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Unzertrennlich

vor 9 Monaten

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Schreibstil


 Jason Gurley, von dem ich bisher noch nichts gelesen hat, besitzt einen ganz besonderen Schreibstil, den ich in erster Linie als sehr melancholisch bezeichnen würde. Er lässt Bilder im Kopf entstehen, gibt dem Leser zudem aber genug Freiraum, um die Geschichte selbst zu formen. Zwei Drittel des Buches sind hierbei sehr geheimnisvoll gehalten. Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, wohin die Story mich denn nun eigentlich führt, denn "Eleanor" hebt sich deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab.


Obwohl es um die Teenagerin Eleanor geht, wird die Geschichte doch aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. So beginnt das Buch mit dem Prolog der "ersten Eleanor", erstreckt sich dann über eine Tragödie, die sich im Leben der "zweiten Eleanor" abgespielt hat und beleuchtet alles aus vielen Sichten. Die Charakter haben alle ihre Last zu tragen und das ist auch spürbar. Ich muss sagen, dass das Buch definitiv keine fröhliche Fantasygeschichte über eine strahlende Magiewelt ist, vielmehr ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und leise eine Geschichte von Schmerz und Verzweiflung erzählt. Fröhliche und einfach nur glückliche Charaktere wird der Leser in diesem Buch nicht finden, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und "Eleanor" deutlich von anderen Fantasyromanen abhebt!


Charaktere


- Eleanor -


Als Leser erfahren wir in einem Prolog erst einmal die Geschichte von Eleanors Großmutter und Namensgeberin, die plötzlich verschwand. Sie hinterlässt einen Mann und ein Kind namens Agnes. Besagter Agnes begegnen wir viele Jahre später wieder. Sie hat selbst zwei Kinder (Zwillinge) und ist maßlos überfordert. Es passiert eine Tragödie und wir machen noch einmal einen Zeitsprung und die Geschichte rund um Eleanor nimmt seinen Lauf.


Wir lernen Eleanor als Teenagerin kennen und erfahren, dass sie kein einfaches Leben führt. Ihre Eltern haben sich getrennt und die Mutter, Agnes, ertrinkt ihren Kummer seit Jahren im Alkohol. Immer wieder macht sie Eleanor, die bei dem Autounfall den vorderen sicheren Platz hatte, Vorwürfe und das war für mich als Leser kaum auszuhalten. Eleanor ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen, das ihren Schmerz so gut es geht versteckt und deswegen habe ich mich so verbunden mit ihr gefühlt. In erster Linie ist das Buch eine Jugendgeschichte über Schmerz, Verlust und Hoffnung.


- Mea -


Zu Mea kann ich nicht viel sagen. Ihre Abschnitte sind sehr kurz und geheimnisvoll gehalten. Sie sitzt in einer Membran und beobachtet und manipuliert Eleanor anscheinend. Was für ein Wesen Mea ist und wie diese Manipulation aussieht, lasse ich an dieser Stelle offen, denn dies macht den Reiz des Buches aus. Spannend finde ich, dass der Autor auch hier fast das gesamte Buch über viel Interpretationsspielraum lässt!


Gedanken über Mea habe ich mir schon früh gemacht und ich kam der Auflösung tatsächlich sehr nahe. Das Buch ist aber auf keinen Fall vorhersehbar, ganz im Gegenteil. Die Geschichte rund um Mea, die Hüterin und Eleanor ist kreativ und bietet so einige neue Ideen!


Meine Meinung


Von "Eleanor" habe ich gar nicht so viel erwartet. Der Klappentext und auch das Cover stimmten mich auf eine typische Fantasygeschichte ein, in der ein stinknormales Mädchen in eine andere Welt reist und dort einem Geheimnis auf die Spur kommt. Nach den ersten Seite wurde mir allerdings klar, dass dieses Buch ganz anders ist. Besonders die schwermütige Art hat mich in den Bann gezogen, denn dieser Autounfall und die Folgen davon sind im ganzen Buch spürbar.


Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor hätte sich selbst in seiner Geschichte verloren, auf eine positiven Art und Weise! Der Leser bleibt sehr lange im Ungewissen und erlebt mit Eleanor immer wieder seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen. Durch die Abschnitte von Mea und auch "der Hüterin" wird klar, dass da viel mehr hintersteckt und das auch Eleanors Vergangenheit eine tiefe Rolle dabei spielt.


Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst zu Eleanor zu werden. Ich konnte ihren Schmerz spüren, ihre Verzweiflung, aber auch ihrem Mut, das alles irgendwie durchzustehen. In erster Linie würde ich dieses Buch aber weder als Fantasyroman, noch als Jugendbuch bezeichnen. "Eleanor" ist vielmehr ein Roman über das Leben, übers Loslassen, über Schmerz und Verzweiflung. Es geht um die Zeit, die unaufhaltsam alles verschluckt, eine Zeit die scheinbar nicht zu ändern ist und die trotzdem bekämpft wird.


Bildhaft beschreibt der Autor den Schmerz der Erinnerungen. Eleanor taucht immer wieder in die "andere Welt" ein, die aus Fetzen der Vergangenheit besteht. Besonders toll fand ich die Abschnitte der "Hüterin", die ihr Land langsam zerfallen sieht. Die letztendliche Auflösung dahinter hat mir tatsächlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt!


Jason Gurleys Schreibstil hebt sich deutlich von anderen Autoren ab. Er lässt die Geschichte bis zum Ende sehr geheimnisvoll erscheinen und gibt kaum Informationen preis. Ich mag solche Art von Büchern, die einem nicht die ganze Story vorkauen und so konnte ich mit Eleanor zusammen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Bemerkenswert fand ich die sensible Art, die sehr viel Nähe zu jedem Charakter erzeugt, sei es die alkoholkranke Mutter, der Vater, der plötzlich verzweifelt mit anschauen muss, wie etwas mit seiner Tochter geschieht oder aber Eleanors Freund Jack.


Auch das Ende konnte mich überzeugen. Zwar zwingt einem der Autor schon fast in diese Richtung, dennoch gab es doch einige Überraschungen und Momente, die mich sprachlos zurückließen. Einige Tränen habe ich beim Lesen ebenfalls vergossen und ich möchte dieses Buch echt jedem ans Herz legen, der melancholische Geschichten fern des Mainstreams liebt!


Fazit


"Eleanor" ist ein düsteres Buch voller Emotionen und mit vielen Geheimnissen. Es hebt sich eindeutig von anderen Werken dieses Genres ab und ist für mich ein wahres Highlight! Ich hoffe, der Autor bleibt seinem Stil treu und wird noch weitere Bücher dieser Art schreiben!



Autor: Jason Gurley
Buch: Eleanor
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