Jaroslav Poncar Himalaja

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Inhaltsangabe zu „Himalaja“ von Jaroslav Poncar

Dieses Buch ist Jaroslav Poncars ultimativer Bildband zur Dokumentation seiner umfangreichen Reisen im Himalaja, dem gewaltigsten Gebirgszug der Erde, den er vom äußersten Osten bis zum äußersten Westen durchquert hat. Seit Poncar 1974 zum ersten Mal und als einer der ersten Besucher aus dem Westen Ladakh bereisen durfte, haben ihn die unvergleichliche Atmosphäre der Landschaft und die dortigen, von verschiedenen Religionen geprägten Kulturen nachhaltig fasziniert. Neben Filmprojekten hat er zahlreiche fotografische Reisen in die Hochgebirgsregion unternommen und im Laufe der Zeit einen umfangreichen Fundus an Fotografien aus Kashmir, Ladakh, Zanskar, Spiti, Tibet, Kham, Mustang und Bhutan zusammengetragen. Dabei war es Poncar immer auch wichtig, ein möglichst authentisches Bild der unterschiedlichen Kulturen und des Lebens in der höchsten Bergregion der Erde zu vermitteln; so schloss er sich für mehrere Wochen tibetischen Nomaden an und scheute keine noch so beschwerliche oder gefährliche Reise, um sein Ziel zu erreichen. Begleitet werden seine Bilder von kurzweiligen Texten, in denen der Fotograf seine Erfahrungen schildert und Informationen zu Land, Menschen und ihrer Kultur vermittelt.
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  • Leben am Himalaja: ein scharfer Kontrast zu Modernität, Übersättigung und scheinbarer Sicherheit

    Himalaja

    R_Manthey

    20. July 2015 um 10:26

    Wie klein und zerbrechlich wirkt doch die menschliche Zivilisation, wenn man ihre letzten Ausläufer bis in diese gewaltige Bergwelt verfolgt. Inmitten riesiger grauer Berge, Felsen und Geröllhalden sieht man von oben ein paar Hütten und dann einen kleinen bunten Teppich. Dort wachsen auf einem kargen, der Natur abgerungenen Boden die wenigen Kulturpflanzen, die unter den extremen Höhenbedingungen noch gedeihen. Aus der Nähe sieht das Dorf wie eine mittelalterliche Siedlung aus. Alles wirkt für die Augen westlicher Betrachter primitiv und ärmlich. In der Nähe solcher Dörfer findet man fast immer fremdartige Klosterburgen, die dem Ganzen einen mystischen Grundton verleihen. Eine völlig fremde Welt, ein anderer Planet. Soweit weg und in einem ungeheuren Kontrast zu westlicher Modernität, Technik, Wohlstand und wenigstens gefühlter Sicherheit. Zusammen mit den gewaltigen Dimensionen der Bergwelt macht das vielleicht den Reiz aus, den das Himalaja-Gebiet auf einige Menschen aus den reichen Industrienationen seit Jahrzehnten ausübt. Jaroslav Poncar bereist seit fast vierzig Jahren dieses riesige, um ein Vielfaches Deutschlands Ausdehnung übertreffende Gebiet. Aber was heißt schon Fläche, wenn man sie zu großen Teilen weder besuchen, noch gar besiedeln kann? Bei seinen Reisen hatte Poncar in den ersten 30 Jahren immer eine russische Panoramakamera vom Typ FT-2 dabei, die in einer Hosentasche Platz findet und robust genug ist, um das auch auszuhalten. Man kann in den Tälern und auf den Hochplateaus des Himalaja sicher immer beeindruckende Fotos machen. Aber die Landschaft offenbart sich nur in der Panoramasicht. Die Dimensionen kommen sonst nicht zur Geltung, weil man auf normalen Bildern nicht das wahrnehmen kann, was das man in Höhe und Breite sieht, wenn man vor Ort steht. Jedes Panoramabild in diesem Band besitzt ungefähr die Ausmaße von 72cm in der Breite und etwas mehr als 18 cm in der Höhe. Die Qualität dieser Bilder ist vorzüglich. Poncar bereiste das Gebiet systematisch. Seine Bilder beginnen im Westen, in Kashmir und enden im Osten, in Bhutan. Dazwischen liegen die alten Königreiche Ladakh, Zanskar und Mustang (in Nepal). Und natürlich spielt auch Tibet eine besondere Rolle. Die Bilder sprechen eine ganz eigene Sprache. So jedenfalls habe ich dieses Gebiet noch nie sehen können. Neben den Panoramabildern findet man immer wieder Fotos von Dörfern und ihren Klosterburgen, meist von Standorten aufgenommen, die ihre Winzigkeit im Verhältnis zur gigantischen Umgebung verdeutlichen. Und natürlich sieht man auch die Menschen, die in dieser fast lebensfremden Welt ihr Zuhause haben. Manchmal fehlt dem westlichen Betrachter vielleicht das Verständnis für das Dasein dieser Menschen. Das beginnt schon auf den ersten Seiten. Tausende Pilger klettern ein steiles Tal hinauf, bis sie über einen über 4500 Meter hohen Pass zur Amarnath-Höhle gelangen, in der der Gott Shiva seiner Gemahlin Parvati angeblich das Geheimnis der Unsterblichkeit verriet. Leider schlief die Gute dabei ein. Um den ganzen Kontrast zwischen dieser und unserer Welt zu begreifen, muss man sich nur einmal die Bekleidung dieser Pilger ansehen und sich dann vorstellen, wie ein westlicher Tourist in einer solchen Höhe wohl ausgerüstet wäre. Natürlich spielt weiter östlich der Buddhismus eine immer größere Rolle. Neben den vielen Klöstern kann man auch den Potala, den ehemaligen Sitz des Dalai Lama, in diesem Buch wenigstens von außen bewundern. Die über 1.000 Zimmer, 10.000 Schreine und mehr als 200.000 Statuen im Inneren lassen die Dimensionen dieses Gebäudes erahnen, das in derselben Periode erschaffen wurde wie der Taj Mahal und das Schloss von Versaille. Dieser Band bietet eine einzigartige Sicht auf das Himalaja-Gebiet. Wenn man sich eine wirklichkeitsnahe Vorstellung von dieser gigantischen Landschaft machen will, dann wird man wohl keine bessere Quelle ausmachen. Gleich zu Beginn findet man eine Übersichtskarte, auf der einige der Reiseziele von Poncar vermerkt sind. Ich hätte mir etwas genauere grafische Darstellungen auch gelegentlich im Text gewünscht, denn es fällt nicht immer leicht, die Übersicht über die Reisen und die Wegstrecken und Aufenthaltsorte des Autors zu behalten. Das schmälert aber den großartigen Eindruck, den dieser umfangreiche und schwere Bildband vermittelt, überhaupt nicht.

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