Jasmin Jülicher Stadt der Tiefe (Der Hüter)

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Inhaltsangabe zu „Stadt der Tiefe (Der Hüter)“ von Jasmin Jülicher

Biota, 1888 Biota - Die Stadt, die nach dem großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen ausgelöscht wurde. Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf , die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint ... Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?

Wer Steampunk noch nicht kennt, kann mit diesem Buch einen wunderwollen Einstieg in einen ungewöhnlichen Genrebereich feiern.

— monerl
monerl

Kompakter, schlüssiger und facettenreicher Auftaktband, der in einem grandiosen Erzählkosmos angesiedelt ist! http://irveliest.wordpress.com

— Irve
Irve

Spannender Krimi mit tollen Steampunk- und Fantasy-Elementen. Sehr lesenswert!

— -nicole-
-nicole-
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  • Ein tolles Debüt, sehr fantasievoll!

    Stadt der Tiefe (Der Hüter)
    monerl

    monerl

    28. August 2017 um 12:09

    Für Selfpublisher ist es nicht immer leicht ernst genommen zu werden und ihre Bücher unter die Leserschaft zu bringen. Umso erfreuter bin ich, dass ich das Glück hatte und auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde. Der Kontakt mit der jungen Autorin war ganz schnell geknüpft und das Buch auf meinem Reader. Im Bereich Steampunk bin ich nicht so bewandert und bin erstaunt, wie viele Möglichkeiten er aber bietet. Kann man doch auf so leichte Art und Weise Vergangenes, Gegenwart und zukünftige Innovationen in einem Genre verbinden und was ganz Tolles kreieren. Genau so, wie es Jasmin Jülicher gemacht hat! Eine spannende und ganz neue Unterwasserwelt eröffnet sich einem. Dabei ist natürlich nicht der Gegenstand einer Welt in einer Kuppel unter Wasser ansich neu, jedoch ihre Struktur und WIE sie funktioniert; gesellschaftlich als auch technisch. Immer wieder staunte ich ob dem Einfallsreichtum der Autorin. Von Vorteil war / ist sicherlich Jasmin Jülichers gelernter Beruf als Biologin. Das spürt man deutlich und es macht vieles, das in der Geschichte damit zu tun hat, sehr glaubwürdig und dennoch für Laien wie mich verständlich.  Detailliert und sanft wird man als Leser in Biota eingeführt. Man gewöhnt sich an die Besonderheiten und Andersartigkeiten und ist sodann bereit für den eingebetteten Krimi und kriminalistische Aufkärungsarbeit.  Mit Alexander, dem obersten Hüter und Nic, einer aufstrebenden Biologin auf dem Weg in den Rat der Oberen, sind der Autorin zwei ganz tolle Protagonisten gelungen. Der zu Anfang noch etwas naive Gesetzeshüter entwickelt sich entsprechend seiner Rolle und seinen ihm gegebenen Möglichkeiten. Da er nicht einfach so aus seinem Gefüge und seinem Rang ausbrechen und dabei seine Glaubwürdigkeit behalten könnte hat Jasmin Jülicher dies sehr geschickt in die Geschichte eingeflochten. Dabei werden nach und nach Besonderheiten von Biota enthüllt, die nicht immer schön und positiv sind. Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten und auch Nic hat das bereits zu spüren bekommen. Obwohl sie Alexander gegenüber einen deutlichen Wissensvorsprung hat, da sie als Wissenschaftlerin zur Elite, der gehobenen Bevölkerung von Biota, gehört, hat auch sie einiges zu fürchten und zu verlieren. Je weiter ich in der Story vorankam desto klarer wurde, das auch in Biota nicht alles Gold ist was glänzt. Obwohl das Böse im Menschen ausgelöscht sein sollte, scheint dies auf Dauer nicht zu funktionieren. Schlimme Vorahnungen werden noch schlimmer bestätigt. Als Leser wird man dabei mit verschiedenen Fragestellungen konfrontiert, wie z.B. "Wie weit darf Forschung gehen?", "Darf am Menschen geforscht werden und wenn ja, in welchen Bereichen?", "Kann man Menschen kontrollieren?" und "Was passiert, wenn ein Teil der Bevölkerung wissentlich unterdrückt wird?". Die aufgefundenen Tote, sie wurde ermordert, dürfte es in der strukturierten und neu gegründeten Gesellschaft eigentlich nicht geben. Daher ist auch Alexander als Hüter mit der Aufklärung des Mordes, völlig überfordert. Geschickt gibt die Autorin ihm verschiedene Hilfsmöglichkeiten zur Seite, die nicht konstruiert wirken. Das hat mir sehr gut gefallen! Wem kann der Hüter vertrauen? Ist Nic wirkich ehrlich ihm gegenüber? Die Spannung steigt beim lesen und ist mit dem Showdown tatsächlich am Höhepunkt angelangt und treibt den Leser immer weiter an. Ich stellte mir permanent die Frage, wie es denn nun weiter gehen könnte.  Am Ende hat man Antworten auf die wichtigsten Fragen erhalten und hat große Lust sofort den nächsten Band in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass im nächsten Band die Welt eine andere sein könnte. Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf den Anfang der Geschichte. Etwas holprig erschien mir die Darstellung, wie es zu Biota, der Unterwasserwelt, kommen konnte. Teilweise große, manchmal auch kleine Zeitsprünge suggerierten mir, dass ich auf die Örtlichkeit und die Jahreszahlen achten sollte und ich fand dabei keinen richtig roten Faden. Die sprunghafte Erzählung der Vorgeschichte und des Krieges, die Erfindung der Golems und die Übersiedlung einiger Menschen in die Kuppel unter Wasser hatte mich ein bisschen irritiert und im Lesefluss gestört. Da dieser Teil, im Vergleich zur Gesamtgeschichte, jedoch nicht allzu groß ist, habe ich nur einen halben Stern abgezogen. Eigentlich könnte ich mir zur Vorgeschichte ein Prequel vorstellen, das ausführlicher auf den Krieg und die damaligen Ereignisse eingeht und tiefer beleuchtet, denn darin verbirgt sich das Potential zu einem eigenen Büchlein. Fazit: Eine absolut fesselnde und fantasiereiche Idee, die ich mir über einige Bände verteilt sehr gut vorstellen kann! Wer Steampunk noch nicht kennt, kann mit diesem Buch einen wunderwollen Einstieg in einen ungewöhnlichen Genrebereich feiern. "Stadt der Tiefe - Der Hüter" ist ein Buch, an dem man sehr schön sehen kann, dass es sich lohnt auch mal über den Tellerrand zu schauen und Perlen bei Selfpublishern finden kann. Eine Geschichte, hat man sie mal angefangen zu lesen, einen bis zum Ende nicht mehr loslässt. Wer noch mehr über das Buch und die Autorin wissen möchte, ist herzlich eingeladen, sich das Interview mit ihr zu Gemüte zu führen. Jasmin stand mir als August-Autorin Rede und Antwort. Viel Spaß!_______________________________________________________http://bit.ly/2w4l6V9

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    • 3
  • Fantastischer Steampunk-Roman

    Stadt der Tiefe (Der Hüter)
    TillyJonesbloggt

    TillyJonesbloggt

    08. August 2017 um 15:28

     Inhalt/Meinung„Die Stadt der Tiefe – Der Hüter“ war für mich der Einstieg in die Welt von Jasmin Jülicher. Ich steh total auf Steampunk und stelle immer wieder fest, dass ich viel zu wenig aus diesem Genre lese. Deswegen hab ich mich echt auf diese Geschichte gefreut!Am Anfang gibt es einige Kapitel, die den Leser mit auf die Reise nehmen, um die Vorgeschichte zu ergründen. Die Stadt in der Tiefe ist nämlich genau das, was sie vorgibt zu sein. Eine Stadt unter vielen Kuppeln in der Tiefe des Meeres. Als Leser „sehe“ ich also, wie es überhaupt dazu kam, dass diese Stadt entstand und ich gebe zu, dass ich darüber gerne noch mehr gelesen hätte. Ich gehe sogar soweit, dass ich behaupte, eine eigenständige Vorgeschichte wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen. Andererseits, hätte man diese auch in die eigentliche Story einbauen können. Ich weiß nicht, wie wichtig die Vorgeschichte noch wird, deswegen fällt es mir echt schwer, mich da auf eine Meinung festzulegen. Soviel sei aber gesagt; die Vorgeschichte ist mega interessant und ich hätte gerne noch mehr darüber gelesen. Über die Golems, deren Erschaffung und Ausbreitung auf der Welt. Über den Konflikt, der sich dadurch unter den Wissenschaftlern ergibt… all das beinhaltet so viel Wissen und macht echt neugierig.Erst, nachdem der Leser „aufgeklärt“ ist und über die Vorgeschichte Bescheid weiß, startet die eigentliche Erzählung. Es geht um Alexander. Er ist Hüter in Biota, der Stadt in der Tiefe. Biota wirkt im ersten Augenblick perfekt. Jeder hat seine Stellung und weiß, was er tun muss, tun darf und was er unterlassen sollte. Der Hüter passt auf, dass das alles eingehalten wird und hat eigentlich auch kaum etwas zu tun, denn es gibt kaum Streit, kaum Dreck und Gewalt. Es ist schön. Für jedes Bedürfnis wird gesorgt und jeder scheint mit seinem Leben rundum zufrieden.Dass dem nicht so ist, findet Alexander heraus, als eine Leiche auftaucht und er im Grunde nicht weiß, was er machen soll, denn so etwas hat es bis jetzt noch nie gegeben. Die „Regierung“ will das vor den Menschen geheim halten und daran muss sich auch der Hüter halten. Diese Auflage arbeitet allerdings gegen den Drang von Alexander, den Mord aufzuklären. Er ist viel zu neugierig, um wirklich die Finger davon zu lassen. Außerdem scheint er nicht ganz hinter den Regeln von Biota zu stehen, was ihn nur noch interessanter gemacht hat. Er hasst es, dass die Oberen sich Freiheiten nehmen, die den anderen Menschen nicht zugestanden werden und er hasst es, dass sie einen Mörder nicht bestrafen wollen.Zum Glück gibt es noch Nic. Sie ist Biologin und hat durch ihre Stellung zeitgleich einen höheren Rang als Alexander. Er darf sie nur besonders ansprechen, am besten eigentlich gar nicht. Und was sie sagt, muss getan werden. Aber auch Nic nimmt die Regeln nicht so genau und hasst die Zwänge, die in Biota herrschen. Das Auftauchen der Leiche nimmt sie als willkommene Abwechslung auf und genießt fast schon die Aufregung, die damit einhergeht. Natürlich weiß sie Dinge, von denen Alexander niemals wissen dürfte und so begeben sich die beiden auf eine sehr gefahrvolle Reise, bei der das Ende ungewiss ist.                  Die Geschichte um Alexander und Nic hatte mich sehr schnell in ihren Bann gezogen und entließ mich tatsächlich erst, als das Buch vorbei war. Es war spannend, zusammen mit Alexander und Nic die Stadt und deren verschiedene Bewohner kennen zu lernen und zu entdecken. Die vielen Ebenen, Biosphären und Andersartigkeiten waren interessant und ich bekam davon kaum genug.Der Erzählstil von Jasmin Jülicher war sehr bildgewaltig, sodass mein Kopfkino auch die Dinge bildete, die ich ja eigentlich gar nicht kannte. In Biota gab es Bekanntes und Unbekanntes, aber die Autorin verstand es wunderbar, beides zu verbinden und mir als Leser so den Zugang zur Stadt zu vereinfachen. Ich ging neben Alex und Nic durch die Gänge und verschwand in den Tiefen unter Biota. Ich roch den Dreck, den andere zu versteckten versuchten und spürte die Angst, als ich mich mit ihnen verbergen musste.„Der Hüter“ ist in sich abgeschlossen, das Ende macht allerdings viel Lust auf mehr und ich bin wirklich gespannt, was die Autorin aus dieser Geschichte noch herausholt! Keinen Druck, liebe Jasmin, aber die Erwartungen liegen hoch!^^Fazit„Der Hüter“ ist der Auftakt zu mehreren Bänden, die alle im Steampunk-Genre angesiedelt sind. Der Schreibstil hatte mich sofort in der Geschichte gefangen. Auch wenn ich gerne noch mehr von der Vorgeschichte gelesen hätte, war die eigentliche Geschichte über Alexander, den Hüter, so interessant und spannend, dass die Vorgeschichte alsbald in den Hintergrund rückte. Es ist m.M.n. schwer, dem Steampunk-Genre gerecht zu werden, den Steampunk ist für mich ein Gefühl, eine Art zu Leben und nicht immer leicht in Worte zu fassen. Jasmin Jülicher wird dem aber vollkommen gerecht und schafft es, dass ich mich ganz in ihrem Biota verlieren konnte.Klare Kaufempfehlung!

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  • *+* Jasmin Jülicher: "Stadt der Tiefe" *+*

    Stadt der Tiefe (Der Hüter)
    Irve

    Irve

    06. August 2017 um 16:30

    Herzlich willkommen in Biota, das man nach dem großen Krieg, der die Welt zu einem äußerst unwirtlichen und unfreundlichen Ort gemacht hat, eigentlich auch „Die Stadt des Friedens“ nennen könnte. Bevor die Menschen sie bevölkern durften, wurde ihnen aus Sicherheitsgründen jeglicher Gewalttrieb genommen. Zumindest lautete so der Plan – ein Plan, der aber scheinbar doch nicht wie erwünscht umgesetzt werden konnte. Nun ist in Biota ein Mord geschehen und da Straftaten nicht vorgesehen waren, es folglich auch keine Polizei in der Stadt gibt, bleibt diese unliebsame und undankbare Aufgabe der Ermittlungen nun an Alexander, dem obersten Hüter, hängen. .. Zunächst überfordert, findet er sich recht schnell in sein neues Aufgabengebiet hinein. Unterstützung bekommt er glücklicherweise von der Botania Nic, einer Biologin, die standesgemäß über ihm steht. Dadurch erhalten die Treffen der beiden über die gefährlichen Mordermittlungen hinaus noch weitere Brisanz. (Die Besprechung ist meinem Bücherblog entnommen). Auch sonst gilt es in der Stadt einige Regeln zu beachten. Ganz so einfach, unkompliziert und vor allem ungefährlich, wie Biota zunächst erscheint, ist es nämlich dort bei Weitem nicht, wie Alexander im Laufe seiner Nachforschungen feststellen muss…. Jasmin Jülicher hat einen kompakten, runden Fantasy-Krimi, gewürzt mit Steam-Punk-Elementen, erschaffen, der mich von Beginn an in seinen Bann gezogen hat und zudem noch kontinuierlich an Spannung zunahm. In einem ausführlichen Prolog wird erklärt, wie es sich zum großen Krieg hochschaukeln konnte und wie es zur Gründung der Unterwasserstadt kam. Später lernt der Leser dann Biota recht ausführlich kennen, und ich war begeistert, dass die Autorin wirklich an alles gedacht hat! Die Ausführlichkeit, mit der sie alles schildert, ließ unwillkürlich ein Bild dieser Stadt vor meinem inneren Auge erscheinen. Noch ganz beseelt von diesem Rundgang durch Biota traf mich ebenso wie den obersten Hüter der bestialische Mord umso härter. Nicht nur an dieser Stelle bringen starke Wenden Spannung und neue Aspekte über die Stadt, seine Bewohner und ihre Regeln ins Spiel, was das Lesen zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen machte. „Wo ist die Grenze? Was ist Recht und was ist Unrecht? Ist nicht alles, was wir Wissenschaftler tun, im Grunde gegen die Natur? Wir mischen uns ein, verändern die Tiere, die Pflanzen und sogar den Menschen. Wer kann denn schon entscheiden, wo die Grenze verläuft?“ Während der Ermittlungen werden Alexander die Augen geöffnet, dass das Biota, das er kennt, nur die Spitze des Eisbergs ist – die Stadt der Tiefe weist viel mehr facettenreiche Tiefe auf, als er und die Allgemeinheit ursprünglich gedacht hatten. Manche Bewohner der Stadt sind „gleicher“, sie wissen mehr und haben größere Einflüsse, Rechte und Fähigkeiten als die gewöhnlichen Bewohner, die sie jedoch nicht nur für gute Zwecke einsetzen. Das Leben in Biota wird für Alexander und Nic immer gefährlicher und sie fassen einen kühnen Plan, dessen Umsetzung einen tollen Cliffhanger für die Fortsetzung markiert. „Stadt der Tiefe“ begeisterte mich durchgehend von der ersten bis zur letzten Seite! Biota, Schauplatz des ersten Teils der Quadralogie, ist offenbar nur ein Teil der Erzählwelt, deren Komplexizität sich bisher nur erahnen lässt. In diesem Auftaktband ist die Saat für so viele Handlungsstränge und die Ausarbeitung noch viel umfangreicherer Hintergrundinformationen als dem Leser bisher an die Hand gegeben wurden, gelegt. Die Autorin lässt viele Bemerkungen fallen, bei denen man fast sicher sein kann, dass sie in einem der Folgebände aufgegriffen werden – zumindest hoffe ich das. Mich interessiert sehr, wie es mit der Geschichte weitergeht, aber auch, welche Vergangenheit Nic, Alexander und die anderen Protagonisten haben, denn es gab ja ein Leben vor Biota, zumindest für einige von ihnen. Die Charaktere sind je nach ihrer Wichtigkeit mehr oder weniger stark ausgearbeitet. Um ihr Handeln zu verstehen und ihre Entscheidungen nachvollziehen zu können, hat Jasmin Jülicher aber definitiv allen von ihnen genug Farbe gegeben und Leben eingehaucht. Besonders schön finde ich die Liebe zum Detail, mit der hier ans Werk gegangen wurde. Es beginnt schon mit dem edel anmutenden Cover, das in seiner gut gewählten Komposition die Geschichte sehr gut zusammenfasst – ein Mikroskop vor einem „Bullauge“, das einen Blick aus der Stadt in die Weite des Meeres gewährt. Egal ob es sich um die Vorgeschichte rund um den großen Krieg handelt, die Beschreibung der Stadt, die vielen klug miteinander verwobenen Fäden, die die Haupt- und Nebenhandlungen miteinander verbinden, oder auch die Namensgebung einiger bedeutender Bewohner Biotas. Die Affinität der Autorin zu den Naturwissenschaften lässt sich ebenso wenig verleugnen wie ihre Sorge um deren manchmal moralisch und ethisch fragwürdigen Anwendungsmöglichkeiten. Natur- und Umweltschutzaspekte sprechen ebenfalls immer wieder aus den Zeilen. Kurz gesagt: „Stadt der Tiefe“ ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Die erschaffene Erzählwelt ist rund und wird sowohl von einem guten Spannungsbogen, dem flüssigen, lebhaften Erzählstil als auch vielen interessanten Charakteren und einer gewissen Tiefgründigkeit getragen. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung! Inhalt Biota – Die Stadt, die nach dem großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen ausgelöscht wurde. Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf , die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint … Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen? Quelle: Amazon Autorin „Obwohl schon seit ihrer frühesten Kindheit ein begeisterter Bücherwurm, entstand die Idee zum ersten eigenen Roman erst während ihres Masterstudiums der „Biological Sciences“ in einem aus Neugier besuchten Krimi-Seminar. Die darin entwickelten Ideen und das Schreiben selbst ließen sie nicht mehr los und so arbeitet sie seitdem an Romanen und Kurzgeschichten, in denen sich Realität und Fantasy miteinander verbinden.“

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  • Spannender Krimi mit tollen Steampunk- und Fantasy-Elementen

    Stadt der Tiefe (Der Hüter)
    -nicole-

    -nicole-

    13. July 2017 um 18:40

    Eine Unterwasserstadt voller Geheimnisse...Im Jahr 1888: Nachdem der Große Krieg das Leben auf der Erdoberfläche so gut wie unmöglich gemacht hat, wurde eine Stadt konstruiert, die sich auf dem Meeresboden befindet: Biota ist für die Bewohner zu einer sicheren Heimat geworden mit vielen Annehmlichkeiten. Sämtliche Tendenz zu Gewalt wurde von den Oberen -den Vorstehern der Stadt- in den Menschen ausgelöscht. Doch dann geschieht das, was eigentlich nie hätte geschehen dürfen: Es wird eine Leiche gefunden - alles deutet darauf hin, dass sie ermordet wurde. Zusammen mit der Biologin Nic ermittelt Alexander, der oberste Hüter der Stadt, in der Sache. Schon bald finden sie heraus, dass Biota längst keine sichere Zuflucht mehr ist. Als sich die Ereignisse schließlich überschlagen, stehen die beiden vor einer schweren Entscheidung, die alles verändern kann..."Er hatte nicht die geringste Ahnung, was er tun sollte. Morde zu untersuchen war für seine Position als Hüter nicht vorgesehen. Morde waren für Biota nicht vorgesehen. Keiner der Bewohner dürfte im Stande sein, ein solches Verbrechen zu begehen. Die Oberen hatten es gesagt." - Seite 37, eBookVor kurzem bin ich auf diesen besonderen Roman aufmerksam geworden, dessen Klappentext mich sofort angesprochen hat: Das Leben auf der Welt wurde durch den Großen Krieg unmöglich gemacht und Biota wurde erschaffen - eine riesige Stadt tief im Meer. Und diese Unterwasserstadt kann man sich bildlich gut vorstellen, weil sie von der Autorin sehr gut beschrieben wird. Ob es die verschiedenen Lebensbereiche, die Ränge oder auch die Forschungsbereiche sind - alles ist sehr verständlich geschildert. Ein sehr außergewöhnlicher Aspekt hier: Den Bewohnern wurde sämtliche Tendenz zu Gewalttaten genommen - und doch passiert ein Mord. Die Ermittlungen bringen schließlich langgehütete, teils dunkle Geheimnisse ans Licht...Was mir hier besonders gefallen hat, ist der Anfang: Denn dort wird in Zeitsprüngen geschildert, was den Großen Krieg ausgelöst hat und wie es überhaupt dazu kam - bis hin zu der Idee der Unterwasserstadt. Sehr toll fand ich die Steampunk-Elemente - gemischt mit etwas Fantasy und Abenteuer machen sie aus diesem Krimi einen sehr packenden, besonderen Roman.Der Schreibstil ist klar, die Handlung geht zügig voran und wird nach und nach immer spannender.Einzig die Charaktere könnten stärker ausgearbeitet sein, sie wirken noch etwas blass. Auch einzelne Übergänge zu anderen Szenen/Abschnitten waren mir manches Mal ein wenig zu abrupt. Jedoch sind das nur kleine Schwächen und trübt nicht das Leseerlebnis.Was mich auch sehr angesprochen hat, ist das wunderschön gestaltete Cover. Das Mikroskop vor dem Fenster mit Blick auf die Weite des Meeresgrundes ist perfekt gewählt."Was er da hörte, kam ihm absurd, ja unmöglich vor, doch inzwischen hatte er so viel über diese Stadt erfahren... Anscheinend war alles möglich." - Seite 196, eBookMein Fazit: Ein spannender Roman mit außergewöhnlichem Schauplatz und gelungenem Genre-Mix. Hauptsächlich ein Krimi, doch die Steampunk-Elemente kommen hier sehr gut zur Geltung - in Kombination mit etwas Fantasy eine tolle Mischung. Der Schreibstil ist flüssig mit detailreichen Schilderungen der Umgebung. Der Handlungsverlauf hält dann noch einige Überraschungen bereit. Abgesehen von kleinen Schwächen ein sehr lesenswerter Roman und ein toller Auftakt der Reihe!

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