s avatar

Konnte mich persönlich leider nicht überzeugen...

Alle 75 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Uns gehört die Nacht"

Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennenlernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer sagenhaft reichen Familie von Investmentbankern. Wie weit sind sie bereit zu gehen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257300727
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:25.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Maraliss avatar
    Maralisvor 21 Tagen
    Obsessiv

              Inhalt: Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennen lernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer sagenhaft reichen Familie von Investmentbankern. Wie weit sind sie bereit zu gehen? Quelle: Klappentext

    Uns gehört die Nacht von Jardine Libaire ist ein ungeheuer spannendes Buch. Es fängt schon damit an, dass Elise den eines Gewehrs auf seine Brust hält, in der Absicht ihn zu erschießen.
    Die Autorin hat einen sehr spannenden Schreibstil und versteht es einen dazu zu bringen Seite um Seite zu verschlingen.
    Diese Liebe zwischen einem Paar, welches aus zwei völlig unterschiedlichen Welten stammt, ist eine Obsession. Manchmal stockte mir der Atem.

    Fazit: Ein sehr spannendes und lesenswertes Buch.
            

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    E
    evaczykvor einem Monat
    Kurzmeinung: Obsessive Liebesgeschichte voller Sprachgewalt - ein ungleiches Paar gegen den Rest der Welt
    Obessive Liebesgeschichte eines ungleichen Paares

    Schon der Anfang von „Uns gehört die Nacht“ wirkt eigentlich wie ein dramatischer Schlussakord wirkt: Ein Mann, eine Frau, ein geladenes Gewehr in einem Motelzimmer. Ein Showdown, ein sich-Belauern. Wie ist es dazu gekommen? Und dann der Szenenwechsel, die Rückblende auf die erste Begegnung. Das hat etwas von einem Film Noir an sich, und auch die Sprache erinnert an das Genre - bildhaft, spröde und doch gleichzeitig sprachgewaltig, ja poetisch. Wie einer der ersten Sätze: "Die Wärme macht aus den Pfützen Parfüm: grasig, medizinisch, überirdisch." 

    Dem starken Auftakt folgt auch der Rest von Jardine Libaires Roman über die obsessive Beziehung zwischen Elise Peres, der in einer Sozialwohnung, in den „projects“ groß gewordenen Tocher einer Purtoricanerin, die ihren Vater nie kennengelernt hat, und Jamie Hyde, dem „golden boy“ der besseren Ostküstengesellschaft. 

    Elise ist von zu Hause abgehauen, lebt in einem abbruchreifen Haus. Nebenan wohnt der Yale-Student mit seinem besten Freund aus Kinderzeiten. Die Kontraste könnten nicht größer sein. Wären sie nicht Nachbarn, sie hätten sich nie getroffen. Elise ist fasziniert von dem jungen Mann aus elitärer Familie, der so ganz anders ist als diejenigen, die sie bisher kannte. Jamie fühlt sich fast abgestoßen von der Gewöhnlichkeit der jungen Frau, ihrer Aggressivität, ihrer einfachen Sprache und fehlenden Bildung. Und doch gerät er immer mehr in ihren Bann. Erst ist es der Sex, die einzige Sprache, in der sie zueinander zu finden scheinen. Doch dann erkennt er, dass da mehr ist als eine reine Sommeraffäre. Seine Familie wiederum findet Elise völlig unakzeptabel. 

    Die Geschichte von Elise und Jamie, sie ist keine ins 21. Jahrhundert gerückte Wiederauflage von „love story“, der Liebenden aus zwei Welten. Zuckersüße Romantik gibt es nicht, wohl aber Begehren, Begierde, ein magnetisches Verhältnis zwischen Anziehung und Abgestoßen werden. Vom schnellen Sex bis zur Erkenntnis „Ich bin nichts ohne Dich.“ 

    Auch der junge Mann aus den besseren Kreisen hat mit seinen Dämonen zu kämpfen, war bislang vor allem Projektionsfläche für die Wünsche und Erwartungen anderer. Elise ist da wie ein Realitätscheck, eine Lebendigkeit, die es für Jamie bisher nie so gab. Statt der stets leicht gedämpften Existenz in Pastelltönen explodiert plötzlich das Leben. 

    Es macht einfach Spaß, in Libaires Sprache einzutauchen, voller Bilder und dann wieder drastisch, rauh und hart wie ein Rap-Song. Wer auf eine zarte Liebesgeschichte gehofft hat, ist von diesem Buch möglicherweise enttäuscht. Hier wird nichts angedeutet, hier entfaltet sich das Leben in seiner ganzen Intensität, Abgründen und Gier. Geht das Gewehr letztendlich los? Das muss der Leser selbst herausfinden.

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    Amarylies avatar
    Amarylievor einem Monat
    Lasse dich auf die Geschichte ein

    Meinung:
    Uns gehört die Nacht
    ist mein erstes Buch vom Diogenes Verlag. Mir war bewusst, dass das Buch besonders ist, da Diogenes doch eher ein Genre vertritt, welches ich als Fantasyleser nicht oft zu lesen wage. Aber bei dem Klappentext und der Leseprobe konnte ich nicht anders und es sollte sich zudem nach dem Lesen herausstellen, dass es definitiv nicht mein letztes Buch in dem Genre oder vom Diogenes sein wird.

    Elise Parez ist ein Mädchen der untersten Schicht in den 90ern. Sie hat ihre Familie verlassen, weil sie es dort nicht mehr aushielt und zog nach New Haven, wo sie eine Unterkunft erhält und neue Freundschaften knüpft. Als sie ihren Nachbarn Jamey kennenlernt, der das absolute Gegenteil von ihr ist, ist es um sie geschehen. Danach war sie so fester Überzeugung, dass sie zusammengehören und gab alles, um ihn dazu zu bringen sie ebenso mit den Augen der Liebe zu sehen. Was als kleine Affäire beginnt, artet in eine wilde obsessive und ja sogar lebensverändernde Beziehung aus.

    Uns gehört die Nacht ist keines der normalen, seichten Liebesgeschichten in New Adult Romanen, es ist eine provokante und intensive Liebesgeschichte zweier Teenager, die nicht wissen in welche Welt sie gehören oder welchen Platz sie in der Welt einnehmen sollen. Zusammen erforschen sie den Sinn des Lebens und denken über den Tellerrand hinaus. Der eins so versnobte Nachbarsjunge lernt durch die niederständige halb Puerto-Ricanerin was es heißt seine eigenen Entscheidungen zu fällen und aus dem Gefängnis der Erwartungen anderer auszubrechen und seinen Wünschen und Träumen zu folgen.

    Gleich am Anfang des Buches spürt man die Intensität dieser Liebesgeschichte, denn es wird ein Ausschnitt vom Ende der Geschichte erzählt, mit der man nicht gerechnet hätte. Elise hält ein Gewehr auf Jamey gerichtet, entsichert. Jamey, der vor ihr sitzt und sie fragt, ob sie ihn denn nicht liebt. Aber wie konnte es so weit kommen, dass die Liebe zweier Teenager sie soweit bringt, dass das Mädchen die Waffe gegen ihren Freund richtet?

    So begann eine aufregende und spannende Geschichte, mit der immer wiederkehrenden Frage: Wie konnte es nur so weit kommen?

    Die Protagonisten sind speziell. Ich würde sagen mir etwas zu speziell. Das Mädchen, das sich nach Aufmerksamkeit des Jungen sehnt und alles dafür tut, war mir zu Anfang so gar nicht sympathisch. Doch je näher man ihr Inneres kennenlernte und verstand durch welche Umstände ihr Charakter so geformt wurde, war sie mir immer sympathischer. Sie war durch und durch authentisch, wenn man ihr Milieu bedenkt. Mit Jamey kam ich wiederum ebenfalls zu Anfang nicht ganz so zurecht. Er war ein typischer reicher Junge, der herablassend war. Innerlich, nicht äußerlich. Seine Gedanken über Elise fand ich teilweise wirklich abstoßend und daneben. Ob ein reicher Junge wirklich immer so denkt? Das bezweifle ich doch sehr. Aber auch er entwickelte sich nach der Zeit weiter und wurde anständiger, zeigte was er wirklich vom Leben hält und wie er es gerne leben möchte. Beide Protagonisten erschufen ihre eigenen Idealen und versuchten sie zu verwirklichen. Gemeinsam versuchten sie die Wege mit Hindernissen zu passieren. Am meisten legten dabei die Eltern von Jamey ihnen Steine in den Weg.

    Der Schreibstil war für mich sehr neu. Die Geschichte las sich holprig, aber nach der Eingewöhnung ging es. Der Sprachgebrauch hat mich zu Anfang sehr verwundert. Verwendet wurde eine sehr vulgäre Sprache mit nicht wenigen Fäkalausdrücke in Verbindung mit der Jugendsprache. Für mich ein etwas unangenehmer Lesegenuss, aber da der Slang sehr in das Milieu und die Persönlichkeit von Elise passte, habe ich mich damit abgefunden.
    Was mir sehr gefallen hat, war ihr beider Aufstand gegen die Normen der Gesellschaft und die Enthüllung der Frage am Anfang, mit deren Antwort man so nicht gerechnet hätte. Es kam alles anders als gedacht, die Wendung war großartig gewählt und die Moral oder die Lehre der Geschichte sehr schön verpackt.

    Fazit:
    Uns gehört die Nacht
    ist kein Roman für zwischendurch. Es handelt sich um eine sehr intensive Liebesgeschichte zweier Menschen, die einem eine spezielle Gefühlsregung hervorruft. Es ist sicherlich durch den ungewöhnlichen Sprachslang nicht jedermanns Roman, aber wenn man sich darauf einlässt, entführt es einen in eine obsessive und teilweise sehr verkorkste Liebesgeschichte, mit einer tollen Botschaft.

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    Babschas avatar
    Babschavor einem Monat
    Eine Gratwanderung

    Zwei interessante Personen, viel mehr braucht es gar nicht, um einen Leser wie am Faden durch ein Buch zu ziehen. Hier sind es Elise Perez, eine junge Frau Anfang Zwanzig, aufgewachsen im kriminellen und drogenverseuchten Milieu der New Yorker South Bronx in den 70/80ern, die es irgendwann nicht mehr aushält, von dort abhaut und bei einem gutmütigen Typen in New Haven Unterschlupf findet. Ein Mädchen, geformt bzw. deformiert von den schlimmen Erlebnissen seiner Kindheit und Jugend, eine instabile, nach außen harte Persönlichkeit ohne Zukunftsperspektive. Und Jamey Hyde, Yale-Student, Sproß eines superreichen New Yorker Investmentbankerclans, zwar materiell mit allem und mehr ausgestattet, was man für ein dekadentes Luxusleben in diesen Kreisen braucht, jedoch ohne jede elterliche Liebe aufgewachsen, gleichermaßen unverstanden und orientierungslos durchs Leben schlingernd, dabei ebenso geprägt von den Zwängen seiner Herkunft und unterdrückt von seinem gleichgültigen, schwachen Vater. Die Geschichte startet damit, dass beide zufällig in New Haven nebeneinander wohnen. Irgendwann wird Elise auf ihn aufmerksam und startet einen rigorosen Eroberungsfeldzug, dem Jamey nichts entgegen zu setzen hat und der sich schnell zu einer rasenden, obsessiven Beziehung zwischen den Beiden entwickelt, die auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt.  

    Libaire ist hier ein tolles, vielschichtig angelegtes Werk gelungen, dass in mehrerer Hinsicht überzeugt. Zum einen ist da die so bildgewaltige wie abgeklärte Sprache des Buches, die auch vor drastischen Bildern nirgends zurückschreckt und den dramatischen Entwicklungen den passenden Rahmen gibt. Dann ist da die gelungen ausgetüftelte Intention der Autorin, über die beiden schicksalhaft aufeinander prallenden Protagonisten aus unterster und oberster Gesellschaftsschicht am exemplarischen Beispiel New Yorks das ganze menschliche Elend auf der einen und die allseits bekannten, geradezu abstoßend dekadenten Lebenswelten der dortigen Superreichen des "alten" Geldes auf der anderen Seite in ein extremes Spannungsverhältnis zu setzen und dabei zwischen den Zeilen subtil, aber durchaus erkennbar auch eigene Sichtweisen zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Zuständen durchschimmern zu lassen. Schließlich ist sie ja selbst in der Stadt geboren und kennt sich also aus. Und zuletzt natürlich die immer mehr selbst- wie fremdbestimmt eskalierende Beziehungsgeschichte zwischen den beiden seelisch Gestrandeten Elise und Jamey, die schon fast nach einer Verfilmung schreit. Einziger Wermutstropfen ist die nach einem wirklich faszinierenden Buch irgendwie ernüchternde plötzliche Auflösung des Ganzen am Schluss, die sich mir nach der ganzen Vorgeschichte nicht erschließt, ruckartig auf den Boden zurück geholt hat und damit den Abzug eines glatten Sterns in der Gesamtbewertung auslöst. Ansonsten aber unbedingt lesenswert.

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    Saimes avatar
    Saimevor einem Monat
    Kurzmeinung: Fesselnd und belebend. Kein klassischer Liebesroman.
    Fesselnd und belebend. Kein klassischer Liebesroman.

    Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, als eine obsessive Affäre beginnt.


    Elise Perez, Halb-Puerto-Ricanerin, Schulabbrecherin ohne wirkliche Perspektive und Ziele. Jamey, Spross der New Yorker High Society und Yale Student. 


    Das Buch hat mich immer wieder zum pausieren gebracht, auf der einen Seite lag es daran, dass es genügend Denkanstöße gab und zur anderen waren da die zum Teil sehr direkten und fast schon vulgären Ausbrüche. Jardine Libaire besticht mit ihrem Depüt und mit einer ausdrucksstarken Sprache, voller Emotionen, wie die Beziehung der beiden. Sie kommt mit relativ wenig Rede aus und beschreibt dafür umso mehr die Gedanken und Gefühle der Charaktere.


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    B
    buechernarrvor einem Monat
    Schonungslos ehrlich, manchmal bis über die Schmerzgrenze

    Schonungslos ehrlich, manchmal bis über die Schmerzgrenze

    Was als Affäre angefangen hat, entwickelt sich zwischen Jamey, der das typische gelangweilte Oberschichten-Söhnchen ist, und Elise, die aus einem zerrütteten Elternhaus im Drogenmilieu stammt, zu einer alles überschattenden, zerstörerischen Liebe, die beinahe an Sucht grenzt. Schon ganz zu Beginn steht über allem die Frage, ob diese Geschichte jemals gut ausgehen kann.

    Das Buch beschreibt in bruchstückhaften Episoden das Kennenlernen, die Affäre und die sich entwickelnde Liebesgeschichte der beiden Protagonisten, die dabei aber seltsam distanziert bleiben. Die Geschichte hat es überhaupt nicht geschafft, mich auf emotionaler Ebene zu überzeugen, auch wenn die Gefühlswelt der beiden Protagonisten ausführlich dargestellt ist.

    Der Sprachstil ist manchmal sehr direkt, an manchen Stellen schon beinahe zu vulgär und obszön, Beschreibungen wirken dagegen manchmal überhöht bildhaft und angestrengt künsterisch („Die Luft ist frisch und kalt, gesättigt von Smog und Meer und Tannennadeln, wie ungeschmolzenes Wachs“ (S. 44), „Ein verästelter Blitz auf einem Großstadtdach gleißte mit schmutzigem Licht, …, wie ein Vogel, der in die Welt fliegt“ (S. 97)), was oft gestellt und unwirklich klingt. Es kommt dadurch irgendwie kein richtiger Lesefluss zustande.

    Alles in allem wirkt das Buch bemüht und steif, die Sexszenen sind so angelegt, dass sie schockieren sollen und lassen einen als Leser irgendwie peinlich berührt zurück. War der Roman zu Beginn aufgrund seiner Andersartigkeit noch faszinierend, wurden die ausschweifenden Beschreibungen ab circa der Mitte nur noch ermüdend.

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    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor einem Monat
    Kurzmeinung: Absolut fesselnde und sehr intensive Liebesgeschichte. Ganz groß.
    Sehr intensive Liebesgeschichte

    Eine junge Frau sitzt in einem Hotelzimmer. In der Hand hält sie ein Gewehr und zielt damit auf ihren Freund. Aber wie konnte es soweit kommen? Diese aufwühlende Szene steht am Anfang einer ganz besonderen Liebesgeschichte.

    New Haven 1986. Elise, eine junge Frau aus eher schwierigen Verhältnissen, zieht in ein heruntergekommenes Haus. Im Haus gegenüber ist eine Studenten-WG. Jamey,  einer der Nachbarn, Yale-Student und Sprössling einer Familie von Investmentbankern, und Elise beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die bald zu mehr wird, als beide zu Anfang gedacht hätten. Jamey verliebt sich Hals über Kopf in Elise. 

    "Jamey bewunderte die Sternschnuppen ihres Geists, die pudrige Galaxie ihrer Gedanken. Elises Intelligenz ist anders sortiert als seine. Sie liest nie mehr als ein paar Seiten eines Buchs, aber sie liebt es, darüber zu reden, was sie gelesen hat. Sie denkt in wilden Gärten, während er seine Gedanken am Spalier zieht, an einem Gerüst aus Einführung, These, Argumentation und Schluss."(S.205)

    Elise und Jamey könnten unterschiedlicher nicht sein. Elise Perez, Halb-Puertoricanerin, kennt ihren Vater nicht und wuchs mit ihrer Mutter und ihren jüngeren Geschwistern zwischen Drogenabhängigen und Kleinkriminellen auf. Der Partner ihrer Mutter war gewalttätig, mit ein Grund, warum Elise von Zuhause abgehauen ist. Sie hat keinen Schulabschluss und jobbt ohne große berufliche Ambitionen zu hegen, in einem Geschäft für Kleintiere. Aber ihr gesellschaftlicher Status, ihre fehlende Bildung und ihre gesamte Lebensart, die sie so von Jamey unterscheidet, sind ihm egal. Er lädt sie nach New York ein, und was als Zeitvertreib beginnt, wird zu einer Liebesbeziehung, die er einerseits genießt, aber andererseits gegenüber seinen Freunden und seiner Familie verleugnet.

    Es geht also nicht nur um Liebe und Sex und die Erfüllung, die beide gefunden zu haben scheinen. Es geht auch um Macht, Einfluss und Klassenzugehörigkeit. Denn dieses Versteckspiel kann nicht lange gut gehen und bald  wird Jamey von seiner Familie gezwungen, eine Entscheidung treffen, die sein zukünftiges Leben maßgeblich beeinflussen wird. Entweder, er entscheidet sich für die Annehmlichkeiten, die seine privilegierte Herkunft bietet, für ererbtes Geld, für gute Kontakte, für eine standesgemäße Partnerin und beendet seine Beziehung zu Elise. Oder er entscheidet sich für seine Freundin und damit für den gesellschaftlichen Abstieg. Kann Jamey sich von seiner Familie lösen und mit Elise einen Neuanfang wagen?

    "Vielleicht sind Jamey und Elise ihr eigenes Volk, vielleicht gehören sie zu niemandem sonst, zu nichts Größerem als zueinander. Können wir so leben? Darüber denkt Elise nach, als sie sich müde die schwarzen Turnschuhe aufschnürt an deren Sohlen Gold klebt." (S.329)

    Jamey weiß nie, woran er bei Elise ist und ist häufig verunsichert, durch ihre impulsive Art. Außerdem weiß er, dass niemand aus seiner Familie und erst recht nicht seine Freunde, Verständnis dafür aufbringen, dass er mit Elise zusammen ist. Und manchmal kann er nicht genau sagen, ob sie ihn ausnutzt oder nicht. Elise ist eine sehr starke Persönlichkeit, aber sie war noch nie mit einem Menschen wie Jamey zusammen. Sie weiß nicht, wie sie sich seinen Freunden gegenüber verhalten soll und sie hat große Angst davor, dass Jamey sie irgendwann auf die Straße setzt, weil er genug von ihr hat. Denn sie hat das Gefühl, dass jemand wie er, jede haben könnte. Die alte Geschichte, dass hier zwei Menschen aus sehr verschiedenen Welten aufeinander treffen - man könnte sich an Pretty Woman erinnert fühlen - wird von Jardine Libaire sehr glaubwürdig und mit großem Feingefühl erzählt. 

    Uns gehört die Nacht ist der sechste Roman der texanischen Autorin und überzeugt durch eine grandios beobachteten Beschreibung der Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren, ihren Zweifeln, ihren Ängsten und gleichzeitig ihrer großen Liebe zueinander. Trotzdem kann man als Leser_in nicht die Anfangsszene vergessen und wartet deshalb auf den Bruch, auf das Chaos, auf den Streit, der diese Katastrophe ausgelöst hat.  Jardine Libaire wartet mit so vielen unerwarteten Wendungen auf, dass ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte. Ein absolut fesselnder und intensiver Roman, den ich in wenigen Tagen gelesen habe. Ganz große Leseempfehlung. 

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor einem Monat
    Kurzmeinung: Konnte mich stellenweise hellauf begeistern, aber leider ingesamt nicht so berühren und mitreißen wie ich mir das erhofft hatte.
    3,5 Sterne: Stellenweise fasziniert und hellauf begeistert, aber leider nicht durchgehend

    * Die Rezension enthält leichte Spoiler! *

    ~ „Uns gehört die Nacht“ konnte mich insgesamt leider nicht so berühren, mitreißen und faszinieren, wie ich mir das erhofft hatte. Der Schreibstil, der manchmal sehr romantisch ist, zeigt sich an anderen Stellen schockierend direkt, manchmal sogar vulgär und beschönigt nichts. Teilweise konnten mich die bildhafte Sprache und die gelungenen Metaphern hellauf begeistern, manchmal wirkten sie aber auch bemüht, uferten aus, waren so abstrakt, dass sie schwer verständlich waren. Manchmal wirkten die Formulierungen sperrig und waren nicht flüssig zu lesen. Jardine Libaire behandelt nur wenige Themen, viele dafür aber tiefgehend. Im Fokus steht die verbotene Liebesgeschichte zwischen Elise und Jamey und deren Versuche, sich von ihrer Herkunft zu befreien. Obwohl die Figuren glaubwürdige Schwächen, Stärken, Ängste und Träume haben, blieb stets eine gewisse Distanz zu ihnen, ich konnte keine enge Bindung zu ihnen aufbauen, nur manchmal mit ihnen mitfiebern und mitleiden. Teilweise wirkten sie stereotyp und schienen nur aus ihrer Herkunft zu bestehen. Was die Spannung und die Atmosphäre betrifft, so gab es zum einen vor allem im ersten Drittel des Buches viele gelungene Momente und anschauliche Schilderungen der Sonnen- und Schattenseiten New Yorks und New Havens, zum anderen führte die Schilderung von oft unspektakulären, banalen Szenen zu Spannungseinbrüchen. „Uns gehört die Nacht“ ist ein Buch mit viel Potential, das mich stellenweise wirklich begeistern, faszinieren und berühren konnte, aber leider nicht durchgehend. ~

    Inhalt


    Ein Mädchen aus der Unterschicht trifft auf den Sprössling einer sehr reichen, einflussreichen Familie. Nach und nach verwandelt sich die obsessive, ungesunde Affäre in eine zarte, aber verbotene Liebe. Wie weit sind Jamey und Elise bereit zu gehen, um ihre Liebe zu verteidigen?

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Genre: Roman / Liebesgeschichte
    Verlag: Diogenes
    Seitenzahl: 464
    Erzählweise: Figuraler Erzähler, meist Präsens, selten Präteritum
    Perspektive: aus weiblicher Perspektive
    Kapitellänge: mittel bis lang
    Tiere im Buch: +/- Einerseits behandeln Elise und Jamey ihren Hund Buck sehr liebevoll (er wird sogar zu einer wichtigen Figur), andererseits werden Missstände, was Tiere betrifft, ungeschönt geschildert und nichts wird dagegen unternommen. Der Hund einer armen Familie bekommt nicht die medizinische Betreuung, derer er bedürfte, er wird vernachlässigt, seine Zähne und sein Zahnfleisch sind verfault, ein anderer Hund stirbt röchelnd und erhält keine Hilfe oder Zuwendung. Zudem werden kränkliche Kätzchen beschrieben, die in einem Zooladen verkauft werden und hungrige Streuner. Hier meine Bitte: Kauft niemals Tiere in Zoohandlungen, sie kommen nicht vom privaten, befreundeten Züchter, sondern werden unter schlimmsten, tierquälerischen Bedingungen meist im Ausland „produziert“. Zudem haben sie meist viele Krankheiten, viele weibliche Tiere sind bereits trächtig. Bitte unterstützt diese Tierquälerei nicht, sondern kauft eure Tiere bei seriösen (dies ist bitte genau zu prüfen!) Züchtern oder schenkt einem Tier aus dem Tierheim oder aus dem Tierschutz ein schönes, neues Zuhause. Und noch eine wichtige Information, weil im Buch Katzen mit Milch gefüttert werden: Katzen vertragen keine normale Milch, da sie unter einer Laktoseintoleranz leiden. Um ihnen und sich selbst als BesitzerIn unangenehmen Durchfall und Bauchschmerzen zu ersparen, sollten die Stubentiger nur spezielle Katzenmilch oder einfach laktosefreie Milch erhalten. Allerdings auch nur als Leckerchen, die Hauptflüssigkeitszufuhr sollte aus Wasser bestehen, da Milch einen sehr hohen Fett- und Milchzuckergehalt aufweist – was zu einer Reihe weiterer Probleme führen kann.

    Warum dieses Buch?

    Dieses Buch ist eines der seltenen Fälle, die rein aufgrund ihres wundervollen Covers und ihres schönen Titels meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Eigentlich lese ich selten Liebesgeschichten, doch diese schien etwas Besonderes zu sein, deshalb wollte ich unbedingt mehr erfahren.

    Meine Meinung

    Einstieg (♥)

    Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn der emotionale Prolog hat es in sich. Elise zielt mit einem Gewehr auf Jameys Brust. Sofort tauchten viele Fragen auf: Wie konnte es so weit kommen? Was ist geschehen? Wird sie abdrücken? Dann springt die Geschichte rund eineinhalb Jahre in die Vergangenheit und nimmt uns mit zu den Anfängen im Januar 1986 und dem ganz und gar unspektakulären Zusammentreffen der zwei Protagonisten.

    „Falls der Eindruck entsteht, das Zimmer sei klein, das ist es nicht. Es ist aufgebläht, riesig – es pocht wie eine Milliarde Herzen, so wie ein Raum pulsiert, wenn sich die Menschen darin ihrer Macht bewusst werden. Elise wird die Augen schließen, das Gesicht abwenden und das Gewehr entsichern.“ Seite 9f

    Schreibstil (+/-)

    Der Schreibstil hat zwei Seiten, besteht aus Schatten und Licht. Manchmal schreibt Jardine Libaire romantisch, emotional, fast märchenhaft, schaut ganz genau hin, wenn Liebe und Schönheit im Leben von Jamey und Elisa aufblitzen, andererseits wird ihr Ton oft auch entwaffnend, ja fast schon schockierend direkt, schmutzig, beinahe vulgär, beschönigt nichts. Eines steht mit Sicherheit fest: Die Sprache ist teilweise wirklich anspruchsvoll. In seinen guten Momenten glänzt der Schreibstil mit wunderbar bildlicher Sprache, gelungenen Vergleichen, Beschreibungen und Metaphern. In seinen schwächeren Momenten wirkt er bemüht, die Metaphern ausufernd, abstrakt, schwer verständlich, die Formulierungen sperrig und nicht flüssig lesbar. Klar ist, dass dieses Buch keinesfalls nebenher gelesen werden muss, die Sprache verlangt die volle Aufmerksamkeit.

    „Er braucht eine Weile, aber schließlich grinst er. Dann lacht er – sein goldenes, schmutziges Lachen. Seine Skepsis zerbricht, und aus der kaputten Schale rinnt ein Dotter.“ Seite 273

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)

    Die Geschichte um Jamey und Elise ist in verschiedene Monate unterteilt. Innerhalb der Kapitel werden viele kurze, oft nur eine halbe Seite lange Episoden abwechselnd aus Jameys und Elises Sicht erzählt. Was am Beginn als obsessive, manische, ungesunde Affäre beginnt, entwickelt sich nach und nach, glaubwürdig und langsam zu einer tiefen Liebe. Hierbei geht die Autorin vor allem bei den zahlreichen Liebesszenen teilweise sehr ins Detail und schildert diese nicht gerade poetisch – das wird nicht für jeden etwas sein, auch mir hat das nicht immer gefallen. Jedoch ist es schön zu sehen, wie sich die beiden immer mehr ineinander verlieben, etwas, das vor allem Jamey sehr unerwartet trifft, dem als reicher Erbe eine solche Beziehung strengstens untersagt ist. Aus diesem Grund stellt auch seine snobistische Familie die größte Hürde für das junge Glück dar, mit allen Mitteln wird versucht, Jamey wieder „auf den richtigen Weg“ zurückzubringen.

    Beide Protagonisten versuchen, sich von ihrer Herkunft zu lösen und unabhängig zu werden. Da Elise von ganz unten kommt, eine schwierige Kindheit voller Gewalt und Drogen hinter sich hat, und da Jamey der Oberschicht entstammt, inklusive exzellenter Bildung und Millionen auf dem Konto, treffen sich die beiden irgendwo in der Mitte, wo sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen. Jardine Libaire geht in ihrem erstaunlich handlungsarmen (!) Buch der Frage nach, wie sehr unsere Herkunft unser Leben bestimmt und wie schwierig es ist, ihr zu entfliehen, und behandelt die wenigen anderen Themen wie Eifersucht, Krankheit, Drogen, (falsche) Freundschaft und Opferbereitschaft tiefgründig. Manches bleibt dennoch oberflächlich, wird nur angerissen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren (beispielsweise über Jameys Innenleben) und trotz vieler gelungener Ansätze, konnte mich die Geschichte insgesamt leider nicht so mitreißen, berühren und faszinieren, wie ich es mir erhofft hatte. Das Ende war zwar keine Offenbarung, es hat mir aber gut gefallen.

    Protagonisten (+/-)

    Elise und Jamey sind beide interessante Hauptfiguren, die von ihrer Herkunft und ihrer Vergangenheit gezeichnet sind. Nach und nach gelingt es beiden, sich immer mehr davon zu befreien, was sehr spannend ist. Beide Figuren erhalten Stärken und Schwächen, Träume und Ängste, es wurde sich bemüht, sie komplex zu zeichnen und ihre Entwicklungen authentisch zu beschreiben. Dennoch blieb beim Lesen leider immer eine gewisse Distanz, ich konnte irgendwie keine tiefergehende Beziehung zu den beiden aufbauen. Manchmal schienen sie mir trotz allem zu stereotyp, etwas zu sehr die klassischen, tragischen Liebenden (der melancholische, reiche Erbe und die impulsive, lebenshungrige Frau aus der Unterschicht) zu sein. Manchmal schien ihre Persönlichkeit nur daraus zu bestehen. Dennoch: Jamey mochte ich eigentlich gern, seine Denkweise, die stets etwas ins depressive geht, fand ich wirklich faszinierend. Es gelang mit zwar nicht immer, mit den Figuren mitzufiebern, aber in manchen Momenten wurde ich doch ins Herz getroffen, berührt und erschüttert.

    „Elise hat langgestreckte Glieder und runde feste Brüste. Jungshüften. Ein Windhund, aerodynamisch, geprügelt, schnell wie der Teufel, zum Rennen gemacht, zum Verlieren geboren.“ Seite 14

    Nebenfiguren & Beziehungen (+/-)

    Die wenigen Nebenfiguren bleiben teilweise blass, sind teilweise aber auch erstaunlich liebevoll gezeichnet, manche konnten mich durchgehend, und auch wenn sie nur kleine Rollen in der Geschichte einnahmen, absolut begeistern und überzeugen. Besonders Matt mit all seinen Unsicherheiten, dem gespielten Stolz und seinem Snobismus hat mir als Figur sehr gut gefallen. Jameys und Elises Familien werden zudem authentisch (wenn auch etwas klischeehaft) beschrieben, jeder Blick, jedes Wort aus ihrem Mund ist hierbei ganz und gar von ihrer Herkunft durchdrungen.

    Spannung & Atmosphäre (+/-)

    Hier bin ich zwiegespalten, besonders das erste Drittel der Geschichte, die ungeschönten Beschreibungen der dreckigen, aber auch schillernden Seiten von New York und New Haven fand ich wirklich spannend. Wenn ich mit Freunden über das Buch gesprochen habe, dann in einem enthusiastischen Ton, ich hatte das Gefühl, etwas Großartiges in den Händen zu halten. Doch nach und nach nahmen die bemühten, ausufernden, schwer verständlichen Metaphern und Formulierungen zu und der Spannungsbogen baute sich regelmäßig und brach wieder ein. Manche Situationen, die geschildert wurden, waren unspektakulär und banal, und auch wenn das einerseits sicher auch zur Schönheit und Authentizität der Liebesgeschichte beiträgt, so kann es in manchen Momenten auch etwas ermüdend sein. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass man kürzen können hätte, dass das Buch dadurch profitiert hätte und noch besser geworden wäre.

    „Der Tag ist warm genug , um die Eiszapfen in den Bäumen zu schmelzen, woraus eine Art Regen entsteht, der fällt, wenn er Lust hat, mehr tierisch als mineralisch, ein Regen mit eigenem Willen, Empfindungen.“ Seite 20

    Feministischer Blickwinkel (+/-)

    Einerseits ist Elise eine sehr starke, mutige Frauenfigur, die genau weiß, was sie will, sich auf eigene Faust durchschlägt, von ihrer Familie (und Herkunft) befreit und auch in Liebesdingen oft den ersten Schritt macht. Andererseits gibt es einige Beispiele für Sexismus, beispielsweise werden Frauen als „Miststück“ und „Schla***“, einmal sogar als „Fo***“ bezeichnet. Zudem wird Jamey vorgehalten, er würde einen „Frauenjob“, also einen minderwertigen Job machen. Auch häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder wird thematisiert, allerdings wird auf diese Weise keinesfalls unkritisch (die Folgen werden aufgezeigt) das Milieu beschrieben, aus dem Elise stammt. Dennoch ist es natürlich frustrierend zu sehen, wie abhängig Elises Mutter von ihrem Schläger-Freund ist, wie viel sie (und andere Frauen) sich gefallen lässt. Auch wenn ich mir hier noch etwas mehr Sensibilität vor allem für das Thema „sexistische Sprache“ wünschen würde, bin ich insgesamt zufrieden mit diesem Buch, nicht nur aufgrund der starken, weiblichen Hauptfigur, sondern auch, weil sich Männer im Haushalt beteiligen, beim Abwaschen beobachtet werden können und Emotionen zeigen dürfen.

    Mein Fazit

    „Uns gehört die Nacht“ konnte mich insgesamt leider nicht so berühren, mitreißen und faszinieren, wie ich mir das erhofft hatte. Der Schreibstil, der manchmal sehr romantisch ist, zeigt sich an anderen Stellen schockierend direkt, manchmal sogar vulgär und beschönigt nichts. Teilweise konnten mich die bildhafte Sprache und die gelungenen Metaphern hellauf begeistern, manchmal wirkten sie aber auch bemüht, uferten aus, waren so abstrakt, dass sie schwer verständlich waren. Manchmal wirkten die Formulierungen sperrig und waren nicht flüssig zu lesen. Jardine Libaire behandelt nur wenige Themen, viele dafür aber tiefgehend. Im Fokus steht die verbotene Liebesgeschichte zwischen Elise und Jamey und deren Versuche, sich von ihrer Herkunft zu befreien. Obwohl die Figuren glaubwürdige Schwächen, Stärken, Ängste und Träume haben, blieb stets eine gewisse Distanz zu ihnen, ich konnte keine enge Bindung zu ihnen aufbauen, nur manchmal mit ihnen mitfiebern und mitleiden. Teilweise wirkten sie stereotyp und schienen nur aus ihrer Herkunft zu bestehen. Was die Spannung und die Atmosphäre betrifft, so gab es zum einen vor allem im ersten Drittel des Buches viele gelungene Momente und anschauliche Schilderungen der Sonnen- und Schattenseiten New Yorks und New Havens, zum anderen führte die Schilderung von oft unspektakulären, banalen Szenen zu Spannungseinbrüchen. „Uns gehört die Nacht“ ist ein Buch mit viel Potential, das mich stellenweise wirklich begeistern, faszinieren und berühren konnte, aber leider nicht durchgehend.

    Leseempfehlung: Wenn euch Cover, Titel oder Klappentext neugierig machen, einfach mal hineinlesen und dann entscheiden! Und jetzt nehmen wir uns bitte noch einen Moment Zeit und bewundern das wundervolle Cover. Danke!

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 3,5 Sterne
    Worldbuilding: 4 Sterne
    Ausführung: 3,5 Sterne
    Einstieg: 5 Sterne ♥
    Schreibstil: 3,5 Sterne
    Protagonisten: 3,5 Sterne
    Nebenfiguren: 3 Sterne
    Atmosphäre: 4 Sterne
    Spannung: 2,5 Sterne
    Ende: 4 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 3 Sterne
    Feministischer Blickwinkel: +/-

    Insgesamt:

    ❀❀❀,5 Lilien

    Dieses Buch bekommt von mir 3,5 Lilien!

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    silvesterkusss avatar
    silvesterkussvor einem Monat
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte . Absolut Lesenswert !!
    Gegensätze ziehen sich an .

    Die Geschichte ist eigentlich eine ganz klassische Liebesgeschichte: Unterschicht-Mädchen trifft auf super-reichen, gut aussehenden & charismatischen Oberschicht-Jungen und die beiden verlieben sich..

    Dies kommt natürlich erstmal direkt kitschig rüber , was es aber in diesem Fall nicht ist .

    Elise ist eine taffe,junge Erwachsene ,die gerne frei raus sagt . was sie denkt und Jamey lernt im Buch dank Elise ,auf was es im Leben und in der Liebe ankommt.
    Auch die Nebencharaktere konnte man gut kennenlernen.

    Das Ende war unvorhersehbar und überraschend, sodass die Spannung auch bis zur letzten Seite hielt.

    Fazit:
    Das Cover hat mich direkt angesprochen und der Klappentext auch .
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, jedoch war der teilweise stichwortartige Erzählstil manchmal sehr ungewohnt für mich .
    Aufjedenfall ein lesenswertes Buch ! :)

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    Gluecksklees avatar
    Glueckskleevor einem Monat
    Kurzmeinung: Nicht ganz das, was ich erwartet hatte.
    Nicht ganz mein Fall

    Wenn ich die Liebesgeschichte zwischen Elise und Jamey beschreiben sollte, würde ich folgende Worte wählen: teils konfus, manisch, intensiv. Jardine Libaire erzählt auf etwas mehr als 460 Seiten eine Lovestory zwischen Elise (kein Schulabschluss, die Mutter eine (ehemalige?) Drogenabhängige) und Jamey (ehemaliger Privatschüler, der einer unfassbar reichen und einflussreichen Familie entstammt). Die beiden könnten auf den ersten Blick gegensätzlicher nicht sein. Und so gegensätzlich wie die beiden sind, habe ich den Schreibstil von Jardine Libaire empfunden. Manche Stellen schäumen geradezu über unter den für mich sehr bemüht wirkenden Anstrengungen, eine blumige Sprache zu verwenden. Andere Stellen sind so gnadenlos direkt und auf den Punkt dargebracht niedergeschrieben, dass man stutzt und fast schon schockiert ist.


    Manche Themen werden meiner Meinung nach zudem nicht abschließend betrachtet. Dazu gehört zum Beispiel Jameys psychische Verfassung. Man hat durch die Beschreibungen seiner Gedanken und Gefühle manchmal schon das Gefühl, dass das Innenleben dieses jungen Mannes in Aufruhr ist. Und meiner Meinung nach kann das nicht nur auf das Verliebtsein zurückgeführt werden.


    Obwohl ich eigentlich kein Fan kitschiger Liebesromane bin, hätte ich mir von Uns gehört die Nacht doch ein bisschen mehr Romantikflair erwartet. Daher vergebe ich drei von fünf Sternen.

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    Was wird aus denen, für die Liebe das Leben bedeutet? Ein Roman voller Verlangen und Zärtlichkeit: jung, wild, unvergesslich.

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    Lainybelles avatar
    Lainybellevor 4 Monaten
    Ich glaube, ich habe bisher noch überhaupt kein Buch von Diogenes gelesen, aber dieses hier klingt seeehr vielversprechend!
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    Jenneightdolls avatar
    Jenneightdollvor 4 Monaten
    Klingt ja sehr spannend, ab auf die Wuli.
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