Jasmin Iser

 4.8 Sterne bei 141 Bewertungen
Autorenbild von Jasmin Iser (©Jasmin Iser)

Lebenslauf von Jasmin Iser

Die Autorin Jasmin Iser wurde 1991 in Heilbronn geboren. Während ihres Studiums im Bereich Marketing heiratete sie und zog mit ihrem Mann in die Nähe von Würzburg, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Ihre Fantasie und Liebe zum Schreiben entwickelten sich bereits in frühester Kindheit. In ihrer Jugend erschuf sie fremde Welten, Geschichten und Charaktere, die zunächst nur für die Familie bestimmt waren. Der Tierschutz liegt der Autorin besonders am Herzen. Daher unterstützt sie den örtlichen Tierschutzverein, der in Tauberbischofsheim ein kleines Ladenlokal betreibt.

Neue Bücher

Durch das Schicksal vereint

 (8)
Erscheint am 01.10.2020 als Taschenbuch bei Nova MD.

Alle Bücher von Jasmin Iser

Cover des Buches Glacies: Königreich der Kälte (ISBN: 9781081899103)

Glacies: Königreich der Kälte

 (75)
Erschienen am 27.07.2019
Cover des Buches Aurum: Königreich des Goldes (ISBN: 9781673267990)

Aurum: Königreich des Goldes

 (52)
Erschienen am 12.12.2019
Cover des Buches Durch das Schicksal vereint (ISBN: 9783966984959)

Durch das Schicksal vereint

 (8)
Erscheint am 01.10.2020
Cover des Buches Kira – Band 1 (ISBN: 9783038304869)

Kira – Band 1

 (6)
Erschienen am 20.12.2018

Neue Rezensionen zu Jasmin Iser

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Rezension zu "Durch das Schicksal vereint" von Jasmin Iser

Emotionen pur!
Sara_Vonvor 8 Tagen

Der Schreibstil von Jasmin ist flüssig, so dass ich das Buch erstaunlich schnell durch hatte. Das Buch lebt von seinen Emotionen. Jasmin schafft es hervorragend, dass man sich in die beiden Protas perfekt hineinversetzen kann. Familie, Zusammenhalt und eine wunderbare Freundschaft stehen im Vordergrund. Viola und Isabelle sind total unterschiedlich, doch sie verstehen sich blendend. In ihren jungen Jahren mussten sie schon  so viel einstecken, dass der Schmerz sie beide vereint.

Es war vollkommen nachvollziehbar, dass Viola nicht mehr sprechen kann. Isabelle hingegen ist total anders, aber auch das kann ich gut verstehen. Jeder geht mit Schmerz anders um, aber man ist nicht alleine. Wir lernen die beiden Mädels kennen und durch Rückblenden erkennt man, wie sich ihr Leben und ihr Verhalten geändert haben. Besonders Isabelle muss in der Schule einiges einstecken. Intrigen, Mobbing und Gruppenzwang stehen an der Tagesordnung. Leider eine brutale Realität. 

Dann gibt es noch die Flaschenpost, die die beiden finden. Eine wunderschöne Idee. Die Umsetzung und Auflösung fand ich richtig gut gelungen. 

Fazit: eine emotionale Geschichte über Trauer, Freundschaft und Familie, die einen vollkommen mitnimmt. 

 


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Rezension zu "Durch das Schicksal vereint" von Jasmin Iser

Schicksalsschläge
irislesenvor 9 Tagen

Viola überlebt einen schweren Autounfall und ihre Tante Hannah die ein Motel führt am Arrowhead Provincial Park in Kanada,  nimmt sie bei sich auf und kümmert sich liebevoll um ihre Nichte Violas Eltern haben nicht überlebt. Nachts wird Viola dauernd von Albträumen verfolgt und versucht den Unfallverursacher zu erkennen. Seit diesem Tag spricht Viola nicht mehr.
Eines Tages als Viola's Weg wieder in den Park führt, trifft sie ein sonderbares Mädchen, Namens Isabelle. Sie hat ähnliches durchgemacht und so kommen sich die Mädchen näher und Viola fühlt sich endlich verstanden.
🌲
Bisher kenne ich von Jasmin Iser ja nur die beiden Fantasy Bücher, und auch in diesem Genre, konnte mich die Autorin überzeugen. Das Buch ist bildhaft beschrieben, dass ich den Schnee und die Kälte spürte in Kanada. Violas Schicksal ging mir sehr nahe, genauso wie Isabelles.
Viola lebt sozusagen in ihrem Schneckenhaus und es gibt nur ihre Tante.
Isabelle hat durch ihre extravagante Erscheinung in der Schule kein leichtes Spiel. Immer wieder muss sie dumme Kommentare über sich ergehen lassen und nach einer Party, eskaliert die Situation.
🌲
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mir doch einige Tränen entlockt. Unheimlich einfühlsam geschrieben.
Lieben Dank für das Rezensionsexemplar. ❤

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Rezension zu "Durch das Schicksal vereint" von Jasmin Iser

Das Leben ist zu kurz ...
Lilys_world_of_literaturevor 12 Tagen

Meine Meinung: Jasmin Iser kann nicht nur fantastische Fantasy Bücher schreiben, sondern auch ein emotionales Jugendbuch, welches sich mit tieftraurigen Themen auseinandersetzt. Viola und Isabelle sind zwei Jugendliche, die dasselbe Schicksal teilen und sich aufgrunddessen gegenseitig Halt geben. Deren Freundschaft ist ein riesen Pluspunkt, sowie die Art ihrer jeweiligen Problembewältigungen.
Diese Geschichte spielt im Winter, während der Weihnachtszeit. 

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und flüssig. Im Nu war ich schon am Ende der Story angelangt, obwohl ich so gerne weitergelesen hätte. Für mich war es verständlich, weshalb Viola nicht mehr spricht und sich in ihrer Einsamkeit zurückzieht. In Isabelle findet sie eine richtig gute Freundin, die sich ebenfalls aufgrund ihres Schicksalsschlags verändert hat. Beide versuchen dennoch im Leben irgendwie vorwärts zu kommen, wobei Isabelle nicht gerade die beste Schulzeit erlebt. Neben Mobbing, Schikanen und falschen Freunden bishin zu Manipulation, Gruppenzwang ist alles dabei. Eben Dinge, die in der Schule leider zur Normalität gehören.

Aufgrund vieler emotionaler Szenen, musste ich mehrmals meine Tränen zurückhalten. Familie steht hier im Vordergrund und wie wichtig es ist, innerhalb dieser zusammenzuhalten.  Viola und Isabelle sind zwar unterschiedliche Personen, aber im Inneren gleichen sie sich sehr. Ich mochte die Mädels, denn sie sind nicht arrogant oder eingebildet, sondern herzlich und charakterstark. Ich habe mit ihnen mitgefühlt und konnte mich super in beide hineinversetzen. 

Das Setting hatte ich ebenfalls genau vor Augen und es kam sogar ein wenig Weihnachtsfeeling auf. Ich fand es gut, dass die Autorin den beiden Protas Raum für ihre Entwicklungen gibt und wir sie dabei begleiten können. "Durch das Schicksal vereint" wird aus der Sicht von Viola und Isabelle erzählt. Deren Gefühle und Gedankengänge konnte ich nachvollziehen und bis kurz vor Ende des Buches hatte ich keinen Schimmer von dem, was da offenbart wird. Im Zentrum stehen mysteriöse Nachrichten, die mich tief berührt haben und ein kleines Wunder vollbringen.

Die Autorin greift zu einzelnen Klischees, die zur Unterhaltung beitragen. In Flashbacks erfahren wir mehr über bestimmte Situationen, die dramatisch sind und mir das Herz zerrissen haben. Sich solche Szenen vorzustellen, fällt mir nicht schwer, aber dafür bin ich dann immer extrem emotional dabei.

Fazit: Dieses Buch ist perfekt dafür, sich unter die Decke zu kuscheln, eine Tasse Tee oder Kakao zu trinken und es sich damit gemütlich zu machen. Es ist sehr emotional und gefühlvoll geschrieben. Ich finde, dass man hieraus viel lernen kann und sich einiges zu Herzen nehmen sollte. Hier wird deutlich gemacht, wie wichtig es ist, einen Menschen im Leben zu haben, der dir eine Stütze ist. Es wird einen zweiten Band geben, auf den ich mich mehr als alles andere freue! 

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares! 

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Glacies: Königreich der Kälte

„Ob Feuer, ob Eis, ob Ketten, ob Stahl – nichts vermag meinen Willen zu brechen.“

Krisenzeit ist Lesezeit.<3

Daher möchte ich eine Leserunde veranstalten - ohne Verpflichtungen - und freue mich über jedes Feedback und jede Rezension.

Wird Kiana die drohende Eiszeit abwenden können? Die Antwort findet ihr mit etwas Glück in einem von 15 Printexemplaren.


Leseprobe:


Prolog

„Ich werde sie nicht ablegen!“ Kiana sah entschlossen in die dunklen Augen eines jungen Mannes, der ihren starren Ausdruck erwiderte. „Sie ist mein Erbe“, fuhr sie fort, während ihr Blick über eiserne Ketten schweifte, die auf ihrer schneeweißen Haut lagen. Sie war mit ihnen aufgewachsen, kauerte bereits seit frühester Kindheit in dieser Zelle aus Eis und Schnee. 

„Ich werde mit ihr sterben“, zischte Kiana erbost, fuhr mit zitternden Fingerspitzen über die Krone ihrer Vorfahren, die sich den Wünschen der wahren Königin unterwarf. Meist trug sie das schwarze Erz, in dessen Inneren die ewige Flamme loderte, als Diadem, das im Kreise ihrer längst verstorbenen Familie den Thronfolgerinnen vorbehalten war.

„Meine Königin lässt dir ein Angebot unterbreiten, störrisches Biest“, entgegnete Leif streng, der als jüngster Kerkermeister für ihr Überleben verantwortlich war, mit rauer Stimme. Er brach ab, musterte Kianas kindliche Gestalt, deren Volk seit dem Aufstieg der Glacien versklavt wurde, von Kopf bis Fuß. Funkelnde Eiskristalle lagen auf ihrer hellen Haut, verfingen sich in den langen Strähnen ihres schwarzen Haares. Kiana hatte nie geherrscht, obwohl sie als Erbin die rechtmäßige Königin des Reiches war. Doch das Eis hatte über Nacht die Mauern gesprengt, hatte ihrer Mutter die Kehle aufgeschlitzt, nachdem diese auf die Krone verzichtet hatte und als Herrscherin zurückgetreten war.

„Meine Mutter starb für mich, um mir die Krone zu überlassen, die seither mein Leben vor Euren Schergen schützt.“ Sie rappelte sich mühselig auf, trat näher an das Gitter heran und umfasste die eisigen Stäbe mit beiden Händen. In ihren Augen lag tiefste Verachtung, ihre bläulichen Lippen zitterten vor angestauter Wut, die sich zu entladen drohte. „Ich werde die Krone nicht ablegen, die Ihr nicht fähig seid mir zu entreißen, weil mich die ewige Flamme vor feindlichen Übergriffen schützt! Doch tötet Ihr mich, wird das Feuer zu Staub zerfallen, was den Untergang Eures Volkes einleiten würde.“ Sie atmete vor Hass zitternd tief ein. „Ich werde die Krone weder Euch noch der Eiskönigin überreichen. Es spielt keine Rolle, was sie mir anbietet. Solange mein Volk in Ketten liegt, werde auch ich in Ketten liegen.“ Kiana hob die Arme und wies auf ihre eisernen Fesseln, die an steinernen Mauern verankert waren. Sie erlaubten ihr nur wenige Schritte, die sie stündlich gehen musste, um nicht zu erfrieren.

„Leg die Krone ab, erkenne unsere Königin als wahre Herrscherin an.“ Leif unterbrach, als sie entschlossen den Kopf schüttelte, fuhr erst fort, als er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher sein konnte. „Erkenne unsere Königin als wahre Herrscherin an, dann wirst du in Freiheit außerhalb des Reiches leben dürfen.“

Der Kerkermeister beobachtete, wie sie ihm den Rücken zukehrte und sich an der gegenüberliegenden Mauer auf die kalten Bodenplatten sinken ließ. In ihrem Blick lag Erschöpfung, tiefste Müdigkeit. Doch sie konnte die Augen nicht schließen, ohne den Kältetod befürchten zu müssen.

Kiana öffnete den Mund, wollte sein Angebot abschlagen, das sie zwingen würde, ihr Volk – die Ignem – zu verraten, in deren Ländereien die Erzkrone vor fast zwei Jahrhunderten von Hexen geschaffen worden war. Doch ehe sie ein Wort herausbrachte, vernahm sie erneut Leifs dunkle Stimme, die stets getränkt von Missachtung und Spott war: 

„Weise ihr Angebot nicht ab, Mädchen. Mehr Zugeständnisse sind nicht zu erwarten. Dein Königreich ist ihr Königreich, dein Volk ist ihr Volk. Erweise unserer Herrscherin deine Treue und lass dieses Leben hinter dir.“

Kiana lehnte den Kopf zurück, ein tiefer Seufzer entwich ihren spröden Lippen. 

„Du verrottest in dieser Zelle seit deiner Kindheit. Das Erz mag dich am Leben halten, Sklavenkönigin. Doch die Flamme der Krone wird nicht ewig brennen, obwohl ihr Name das Gegenteil vermuten lässt.“ Er lachte. Es war ein frostiges Lachen, das ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Ich sehe, dass ihre Kraft abnimmt, ich sehe, dass deine Kraft schwindet.“

Kianas Gesicht verfinsterte sich, Hass blitzte in ihren bernsteinfarbenen Augen auf. Sie verachtete dieses Volk, das ihr als rechtmäßiger Königin zu Füßen liegen müsste. „Ich bin nicht Euer Eigentum!“, zischte sie schließlich keuchend.

„Ich bekam den Befehl, dich zu foltern, solltest du das Angebot ablehnen. Sei dir bewusst, dass ich dich nicht anrühren muss, um dein Leid zu vervielfachen.“ Seine gemächliche Stimme hatte sich deutlich verschärft.

Kiana schüttelte den Kopf, ein kaltes Lächeln lag auf ihren Lippen. „Ob Feuer, ob Eis, ob Ketten, ob Stahl – nichts vermag meinen Willen zu brechen.“


Website: https://www.jasmin-iser.de/ ;

Instagram: jasmin_iser

425 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Glacies: Königreich der Kälte

„Ob Feuer, ob Eis, ob Ketten, ob Stahl – nichts vermag meinen Willen zu brechen.“

Am 27.07.2019 erblickte "Glacies" das Licht der Welt. Nun möchte ich euch den ersten Teil der Jahreszeiten-Tetralogie vorstellen. 

Wird Kiana die drohende Eiszeit abwenden können? Die Antwort findet ihr mit etwas Glück in einem von 20 Printexemplaren. 

Ein märchenhaftes Abenteuer im Königreich der Kälte erwartet euch!

Ich freue mich, dass Du hierher gefunden hast. Heute startet meine erste Leserunde und ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein bisschen aufgeregt bin. <3 

Ich freue mich auf wundervolle gemeinsame Lesestunden, auf einen interessanten Austausch und auf Dein Feedback zum ersten Teil der Jahreszeiten-Tetralogie.

Neugierig? Dann schau Dir die Leseprobe an und bewirb Dich, wenn sie dir zusagt.  Warum soll "Glacies" schon bald in Dein Bücherregal einziehen?  


Leseprobe:

Prolog

„Ich werde sie nicht ablegen!“ Kiana sah entschlossen in die dunklen Augen eines jungen Mannes, der ihren starren Ausdruck erwiderte. „Sie ist mein Erbe“, fuhr sie fort, während ihr Blick über eiserne Ketten schweifte, die auf ihrer schneeweißen Haut lagen. Sie war mit ihnen aufgewachsen, kauerte bereits seit frühester Kindheit in dieser Zelle aus Eis und Schnee. 

„Ich werde mit ihr sterben“, zischte Kiana erbost, fuhr mit zitternden Fingerspitzen über die Krone ihrer Vorfahren, die sich den Wünschen der wahren Königin unterwarf. Meist trug sie das schwarze Erz, in dessen Inneren die ewige Flamme loderte, als Diadem, das im Kreise ihrer längst verstorbenen Familie den Thronfolgerinnen vorbehalten war.

„Meine Königin lässt dir ein Angebot unterbreiten, störrisches Biest“, entgegnete Leif streng, der als jüngster Kerkermeister für ihr Überleben verantwortlich war, mit rauer Stimme. Er brach ab, musterte Kianas kindliche Gestalt, deren Volk seit dem Aufstieg der Glacien versklavt wurde, von Kopf bis Fuß. Funkelnde Eiskristalle lagen auf ihrer hellen Haut, verfingen sich in den langen Strähnen ihres schwarzen Haares. Kiana hatte nie geherrscht, obwohl sie als Erbin die rechtmäßige Königin des Reiches war. Doch das Eis hatte über Nacht die Mauern gesprengt, hatte ihrer Mutter die Kehle aufgeschlitzt, nachdem diese auf die Krone verzichtet hatte und als Herrscherin zurückgetreten war.

„Meine Mutter starb für mich, um mir die Krone zu überlassen, die seither mein Leben vor Euren Schergen schützt.“ Sie rappelte sich mühselig auf, trat näher an das Gitter heran und umfasste die eisigen Stäbe mit beiden Händen. In ihren Augen lag tiefste Verachtung, ihre bläulichen Lippen zitterten vor angestauter Wut, die sich zu entladen drohte. „Ich werde die Krone nicht ablegen, die Ihr nicht fähig seid mir zu entreißen, weil mich die ewige Flamme vor feindlichen Übergriffen schützt! Doch tötet Ihr mich, wird das Feuer zu Staub zerfallen, was den Untergang Eures Volkes einleiten würde.“ Sie atmete vor Hass zitternd tief ein. „Ich werde die Krone weder Euch noch der Eiskönigin überreichen. Es spielt keine Rolle, was sie mir anbietet. Solange mein Volk in Ketten liegt, werde auch ich in Ketten liegen.“ Kiana hob die Arme und wies auf ihre eisernen Fesseln, die an steinernen Mauern verankert waren. Sie erlaubten ihr nur wenige Schritte, die sie stündlich gehen musste, um nicht zu erfrieren.

„Leg die Krone ab, erkenne unsere Königin als wahre Herrscherin an.“ Leif unterbrach, als sie entschlossen den Kopf schüttelte, fuhr erst fort, als er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher sein konnte. „Erkenne unsere Königin als wahre Herrscherin an, dann wirst du in Freiheit außerhalb des Reiches leben dürfen.“

Der Kerkermeister beobachtete, wie sie ihm den Rücken zukehrte und sich an der gegenüberliegenden Mauer auf die kalten Bodenplatten sinken ließ. In ihrem Blick lag Erschöpfung, tiefste Müdigkeit. Doch sie konnte die Augen nicht schließen, ohne den Kältetod befürchten zu müssen.

Kiana öffnete den Mund, wollte sein Angebot abschlagen, das sie zwingen würde, ihr Volk – die Ignem – zu verraten, in deren Ländereien die Erzkrone vor fast zwei Jahrhunderten von Hexen geschaffen worden war. Doch ehe sie ein Wort herausbrachte, vernahm sie erneut Leifs dunkle Stimme, die stets getränkt von Missachtung und Spott war: 

„Weise ihr Angebot nicht ab, Mädchen. Mehr Zugeständnisse sind nicht zu erwarten. Dein Königreich ist ihr Königreich, dein Volk ist ihr Volk. Erweise unserer Herrscherin deine Treue und lass dieses Leben hinter dir.“

Kiana lehnte den Kopf zurück, ein tiefer Seufzer entwich ihren spröden Lippen. 

„Du verrottest in dieser Zelle seit deiner Kindheit. Das Erz mag dich am Leben halten, Sklavenkönigin. Doch die Flamme der Krone wird nicht ewig brennen, obwohl ihr Name das Gegenteil vermuten lässt.“ Er lachte. Es war ein frostiges Lachen, das ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Ich sehe, dass ihre Kraft abnimmt, ich sehe, dass deine Kraft schwindet.“

Kianas Gesicht verfinsterte sich, Hass blitzte in ihren bernsteinfarbenen Augen auf. Sie verachtete dieses Volk, das ihr als rechtmäßiger Königin zu Füßen liegen müsste. „Ich bin nicht Euer Eigentum!“, zischte sie schließlich keuchend.

„Ich bekam den Befehl, dich zu foltern, solltest du das Angebot ablehnen. Sei dir bewusst, dass ich dich nicht anrühren muss, um dein Leid zu vervielfachen.“ Seine gemächliche Stimme hatte sich deutlich verschärft.

Kiana schüttelte den Kopf, ein kaltes Lächeln lag auf ihren Lippen. „Ob Feuer, ob Eis, ob Ketten, ob Stahl – nichts vermag meinen Willen zu brechen.“


Website: https://www.jasmin-iser.de/ 

Instagram: jasmin_iser

501 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Aurum: Königreich des Goldes

„Aurum ist vor einhundert Jahren zu Asche zerfallen ... Doch der Frühling – die Zeit der Auferstehung – ist mit dir gekommen.“

Wird Corvin das Königreich des Goldes retten können? Die Antwort findet ihr mit etwas Glück in einem von 20 Printexemplaren. 

Für Teilnehmer, die den ersten Teil "Glacies: Königreich der Kälte" noch nicht kennen, können E-Books (Kindle Format) zur Verfügung gestellt werden. 

Ihr Lieben, <3

ich freue mich auf wundervolle gemeinsame Lesestunden, auf einen interessanten Austausch und auf Dein Feedback zum zweiten Teil der Jahreszeiten-Tetralogie.

Neugierig? Dann schau Dir die Leseprobe an und bewirb Dich, wenn sie dir zusagt.  Warum soll "Aurum" schon bald in Dein Bücherregal einziehen?  


Leseprobe:

Prolog

»Gold mag nicht ewig sein, mein Sohn. Doch Geschichten sind es.« Zayn wies auf Trümmer, die sich aus goldenem Sand erhoben, auf Überreste steinerner Statuen, die längst zu Staub zerfielen. »Aurum ist vor einhundert Jahren zu Asche zerfallen, verlor in diesen dunklen Tagen jede Macht, jede Schönheit, jede Weisheit. Doch der Frühling – die Zeit der Auferstehung – ist mit dir gekommen.«

Corvins Augen schweiften über verfallene Mauern, über zerbrochenes Glas, das auf gepflastertem, aus Gold geschaffenem Stein funkelte, ehe er den alten Mann betrachtete, dessen gebrechlicher Körper neben seinem an der Ruine eines Hauses lehnte. Zayn war nicht wahrlich  der Vater des Thronerben, hatte dem letzten König des Reiches Aurum bis zum Tode als Freund und Berater gedient. Doch als die Stadt während des Krieges fiel und das Schloss einstürzte, hatten tonnenschwere Trümmer die Familie des Jungen zerquetscht, der erst wenige Monate zuvor geboren war.

»Der Tod meiner verfeindeten Sippschaft liegt dreizehn Jahre zurück«, entgegnete Corvin trübsinnig und griff nach einer bläulich schimmernden Scherbe, die sein staubiges Gesicht spiegelte. »Seither liegt unser Leben in Bruchstücken, die nicht erneut zusammengefügt werden können. Es ist zu spät!« Der Thronerbe rappelte sich auf, begann seinem Ziehvater gegenüber ruhelos auf und ab zu laufen, dessen bräunliche Augen fortwährend auf ihn gerichtet waren. »All die Zeit erzählst du mir Geschichten von Reichtum und Schönheit, Geschichten von einem strahlenden Königreich, dessen Verfall täglich unaufhaltsam fortschreitet, während wir im Dreck hausen. Der Frühling, wie du mich nennst, wird nicht wiederkehren, Vater.« Corvins Stimme hob sich, seine Worte klangen trüb, waren von Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit erfüllt. Der Thronerbe war es leid, ein ärmliches Leben zu führen, mit dem Tode zu ringen, der zuletzt jeden Menschen in die Knie zwingen würde.

»Die Wichtigkeit besteht nicht darin, die Geschichten zu hören«, entgegnete Zayn rätselhaft. »Die Wichtigkeit besteht darin, sie zu verstehen.«

Corvin seufzte tief, hielt in seinen Schritten inne und starrte die staubige Straße entlang, die seit jenem verhängnisvollen Tag verlassen war. »Sieh dich um!«, raunte er ärgerlich. Der Thronerbe wies auf verfallene Gebäude, welche längst nicht mehr als Behausungen dienten, auf Sand und Knochen, die von Tieren und Menschen stammten. »Die letzten Überlebenden sind vor Jahren geflüchtet. Doch anstatt ihnen zu folgen, verweilen wir an diesem unerträglichen Ort, der nur Tod und Sand eine Heimat bietet.«

Zayn schwieg zunächst, stand ächzend auf und näherte sich bedächtig dem unruhigen Thronerben, dessen Willen, Aurum zu verlassen, in sein forsches Gesicht eingemeißelt war wie Statuen in Blöcken aus Stein. »Hab Geduld, mein Sohn, hab Geduld. Ich werde vermutlich zwischen den Trümmern des Krieges sterben. Doch dir ...« Er sah den Jungen von Kopf bis Fuß an, betrachtete flüchtig seine schäbige Kleidung, die nicht auf adliges Blut schließen ließ, einzig aus braunem Leinen bestand, ehe er in Corvins schilfgrüne Augen sah, deren starrer Blick auf ihm ruhte. »Doch dir steht eine goldene Zukunft bevor, wenn du bedacht und im Namen des Reiches handelst.«

Der Thronerbe beobachtete angespannt, wie Zayn an ihm vorüberging, sich den verfallenen Überresten des Schlosses näherte, die bis in den wolkenlosen Himmel zu ragen schienen. Es erinnerte ihn stets an das Geschlecht, von dem er abstammte, an die gesichtslosen Gestalten, die Aurum in Schutt und Asche gelegt hatten. Der Kampf um den Thron zwischen zwei verfeindeten Zwillingsbrüdern war jedem lebenden Geschöpf zum Verhängnis geworden. »Eine Zukunft?« Corvin lachte bekümmert, schüttelte abfällig den Kopf, ehe er den verfallenen Häusern einen verächtlichen Blick zuwarf, die sich links und rechts von ihm erhoben. 

»Eine Zukunft«, bestätigte Zayn bekräftigend. »Eine Zukunft in Aurum, dem Königreich des Goldes!«

301 BeiträgeVerlosung beendet

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