Jaroslav Kalfar Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt

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Inhaltsangabe zu „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ von Jaroslav Kalfar

Jakub Procházka, erster Raumfahrer der tschechischen Geschichte, träumt davon, seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen. Doch nach dreizehn einsamen Wochen im All beginnen Jakubs Sinne verrückt zu spielen. Als dann auch noch seine Frau mit ihm Schluss macht, nimmt die Mission einen ungeahnten Lauf. »2018, Odyssee im Weltraum: Jaroslav Kalfars außergewöhnliches Debüt ist nicht von dieser Welt.« The Guardian April 2018: Die JanHus 1, das erste Raumschiff in der tschechischen Geschichte, erhebt sich in den Himmel. Eine ganze Nation ist auf den Beinen, um den Start vom staatseigenen Kartoffelacker aus mitzuverfolgen. Die Besatzung besteht aus einem einzigen Raumfahrer: Jakub Procházka, Spross einer Kollaborateursfamilie und Professor für Astrophysik mit einschlägiger Erfahrung in der Erforschung interstellaren Staubs. Nach dreizehn eintönigen Wochen im All ist der Forscherdrang Jakubs jedoch beinahe erloschen. Einziger Lichtblick sind die wöchentlichen Video-Chats mit seiner Frau Lenka. Doch als die ihn verlässt, gerät Jakubs Leben im Orbit in Schieflage. Und als wäre das nicht genug, schleicht sich auch noch ein haariger, achtbeiniger Mitbewohner in Jakubs Raumschiff ein. Jaroslav Kalfars Debüt ist verrrückt und voll überbordender Phantasie, dabei romantisch und ein klein wenig philosophisch.

Philosophisch, packend, politisch

— derbuecherwald-blog
derbuecherwald-blog

Lesenswerter Erstling

— La_Stellina
La_Stellina

Parabelflug in die tschechische Geschichte

— Schugga
Schugga

Ein ungewöhnlicher, aber empfehlenswerter Roman

— striesener
striesener

Was ist real, was Einbildung? Eine philosophisch angehauchte Reise ins All mit einem Helden der anderen Art.

— IcePrincess
IcePrincess

Schwindelerregende Reise durch die Gedankenwelt des Helden.

— Bibliomarie
Bibliomarie

Robinson Crusoe und der Marsianer treffen Kafka und Kundera...

— smayrhofer
smayrhofer

Extrem verrückt, doch dadurch sehr spannend

— JojoTau
JojoTau

Philosophisch, skuril und emotional!

— Flammenstern25
Flammenstern25

Voll von tschechischer Geschichte und tiefer Lebensweisheit von einem jungen Autor mit alter, weiser Seele. Wunderschön

— MelaKafer
MelaKafer

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  • Sehr philosophische Geschichte

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    derbuecherwald-blog

    derbuecherwald-blog

    20. July 2017 um 17:44

    Vollständige Rezension: Der BücherwaldIch muss zugeben, dass mich "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" überrascht hat. Ich hatte einen sehr wissenschaftlichen Sci-Fi Roman erwartet. Stattdessen bekam ich ein außerordentlich packendes und philosophisches Werk. Natürlich sind ein paar trockene und wissenschaftliche Abschnitte dabei. Doch dieses Buch konnte mich wirklich fesseln. Denn ein wichtiger Punkt ist, dass es auch viele Kapitel über Jakubs Kindheit gibt. Denn auch diese war nicht gerade ein Zuckerschlecken. Die vielen Unruhen in Tschechien zu dieser Zeit, haben Jakubs Leben gezeichnet. Daher konnte ich es kaum erwarten mehr über Jakub selbst und sein Schicksal zu erfahren. Durch die Rückblicke hat das Buch auch einen leicht politsichen Touch und ich habe viel über die tschechische Geschichte erfahren. Vor allem aber wird in dem Buch viel philosphiert-über Menschlichkeit, die Liebe, das Leben, das Schicksal...So konnte ich viele schöne Zitate entdecken, die ich mir natürlich auch gleich markiert habe.Selbstverständlich ist dieser Roman nicht besonders ereignisreich, da Jakub ja die meiste Zeit allein (bzw. mit Hanus) im Weltall schwebt. Aber vor allem die Rückblicke konnten eine gewisse Spannung entwickeln.Trotzdem fällt es mir schwer das Buch wirklich als perfekte Lektüre zu bezeichnen, weil mir irgendwie noch das Tüpfelchen auf dem i fehlt. Besonders der Moment, als Jakub dabei ist Chopra zu erreichen, ist etwas verworren, das hätte man vielleicht noch besser lösen können.Die Charaktere waren unterschiedlich gut dargestellt, man erfährt viel über Jakub und seine Großeltern, aber zu manchen Personen erhält man nur sehr spärliche Informationen, vor allem zu Lenka und Jakubs Mutter. Zu diesen Personen kann man so leider keine richtige Verbindung herstellen und sie bleiben unbekannte Schatten.

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  • Lesenswerter Erstling

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    La_Stellina

    La_Stellina

    19. July 2017 um 21:33

    Der bei seinen Großeltern aufgewachsene Jakub fliegt als erster tschechischer Astronaut ins All, um einen unbekannten Nebel genauer zu erforschen. Leider muss er für dieses Vorhaben seine Freundin Lenka zurücklassen. Die Beziehung der beiden wurde bereits vor seiner Reise auf eine harte Probe gestellt, da sie leider nicht wie gewünscht schwanger geworden ist. Nun da Jakub aber zig Tausend Kilometer von ihr entfernt ist, verlässt Lenka ihn bereits nach wenigen Wochen und lässt die wöchtentlichen Video-Chats ausfallen. Jakub fällt daraufhin in ein tiefes Loch und frönt Nutella und Whiskey. Alleine im Weltall, entdeckt er ein außerirdisches Wesen, das sich in sein Raumschiff eingeschlichen hat. Zuerst geht er davon aus, dass ihm sein Verstand einen Streich spielt, doch das Wesen bleibt und er verarbeitet seine Kindheit, Teenagerzeit und die Zeit mit Lenka... Jaroslav Kalfar's Erstling ist ein sehr philosophisches aber trotzdem unterhaltsames und an einigen Passagen sehr lustiges Buch. Jakubs Lebensgeschichte wird vom Anfang bis zum Ende durcherzählt dazwischen, findet man wieder Einschübe aus dem Weltall bzw. der Haupthandlung. Mit dem Schreibstil bin ich anfangs nicht so gut klar gekommen, das hat sich aber nach wenigen Kapiteln gelegt.

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  • Parabelflug in die tschechische Geschichte

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Schugga

    Schugga

    17. July 2017 um 22:28

    Ein mysteriöses Phänomen bewegt seit kurzem die Welt: Die kosmische Staubwolke Chopra, zwischen Venus und Erde gelegen und den Nachthimmel in ein violettes Zodiakallicht tauchend. Nachdem erste Sonden keine Ergebnisse brachten und sich kein Land so recht traut, seine Landsleute dorthin zu senden, kauft die tschechische Regierung kurzer Hand ein Second-Hand-Raumschiff von den Schweizern und schießt Jakub Procházka im April 2018 ins All. Dies ist die Geschichte von Jakub Procházka, Professor für Astrophysik, erster tschechischer Raumfahrer und Sohn eines Kollaborateurs. Als Leser begleitet man Jakub ins Weltall ebenso wie in Rückblenden in die Zeit seiner Kindheit und seiner Studentenjahre. Man erlebt mit, wie seine anfängliche Euphorie der Reise einer Langeweile und Zukunftsangst weicht, unterbrochen von wöchentlichen Video-Chats mit seiner Frau. Als diese ausbleiben, beginnt sich ein außerirdisches Wesen bei ihm zu melden - Realität oder beginnender Wahnsinn? Vor allem die Rückblenden in die Vergangenheit Tchechiens und insbesondere in Jakubs früheres Leben sind sehr beeindruckend und interessant geschildert. Das Alien ist an Jakubs Leben interessiert - ob dieses wirklich existiert oder nur in Jakubs Wahnvorstellungen bleibt der Interpretation des Lesers überlassen. Die Raumfahrt an sich bleibt hierbei relativ nebensächlich. Der zweite Teil des Romans im Anschluss an Jakubs Weltraumabenteuer befasst sich schwerpunktmäßig mit seiner Vergangenheitsbewältigung privater sowie politischer Natur und einer Selbstfindung, welche sich für meinen Geschmack einiger unnötiger Längen bedient, die nicht hätten sein müssen. Müsste ich das Buch in wenigen Worten beschreiben, würd ich sagen, dass der Protagonist an einem Wendepunkt seines Lebens steht, an welchem er sein bisheriges Leben gezwungen wird zu reflektieren, Vergangenes zu bewältigen und eine neue Sicht der Dinge anzunehmen. Inwieweit der Wahnsinn sein Mitwirken zeigt mag jeder Leser für sich entscheiden.

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  • Wundervolles Debüt, poetisch und originell

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Dex-aholic

    Dex-aholic

    16. July 2017 um 02:32

    Der Titel hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Es klang ein wenig nach Geschichte, aber auch ein bisschen philosophisch und zum Nachdenken anregend. Beides trifft zu und es kam noch so einiges mehr auf mich beim Lesen zu...Wir sind im Jahr 2018 und Tschechien sieht seine Chance gekommen, auch mit einer einmaligen "Heldentat" eines seiner Kinder in die Geschichte eingehen zu können. Jakub tritt eine Mission in den Weltraum an, um einen geheimnisvollen Nebel zu untersuchen und sich selbst auch zu beweisen, dass er nicht dem Fluch seines Vaters unterliegt. Als nach 13 Wochen dann auch noch seine Frau mit ihm Schluss macht, droht Jakubs Realität zu Bruch zu gehen. Plötzlich taucht ein fremdes Wesen bei ihm auf, dass ihn an seinem Verstand zweifeln lässt. Aber nach tiefer gehenden Unterhaltungen, geteilten Erinnerungen und Nutellagläsern, nimmt Jakub seine Welt und Gedanken mit anderen Augen wahr. Bis zu einigen ereignisreichen Wendungen...Das Lesen dieses Buches hat wirklich Spaß gemacht. Man verliert sich schnell in den tiefsinnigen, aber auch umgangssprachlichen und gelegentlich auch poetischen Beschreibungen und Erzählweisen, sowie in Jakubs Gedankensprüngen. Seine Kindheit und die beschriebenen harten Zeiten in den Jahren vor der Wende, sind zum einen herzzerreißend, aber auch witzig und mit vielen wahren politischen Anekdoten geschmückt. Ich war wie gefesselt von Jakubs Weg durch seine  Lebensgeschichte und seinen Gedanken über die Welt, die Politik und die Menschen (und Wesen), die er lieb gewonnen hat und die ihm am Herzen liegen.Ich kann dieses Buch nur empfehlen, man sollte sich aber Zeit dafür nehmen. Ich bin gespannt, was der Autor nach diesem Debüt noch so in Petto hat.

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  • Ein ungewöhnlicher, aber empfehlenswerter Roman

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    striesener

    striesener

    15. July 2017 um 19:42

    Das Buch erzählt die Geschichte von Jakub Procházka, dem ersten tschechischen Raumfahrer. Seine Mission ist die Untersuchung einer seltsamen Wolke, die vor einiger Zeit im All aufgetaucht ist. Jakub, der Sohn eines regimetreuen kommunistischen Folterers, musste nach der Wende für die Sünden seines verstorbenen Vaters büßen und trägt auch als Erwachsener noch schwer an dieser Last. Der Roman begleitet Jakub in der Isolation seiner Weltraum-Mission und legt über Rückblenden und Erinnerungen das Leben des Raumfahrers offen. Die stärksten Momente hat der Roman, welcher in der Ich-Perspektive erzählt wird, m.E. in der Schilderung der Kindheit von Jakub. Hier kommt die angenehme und bildhafte Sprache des Autors besonders zur Geltung. Die Schilderung der Ereignisse im Weltraum, welche durchaus philosophische Tiefe haben, haben mich dagegen weniger gefesselt. Insgesamt erzählt der Roman einer aberwitzige, unterhaltsame und absolut lesenswerte Geschichte, die aus meiner Sicht ein wunderbares Ende hat. Eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf eine philosophische Reise in den Weltraum haben. 

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  • Ein Roman der anderen Art - aber sehr zu empfehlen

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    IcePrincess

    IcePrincess

    14. July 2017 um 16:37

    Zusammenfassung: Jakub wuchs bei seinen Großeltern auf, nachdem seine Eltern bei einem Seilbahn Unglück ums Leben kamen. Sein Vater war Spitzel der Regierung, und dementsprechend war die Familie nicht gut angesehen. Einige Zeit, nachdem der Junge seine Eltern verlor, taucht ein Fremder mit einem Eisenschuh bei der kleinen Familie auf. Er wurde einst von Jakubs Vater gefoltert, weil er gegen die Regierung war, und ein dementsprechendes Gedicht verfasst hatte. Der unerwünschte Besucher hinterlässt bleibende Spuren bei Jakub - er hasst ihn abgrundtief. Durch Intrigen und Erpressung versucht der Fremde Jakub und seine Großeltern aus dem Dörfchen und ihrem Haus zu vertreiben, und um sie loszuwerden, schreckt er scheinbar vor nichts zurück... Jahre später: Jakub ist als erster tschechischer Astronaut auf dem Weg ins All um einen unbekannten Nebel zu erforschen, und eine Probe zu entnehmen. Die Vorschriften nimmt er nicht so genau und genehmigt sich hier und da Nutella, oder lässt die Trainingseinheiten sausen. Sein einziger Halt, praktisch sein Anker ist seine Frau Lenka. Die beiden unterhalten sich einmal pro Woche per Livechat, und für diese Treffen wirft Jakub sich richtig in Schale. Doch dann kommt der Tag, an dem Lenka nicht auftaucht. Sie hat dass Gebäude der Raumfahrtbehörde fluchtartig verlassen, kommt nicht zurück und keiner weiß wo sie ist. Für Jakub bricht eine Welt zusammen und sein Anker zu Erde ab. Als dann ein auserirdisches Wesen Kontakt zu ihm aufnimmt, zweifelt er vollends an seinem Verstand, und denkt er leidet am Weltraumkoller. Denn seitdem dieses Wesen aufgetaucht ist, häufen sich Erinnerungen an seine Kindheit, Jugend, an Lenka und daran, wie er sein zu Hause verlor... Meine Meinung: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ist vieles - SciFi, ein bisschen Romantik, Vergangenheitsbewältigung und vorallem sehr philosophisch.  Man erfährt sehr viel von Jakub und wie sein Leben aus den Fugen geriet, durch die Taten seines Vaters. Auch wie er - trotz seines dunklen Erbes wie er meint - seinen Weg im Leben meistert und findet. Die o. g. Elemente sind sehr gut verarbeitet, ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt oder quer gelesen. Jeder Satz ist oder kann wichtig sein. Jaroslav Kalfar hat mit seinem Debütroman etwas geschaffen, was nicht vielen gelingt. Philosophische Eindrücke, die Frage warum sind wir, wer wir sind und können wir nicht doch jemand anders sein? Und all das, ohne zu sehr in den Kitsch oder in die Absurdität abzurutschen. Die lustigen Passagen sind gut gesetzt, und wer sich immer schon gefragt hat, ob da draußen mehr ist, ist mit dem Roman sehr gut bedient. Zum Schluss ein paar - wie ich finde - passende Worte: Ground Control to Major Tom...

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  • Phantastische Reise ins All

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    11. July 2017 um 12:31

    Als eine seltsame Wolke im All sichtbar wird, besinnt sich die tschechische Nation auf ihre Größe. Ein Tscheche soll mit dem schnell gebauten Raumschiff „Jan Hus“ dieses Phänomen erforschen und zum Ruhm der Nation beitragen. Jakub Procházka, ein junger Astrophysiker ist für diese Mission ausgewählt. Anfangs erfüllt er noch brav seine Pflichten, testet allerlei technisches Gerät, das Sponsoren zur Verfügung gestellt haben und wartet auf den wöchentlichen Videochat mit seiner Frau. Doch immer mehr Technik fällt aus, seine Frau hat ihn verlassen und er selbst überlässt sich seiner Verzweiflung, seiner Einsamkeit und seinen Phantasien. Oder sollte das Wesen, das nun seine Einsamkeit teilt und mit ihm über Gott und die Welt diskutiert etwa real sein? Der junge amerikanische Autor Jaroslav Kalfar, der aus Tschechien stammt, nimmt den Leser mit auf eine schwindelerregende Reise ins All. Er sprüht vor Einfällen, lässt seinen Protagnisten wie im Fieberwahn über Philosophie, Gott und die Politik sinnieren. Erinnert sich an seine Kindheit, an den Vater, der ein willfähriger Parteigenosse war, an die liebevollen Großeltern und an seine Jugend, während die „Jan Hus“ durchs All saust. Die Absurdität seiner Mission und seiner Situation ist mit hintergründigem Witz geschildert, die Geschichte hat genau so viel Tempo wie die Raumfähre und immer wenn ich dachte, mehr geht nicht, verblüfft und fesselt eine neue Wendung. Selbstreflexion, politische und geschichtliche Rückblenden, Liebesleben, Kindheitserinnerungen, Raumfahrt – kaum ein Thema lässt der Autor aus und das ergibt eine wirbelnde Geschichte, in der ich mich manchmal fast verloren hätte. Ein tolles Debüt, das wohltuend vom Mainstream abweicht und mich sehr neugierig auf die Entwicklung des Autors macht. Übrigens finde ich das Cover außerordentlich gut gelungen.      

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  • Davon hätte ich gern mehr!

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Buchliese

    Buchliese

    11. July 2017 um 10:07

    Wir schreiben das Jahr 2018. Auch Tschechien möchte endlich große Geschichte schreiben. Die Amerikaner und die Sowjets haben es vorgemacht: Ein Flug ins Weltall soll endlich die 10 Millionen Einwohner in den Fokus der Welt rücken. Jakub Procházka ist erwählt, seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen. Auf seinem Flug ins All soll er direkt in die violette Wolke Chopra fliegen und Partikelproben nehmen. Und so beginnt eine einsame Reise ins vermeintlich unendliche Weltall. Einsamkeit schafft viel Raum für Gedanken. Und so lässt Jakub den Leser an seinem Leben teilhaben. An seiner Kindheit, seiner Jugend, seiner Ehe mit Lenka. Als Sohn systemgetreuer Eltern geboren, wuchs er ab seinem zehnten Lebensjahr bei seinen Großeltern auf. Ein Autounfall hatte ihn zum Waisen gemacht. Während gerade in Berlin die Mauer fiel und Europa im Umbruch war, verschlug es Jaroslav von Prag in ein tschechisches Dorf. Hier war er nicht nur der unbeliebte Junge aus der Stadt, sondern auch Spross ehemaliger Staatsdiener und somit geächtet. Später seine Heirat und der unerfüllte Kinderwunsch. Doch die Fahrt ins All verläuft nicht ohne Komplikationen ab. Als Jakub die Wolke Chopra erreicht, nimmt die Mission eine dramatische Wendung. Jakub war mir ein sehr sympathischer Protagonist. Wohl schon der bestqualifizierte Wissenschaftler für diese Aufgabe, ist er im Herzen doch ein großer Junge geblieben. Um die Geschichte nicht zu eintönig werden zu lassen, hat der Autor Jakub Hanuš zur Seite gegeben. Ein dicker Körper, acht Beine, rote Lippen, gelbe Zähne und ein Schwäche für Schokoaufstrich von den Erdlingen. (Unterstützt durch Produktplatzierung? ;-) ) So bekommen ernste Betrachtungen über das Leben die Leichtigkeit, die das Buch zu einem Lesevergnügen machten. Warum streben wir nach immer weiteren Zielen, nach höheren materiellen Werten? Ist das, das wir als das Beste für unser Gegenüber wollen, nicht eher das, das uns am dienlichsten ist? Kein Buch für zwischendurch und ein tolles Debüt!

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  • nicht für mich

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    ronina61

    ronina61

    10. July 2017 um 20:22

    Ich war mir von Anfang an nicht sicher bei diesem Buch. Die Leseprobe fand ich erst mal seltsam, bekam dann das Buch zum Lesen und wollte mich aber trotzdem darauf einlassen und mal sehen wohin das führt. Allerdings musste ich feststellen, das die Handlung doch sehr verworren und undurchsichtig ist. Sie wird aus der Sicht des Hauptcharakters Jakub Procházka, der einfach nicht bei der Sache bleiben kann. Die Abschweifungen sind unduchrsichtig und man hat keine Ahnung wo diese Gedanken denn jetzt herkommen, denn immerhin geht es hier um etwas anderes. Ich denke, ich habe eine Ahnung warum seine Frau so abweisend ist. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ist er jetzt letzen Endes übergeschnappt oder hat er Kontakt mit einem Alien. Das alles zusammen hat mir sehr viel von meinem Lesespaß genommen.

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  • Robinson Crusoe und der Marsianer treffen Kafka und Kundera...

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    smayrhofer

    smayrhofer

    10. July 2017 um 12:57

    Als Sohn eines systemtreuen tschechischen Geheimpolizisten - gerade in der Zeit des politischen Umbruchs Ende der 80er Jahre - hält sich Jakub Procházka für ein Kind der Verliererseite. Doch 29 Jahre später ist er ein Held: er ist der erste Weltraumfahrer seines Landes, noch dazu ein Pionier, denn keine andere Nation wagt es, einen Menschen zur neuentdeckten und geheimnisvollen Chopra-Wolke zu schicken und dort kosmisches Material zu sammeln. Er scheint glücklich verheiratet mit Lenka, aber schon kurze Rückblicke offenbaren, dass nicht alles eitel Sonnenschein zwischen den beiden ist. Zudem ist die achtmonatige Trennungszeit nicht unbedingt gut für die Beziehung. Nach 13 Wochen erscheint Lenka nicht zum regelmäßigen Videochat, allem Anschein nach hat sie ihn verlassen. Und dann ist da auch noch der behaarte, achtbeinige und vieläugige Außerirdische, der nicht nur in Jakubs Raumschiff, sondern auch in seine Gedanken eindringt und all seine schmerzhaften Erinnerungen wieder zu Tage bringt…„Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ – dieser etwas sperrige Titel ist das literarische Debüt des in Tschechien geborenen Schriftstellers Jaroslav Kalfar, der mit 15 Jahren in die USA ausgewandert ist. Der ungewöhnliche Werdegang des ersten tschechischen Raumfahrers ist nur einer von vielen Aspekten, die im Verlauf des Romans durchkeuchtet werden. Da ist zum einen der Streifzug durch die tschechische Geschichte, angefangen vom Leben des tschechischen Reformators und Nationalheiligen Jan Hus, über die kommunistische Herrschaft bis zum Umbruch und dem „Sieg“ des Kapitalismus, der Scharen von Touristen nach Prag bringt. Zum anderen ist da die philosophische Ebene, auf der Fragen nach der Bedeutung von Erinnerungen, der Suche nach Anfang und Ende des Seins oder nach der Sinnhaftigkeit des Lebens gestellt werden. Das passiert dann vor dem Hintergrund von immer absurderen und teilweise psychedelisch wirkenden Vorgängen, die das Buch streckenweise auch als Hommage oder Verbeugung an die großen tschechischen Schriftseller Franz Kafka und Milan Kundera erscheinen lassen. Das ist dann trotz der durchaus angenehmen Erzählweise des Autors manchmal etwas zu viel des Guten, aber Kalfar schafft es irgendwie noch, die Kurve zu kriegen und den Leser mit einem guten Gefühl zurück zu lassen. Sprachlich ist das Ganze aus der Ich-Perspektive der Hauptperson – des tschechischen Raumfahrers Jakub Procházka – geschrieben, und so bekommt man sehr gut einen Einblick in die verworrene Gefühlswelt eines auf sich allein gestellten Menschen, analog zu dem im Buch erwähnten Romanhelden Robinson Crusoe. In Verbindung mit den Rückblicken ergibt sich so das Bild eines Menschen, dessen Leben allzu oft von Entscheidungen Anderer abhängig war, und der erst ganz zum Schluss so etwas wie seine Bestimmung findet. Erwähnenswert ist auch der Aufbau des Romans, dessen Kapitel in zwei große Teile namens „Aufstieg“ und „Fall“ zusammengefasst sind – ein Hinweis nicht nur auf die Raumfahrt, sondern auch auf das Auf und Ab des Lebens an sich.„Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ wurde in anglo-amerikanischen Literaturkritiken bereits äußerst positiv besprochen, und auch hierzulande könnte die (Lebens-)Geschichte des ersten tschechischen Raumfahrers durchaus ein Überraschungserfolg werden. 

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  • Ein Meisterwerk an Fantasie und überraschenden Wendungen

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Lesenisttoll

    Lesenisttoll

    10. July 2017 um 12:33

    Jakub Procházkas glückliche Kindheit endet jäh mit dem Unfall seiner Eltern. Er erfährt, womit sein Vater die Familie ernährt hat, nämlich als Folterknecht des kommunistischen Regimes. Als der Vater nicht mehr am Leben ist, beginnen sich Dorfbewohner und frühere Opfer am Sohn zu rächen, Jakub büßt sozusagen für die Sünden des Vaters.Vielleicht ist auch dies ein Grund, weshalb er damit einverstanden ist, als ihm der Vorschlag unterbreitet wird, als erster tschechischer Raumfahrer Chopra, eine geheimnisvolle lila Wolke im All, zu erkunden. Er fühlt sich verpflichtet, seinem Land einen Dienst zu erweisen.Die Raumfahrt verläuft nicht wie geplant, beispielsweise hätte sich Jakub nicht träumen lassen, dass ihn seine Frau währenddessen verlässt. Halb irre vor Einsamkeit und quälenden Gedanken beginnt er ein fremdes Wesen an Bord seines Raumschiffs wahrzunehmen, ein spinnenförmiges haariges Geschöpf, das in seine Gedanken eindringt.Hier hatte ich zunächst große Probleme damit weiterzulesen. Die Leseprobe hatte mich fasziniert und amüsiert, aber die darauffolgenden Seiten sind ausgesprochen zäh. Das seltsame Wesen, von dem man nicht weiß, was es ist. Existiert es oder ist es eine Ausgeburt von Jakubs Fantasie?Ich hatte mir vorgenommen, bis Seite 100 durchzuhalten und dann zu entscheiden, ob ich das Buch weglege. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Die Geschichte ist äußerst unterhaltsam, ein Meisterwerk an Fantasie und überraschenden Wendungen. Gleichzeitig erfahren wir viel über Jakubs Vergangenheit. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, abgesehen von manchen allzu bemüht originellen Metaphern („Albino-Giganten“ statt Alpen) und Vergleichen (sie küssen sich „mit der Begierde verendender Tiere“ oder so ähnlich). Auch die philosophischen Exkurse waren mit manchmal ein bisschen zu viel und zu lang.Aber alles in allem habe ich dieses Feuerwerk an Fantasie sehr genossen. Es ist nicht einfach zu lesen, man muss sich darauf einlassen, aber es lohnt sich.

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  • So verrückt und doch real wie kein zweites

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    JojoTau

    JojoTau

    10. July 2017 um 10:09

    Jakub ist der erste tschechische Raumfahrer im All und der erste, der die mysteriöse violette Staubwolke Chopra vor Ort untersuchen soll – denkt er. Tatsächlich muss er nach einigen Wochen, in denen ihn nur Bildschirm und Mikrofon mit der Erde, seinem Team und vor allem seiner Frau verband, feststellen, dass er so einsam gar nicht ist dort oben – und auch nicht der einzige, der den Mut aufgebracht hat, die äußerst gefährliche Reise zu Chopra auf sich zu nehmen… „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ ist voller Weisheit und in einem tollen Stil geschrieben (hier auch ein Lob an die Übersetzerin). Es ist ein Buch zwischen Genialität und Wahnsinn und ein Spiel mit der Realität. Teilweise ist diese Geschichte allerdings so verrückt, dass sie mir geradezu abstrus überzogen erscheint (und damit meine ich nicht, schwerelos im All herumzuschweben und dabei einem Außerirdischen beim Sterben zuzusehen). Hinzu kommen ein paar recht detailreiche Schilderungen von grausamen Sachen, die nichts für das sanfte Gemüt sind, zum Teil während der davon abgesehen durchaus interessanten Rückblicke in Jakubs Leben vor dem Flug ins All. Jaroslav Kalfařs Debüt ist ein extrem verrücktes Buch, besonders dadurch, dass es nicht eindeutig Science Fiction, sondern bewusst nah an unserer Zeit ist. Es lässt mich nachdenklich, aber zugegebenermaßen durchaus auch etwas verstört zurück. „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ ist definitiv keine leichte Urlaubslektüre und sicherlich nicht jedermanns Sache, aber so verrückt, dass die dadurch erzeugte Spannung mich dazu brachte, es in einem Rutsch zu lesen.

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  • böhmische Raumfahrt

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    angelj222012

    angelj222012

    09. July 2017 um 21:59

     Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ist schon ein recht spezielles Buch. Ich habe eigentlich etwas anderes von dem Buch erwartet, doch was ich bekommen habe, ist sehr überraschend. Man folgt dem Hauptcharackter ins All und fühlt die Isolation mit Ihm. Die Wahrnehmungen, die der einsame Astronaut dann erlebt, können nicht direkt der Realität oder dem Wahn zugeordnet werden. Dies ist ein großer Programmpunkt des Buches, die Hinterfragung der Wahrnehmung. Die außerirdischen Ereignisse werden immer wieder durch Gedankenfetzen und Erinnerungen unterbrochen. Dies wird durch den manchmal fast klinisch wirkenden Schreibstil unterstützt und hebt nochmals die Isolation hervor. Generel driften die Beschreibungen manchmal in Ebenen ab, die durch ihr plötzliches Erscheinen erschrecken. So hat mich die genaue und emotionslose Beschreibung der Verbrennung von einer historischen Person sowohl faszinier und abgestoßen. Diese Mischung aus Anziehen und Abstoßen zieht sich durch das Buch.

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  • Philosophisch

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    Flammenstern25

    Flammenstern25

    09. July 2017 um 21:10

    Inhalt: Im April 2018 schießt die JanHus1, das erste tschechische Raumschiff, in das Weltall. Eine Sensation. Die ganze Nation verfolgt die Mission, der sogenannten Chopra-Wolke zu erforschen. Die Besatzung besteht nur aus einem einzigen Raumfahrer, dem Astrophysiker Jakub Procházka. Das Leben allein im All kann ziemlich eintönig werden, weshalb der einzige Lichtblick die wöchentlichen Video-Chats mit seiner Frau Lenka darstellen. Als diese allerdings Schluss macht, fällt Jakub in ein emotionales Loch. Und dann ist da nich die Sache mit dem rätselhaften haarigen, achtbeinigem Mitbewohner im Raumschiff… | Meinung: Normalerweise kann ich mir von einem Buch schnell eine Meinung bilden. Nicht aber bei „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“. Bisher musste ich noch nie so lange über meine eigenen Gefühle über eine Geschichte nachdenken. Zuerst kann ich sagen, dass ich etwas brauchte um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Er ist zwar humorvoll, aber eher „passiv“ erzählt. Man erfährt eher wenig über Jakubs Empfinden, sondern eher etwas über die Allgemeinheit der Menschen. Den Anfang des Buches fand ich leider zu zäh. Man erfährt viel über Jakubs Kindheit und Vergangenheit, was im Endeffekt auch wichtig ist. Dennoch hat es viel mehr Spaß gemacht im „Jetzt“ zu leben, die Geschehnisse im Weltraum mitzuverfolgen. Ab der Mitte wird es aber deutlich besser und immer philosophischer, was mich wirklich faszinieren konnte. Ich habe unglaublich viel mitgedacht und gegrübelt, da so viele philosophische Fragen aufgeworfen werden. Man muss sich wirklich auf diese sehr skurile Handlung einlassen, dann kann einen dieses Buch gewiss begeistern. Obwohl ich noch immer nicht weiß, was ich von all dem halten soll, haben mich einige Passagen tief berührt, insbesondere wenn es um Lenka ging. Man lernt unfassbar viel über das Leben und die Psyche des Menschen. Dennoch konnte mich Jaroslav Kalfař nicht komplett mit seinem Roman packen, was auch an dem etwas anspruchsvollerem Schreibstil mit seinen langen Sätzen gelegen haben könnte. Abschließend kann ich sagen, dass mich dieses Buch auf eine sonderbare Art und Weise verändert hat und ich es erst muss sacken lassen. | Fazit: Philosophisch, skuril und emotional. So könnte man dieses Buch beschreiben. Wenn man sich darauf einlässt, hat es das Potenzial Menschen ein klein wenig zu verändern und zu begeistern. Dennoch konnte es mich nicht ganz packen, aber in Erinnerung bleiben wird es auf jeden Fall. Wenn man es gelesen hat, wird man noch viel darüber nachdenken; das garantiere ich.

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  • Ein bisschen Science Fiction und viel tschechische Geschichte

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    anneschuessler

    anneschuessler

    09. July 2017 um 20:43

    Jakub Procházka ist der einzige Passagier an Bord der JanHus1, dem ersten Raumschiff der tschechischen Geschichte, auf dem Weg zur mysteriösen Choprawolke. Vier Monate hin, Daten und Wolkenstaub sammeln, und dann wieder vier Monate zurück. Jakub ist ein Held, aber gleichzeitig der einsamste Mensch der Welt. Dann verlässt ihn seine Frau Lenka und gleichzeitig entdeckt er ein seltsames spinnenartiges Wesen mit menschlichen Lippen, dass in seinen Erinnerungen wühlt und seinen Nutellavorrat vertilgt.Das ist die eine Seite der Geschichte von "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt", die andere Seite ist Jakubs Vergangenheit, seine Kindheit in der sozialistischen Tschechoslowakei, die mit dem Fall des eisernen Vorhangs und gleichzeitig mit dem Tod seiner Eltern endet. Sein Vater, so stellt sich heraus, war ein hoher Regierungsbeamte, der auch vor Folter nicht zurückschrak und schnell holt die Vergangenheit den Jungen ein und wirft sein Leben durcheinander.Alles das und noch viel mehr findet sich in diesem Buch und auch, wenn mir die Science-Fiction-Anteile ein bisschen zu kurz kamen, war es gerade der Einblick in das Tschechien der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, der mich begeistert hat. Vielleicht, weil auch meine Familie dort Wurzeln hat, auch wenn das sehr lange her ist, vielleicht auch, weil es so nah und doch so weit weg ist.Das alles ist angenehm ruhig, beinahe schon anachronistisch, zumindest aber mit viel Nostalgie erzählt, die Figuren sind gut entwickelt und so fügt sich nachher alles zusammen, und mal wieder könnte man die Rolling Stones bemühen, denn auch Jakub bekommt nicht unbedingt das, was er wollte, aber vielleicht genau das, was er brauchte.

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