Jarett Kobek

 3.2 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf von Jarett Kobek

Vom Technikfreak zum international gefeiertem Schriftsteller: Der Türkisch-US-amerikanische Autor hat an der NYU in New York City studiert und im Anschluss daran als Technologiespezialist in der Techie-Szene Kaliforniens gearbeitet. Seine Texte verschafften ihm eine Nominierung für den Pushcart Prize. Im Jahre 2011 veröffentlichte der Technikexperte seinen Debütroman „ATTA“, eine fiktionale Biographie über Mohammed Atta, einen der islamistischen Attentäter vom Anschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center. 2016 legte der Schriftsteller, der Twitter für „social network that makes everyone sound like a 15 year old“ hält, mit dem Werk „I Hate The Internet“, das zu einem internationalen Überraschungserfolg wurde, nach. Die Übersetzung ins Deutsche „Ich hasse dieses Internet“ erfolgte ein Jahr später. Mit Energie und Wut lässt sich der Autor über das Internet und die digitale Welt am Beispiel der Protagonistin Adaline aus. 2018 erschien mit „Unsere wunderbar kurze Zukunft“ (Original: „The Future Won’t Be Long“, 2017) ein weiterer Roman von Jarett Kobek, der in Los Angeles lebt.

Neue Bücher

Unsere wunderbar kurze Zukunft
 (1)
Neu erschienen am 25.07.2018 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Jarett Kobek

Jarett KobekIch hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ich hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman
Jarett KobekUnsere wunderbar kurze Zukunft
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Unsere wunderbar kurze Zukunft
Unsere wunderbar kurze Zukunft
 (1)
Erschienen am 25.07.2018
Jarett KobekIch hasse dieses Internet: Ein nützlicher Roman
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ich hasse dieses Internet: Ein nützlicher Roman
Jarett KobekATTA
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
ATTA
ATTA
 (0)
Erschienen am 05.08.2011

Neue Rezensionen zu Jarett Kobek

Neu
M

Rezension zu "Unsere wunderbar kurze Zukunft" von Jarett Kobek

Herzerfrischend
michael_lehmann-papevor 2 Monaten

Herzerfrischend

Keine ständig gesenkten Köpfe, die auf kleine Bildschirme starren. Keine edlen Lofts, die auf Patina getrimmt wurden. Keine Textnachrichten, keine Fake-News, all das moderne digitale Brimbamborium ist zum Zeitpunkt der Gegenwart des Romans noch gar nicht erfunden oder steckt weitgehend noch in den Kinderschuhen.

Ende der 80er Jahre. New York. Die freie Welt, das freie Atmen, wo es noch Wohnungen zu besetzten und mit wenig Geld in irgendwelchen Löchern ganz gut gehaust werden kann und den beiden Hauptfiguren vor allem eins wichtig ist: Leben.

Aus dem Vollen heraus. Was bei Kobek nicht heißt, Karriere, Geld und edle Speisen (samt teurer Drogen), sondern für Baby und Adeline liegen die Genüsse der Welt im echten, direkten und zwischenmenschlichen Erleben.

Was Alkohol, Sex, Happenings und, vor allem, Partys an allen Orten eindrucksvoll und hochwillkommen einschließt.

Was gerade das „Landei“ Baby mit allen Sinnen, nach einer gewissen Anlaufphase, in den Rausch des Genusses bringt.

Vom Land, schwul. (was in seiner Jugend bereits einmal für höchste Aufregung sorgte) und nun im Schmelztiegel des Big Apple, in dem jeder macht, was er möchte, aber jeder auch, weitgehend, allein zu Recht zu kommen hat.

Gut, dass Adeline, finanziell eher auf Rosen gebettet, sich Baby eng anschließt und beide als kongeniales Duo dem Leser einen Streifzug durch jene feierwütigen 10 Jahre ermöglicht (beginnend im September 1986), von denen der Roman handelt.

Leger, locker, lässig geschrieben, ohne dabei Tiefe vermissen zu lassen und mit der Kunst versehen, die Figuren sich nachvollziehbar und emotional dicht zu entwickeln zieht es den Leser förmlich hinein in die schweißtreibende Atmosphäre der Nächte, die kurzen, knackigen Dialoge und die immer wieder unentrinnbare Frage nach dem Sinn von allem und wer man eigentlich wirklich ist.

Das, was man besitzt schon mal nicht, wie die ersten Szenen direkt aufweisen werden, in denen jene Reisetasche mit allem intus, was Baby besitzt und mit in die Stadt bringt, umgehend verschwindet.

Doch was solls, das sind ja nur Dinge. Und ist nicht Freundschaft das eigentliche, was zählt? Denn, am Ende des Romans, wie viele Affären, Liebeleien, Sex und Party auch vor den Augen des Lesers vorbeigezogen sein mögen, was den Roman (und damit das Leben an sich) trägt, das ist diese kongeniale, einander ergänzende, aneinander lernende Freundschaft von Adeline und Baby.

„Ich lief am helllichten Tag die 42nd Street entlang. Und wurde nicht überfallen“. Was schon mal ein guter Beginn für Baby ist. Für diesen Mann mit dem fast naiven, aber direkten und klaren Blick auf die Welt.

„Ich hatte Angst, er würde sie ein wenig lächerlich finden….Natürlich tat er das nicht. Das bewunderte ich an Baby. Er war nie grausam“.

Und das legt sich auch dem Leser nahe ans Gemüt. Dass da eine ganze Welt zu entdecken ist, wenn man nur mit offenen Augen und einer gewissen, inneren Neugier und Freundlichkeit darauf zugeht. Dass das Leben sich nicht in digitalen Boxen oder per Textnachrichten leben lässt, sondern nur hautnah am Geschehen.

Wobei es am Ende gar nicht um die Frage geht, ob es damals „besser“ war als heute, sondern der Roman den Leser auffordert, diese Lust am Erleben in sich wieder und neu zu entdecken und ihr Raum zu geben. Da draußen.

Wofür auch all jene Figuren im Buch stehen, von deren Scheitern genau an diesem „echten“ Leben Kobek fast lapidar und wie nebenbei immer wieder im Verlauf der Ereignisse mit erzählt.

Eine klare Leseempfehlung.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Ich hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman" von Jarett Kobek

Eine einzige Hasspredigt gegen alles - nicht nur das Internet
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten

Als ein Vortrag Adelines im Internet Verbreitung findet, beginnt sie, sich mit Twitter und Facebook auseinanderzusetzen, sehr zum Leidwesen ihres Sohnes und ihrer Freunde, denn Adeline hat zu allem eine Meinung - und die bringt mehr Probleme mit sich als allen lieb ist.


Vermutlich hätte ich von dem Buch nie erfahren, wenn ich nicht in einem Newsletter davon gelesen hätte. Der Titel hat es mir irgendwie angetan, also hab ich es mir gleich in der Bücherei ausgeliehen und zu lesen begonnen. Aber schon am Anfang hatte ich so meine Probleme mit dem Stil und der Art und Weise, wie das Buch sich verhält. Was mich am meisten gestört hat, ist der Sprung von einem Thema ins nächste. Es sind keine Sprünge, die thematisch unzusammenhängend sind, sondern schon irgendwie passen, aber... am laufenden Band wechselt er von einem ins nächste, erklärt Dinge, die vielleicht nicht zu erklären nötig gewesen wären. Legt etwas wie Argumentationslinien fest... Vielleicht ein Beispiel: 

"Dann kam er zu dem Schluss, das Heulen müsse von einer Eule stammen.Dann fiel ihm ein, dass es in der Türkei keine Eulen gab. Dann fiel ihm ein, dass er keine Ahnung hatte, ob es in der Türkei Eulen gab oder nicht, aber dass Eulen, falls es in der Türbei welche gab, wahrscheinlich nicht im städtischen Izmir waren und sie wahrscheinlich nicht klangen wie die Geister in Floyd Gottfredsons klassischem Micky Maus-Comic Das Haus der sieben Geister.Dann wurde er etwas wacher und begriff, dass hinter der Wand neben seinem Kopf Menschen Sex hatten." (S. 227)

So in etwa geht es die ganze Zeit. Von einem ins Nächste. Wobei das jetzt noch ein eher harmloses Beispiel ist. Und wenn er nicht von einem ins nächste springt, dann wiederholt er sich massiv. Sei es, dass in einem Abschnitt ein Name zehn Mal wiederholt wird. Oder dass das gleiche Verbindungswort genutzt wird. Das kann in kleinerem Umfang bestimmt ganz gut sein, aber in dem Maße war es mir einfach zu viel.

Was mich übrigens am allermeisten gestört hat, war seine Umschreibung dafür, welche Hautfarbe ein Mensch hat. Mir war es zu umständlich, zu förmlich, zu eigen. Jedes Mal wenn er diese Formulierung benutzt hat, hab ich die Augen verdreht - also... oft. 

Es gab eigentlich nur eine Stelle, bei der ich dachte, dass er wirklich recht hat:

"Ihr müsst das Werkzeug eurer Unterdrücker von euch werfen! Ihr müsst gegen Tweets über das Fernsehen rebellieren, und ihr müsst euer iPad von euch werfen, obwohl es alles verändert hat. Ihr müsst Schallplatten in euer Herz schließen und sie anhören, während ihr Taschenbücher lest, und hört auf mit den Tabletten, die euch die Ärzte eurer Eltern verschrieben haben!" (S. 349)

Wir machen uns viel zu viel aus dem Internet. Lassen uns viel zu viel davon beeinflussen. Hier habe ich nicken müssen - gerade weil ich selbst ein kleines Internetproblem habe (auch wenn ich schon recht wenig mache im Vergleich zu anderen). Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Dass das Internet nicht alles ist. Dass wir nicht dauernd verfügbar sein müssen. Dass wir leben sollten statt nur von einem Leben zu sprechen und zu schreiben, das die anderen sehen sollen. Vermutlich ist das meine einzige Einsicht, die ich aus dem Buch mitnehme. 

Ansonsten kam ich nicht wirklich mit seiner Art klar. Ich wusste nie genau, wann er etwas ernst meint, was pure Satire ist (wobei in jeder Satire ja irgendwie eine Wahrheit steckt) und was übertrieben ist. Vielleicht komme ich auch einfach mit dieser Art von Buch nicht klar - wäre nicht das erste, das mir nicht gefallen hat, das in einem solchen Stil geschrieben ist. Vor allem, weil er ziemlich vieles zu kritisieren scheint, was nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch für mich einen gewissen Wert hat. Ich meine... er kritisiert Tolkien! Wie ernst es ist ist wie gesagt die Frage. Ich fand den Umgang mit dem Buch sehr schwierig. 


Mehr möchte ich auch gar nicht zum Buch sagen. Ich würde es nicht nochmal lesen und weiß auch nicht, ob ich es empfehlen würde. Es thematisiert alles und nichts. Mir ist es zu schwammig und zu viel und auch wenn ich eine Aussage für mich mitnehmen konnte, ist das Buch einfach nichts für mich gewesen. 

Kommentieren0
3
Teilen
vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Ich hasse dieses Internet." von Jarett Kobek

Ich hasse dieses Internet | Rezension
vivreavecdeslivresvor 2 Jahren

Nach den ersten fünfzig Seiten stehe ich dem Buch bereits kritisch gegenüber, bisher hat das Buch nämlich nichts mit dem Titel zu tun. Der Mix aus realen Figuren und der anscheinend fiktiven Protagonistin wirkt sehr verwirrend. Das Lesen ist abgehackt und ich komme bisher in keinen "Fluss", da das Buch auf mich fast schon wie eine Dokumentation (?) wirkt.
Wiederholungen, die eigentlich lustig sein sollen, machen mich zunehmend aggressiv. Ich weiss nicht, wie oft Jarett Kobek auf einer Seite noch sagen möchte, wie viel oder wenig Eumelanin jemand in seiner Epidermis hat... 
Auf Seite 53 wird das Internet erstmals so richtig erwähnt. 
Ich verstehe nicht, wieso uns Lesern immer zu erklärt werden muss, warum was ist und warum es so ist, wie es ist. Beispielsweise wird erklärt, dass ein Ford / Gmail / YouTube ist. Diese Masche ist dermassen belehrend und wirkt auf mich als wolle man mich für dumm verkaufen. [kleine Anmerkung: dieses Gefühl blieb bis Ende Buch]
S.102: Ich finde das Buch extrem verwirrend. So viele Menschen, wer ist wer? Was passiert überhaupt? Auf was will man heraus? Ich bin enttäuscht, ...oder einfach zu ungebildet, weil mir die meisten Namen einfach nichts sagen.
Ich frage mich, ob ich auch solche Wörter erfinden kann, wie es auf Seite 119 getan wird: Teeheiss, der Moment, wenn man einen Tee trinkt und merkt, dass er einfach zu heiss ist.
Vielleicht mache ich einen Fehler beim Lesen. Ich möchte mich nämlich hauptsächlich auf die Geschichte von Ellen konzentrieren und warte gespannt, wann die endlich weitergeht. Die Geschichte von Adeline, die Comic Zeichnerin ist, interessiert mich nämlich herzlich wenig.
Zitat auf Seite 145, es geht um den ehemaligen US - Präsidenten George Bush und die Wahl Obamas:"Ein Wandel tritt nur ein, wenn das halbe Land verrückt genug ist, um zu vergessen, dass es an einem System des institutionalisierten Rassismus teilhat."Hoffen wir, dass nach Trump ähnlich gedacht wird! 
Bin ich eigentlich die Einzige, die Nichtnutzerin der Plattform Twitter ist?Dieses Buch ist übrigens absolut schön gestaltet und wäre sehr angenehm zu lesen, wenn der Schreibstil mir eher liegen würde. Es ist innendrin sehr schlicht angeordnet und gibt trotzdem viel her. Angenehme Länge der Kapitel, passt schön. 
S.216: Ich muss sagen, das ganze letzte Kapitel hat sich erstmals so an gefühlt, als sei es wie ein Roman gegliedert. Eine Geschichte wird erzählt, schön ausgeschmückt und ohne belehrend zu wirken.
Auch nach über 200 Seiten finde ich noch, dass das Buch extrem wenig mit seinem Titel zu tun hat. Auf der Rückseite des Buches steht nicht wie gewohnt ein Klappentext, sondern mehrere Lobe. Die wirkliche Beschreibung des Buches ist auf den ersten zwei drei Seiten zu finden. Meiner Meinung ist der reisserische Titel reines "Clickbait". Das Internet spielt zwar eine zentrale Rolle, wird aber nicht speziell negativ herausgehoben. 
Diese Tweets auf Seite 267 sind echt kreativ! 
Kann mir jemand helfen und entziffern, was %&$#?@ bedeutet? Sollte wohl ein negativ angehauchtes Wort sein. [%= N]
Auf Seite 311 wird auch endlich Ellen wieder erwähnt und ihre Geschichte weitererzählt. Den Rest hätte ich mir sparen können. Meiner Meinung nach hätte man den Fokus nicht auf die unsympathische Adeline legen sollen, sondern auf Ellen, die Nacktfotos von sich im Internet findet und deren Leben danach zerstört ist. Im Buch wird mehrmals gesagt, wie schlecht dieser Roman ist. Wie wahr!
CAN GOOGLE SOLVE DEATH? 
Wow! So wie das Buch auf Seite 348 geschrieben ist, gefällt es mir. Nicht nur so ein bisschen, nein. Hier ist der Roman echt fantastisch! Reden, provokante Texte, keine belehrenden oder besserwisserischen Stellen. Einfach voller Kraft und Elan mit einer lauten Stimme gegen die heutige Gesellschaft und das Internet klagen! So geht es ja auch - ich bin beeindruckt von diesen letzten Seiten. Trotzdem kann ich nun abschliessend sagen, dass mir das Buch nicht sehr gefallen hat. Ich habe eindeutig mehr erwartet. Es wäre echt viel herauszuholen gewesen.


http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/02/ich-hasse-dieses-internet.html


Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Jarett Kobek im Netz:

Community-Statistik

in 31 Bibliotheken

auf 10 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Worüber schreibt Jarett Kobek?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks