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Jason HansonAgententricks, die Ihr Leben retten können
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Agententricks, die Ihr Leben retten können
Agententricks, die Ihr Leben retten können
 (1)
Erschienen am 12.09.2016
Jason HansonSpy Secrets That Can Save Your Life: A Former CIA Officer Reveals Safety and Survival Techniques to Keep You and Your Family Protected
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Spy Secrets That Can Save Your Life: A Former CIA Officer Reveals Safety and Survival Techniques to Keep You and Your Family Protected

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Rezension zu "Agententricks, die Ihr Leben retten können" von Jason Hanson

"Zum Glück gibt es ja meine Flucht- und Vermeidungskünste und dieses Buch"
R_Mantheyvor 2 Jahren

Na, Gott sei Dank! Dass man mit dem Verkauf von Illusionen Geld verdienen kann, zeigen nicht nur die Filmbranche und ihre millionenschweren Stars. Diese Methode funktioniert auch bei Börsen- oder Gesundheitsbriefen oder mit Crashkursen in Selbstverteidigung. Jason Hanson hat bereits eine eigenartige Karriere hinter sich, war sieben Jahre bei der CIA und betreibt nun eine private "Schule für Personenschutz, Spy Escape and Evasion". Wenn man die letzten vier Worte in eine Suchmaschine eingibt, stößt man sofort auf die Homepage des Autors. Sein Buch dient neben der Informationsübermittlung selbstverständlich auch als Werbung für seine Kurse.


Das sagt dem deutschen Leser aber auch, dass es vorrangig für amerikanische Verhältnisse konzipiert wurde. Vielleicht sind diese aber auch in unserem Land nicht mehr weit entfernt, denn die massenhafte illegale Einwanderung weder kulturell noch sozial integrierbarer Menschen wird in Zukunft nicht folgenlos bleiben und das Land nachhaltig zum Schlechteren verändern. Insofern kann man aus diesem Buch auch lernen, welche Umstände uns erwarten, wenn das soziale Gleichgewicht dauerhaft gestört sein wird.


Es vermittelt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Anleitungen: Erstens für eine prinzipielle Veränderung der Geisteshaltung und zweitens für Techniken, die Leben, Gesundheit und Schutz der eigenen Familie sichern können. Ob allerdings der Leser tatsächlich damit etwas anfangen kann, nachdem er dieses Buch gelesen hat, scheint mir zweifelhaft. Denn: Für eine Änderung der eigenen Geisteshaltung benötigt man auch einen Zugriff auf viele meist unbewusst ablaufende Prozesse im Gehirn. Und Abwehr – oder Kampftechniken muss man ständig üben, sonst funktionieren sie im Ernstfall nicht.


Das Letztere kann man einfach an einigen Beispielen erklären: Der Autor vermittelt Grundideen zur waffenlosen Selbstverteidigung. Er zählt vier Körperregionen auf, die besonders schmerzempfindlich sind: die Augen, der Kehlkopf, der Unterleib und die Schienbeine. Schläge oder Stiche (Augen) müssen dabei so konsequent ausgeführt werden, dass der Angreifer wenigstens für einige Zeit handlungsunfähig wird, denn eine zweite Chance bekommt man gewöhnlich nicht. Normale Menschen überschreiten diese soziale Hemmschwelle nicht, weil dies ihr innerer Kompass selbst bei einer tödlichen Bedrohung nicht zulässt. Sie kommen deshalb mit dieser Situation nicht zurecht, selbst wenn sie einen Kurs mit den entsprechenden Techniken besucht haben. Vielleicht weisen sie die Trainer auch noch auf die rechtlich nicht triviale Notwehrsituation hin, die ein verhältnismäßiges Verhalten erfordert. Wenn man dann in einer Notsituation auch noch darüber nachdenken muss, dann ist wahrscheinlich alles zu spät, weil man die entsprechenden Abwehrtechniken sowieso eigentlich nicht wirklich beherrscht.


Ein anderes Beispiel ist das ruckartige (aus Filmen bekannte) Wenden des eigenen Autos um 180 Grad während der Fahrt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand einfach mal so mit seinem eigenen Wagen (und dem Risiko eines Totalschadens) probiert. Ich habe übrigens versucht die Entfesselungstricks des Autors aus diesem Buch zu erlernen und ließ mich mit Paketband und Kabelbindern an den Handgelenken fixieren. Es ist mir nicht gelungen, mich nach den Anweisungen des Autors zu befreien, was durchaus an mir gelegen haben kann, aber nicht muss. Vielleicht sollte ich den Autor besuchen und einen Kurs belegen. Um es kurz zu machen: Ich halte das Erlernen von solchen Methoden aus einem Buch im Selbstversuch für lächerlich und wenig erfolgversprechend. Es liest sich ganz nett, aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, war es das auch.


Bleibt also noch das Erlangen einer anderen Geisteshaltung, wie sie der Autor vorschlägt. So lange man sich nicht tatsächlich in Gefahr glaubt, wird man auch das nicht tun, denn in Wirklichkeit würde man dadurch mehr ins eigene Leben ein als man sich gerne eingestehen würde. Man müsste nämlich immer und überall die Frage zulassen, ob man Kriminellen mit seinem Verhalten einen Anlass für schlechte Ideen liefert. Das bedeutet: man orientiert sich nicht mehr an seinem eigen Leben, sondern an den möglichen schlimmen Ideen anderer. Abgesehen davon, dass man dadurch auch in einen gewissen Verfolgungswahn geraten kann, erfordert eine solche Haltung eben eine Umprogrammierung von Prozessen, die man irgendwann im Laufe seines Lebens so erlernt hat, dass man ihr Vorhandensein gar nicht mehr wahrnimmt und auch keinen Zugriff auf sie besitzt. Ausgenommen von diesen Bemerkungen sind einfache Vorsichtsmaßnahmen, die schon der gesunde Menschenverstand liefert.


Darüber hinaus muss man nach den Vorgaben des Autors lernen, seine Umgebung ständig zu scannen, was ebenso ein völlig verändertes Verhalten nach sich ziehen würde. Es ist bezeichnend für die Anlage dieses Textes, dass es sein Autor völlig versäumt auf natürliche Reflexe einzugehen. Ein solcher Reflex ist die eigene Angst, die uns schützen soll, die wir aber oft unterdrücken. Wir fühlen uns in bestimmten Situationen nicht wohl. Unser Unterbewusstsein warnt uns vor einer Gefahr, die wir noch nicht sehen oder sehen wollen. Oft lassen wir solche Ängste nicht zu, weil wir uns aus irgendwelchen Gründen nicht blamieren wollen oder weil ein möglicherweise abruptes Verhalten sozial nicht erwünscht ist. Es ist zum Beispiel in Relation zur Häufigkeit der Fälle nicht so selten, dass Frauen einen zukünftigen Vergewaltiger in ihre Wohnung lassen, wenn der es nur geschickt genug anstellt. Sie hatten zwar ein ungutes Gefühl, wollten aber nicht abweisend oder ruppig sein. Die eigene Angst muss man nicht trainieren. Sie ist da, man muss ihr nur vertrauen. Mehr darüber kann man in   "Vertraue deiner Angst: Wie unsere Intuition uns vor Gewalt schützt" nachlesen.


Kurz gesagt: Das Buch ist sicher ganz interessant, weil es zahlreiche Informationen und Anregungen enthält. Als praktische Hilfe scheint es mir aus den genannten Gründen eher ungeeignet. Wenn man etwas verstanden hat, beherrscht man es noch lange nicht. Dennoch verbreiten solche Bücher genau diese Illusion. Wenn man das richtig einschätzen kann, sind sie trotzdem interessant.









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