Jaron Lanier Wem gehört die Zukunft?

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Inhaltsangabe zu „Wem gehört die Zukunft?“ von Jaron Lanier

"Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt." Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die "schöne neue Welt" nimmt Gestalt an, und es wird höchste Zeit, ihr etwas entgegenzusetzen. Internetpionier und Cyberguru Jaron Lanier liefert eine profunde Analyse der aktuellen Trends in der Netzwerkökonomie, die sich in Richtung Totalüberwachung und Ausbeutung der Massen bewegt. Der Bestseller aus den USA endlich auf Deutsch!

Nach dem Buch hatte ich mehr Respekt und ein kritischeres Auge für Facebook, Google und Co.

— Dorfwolf
Dorfwolf

Sirenenserver & IT Nerds krempeln die globale Ökonomie um um die Mittelschicht als Konsumenten zu stützen. Zukunftsvisionen à la SciFi

— thursdaynext
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    Wem gehört die Zukunft?
    Dorfwolf

    Dorfwolf

    17. July 2015 um 20:55

    Das Buch habe ich zum Geburtstag bekommen, da mich Technologie sehr interessiert, deshalb kannte ich mich in dem Bereich schon ein bisschen aus. Doch das Buch war auf einem ganz anderem Level (was auch an dem Autor liegt, welcher von Anfang an schon dabei war). Das Buch gibt einem einen Total neuen Einblick im Bereich Facebook, Google & Co. , aber auch von der Zukunft und von der Geldfrage im Internet.  Dieses Buch ist für alle Lesenswert, welche sich im Bereich Technologie ein bisschen mehr Wissen wollen wie es hinter den Kulissen aussieht und was das Internet für eine Gewicht für Politik, Wirtschaft und Ökonomie ist.

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  • Das neue Leiden des Odysseus

    Wem gehört die Zukunft?
    rallus

    rallus

    Eine Gemeinschaftsrezi von Thursdaynext und Rallus Ein Buch über unsere Zukunft? Von einem Informatiker, der letztes Jahr den Friedensnobelpreis bekommen hat. Ist das auch für Nichtnerds verständlich? Ja, definitiv. Was hat dies mit Odysseus zu tun? Nach der Lektüre wird sich so mancher an den virtuellen Mast binden. Viele tun es bereits heute, ihre Ohren sind aber dabei verstopft. Jaron Lanier erläutert anschaulich, weshalb man Ohren entstopfen und besonders das HIRN freimachen sollte. Jaron Lanier entwickelt in seinem Buch 3 Hauptideen, wie die Zukunft mit den neuen Medien zu gestalten ist. Dabei geht er von dem Konzept der 'Sirenenserver' aus. Diese sind Superserver, die fleißig Daten der Nutzer sammeln und sie für ihre Zwecke gebrauchen. (Amazon, Facebook, Google, NSA) Dem Ruf des Sirenenservers muss man nicht folgen, aber macht er einem die Arbeit nicht einfacher, wird das Leben nicht schöner? Wenn ich alle Fotos auf Facebook poste, in Kontakt mit meinen Freunden bin und sehe was sie tun? Alles umsonst - wow! Mitnichten! Unmengen Daten zum Abgreifen für die Werbespione der Obengenannten. Was passiert, wenn der Server nicht funktioniert, langsam ist, die Daten weg sind?! Bin ich dann virtuell tot? Das ist der Erste Punkt von Lanier 1) Das Risiko wird auf die Benutzer abgewälzt, nicht auf die Betreiber der Sirenenserver und Informationssammler. Sirenenserver von Gesundheitsversicherern sammeln z.B. Gesundheitsdaten von allen Menschen, denn versichert werden sollen nur diejenigen, bei denen das Risiko gering ist, die nicht krank sind. Die Beiträge sind dann bei diesen sehr gering, doch die, die einen Schutz benötigen, haben keinen. Bezahlt wird dies letztendlich von der Allgemeinheit, die die Kranken mittragen muss, also jeder. Dies ist insgesamt teurer - für die Gemeinschaft. Die Sirenenserver schöpfen somit den Rahm ab, ohne eigenes Risiko. Woher kommen eigentlich die Daten, die ein Maximum an Gewinn bringen? Natürlich von allen Benutzern der Server. Doch diese Daten werden umsonst hochgeladen. Somit hat der Server (bzw. der Betreiber) eine Win-Win Situation. Ich bezahle nichts für die Informationen und kann sie noch gewinnträchtig vermarkten. Wenn Benutzer für ihre Daten entlohnt werden sieht die Situation anders aus. Lanier entwickelt sogar eine detaillierte über Generationen funktionierende Abrechnung des Urheberrechtes. Denn: 2) Die Informationen der Benutzer, die diese abgeben, sollen bezahlt werden. Jeder gibt bereitwillig Daten ab, ohne entlohnt zu werden. Es ist ja das Meiste umsonst - doch obacht! Durch Monopolisierung wird eine Macht geschaffen, die im Prinzip alle Preise diktieren kann. Und wenn Server die Daten verwenden können, sollen die Urheber monetär entschädigt werden. "Die Grundidee der humanistischen Informatik lautet, dass die Herkunft wertvoll ist. Hinter Informationen verbergen sich immer Menschen, und Menschen müssen für den Wert bezahlt werden, den sie zu einem digitalen Netzwerk beitragen und der dort verschickt oder gespeichert werden kann." Das Urheberrecht ist auch einer der sogenannten Deiche, die die Mittelschicht vor den Superreichen schützen. Dieser Deich und andere sind im Laufe des digitalen Zeitalters aufgeweicht. Dadurch ist die Mittelschicht gefährdet. Dies belegt er mit der immer freieren Verfügbarkeit von Musik, Fotos oder Beiträgen, die von den Urhebern frei ins Internet gestellt werden und die vorher davon lebende Mittelschicht der Musiker, Fotografen und Journalisten gefährdet, bzw. untergräbt. Interessant ist auch die technische Verbesserung des Urheberrechtes durch sogenannte 'Two-Way' - Links. So sieht jeder Autor, wo sein Artikel gerade verwendet wird. 3) Die Mittelschicht muss gestärkt werden, mit Deichen, ansonsten frisst sich der Markt selbst auf. Die Sirenenserver vernichten mehr Arbeitsplätze als sie schaffen. Dadurch wird die Mittelschicht verkleinert und das Kapital schnell umverteilt - nach oben in Richtung der Sirenenserver. "Wenn nur bestimmte privilegierte Marktteilnehmer Kapital besitzen, während alle anderen lediglich Dienstleistungen kaufen können, wird sich der Markt schließlich selbst auffressen und zu einem Nichtmarkt werden." Insgesamt hat Lanier nichts gegen eine weiterführende Sammlung von Informationen und Nutzung - aber nur wenn diese drei Punkte berücksichtigt werden und - ganz wichtig der Faktor Mensch. "Wenn wir eine Welt erschaffen wollen, die gut ist für den Menschen, dann muss der zuhnehmenden Gleichsetzung von Menschen und Maschinen entgegengewirkt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass dem technischen Fortschritt eine Philosophie zugrunde gelegt wird, in der Menschen keine herausgehobene Stellung mehr innhaben." Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt, die Technik dient dem Menschen und wird ihm nicht gleichgesetzt. Das geht auch wegen der fehlenden Biologie nicht. Nebenbei entwickelt er auch noch interessante Zukunftsvisionen wie den 3D Drucker, der das neue Tablet bequem von zu Hause druckt. Insgesamt ein sehr interessantes und auch für Nicht-Informatiker sehr lesenswertes Buch. Lanier erklärt bildhaft und mit vielen Anekdoten aus seinem wechselreichen Leben, auf was für Irrwegen wir sind und was für Folgen dies hat. Er zeigt uns auf, wie wir diese verlassen können und was wir in Angriff nehmen müssen, denn so fahrlässig wie wir mit unseren Daten und dem Internet umgehen, sind wir auf dem Holzweg. Dass dies nicht von heute auf morgen passiert und dass auch die Politik regulierender eingreifen muss, wird einem nach der Lektüre klarer. Was das Buch so liebenswert macht, ist ein schon fast infantiler Grundpositivismus der es durchzieht. Lanier glaubt an die Zukunft und versucht sie zu verbessern - im Sinne der Menschen, denn: Die Zukunft gehört nicht der virtuellen Realität sondern dem Menschen!

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  • Die neue Macht über das neue „gläserne Leben“

    Wem gehört die Zukunft?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. June 2014 um 09:14

    Die neue Macht über das neue „gläserne Leben“ Um es vorweg zu sagen, die konstruktive Seite dieses Buches, die Ideen, die Lanier entfaltet, um „dem Übel“ entgegen zu treten, die geraten schwierig. Weniger im gedanklichen Bereich, eher im praktisch-technischen Bereich. Aber die Fragen, die Lanier aufwirft, der Kern dessen, für das er dem Leser die Augen öffnen möchte, der ist trotz seiner eher schlichten Reduzierung auf das „Eigentum“ und Normalität, für eine „eigene Leistung“ auch bezahlt zu werden, so man diese nicht „freiwillig ehrenamtlich erbringt“, durchaus augenöffnend. Mannigfaltig greifen die Big Player im Internet (allzu) bereitwillig zur Verfügung gestellte Daten ab, welche die Nutzer „von sich geben“ (auch nachzulesen in der „digitalen Vermessung). Daten, die bares Geld wert sind. Denn unter anderem der gesamte „Wert“ von Facebook an der Börse liegt ja z.B. in der Prognose begründet, dass Facebook Geld verdienen wird, ein profitables Unternehmen ist und dies noch ausbauen wird. Die „Ware“ auf Facebook aber sind die Informationen über die Nutzer. Ähnlich wie bei Google, wo werberelevant gearbeitet wird und Nutzerverhalten umgehend mit „Unternehmen und Angeboten“ zusammengeführt werden. Wofür jene Unternehmen dann natürlich ihren Obulus entrichten. Stand aktuell somit ist, dass das „Internet“ den Nutzern Kosten verursacht. Direkt durch Gebühren, direkt durch Auswertung ihrer (kostenfrei erbrachten) Daten, indirekt auch dadurch, dass immer weniger Arbeitsplätze geschaffen werden, immer mehr Mitarbeiter (auch in der „alten, realen“ Wirtschaft überflüssig werden und für beides, die „Erbringung von Leistungen“ und den „Wegfall“ realer Einkommen und Kaufkraft keine Erstattung stattfindet. Momentan also noch ein Paradies für die „Big Player“ des Internet, die mit wenig Kosten einen hohen Gewinn generieren, durch ihre Millionen bis Milliarden „kostenfreien“ Mitarbeiter, die erst das verkaufbare „Gut“ dieser Net-Unternehmen erzeugen. Immer anhand eingängiger Beispiele illustriert Lanier dabei seine Thesen und zeigt im ganz praktischen Leben auf, wie die digitale Technik Menschen zu messbaren Faktoren reduziert, die dann meistbietend „verkauft“ werden, wie „gefräßige Datensammler“ auch Veränderungen im bis heute „analogen Leben und Wirtshaften“ vorantreiben. Wer also droht, demnächst „Eigentümer der Welt“ zu sein? Einige Wenige an den Schaltstellen der großen, digitalen Anbieter, die ob der kostenfreien „Ausbeute“ an persönlichen Daten die einzelnen Menschen immer mehr „in die Schlinge“ ziehen. Das ist interessant zu lesen und passt in die vielfachen aktuellen Diskussionen über die Macht der „Big Player“ wie Google und Facebook und dem damit einhergehenden allgemeinen Unwohlsein bei der Frage, wer alles was über einen schon weiß oder wissen wird. Wie sorglos viele mit ihren Daten „hausieren“ gehen. Und wie der Satz immer mehr Wirklichkeit werden kann: „Willst Du nicht, dass es öffentlich wird, dann tue es nicht“. Und auch wenn sein Aufruf zu einer „humanistischen Informationsökonomie“ noch ein wenig vage klingt, auch wenn konkrete, umsetzbare Ideen im Buch fehlen, ein „Wach werden“ steht an, ein kritischer Blick auf all das, was da kontenfrei „gesaugt“, ausgewertet und verkauft wird durch wenige unter Wegfall zigtausender Arbeitsplätze und Verdrängung ganzer Kulturlandschaften ( wie den Buchdruck und die Vielfalt von Verlagen und Mediengruppen). Eine sehr interessante Lektüre, trotz mancher polemischer Zuspitzung, trotz mancher mangelnder Differenzierung und trotz der Tatsache, das Lanier wenig aktuell gangbare Lösungen anzubieten hat.

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  • Leseschnipsel, Zitate und persönliche Gedanken

    Wem gehört die Zukunft?
    hofmannboos

    hofmannboos

    28. April 2014 um 09:00

    Du bist nicht der Kunde der Internet-Konzerne, du bist ihr Produkt Hinter einem "Sirenenserver" verbergen sich enorme Rechnerleistungen, die alle anderen Rechner im Netzwerk übertreffen und ihren Eigentümern auf den ersten Blick einen garantierten Weg zu unbegrenztem Erfolg bieten. (S. 18) Die entscheidende Frage unserer Zeit lautet, ob wir [...] lernen werden, dem Lockruf der 'Sirenenserver' zu widerstehen. (S. 19) Egal, welches neue Machtzentrum Sie genauer unter die Lupe nehmen. Sie werden feststellen, dass ihm immer ein "Sirenenserver" zugrunde liegt. (S. 19) Bei dem, was ich "Sirenenserver" nenne, handelt es sich in der Regel um gigantische Rechenzentren an entlegenen Orten mit einer eigenen Energieversorgung und einem speziellen, natürlichen Standortvorteil, etwa einem abgelegenen Fluss, dessen Wasser man zur Kühlung verwenden kann, da riesige Mengen an Abwärme entstehen. (S. 20) Wir müssen lernen, den Gesamtzusammenhang zu betrachten, nicht nur die "Gratis"-Verlockungen vor unseren Augen. Unsere schicken Gadgets, unsere Smartphones und Tablet-Computer, haben uns einen neuen Zugang zur Welt verschafft. Wir kommunizieren regelmässig mit Menschen, von deren Existenz wir vor dem Netzwerkzeitalter nicht einmal gewusst hätten. Wir können jederzeit Informationen zu fast jedem Thema finden. Aber wir haben auch erfahren, dass unsere Geräte und die aus idealistischen Motiven entstandenen digitalen Netzwerke von ultra-mächtigen, fernen Organisationen genutzt werden, um uns auszuspionieren. Wir werden stärker analysiert, als wir analysieren. (S. 22) Der Sieg der Passivität über die aktive Mitbestimmung ist erschütternd. (S. 23) Damit die Menschen den Verlust der Freiheit widerspruchslos akzeptieren, muss man diesen Verlust anfangs wie ein Schnäppchen wirken lassen. Den Verbrauchern werden "kostenlose" Dienste angeboten (etwa Suchmaschinen und soziale Netzwerke), wenn sie sich dafür ausspionieren lassen. Die einzige "Macht", die der Verbraucher hat, besteht darin, nach einem besseren Angebot Ausschau zu halten. (S. 24) Frei sein bedeutet, eine Privatssphäre zu haben, in der Sie Ihren eigenen Gedanken nachhängen und Ihre eigenen Erfahrungen machen können, bevor Sie diese der Welt draussen präsentieren. (S. 24)

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