Jasna Fritzi Bauer

 3,9 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor*in von Else und Else.

Lebenslauf

Jasna Fritzi Bauer, geboren 1989, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Bis 2015 war sie festes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Sie spielte auch zahlreiche Rollen für Film und TV, u. a. in Scherbenpark (2012), wofür sie den Max Ophüls Preis erhielt. Als beste Nachwuchsdarstellerin in About A Girl wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Aktuell ist sie als Ermittlerin im Bremer Tatort zu sehen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jasna Fritzi Bauer

Cover des Buches Else (ISBN: 9783462005301)

Else

(16)
Erschienen am 08.05.2025
Cover des Buches Else (ISBN: 9783839821688)

Else

(2)
Erschienen am 16.06.2025

Neue Rezensionen zu Jasna Fritzi Bauer

Cover des Buches Else (ISBN: 9783462005301)
MsWatsons avatar

Rezension zu "Else" von Jasna Fritzi Bauer

MsWatson
Herrlich!

„Else“ ist so ein warmherziges und zugleich gesellschaftlich sehr aufmerksames Buch über eine Frau, die sich mehr und mehr aus den engen Erwartungen ihrer Zeit zu lösen. Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn packen Else in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Sie ist sozusagen eine Stino-Ehefrau und Mutter in den 1960er-Jahren – entsprechend aller gängigen Vorstellungen dieser Zeit. Das heißt, sie kümmert sich um den Haushalt, um die Familie und um das Funktionieren des Alltags. Nach außen wirkt alles geordnet, doch innerlich spürt Else, wie dieses Leben sie nicht vollständig ausfüllt, nicht wirklich glücklich macht. Da bleibt immer doch eine Leerstelle. Sie sehnt sich nach Eigenständigkeit, nach einem eigenen Raum und danach, nicht nur über ihre Rolle in der Familie definiert zu werden.


Als Else auf eine Anzeige stößt, in der Taxifahrer gesucht werden, beginnt für sie der entscheidende Aufbruch - auch wenn dieser nicht mit einem radikalen Wumms um die Ecke kommt. Es ist viel subtiler, denn sie macht heimlich ihren Taxischein und wagt damit etwas, das in ihrer Umgebung keineswegs selbstverständlich ist. Gerade diese Heimlichkeit macht die Geschichte so glaubwürdig und vor allem nachvollziehbar. Man kann sich beim Lesen so herrlich in sie hineinversetzen. Else ist nämlich eine Frau, die ihre Familie liebt, die Verantwortung trägt und dennoch spürt, dass sie mehr vom Leben will. Genau das fühlen sicherlich auf verschiedenen Ebenen viele Frauen - weshalb es auch so nachvollziehbar ist. Ihr Schritt in die Arbeitswelt ist deshalb nicht nur eine berufliche Entscheidung, sondern ein Akt der Selbstbehauptung - und damit auch ein Vorbild für das Denken für jede Frau. Irgendwo spüren wir doch immer mal wieder, dass wir irgendwie eingeschränkt sind. Else zeigt uns, dass es immer wieder Wege gibt!


Im Roman wird Emanzipation nicht auf die wehenden Fahnen als großes Schlagwort gepackt, sondern als ganz persönliche und vor allem individuelle Erfahrung. Else muss sich nicht nur gegen äußere Erwartungen behaupten, sondern auch immer wieder gegen ihre eigenen Zweifel ankämpfen. Sie fragt sich, was ihr zusteht, was sie wagen darf und wie viel Freiheit in einem Leben möglich ist, das so stark von Pflichten, Gewohnheiten und familiären Rollen geprägt ist. Gerade dadurch wirkt die Geschichte sehr nahbar. Sie zeigt vor allem, dass Selbstbestimmung nicht mit einem dramatischen Bruch beginnen muss, sondern vielmehr mit kleinen Entscheidungen vonstatten geht, die für die betreffende Person eine große Bedeutung haben.


Der Beruf der Taxifahrerin ist dabei ein starkes Bild. Im Taxi bewegt sich Else durch die Stadt, begegnet anderen Menschen und erlebt eine Welt jenseits des häuslichen Alltags. Sie fährt nicht nur Fahrgäste von einem Ort zum anderen, sondern bewegt sich auch selbst innerlich weiter. Die Straßen werden für sie zu einem Raum der Freiheit. Dort ist sie nicht nur die Frau von jemandem oder die Mutter von jemandem, sondern eine eigenständige Person. Dieses Motiv macht den Roman besonders schön, weil es Elses Entwicklung auf einfache, aber wirkungsvolle Weise sichtbar macht. Und das hat mich auch wirklich sehr bewegt!


Die Sprachweise zieht einen in ein Leben hinein, das persönlich und zugleich exemplarisch ist. Die Sprache ist schön, einfach und lässt einen eintauchen in dieses anfänglich noch fremde Leben. Gerade dadurch kann der Roman viele Menschen erreichen. Er erzählt von einer einzelnen Frau, aber auch von einem größeren gesellschaftlichen Wandel. Er zeigt, wie eng die Spielräume für Frauen lange waren und wie viel Mut es brauchte, sich auch nur ein Stück aus diesen Begrenzungen herauszubewegen. Und am Ende kann man dann auch sagen: Wie sie es auch heute noch an vielen Stellen sind. 


„Else“ ist damit ein berührender und gut lesbarer Roman über weibliche Selbstbestimmung, über Sehnsucht, Pflichtgefühl und den Mut, dem eigenen Leben eine neue und vor allem eigene Richtung zu geben. Absolut große Leseempfehlung!

Cover des Buches Else (ISBN: 9783462005301)
Henri3tt3s avatar

Rezension zu "Else" von Jasna Fritzi Bauer

Henri3tt3
Youngsplaining at its best...

Die Idee hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung ist leider wirklich schwach.

Mitten in den Rückblenden wird immer wieder erklärt, dass es damals z.B. keine Sicherheitsgurte im Auto gab und dass immer und überall geraucht wurde. Das hätte man nebenbei einbauen können, aber doch bitte nicht so oberlehrerhaft! Dazu kommen einige Details, die für mich nicht in die Zeit passen. Mag sein, dass es 1968 vereinzelt Spülmaschinen gab, auch in Sportvereinen, aber selbst in den 1980er Jahren waren sie noch eher selten und ich habe in den 1990ern noch in der Kneipe von Hand gespült. Aber gut, vielleicht gab es in elitären Tennisclubs schon Spülmaschinen. Dann trinken die Frauen in der Gastronomie dieses Tennisclubs mitgebrachten Prosecco. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne Korkengeld geduldet wurde. Außerdem gibt es Prosecco zwar schon seit Jahrhunderten, aber erst seit den 1990ern wurde er in Deutschland zum Trendgetränk. Aber gut, vielleicht war das in Frankfurt anders. Abgebrochen habe ich die Lektüre, als der Queen "Was auch immer Liebe bedeutet" in den Mund gelegt wird. 1968. Also bitte, das hat Prinz Charles (jetzt König) 1981 anlässlich seiner Verlobung mit Lady Diana Spencer gesagt.

Die beiden Autorinnen sind eine ganze Ecke jünger als ich, aber heutzutage kann man solche Dinge recherchieren. Ich kann auch nicht verstehen, wie so etwas dem Lektorat durchrutschen kann. Das ist peinlich!

Cover des Buches Else (ISBN: 9783462005301)
D

Rezension zu "Else" von Jasna Fritzi Bauer

Dagiwessel
Jasna Fritzi Bauer; Katharina Zorn - Else

Else ist eine durchschnittliche Frau in den 60er Jahren des vergangenes Jahrhunderts.
Sie kümmert sich um den Haushalt, erzieht ihre Töchter und unterstützt ihren Mann.
Er wird von seiner Firma nach Indien geschickt und Else ist recht gelangweilt, so allein.
Sie macht den Taxischein und ist die erste Taxifahrerin in Hessen.
Sie erzählt niemandem von ihrem Doppelleben
Dieses Buch macht froh, die Zeit nur lesen zu können, nicht leben zu müssen
Tolles Buch

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