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jaromir

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Liebe Leute,

mein Name ist tschechisch - Jaromir Konecny. Also kein Künstlername. :-) Mein Jugendbuch "Doktorspiele" wurde verfilmt und kam am 28.08.2014 in die Kinos. Gleich am Startwochenende erreichte „Doktorspiele“ den Platz 2 in den deutschen Kinocharts. In Folge des Filmstarts möchte ich bei LovelyBooks eine Leserunde mit "Doktorspiele" starten. Mein Verlag (cbt/Randomhouse) spendet dafür 15 Exemplare von "Doktorspiele"-Taschenbuch. 

In den „Doktorspiele“-Lostopf kommen alle, die hier etwas über ihre eigenen "Doktorspiele" oder ihr „Erstes Mal“ schreiben. Dabei kann es sich auch nur um eine kurze Anekdote, ein flüchtiges Erlebnis, ja, um einen kreativen bzw. weisen Satz handeln. Bitte schreibt hier nichts „Privates“, was Euch irgendwo schaden könnte, sondern nur „Literatur“. Postet hier auch keine "Hardcore"-Geschichten für Erwachsene – obwohl „Doktorspiele“ Sexualität thematisiert, handelt es sich um ein Jugendbuch.

Warum behandle ich in meinen Jugendbüchern Sexualität?

Jeder von uns hatte in der Pubertät mit seiner Körperlichkeit Probleme, die uns unser Leben lang prägen, oder sogar belasten und krank machen. Ein Junge bekommt zwischen seinem 9ten und 15ten Lebensjahr einen 25fachen Testosteronüberschuss und muss mit dieser Sexualhormonbombe zurechtkommen. Wie kann ein Erwachsener seine Nöte als "feuchte Träume" abtun? Oder sogar eklig finden? Als ein Journalist den New Yorker Stand-Up-Comedian Lenny Bruce fragte, warum denn all seine Witze unter die Gürtellinie gehen würden, sagte Lenny: "Wenn Sie am menschlichen Körper etwas anekelt, beschweren sie sich beim Hersteller."

Eine Bekannte sagte mir: „Sex ist nicht wichtig!“ Wohl ohne überlegt zu haben, dass sie selbst nur dank Sex auf die Welt gekommen ist. Wie jeder anderer Mensch.

 Klar sind die Medien heutzutage übersexualisiert. Ist das mediale Bild der Sexualität aber nur annähernd wahr? Welche Sexualität kann ein Junge entwickeln, der sie nur aus idiotischen (frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden) Videos im Web kennt? Warum ist Gewaltdarstellung in unserer Kultur „anständiger“ als die Darstellung von Sexualität?

Vor einigen Jahren waren die Medien voller Berichte über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Wie ist es möglich, fragte ich mich damals, dass ein Mann zwanzig Jahre lang immer neue Kinder missbraucht, und niemand erfährt das? Nun, Sex wird immer noch als etwas "Schmutziges" angesehen. Die Opfer trauen sich nicht, über den Missbrauch zu reden, weil man über solche Sachen nun mal nicht reden solle. Weil sie sich selbst schuldig fühlen. Nicht zufällig findet Missbrauch vor allem in Strukturen statt, in denen das Sprechen über Sexualität tabuisiert wird.

Wenn die Jugendlichen und wir auch über diese ganzen körperlichen Sachen lachen und reden lernen, finden wir vielleicht irgendwann einen gesunden Zugang zu dem Schönsten, was uns von der Natur oder - für die Gläubigen unter uns - von Gott geschenkt wurde. Je offener wir mit unseren Kindern über die Sexualität sprechen, umso weniger Missbrauch wird es geben. Davon bin ich überzeugt.

In meinem Buch spielt der Ich-Erzähler Andi mit etwa sieben „Doktorspiele“ mit Lilli und wird davon traumatisiert. :-) Neun Jahre später verliebt Andi sich in seine Mitschülerin Katja. Da taucht Lilli wieder auf.

 Wer sich vom Sprechen über Sexualität oder von expliziter Umgangssprache verletzt fühlt, sollte wohl nicht weiter lesen und schauen.

Hier ein Video zu meinem Auftritt mit einem Auszug aus "Doktorspiele":

https://www.youtube.com/watch?v=MMNG-XCffF0

Und hier derselbe Auszug als Text:

Die Pimmelparade

Der Schnee lag auf den Schwarzwaldhügeln wie ein großer Doktorkittel. Anfang März und echt höchste Zeit, den weißen Rock auszuziehen.

„Zieh das Höschen aus!“ sagte Tim.

„Na, gut!“ sagte Lilli, hob ihren Bauch hoch, als baute sie eine Brücke, und zog sich das Höschen runter. Wir guckten uns ihr Ding aus der Nähe an. Sah saukomisch aus!

„Und jetzt du!“ sagte Lilli.

„Ich bin der Doktor!“ sagte Tim.

„Ich auch!“ sagte ich.

„Der Doktor kann auch krank sein!“ sagte sie. Tim schlüpfte aus seiner Pyjamahose.

„Nicht du!“ sagte Lilli zu ihm. „Dich kenne ich schon!“ Sie zeigte auf mich. „Der andere Doktor!“

„Ich bin ganz gesund!“ sagte ich.

„Alle müssen zeigen!“ sagte Tim.

Ich holte mein Ding raus. Lilli beglotzte ein Weilchen meine siebenjährige Nudel und seufzte dann. „Sind die alle so klein?“

„Die wachsen noch!“ sagte ich.

„Bestimmt!“ sagte Tim.

„Glaube ich nicht!“ sagte Lilli.

Seitdem habe ich meine entfernte Cousine Lilli nicht mehr gesehen. Jetzt war ich sechzehn. „Lillis Eltern fliegen nach Amerika!“ sagte meine Mutter kurz vor den Ferien beim Frühstück. "Lilli wird bei uns zwei Wochen lang wohnen."

„He?“ Lilli sollte bei uns wohnen? Lilli? Die mir mal sagte, dass mein Pimmel zu kurz ist?

Am letzten Schultag schleppten Harry und ich unseren ganzen Kram von der Schule nach Hause.

„Wann kommt diese Krankenschwester zu euch?“ fragte Harry. „Mit der du im Schwarzwald Doktor gespielt hast?“

„Lilli?“ sagte ich. „Morgen! Scheiße!“

„Die Hitze ist echt krass!“, sagte Harry.

„Gleich gehe ich unter kalte Dusche!“ sagte ich. „Kommst du zu uns? Am Freitag ist bei uns keiner zu Hause.“

„Fünf Minuten später wanden wir uns unter dem kalten Wasserstrahl.

„Warum jammerst du immer, dass du so ’n kleines Ding hast?“ fragte Harry. „Meiner ist auch nicht größer.“

„Soll’n wir messen?“

„Klar!“ Auf der Waschmaschine lag zufällig ein Lineal. :-) Unsere Pimmel waren tatsächlich gleich lang.

„Vielleicht ist deiner sogar länger als meiner, wenn er steht?“ sagte Harry. So rubbelten wir etwas und maßen unsere Ständer. Auch gleich.

„Yogis können ziemlich große Gewichte am Pimmel tragen“, sagte Harry.

„Ich kann dran die Blumenkanne tragen!“ sagte ich und haute mir die Plastikkanne zum Blumengießen auf den stehenden Schwengel. Tätärätä! Harry hängte sich die Kosmetiktasche meiner Schwester Christine dran, und wir marschierten aus dem Badezimmer. „Hey, hey, gib’s mir, Baby! Hey, hey, gib’s mir!..“ Wir brüllten beide unseren neuen Song, marschierten zum Spiegel im Flur und schmissen dort ein paar playgirlreife Posen.

„Soll’ma uns nicht so abblitzen?“ fragte ich.

„Wäre sicher lustig“, sagte Harry. Wir marschierten mit der Kanne und der Kosmetiktasche an unseren Pimmeln ins Wohnzimmer, zu Mutters Digitalkamera. Die Kamera lag im Regal über der Glotze. „Hey, hey, gib’s mir, Baby! Hey, hey, gib’s mir!..“ Wir schwenkten unsere Hüften im Rhythmus des Songs wie Hulla-Hulla-Tänzerinnen. Die Kanne und die Kosmetiktasche immer hoch in der Luft. Ich packe die Kamera, hole noch mal tief den Atem, um so richtig los zu brüllen, Harry hinter mir wohl auch, weil ich in der so kurz entstandenen Stille plötzlich, „ehmm, ehmm“, aus der Ecke, wo das Sofa steht, höre, und gleich, „hüstel, hüstel…“ Nackt wie ich bin, mit der Kamera in der Hand, und der Blumenkanne an meinem Ständer hängend, drehe ich mich um und starre. Harry inzwischen auch! Auf dem Sofa hockt ein blonder Engel mit Zöpfen und einem Buch in der Hand. Statt aber zu lesen, glotzt sie uns an. Wir sind ja interessanter als ein Buch. Sie steht vom Sofa auf und kommt zu uns. „Ich bin Lilli!“ sagt sie. „Hey! Andi! Du bist seitdem ganz schön gewachsen! Erinnerst du dich noch an mich!“

„Kl…ar!“ stammele ich hervor, reiße die Kanne von meinem Pimmel runter und stecke ihn hinein. Auch Harry zögert nicht, haut seinen Ständer in die Kosmetiktasche und wir beide hop, hop in Känguru-Schritten zur Wohnzimmertür. Verdammt! Harry und ich kommen uns in die Quere, stürzen zum Boden, doch wie Hirsche springen wir sofort auf und jagen hinaus. Gleich im Flur sind unsere Ständer flöten gegangen.

„War das deine Krankenschwester aus Kiel?“ fragte Harry.

„Ja!“ sagte ich. „Wir machen halt bei den Doktorspielen weiter, wo wir aufgehört haben.“

„Das waren keine Doktorspiele mehr!“, sagte Harry. „Das war Porno Dancing, Mann!“ Und da kriegten wir beide einen Lachkrampf, bis wir vor lauter Lachen mit den Köpfen in den Wäschekorb trommelten. Mann! Jetzt hatte ich mich bei Lilli im besten Licht gezeigt! War echt neugierig, ob ich’s in den kommenden zwei Wochen noch steigern konnte.

Autor: Jaromir Konecny
Buch: Doktorspiele

Antek

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Jeep, du hast die Leserunde ja schon angekündigt, wenn der Film in die Kinos kommt, hat es da geheißen. Seit letzte Woche Donnerstag halte ich täglich Ausschau und heute ist sie da. Ich würde natürlich super gerne mitlesen.

jaromir

vor 3 Jahren

Antek schreibt:
Jeep, du hast die Leserunde ja schon angekündigt, wenn der Film in die Kinos kommt, hat es da geheißen. Seit letzte Woche Donnerstag halte ich täglich Ausschau und heute ist sie da. Ich würde natürlich super gerne mitlesen.

Ich bitte um Verzeihung, dass ich damit so spät dran bin, musste aber noch zwei Bücher fertig schreiben, und durch den Film gibt's jetzt viel Schönes, was man wie immer aber auch mit ein bissl Zeit bezahlen muss.

Klar bist Du im Topf. Einen hübschen Satz zu "Doktorspiele" lieferst Du sicher spätestens in Deiner Rezi nach - wie ich Dich kenne. Und jetzt muss ich unbedingt ins Kino. :-)

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moorlicht

vor 3 Jahren

Plaudereien :-)
@jaromir

Wo du recht hast, hast du recht. ;) In dem Sinne geh ich mal zum Morgenkaffee und warte darauf, dass meine Hirnzellen nachkommen *g*

jaromir

vor 3 Jahren

Plaudereien :-)

moorlicht schreibt:
Wo du recht hast, hast du recht. ;) In dem Sinne geh ich mal zum Morgenkaffee und warte darauf, dass meine Hirnzellen nachkommen *g*

:-)

jaromir

vor 3 Jahren

Liebe Leute,

dank Euch habe ich's auf die Shortlist "Beliebtester LovelyBooks Autor 2014" geschafft. Klar würde ich mich über eine Medaille freuen. :-) Hier kann für die Shortlist abgestimmt werden:

http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2014/abstimmungen/beliebtester-lovelybooks-autor/#liste

Danke und liebe Grüße

Jaromir

jaromir

vor 3 Jahren

Pünktlich am Valentinstag ist heute mein eBook "Haarscharf. Höhepunkt mit Hindernissen" erschienen - die Ich-Erzählung der 17jährigen Marie und ihres kuriosen ersten Mals. Danke für die Unterstützung! :-)

http://www.amazon.de/Haarscharf-Roman-Jaromir-Konecny-ebook/dp/B00SMRWY0M/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1423898148&sr=1-2&keywords=haarscharf

jaromir

vor 2 Jahren

Liebe Leute,

habe gerade eine Leserunde mit meinem neuen Krimi "Falsche Veilchen", der losen Fortsetzung von "Tote Tulpen", erstellt und würde mich sehr freuen, wenn Ihr mitmachen könntet. :-)

http://www.lovelybooks.de/autor/Jaromir-Konecny/Falsche-Veilchen-1126529836-t/leserunde/1159521882/1159519241/

Poetische Grüße

Jaromir

Autor: Jaromir Konecny
Buch: Falsche Veilchen

jaromir

vor 2 Jahren

Liebe Leute,

die Leserunde zu meinem Poetry Slam Roman "Herz Slam" wurde gestartet. Würde mich freuen, wenn wir uns da treffen und wieder mal etwas quatschen könnten :-) :

http://www.lovelybooks.de/autor/Jaromir-Konecny/Herz-Slam-1196032319-w/leserunde/1196442084/

Liebe Grüße

Jaromir

jaromir

vor 2 Jahren

Hier ein Interview mit mir am zweiten Tag der schönen "Herz Slam"-Blogtour, zumal an einem für mich besonderen Tag :-) :

http://www.manjasbuchregal.de/2015/11/blogtour-herz-slam-von-jaromir-konecny.html?showComment=1446360957501#c595481388492462350

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