Wie atmosphärisch kann eine Kneipentour durch das ungewöhnlich stille Prag am Heiligen Abend sein?
Jaroslav Rudiš beantwortet diese Frage in 'Weihnachten in Prag' mit einem klaren "ja".
Jara, Kavka alias Kafka, der König von Prag und eine Italienerin begegnen sich zufällig an diesem Abend - alle ein wenig suchend, ein wenig verloren. In Kneipen mit Namen, die ein Schmunzeln hervorgerufen, entspinnen sich skurrile Gespräche: Thesen werden aufgestellt, Geschichten erzählt, Erinnerungen geteilt. So vergeht der Abend in gemeinsamer Gesellschaft.
Es ist seltsam und zugleich schön zu beobachten, wie diese sehr unterschiedlichen, teils eigenwilligen Figuren zusammenfinden und aus einem zufälligen Zusammentreffen eine besondere Erinnerung machen.
'Weihnachten in Prag' ist kein klassisches Weihnachtsbuch, und doch hat es mich auf eine leise, angenehme Weise melancholisch gestimmt.
Mit seinen knapp 91 Seiten und den stimmungsvollen Illustrationen von Jaromír 99 ist es schnell gelesen - und bleibt dennoch länger im Kopf.
Ich mochte es sehr. ✨️
Jaromír99
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Weihnachten in Prag
Neue Rezensionen zu Jaromír99
Im Luchterhand Verlag erscheint Weihnachten in Prag von Jaroslav Rudiš, illustriert von Jaromir 99.
Heiligabend in Prag: Jaroslav Rudiš streift bei Kälte und Schnee durch die leergefegte Stadt an der Moldau. Während Rudiš auf Freunde wartet, vertreibt er sich die Zeit bei einem Bier in einem Wirtshaus und trifft auf Kavka (genannt: Kafka), mit ihm begibt er sich auf eine Zoorunde durch verschiedene Kneipen. Unterwegs treffen sie den König von Prag und eine Italienerin aus Mailand. Sie laufen durch die winterliche Stadt und erzählen Erinnerungen von wundersamen Dingen.
In dem kleinen Büchlein erzählt Rudiš von einem besonderen Weihnachtsspaziergang zur Kleinseite und zur Prager Burg und in etliche Kneipen, was für die bierselige Stimmung sorgt. Seine drei Begleiter sind dem tschechischen Bieren auch nicht abgeneigt und so vermischen sich in den Erzählungen wahre Begebenheiten mit magischen Geschichten.
Das wunderschöne Cover hat mich sofort entzückt, es stammt von Jaromir 99, wie auch die anderen Illustrationen im Inneren des Buches. Er zeigt verschiedene Stadtansichten und einzelne Figuren oder Objekte, die der Geschichte das besondere Flair verleihen.
Zu Beginn bin ich der Geschichte noch gern gefolgt, doch dann vermischen die vier Figuren in ihren Erzählungen ihre wahren Erinnungen mit verträumten, fantasievollen Dingen, was die Geschichte auf mich recht unrealistisch und ziemlich melancholisch wirken lässt.
Sie treffen lachende Polizisten, hören von Karpfen mit glotzenden Augen verstorbener Bewohner Prags, treffen auf totgeglaubte Freunde und treffen sogar das Christkind. Alles etwas absonderlich und für mich nicht ganz fassbar. Dafür habe ich die Beschreibung der Stadtansichten Prags sehr genossen, wer schon einmal dort war, kann den Zauber der Stadt in der Geschichte nachfühlen. Dabei spielen auch die wunderschönen Illustrationen eine große Rolle.
Das Büchlein ist kein klassisches Weichnachtsbuch, es ist eine Geschichte, die die Ansichten und Historie der Stadt, sowie die an den Weihnachtstagen arbeitenden Menschen vorstellt. Die Figuren sprechen über Literatur, über Erlebnisse und retten Weihnachtskarpfen das Leben.
Die Stadt ist voller Historie und verschiedener Geschichten und mit jeder Ecke der Stadt verbinden die Figuren in der Erzählung eigene Erinnerungen an die Vergangenheit. Diese Gedanken waren mir aber zuweilen doch sehr verworren, vielleicht war die Vorliebe für tschechisches Bier dafür verantwortlich.
Ein besonderer Weihnachtsspaziergang an geschichtsträchtige Orte Prags, der mich leider nicht wie erhofft mitgenommen hat.
Im Luchterhand Verlag erschien vor kurzem ein kleines Büchlein, dessen Illustrationen (von Jaromír 99) und Titel es mir sofort angetan hatte. Zwar war ich noch nie zu Weihnachten in Prag, sehr wohl aber im Winter. Und ich habe an diesen Besuch noch immer intensive Erinnerungen (kein Wunder, bei dieser Stadt) – an die Burg, die Moldau, die Kälte, die ganz besondere Atmosphäre, das Gefühl, aus jeder Ecke könnte gleich Kafka hervortreten und es würde einen nicht wundern.
Und so geht es überraschenderweise unserem Protagonisten. Er trifft nämlich auf seinem nächtlichen Spaziergang durch die Stadt einen Leuchtturm namens Kavka. Und die beiden beschließen, die Nacht gemeinsam zu verbringen. Eigentlich will unser Protagonist, der gerade mit dem Zug angekommen ist, sich mit seinen Freunden zum Fest treffen, kann sie jedoch nicht erreichen. Da kommt ihm Kavka gerade recht. Mit ihm trifft er dann noch zwei weitere Menschen, die ihn durch die Stadt und die Nacht bis zu seinen Freunden begleiten.
Dieses Buch steckt voller Magischem Realismus, wie ich ihn mag. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich in Prago oder doch eher in Barca bei Daniel Sempere bin. Wobei – der viele Alkohol, der in diesem kleinen Prag-Buch vorkommt, machte mir dann doch immer wieder deutlich, dass ich nicht bei Daniel war.
Das ist auch meine einzige Kritik an dem Buch: es wurde gefühlt nur gesoffen. Das ist jetzt sicher etwas übertrieben formuliert. Aber mir war der Alkohol zu präsent, zu häufig thematisiert.
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