Jared Diamond Der dritte Schimpanse

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Inhaltsangabe zu „Der dritte Schimpanse“ von Jared Diamond

Wie sich der Mensch innerhalb kurzer Zeit von einer Säugetierart unter vielen zu einem Eroberer der Welt aufschwang; und wie wir die Fähigkeit erwarben, all jenen Fortschritt über Nacht auszulöschen. In diesem mehrfach ausgezeichneten Buch erklärt Jared Diamond den Menschen und seine Fähigkeiten aus seiner Abstammung als 'dritter Schimpanse'.

Nicht mehr ganz aktuelle Auseinandersetzung mit den gern vergessenen Stationen der Menschwerdung

— bibliophilist1985
bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Der dritte Schimpanse" von Jared Diamond

    Der dritte Schimpanse
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    08. December 2014 um 21:53

    Eine Vielfalt an Themen schneidet der Autor in seinem ersten Werk an und zeigt Ähnlichkeiten mit menschlichen Normen im Tierreich bei Staatenbildung, Sozial- und Sexualverhalten, Drogenkonsum und rudimentärer Landwirtschaft anhand der evolutionären Entwicklung. Auch die Ursprünge und Entwicklungsgeschichte von Kommunikation, Fremdenfeindlichkeit, Kunst und Kriegsführung werden ausführlich beleuchtet. Der Einfluss der Umweltbedingungen lässt sich gut anhand der Unterschiede zwischen Bonobos und Schimpansen erläutern. Durch den unüberwindbaren Kongo getrennt, entwickelte sich die friedliche, matriarchalisch geprägte Lebensweise der Bonobos in einem von Überfluss und angenehmen Lebensbedingungen geprägten Umfeld, während der Lebensraum der hierarchisch gegliederten und überaus gewaltbereiten Schimpansen eher karg und unwirtlich war. Somit drängt sich die These auf, widrige Umweltverhältnisse würden strengere Rangordnungen und ein generell konflikförderndes Verhalten bedingen, während die Art von Wohlstand der Bonobos es erst ermöglicht, auf soziale und friedliche Weise miteinander zu kooperieren. Im Widerspruch dazu gibt es aber sowohl Tierarten als auch spezialisierte Menschengruppen, die unter widrigsten Bedingungen trotzdem normal miteinander umgehen. Direkt von einer aggressiveren Grundmentalität auszugehen wäre allzu weit vorgegriffen, obwohl die für Forscher unerklärlichen, weil für die Gruppe schädlichen Verhaltensmuster von Schimpansen wie sinnlose Gewalt, Hetze und Verfolgung einzelner Gruppenmitglieder und die weit über das Maß anderer, territorialer Tiere hinausgehende Gewalt bei Eroberungsfeldzügen inklusive Kannibalismus schon einen Vorgeschmack auf den Menschen gaben. Und dass Bonobos vom Aussterben bedroht sind, weil sie in durchaus als tierische Vorstufe zum Genozid zu bezeichnenden, organisierten Angriffen der Schimpansen erschlagen und vertrieben werden, zeigt sowohl eindrucksvoll als auch traurig, dass sich die Mentalität des Menschen schon lange vor dessen Aufstieg in den ihm nähesten Verwandten abgezeichnet hat. Wie oft sich Diamond für seine anderen, später veröffentlichen Bücher aus diesem Werk bedient hat, grenzt teilweise an leichte Unverschämtheit. So flossen Teile aus dem Kapitel über die Eroberer der Welt in das Buch „Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“ ein und Abschnitte über die Bedeutung des Lebensraumes findet man in „Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“. Bei persönlichem Interesse ist die Lektüre der ausführlichen Beschreibungen beider Werke in jedem Fall eine Option, wenn durch die verhältnismäßig kurzen Erklärungen dieses Werkes Neugier geweckt wurde. Gegen die Präferenz, den Menschen als wahrscheinlichsten Verursacher vergangener Artensterben verantwortlich zu machen und dem Klima eher zweitrangige Bedeutung zuzuschreiben, gibt es aufgrund der eindeutigen archäologischen Hinweise wenig Argumente. Es mag schon sein, dass der Wechsel von Eis- und Warmzeiten in bestimmten Regionen stärkere Einflüsse hatte, aber speziell in den immer relativ moderaten Klimazonen zieht dieses Argument aufgrund der Anpassungsfähigkeit der meisten Tiere nicht. Es wird auf Seiten der Skeptiker damit argumentiert, dass das Finden von Fossilien ein zufälliges Glücksspiel ist, das keine seriösen Zahlenschätzungen zulässt. Nur wenn man immer genau in den mit Menschenwanderungen zusammenfallenden Sedimentschichten übermäßig viele Knochen ausgestorbener Tiere findet, ist das ein eindeutiges Indiz. Diamond richtet gegen Ende des Buches einen engagierten Appell an die Menschen, aus den immer gleichen Fehlern und den Zyklen von Expansion, Artensterben und Umweltzerstörung endlich auszubrechen und zumindest nicht noch mehr Schaden anzurichten. Ein nobles Anliegen, denn gerade aus der Perspektive eines Evolutionsbiologen muss es überaus frustrierend sein, über Jahrzehnte hinweg zu beobachten, wie zu erforschende Lebensräume einem förmlich vor der Nase weg irreversibel zerstört werden.

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  • 'Irgendwo auf der Skala zwischen Bakterien und Menschen [...]'

    Der dritte Schimpanse
    sabatayn76

    sabatayn76

    31. December 2013 um 11:00

    'Irgendwo auf der Skala zwischen Bakterien und Menschen muß festgelegt werden, wo Töten zu Morden und Essen zu Kannibalismus wird.' Inhalt: Jared Diamond erzählt in 'Der dritte Schimpanse' die Geschichte vom Aufstieg und vom Fall des Menschen. Im ersten Teil verfolgt er 'unseren Werdegang von vor mehreren Jahrmillionen bis kurz vor dem Erscheinen der Landwirtschaft vor zehntausend Jahren'. Im zweiten Teil berichtet Jared Diamond von den 'Veränderungen im menschlichen Lebenszyklus, die für das Entstehen der Sprache und Kunst ebenso wichtig waren wie die in Teil 1 behandelten anatomischen Veränderungen'. Im dritten Teil geht der Autor detailliert 'auf die kulturellen Merkmale ein, die uns nach eigener Auffassung von den Tieren unterscheiden'. Teil 4 behandelt den Missbrauch chemischer Stoffe und Xenophobie als diejenigen Merkmale, die drohen, dem Homo sapiens zum Verhängnis zu werden. Der fünfte Teil behandelt schließlich die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen. Mein Eindruck: Ich habe erst kürzlich 'Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari gelesen, und alles, was ich in Hariris Buch vermisst habe, habe ich bei Diamond gefunden: Komplexität, das Beleuchten von Sachverhalten von mehreren Seiten, Wissenschaftlichkeit statt haltloser Spekulationen. Mir hat 'Der dritte Schimpanse' sehr gut gefallen. Es handelt sich um mein erstes Buch, das ich von Jared Diamond gelesen habe, aber es werden sicherlich noch weitere folgen. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben, Sachverhalte wurden sehr gut erklärt, so dass auch Einsteiger ins Thema nicht den Anschluss verlieren. Dennoch ist das Buch fundiert und wissenschaftlich geschrieben. Nie gerät der Autor ins Schwafeln oder Spekulieren, stets sind seine Erläuterungen neutral, und er bezieht keine Stellung. Mein Resümee: Ein toller Einstieg ins Thema 'Aufstieg und Fall des Homo sapiens' und meiner Meinung nach deutlich besser als Hariris 'Eine kurze Geschichte der Menschheit', welches nach der Lektüre beider Bücher wie ein müder Abklatsch von Diamonds Buch wirkt, wobei Hariri zudem zu oft spekuliert und sein Buch keinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

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  • Rezension zu "Der dritte Schimpanse" von Jared Diamond

    Der dritte Schimpanse
    Flying_Crow

    Flying_Crow

    14. January 2012 um 20:11

    Alles super erklärt. Zum Teil kommen Dinge zu kurz, die in "Arm und Reich" ausführlicher erklärt werden.

  • Rezension zu "Der dritte Schimpanse" von Jared Diamond

    Der dritte Schimpanse
    ChiefC

    ChiefC

    09. October 2007 um 16:03

    Ein tolles Buch! Räumt mit Hilfe vieler Belege mit dem leider immer noch weit verbreiteteten Mytos auf, dass es einfach dümmere und klügere Völker gebe. Quatsch, ob sie arm oder reich sind, im 21. Jahrhundert oder in der Steinzeit leben, hängt letztlich von der Geographie ab und der Geschichte, die daraus resultiert. Das weist Diamond auf sehr schlüssige Art und Weise nach. Sollte Pflichtlektüre für alle Rassisten sein, aber leider können ja die meisten dieser Dumpfbacken nicht lesen...

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