Jasper Fforde Grau

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Inhaltsangabe zu „Grau“ von Jasper Fforde

»Genial! Ich werde Mr. Fforde aufmerksam im Auge behalten müssen.« Terry Pratchett Grau ist das neue Meisterwerk des britischen Erfolgsautors Jasper Fforde. Ein spektakuläres Ideenfeuerwerk und phantastisches Abenteuer um Liebe, Verrat und die unüberschätzbare Macht der Neugier. Es läuft gut für Eddie Russett: Seine Rotsicht ist exzellent, er wird mit etwas Glück auf der Farbskala nach oben heiraten, und sein Leben plätschert angenehm ereignislos dahin - bis zu dem Tag, an dem er sich unrettbar und wider jede Vernunft verliebt. Denn Jane ist nicht nur geheimnisvoll und wunderbar stupsnasig, sie ist auch komplett farbenblind und gehört damit der gesellschaftlichen Unterschicht an: eine Graue! Jane hebt Eddies geordnete Welt aus den Angeln: Plötzlich hat er einflussreiche Feinde, wird mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert, und zu allem Überfluss versucht seine Angebetete auch...

Richtig klasse! Ich hoffe, dass die Reihe (bald) fortgesetzt wird!

— Aniday
Aniday

Wie immer bei Fforde: ein unglaublich kreativer, verrückter Spaß mit Tiefgang!

— wlatata
wlatata

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, welches man mit diesem vergleichen könnte. Tolle Idee, genial geschrieben und einfach nur lesenswert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Schade, dass er statt RGB die Augen auf CMYK sehen lässt. Sonst wäre der Mix aus politischer Ränke, Fantasy und Dystopie genial.

— PrinzessinMurks
PrinzessinMurks

lesenswert.

— Gero_T
Gero_T

Eins meiner absoluten Lieblingsbücher

— Timmytoby
Timmytoby

Kasten-Gesellschaft mal anders. Interessanter Auftakt zu einer hoffentlich sehr spannenden Reihe.

— Brynawel
Brynawel

Ein wirklich tolles und spannendes Buch! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und würde sie am liebsten gleich lesen.

— sofie
sofie

Bis zum Ende eine witzige kleine Utopie. Auf den letzten Seiten wird es auf einmal richtig spannend. Ich hoffe, der nächste Band kommt bald!

— Tree_Trunks
Tree_Trunks

Fforde bleibt sich treu und kredenzt abgefahrene Lektüre, die vor genialen Ideen nur so sprüht. Spannend und kreativ bis zum Schluss. Lesen!

— Wortwanderin
Wortwanderin

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Diese Geschichte bietet Action, Spannung, Liebe und Zusammenhalt. Die Autorin konnte mich mit ihrem Werk voll überzeugen.

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  • Genial und abgedreht!

    Grau
    Aniday

    Aniday

    26. May 2016 um 11:41

    Eddie Russett ist ein Roter in einer Welt, die von Farben bestimmt wird. Denn nicht jeder kann Farben wahrnehmen, wenn dann meist nur eine oder zwei. Eddie hat eine excellente Rotsicht und steuert damit auf eine gesicherte Zukunft zu. Doch erst einmal muss er nach Ost-Karmin, zur Strafe eine Stuhlzählung durchführen. Was halb so schlimm wäre, hätte er dort nicht Jane - und einen Teil der Wahrheit - kennen gelernt...Jasper Fforde hat mich überrascht. Um es kurz zu sagen. Überrascht wie lange kein Autor mehr. Das Buch ist genial. Intelligent, skurril, fantasievoll, seltsam und immer wieder aufs neue überraschend!Eddie Russett lebt in einer Welt, in der Farbsicht alles ist. Denn nicht jeder hat sie und nur wenige können viel natürliche Farbe wahrnehmen. Eddie kann rot sehen, was ihn nicht ganz oben in die Hackordnung bringt, aber dennoch ein privilegiertes Leben sichert. Doch er muss sich in Demut üben, weshalb er zusammen mit seinem Vater, einem Mustermann, nach Ost-Karmin abgeschoben wird. Auf Zeit, weitab der Zentren. Hier geht es etwas anders zu, die allen so wichtigen Regeln werden gerne mal etwas freizügig ausgelegt. Und da ist Jane, von deren Nase er fasziniert ist. Doch Jane ist eine Graue, ohne Farbwahrnehmung, und sie ist alles andere als umgänglich.Durch diese Umstände muss Eddie manches überdenken und er gerät in Situationen, von denen er nie gedacht hätte, dass sie möglich sind. Eddie ist ein sympathischer Charakter: Nett, träumerisch, gedankenlos und mit einer jahrelangen Gehirnwäsche versehen. Kurz gesagt: Hoffnungslos naiv und überfordert. Ich mochte ihn, musste über das, was ihm zustieß, gleichermaßen lachen und den Kopf schütteln. Überhaupt bietet die Welt viele absurde Regeln und Möglichkeiten, sodass einem beim lesen nie langweilig wird. Manches ist so absurd, dass man sich nur fragt "Warum?", aber genau das ist der Punkt dabei. Und man spürt, dass man nicht der einzige ist, der sich das denkt... Die Charaktere sind so klasse und glaubwürdig, der Plot macht süchtig, man fiebert mit und zum nachdenken gibt es auch noch was.Ich hoffe wirklich sehr, dass es bald weitergeht! Und da mich Jasper Fforde so überzeugen konnte werde ich es zwischenzeitlich mit anderen Büchern von ihm versuchen.

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  • Wann kommt endlich Band 2?

    Grau
    Jisbon

    Jisbon

    21. May 2016 um 01:11

    "Grau" war so gar nicht, was ich erwartet hatte. Ich dachte (vielleicht auch, weil ich noch kein Buch von dem Autor kenne und nicht wusste, in welchem Stil und worüber er schreibt), dass es schwerpunktmäßig um eine Art unmöglicher Liebesgeschichte à Romeo und Julia ginge, die in einer uns fremdartig erscheinenden Gesellschaft spielt und mit dramatischen Elementen angereichert ist. Wie gesagt habe ich mich dabei gründlich geirrt, aber das Buch hat mir trotzdem gut gefallen. Hauptsächlich habe ich mir das Buch gekauft, weil ich die Idee einer Gesellschaft, in der die Individuen nach ihrer Farbsicht beurteilt werden, sehr interessant fand - und Fforde ist es zweifellos gelungen, seine Welt um diesen Aspekt herum glaubwürdig aufzubauen, zumindest im Großen und Ganzen. Für die synthetischen Farben, die jeder sehen kann, hätte ich mir auch eine Erklärung gewünscht, da es aber für die Handlung keine große Rolle spielt, konnte ich darüber hinwegsehen. Abgesehen davon ist die Gesellschaft, die der Autor schildert, unglaublich faszinierend - wenn auch zweifellos düster. Alles ist sehr streng geregelt (die vor jedem Kapitel abgedruckten Regeln zeigen sehr schön, dass quasi alles gesetzlich geregelt ist), die Hierarchien sind genau festgelegt und die Klasseneinteilung ist alles. Insgesamt ist die Welt also keine ideale, was aber nichts daran ändert, dass sie sehr interessant ist. Auf den ersten Blick ist sie unserer sehr ähnlich, doch dadurch, dass die Menschheit in verschiedene Farb-Gruppen eingeteilt wird, gibt es zahlreiche Details, die sich daraus ergeben und die Unterschiede zu unserer Realität darstellen. Ich muss sagen, dass ich gerne noch mehr über diese Welt gelesen hätte, denn zweifellos der interessanteste Aspekt des Romanes war für mich alles, was mit dem "Worldbuilding", der Gesellschaft und dem Leben der Menschen zu tun hatte. Ein Problem war, dass die Geschichte von jemandem erzählt wird, der in dieser Welt aufgewachsen ist und sie als normal empfindet. Wieso also sollte er alle Unterschiede zu unserer Welt, die er gar nicht kennt, erklären? Es ergibt erzählerisch Sinn, machte es aber am Anfang schwer, sich einzulesen, da wenig erklärt wurde. Erst nach und nach wurden immer mehr Details aufgedeckt und man lernte langsam, die fremdartige Gesellschaft zu verstehen - davor war es zwar interessant, die Unterschiede selbst festzustellen, aber trotzdem verwirrend. Die Geschichte von Edward ist auch nicht uninteressant. Er ist ein guter Protagonist, der seine Fehler hat, zweifelhafte Entscheidungen trifft und sich im Laufe des Buches weiterentwickelt. Die Nebenfiguren sind, wenn auch nicht liebenswert, doch alle gut beschrieben und ihre Interaktionen mit dem Protagonisten geben der Geschichte ihre Würze. Gerade zu Ende des Buches ergeben sich einige Konstellationen, die die Folgebände spannend machen werden. Die Liebe zu Jane spielt eine entscheidende Rolle, nimmt aber in der Handlung nicht übermäßig viel Platz ein, sondern entwickelt sich so nebenbei. Die Geschichte der beiden hat mir ganz gut gefallen. Sie ist nicht besonders romantisch oder voll leidenschaftlicher Gefühle, aber sie wirkt echt und scheint gut zur Welt zu passen, in der sie spielt. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie der Autor die ausweglos erscheinende Situation der beiden in den Folgebänden aufzulösen gedenkt. Zwischendurch hatte die Handlung einige Längen, doch da Eddie nach und nach mehr über die Hintergründe seiner Welt herausfindet, wurde das Buch nie langweilig, und gerade am Schluss wurden einige Karten noch einmal durchgemischt. "Grau" bekommt von mir 3,5 Sterne, vor allem für die fantastische Welt, die Fforde erschaffen hat. Aber auch die Handlung hat mir gut gefallen und da das Ende noch einiges offen lässt, hoffe ich, dass Band zwei bald erscheint.

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  • Verrückt, knallbunt und trotzdem zum Nachdenken

    Grau
    wlatata

    wlatata

    11. October 2015 um 20:26

    Inhalt: Wie das immer so bei den Jasper Fforde Romanen ist, ist es nicht ganz leicht den Inhalt kurz zu beschreiben, da es vor kreative und verrückten Kuriositäten nur so wimmelt! Nur soviel: Der Roman spielt in der Zukunft, in der die Fähigkeit Farben zu sehen, nur noch einer kleinen Schicht von Menschen möglich ist. Die Fähigkeit zur Farbwahrnehmung öffnet die Türen zu Oberschicht und ohne sie gehört man zur Arbeiter-Unterschicht. Eddie Russett steht kurz vor dem alles entscheidenden Test zur Farbwahrnehmung, der entscheiden wird, ob er sich die adlige Constanze angeln und mit ihr ein Bindfadenimperium übernehmen wird, als er und sein Vater in die Randzonen geschickt werden. Hier begegnet er der Grauen Jane, die viele Geheimnisse hat und schon bald steckt er in einem Abenteuer voller Intrigen, Stuhlzählungen, Eheligen und menschenfressender Bäume. Fazit: Wer Jasper Ffordes Thursday Next Romane so wie ich gelesen und geliebt hat, der wird auch von Grau nicht enttäuscht sein. Wie immer ist das Buch sehr locker und gut lesbar geschrieben, wobei es ab und zu ein klein wenig langatmig wird, wenn der Autor näher auf die Details seiner perfekt entworfenen und sehr detailreichen Zukunftsvision eingeht. Die Einfälle sind aber wie immer einfach klasse. Unheimlich abgedreht, aber klasse! Und genau mit diesen verrückten Einfällen schafft es der Autor einmal mehr eine leise gesellschaftskritische Studie so zu verpacken, dass man die ganze Zeit lachen muss. Der Roman mutet an vielen Stellen wie eine sehr gut geschriebene Satire an. Auch die "Liebes"-Geschichte zwischen den zwei Protagonisten wird mit einem Augenzwinkern und auf vollkommen verrückte Art erzählt. Wie immer ist auch dieser Fforde absolut lesenswert!

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  • defintiv farbenfroh

    Grau
    dominona

    dominona

    12. July 2015 um 20:20

    In dieser Gesellschaft sind die Akteure farbenblind und in einer Farbendemokratie darauf bedacht, den ihnen zugewiesenen Farbton prozentual aufzuwerten, indem sie sich günstig mit anderen Farben vermählen. Man braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen, aber es wird nie uninteressant und die Figuren sind absichtlich spannungsgeladen gewählt. Gut zu wissen, dass dies nur der erste Teil ist und noch zwei weitere kommen. Die Lehre des Buches ist auf jeden Fall, dass man nicht alles glauben soll, was einem erzählt wird.

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  • Die besten Lügen sind die, die alle glauben wollen.

    Grau
    Ullarulla

    Ullarulla

    Der erste Teil einer Trilogie und schon so wahnsinnig gut. Es geht um den 20 Jährigen Eddie Russett, der von heute aus betrachtet einige hundert Jahre später auf dieser Erde lebt. In dieser Welt haben die Menschen die Fähigkeit verloren alle natürlichen Farben zu sehen. Bei vielen sticht eine besondere Farbe hervor und bei Edward ist das die Farbe Rot. Alles andere erscheint ihm grau, außer es ist synthetisch gefärbt worden. (Das System ist am Anfang vielleicht ein bisschen unersichtlich, zeigt sich aber mit der Zeit. Die solltet ihr dem Buch geben.) Auf Grund eines Fehlverhaltens bekommt er die Aufgabe Stühle zu zählen und reist mit seinem Vater nach Ost-Karmin. Sein Vater ist ein Mustermann, was so etwas wie ein Arzt ist. Er trägt Farbenmuster mit sich herum, welche bei den Menschen verschiedene Funktionen haben. Sie können einen dazu bringen geradezu high zu werden oder eben auch körperliche Beschwerden lindern. Die Politik dieser Welt ist um einen Mann namens Munsell aufgebaut, welcher unfehlbar ist und so ziemlich alle Regeln aufgestellt hat, die es zu befolgen gilt. Das Ziel ist komplette Stagnation bzw. alles soll so bleiben wie es ist, denn so geht es allen gut. Dass alles in diesem Kollektiv rosig läuft, auch wenn es nach den Regeln Munsells angeblich so sein müsste, stimmt natürlich nicht. Je nachdem wie gut man welche Farbe sehen kann, desto mehr Privilegien genießt man und es wird auch nicht davor zurückgeschreckt sich diese Privilegien zu erschleichen indem man Menschen verheiratet, die sich nicht lieben oder Erbgut kauft. Doch es wäre nicht Politik, wenn Regeln nicht umgangen würden. Den Satz, den ich als Titel wählte und der auch im Buch vorkommt, kennt man sicherlich auch aus der heutigen Zeit. Der naive Eddie trifft recht früh auf seinem Weg nach Ost-Karmin auf die rebellische Jane, welche sein Leben für immer verändern soll. Das Verhalten von Jane ist höchst aggressiv. Sie regt sich hauptsächlich darüber auf wie naiv und blind Edward im Bezug auf das System ist. Jane ist eine Graue und die Grauen sind die Menschen mit den wenigsten Privilegien. Sie arbeiten als Diener, Postboten, Fabrikarbeiter und wohnen in abgegrenzten Gebieten, denn nach Munsells Motto heißt es: "Nur getrennt sind wir vereint". Man erfährt sehr wenig über diese Grauen, denn der Hauptprotganist ist nunmal ein Roter und in der Gesellschaft um einiges höher gestellt. Doch es ist ja auch erst der erste Teil. Die Charaktere sind teilweise sehr einfach gehalten, aber so soll diese Welt auch sein. Problemlos. Harte anerzogende Indoktrination. Ich habe mich Sachen gefragt wie: Was hat es mit den Blitzen auf sich? Dieser ominösen Straße, die irgenwie organisch ist und dadurch immer befahrbar, außer sie kommt mit Bronzeteilen in Verbindung? Riesenschwäne? Ist der Fernwahrnehmer ein Fernseher? Strichcodes auf Tieren? Was geht mit dem nackten Kerl? Keine Löffel? Viele Fragen die ich mir stellte und einige werden auf höchst clevere Art und Weise schon in diesem Teil beantwortet. Es gibt typische Idioten, Feiglinge, nervige Zicken, dumme, gemeine, liebevolle und mutige Menschen. Das Buch ist nicht wirklich lustig, sondern grenzt sich stark von Ffordes anderen Büchern ab. Obwohl ich gelegentlich doch schmunzeln musste. Eine Welt in der absolut nichts ist wie es scheint und in der es noch so viel zu entdecken gibt. Wahnsinnig kreativ und nicht wirklich farben"froh".

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    • 2
    AnnikaLeu

    AnnikaLeu

    25. July 2014 um 08:57
  • Tolle Ideen

    Grau
    Benq

    Benq

    02. March 2014 um 18:00

    Die Ideen des Autors finde ich klasse und habe ich so auch noch nirgendwo sonst gelesen: eine Gesellschaft in der Zukunft, in der der eigene soziale Rang mit der eigenen Farbwahrnehmung verknüpft ist. Leider ist die Geschichte sehr langatmig erzählt, es kommt nur gegen Ende ein bisschen Schwung in die Geschichte, sodass ich trotz der tollen Ideen froh war, dass das Buch endlich zuende war. Komisch finde ich auch, dass sich die gesamte Handlung des Buches auf nur 4 Tage erstreckt. Mir schien es, als hätte der Autor selbst manchmal nicht gewusst, wohin sich seine Geschichte entwickeln sollte und aus diesem Grund dem Leser Hintergrundinformationen schuldig bleibt. Sollte es eine Fortsetzung geben, würde ich sie vermutlichen lesen - in der Hoffnung mehr über die Hintergründe und Entwicklungen bis zum Status Quo zu erfahren.

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  • Shades of Grey...ja genau!

    Grau
    Wortwanderin

    Wortwanderin

    20. October 2013 um 13:47

    Die Welt der Farben "Grau" spielt in einer Zeit weit nach der unseren, wobei eine genaue Jahreszahl nicht angegeben wird. Das Leben richtet sich nach den aufgestellten Regeln eines gewissen Munsell, dessen Ideologien nicht in Frage gestellt werden. Auf ihn gehen auch diverse Rücksprünge zurück, bei der die Menschheit sich immer weiter sehr ursprünglichem Leben nähert (z.B. durch das Verbot industrialisierter Landwirtschaft und Wiedereinführung des Ackerbaus durch Pferde). Die Bevölkerung ist inzwischen nicht mehr in der Lage alle Farben zu sehen, sondern kann nur noch jeweils eine Farbe erkennen. Die Gesellschaft wird dementsprechend strikt hierarchisch nach Farbsicht unterteilt, wobei die Purpurnen zur Spitze gehören, während Graue ein geradezu sklavenartiges Leben am Boden der Pyramide führen. Geheiratet wird demnach kaum noch aus Liebe, sondern zum Zweck des sozialen Aufstiegs. Im Alter von 20 Jahren legt jedes Mitglied des Kollektivs den sogenannten "Ishihara" ab - einen Sehtest, der über die Einordnung in die verschiedenen Farbsichten entscheidet. Krankheiten werden ebenfalls durch den Einsatz von Farben kuriert, diese ehrenvolle Aufgabe ist dem Beruf der Mustermänner vorbehalten. Edward "Eddie" Russett ist der Sohn eines eben solchen. Ein Mann sieht Rot - wortwörtlich Eddie Russett (zu Deutsch Rostrot) reist mit seinem Vater in die Randzone, denn er wurde wegen ungebührlichen Benehmens dazu verdonnert, sich in Demut zu üben. Zu diesem Zweck soll er alle Stühle in der Randzone zählen. Eddie ist zur Hälfte einer Oxblood versprochen, die seine rote Farblinie aufwerten soll. Seine Rotsicht ist besser als er zugeben mag, was ihn hoffen lässt, einmal Präfekt zu werden. Engagiert fügt er sich vorerst den Regeln der Gesellschaft, doch dann wird Eddie Zeuge eines seltsamen Todesfalls. Da Eddie, zum Leiden des Kollektivs, über ein Gewissen und Neugier verfügt, stellt er Nachforschungen an. Schon bald treiben sie ihn in die Arme von Jane Grey, einer Grauen mit einer hinreißenden Stupsnase. Es kommt, wie es kommen muss. Eddie verliebt sich in das kratzbürstige Dienstmädchen, das ihm ständig mit seiner Ermordung droht. Ein Roter und eine Graue? Nach unten in der Farbskala heiratet nun wirklich niemand. Aber das Schicksal lässt die beiden nicht mehr los und letztlich machen sich beide daran, die grausigen Geheimnisse des Kollektivs aufzudecken. Denn nichts ist, wie es scheint. Eindrücke "Grau" ist ein typischer Fforde. Der Roman strotzt nur so vor kreativen Einfällen (das Kollektiv fürchtet Schwäne), schrägen Ideen (asphaltierte Straßen reinigen sich selbst) und unvorstellbaren Tatsachen (jedes Tier verfügt über einen Strichcode). Und auch wenn die erste Beschreibung der Welt in diesem Roman nahezu erschreckend erscheint, so schreibt Fforde gewohnt leichtfüßig. So wird die Dystopie zu einem Stück Humor und verliert ihren Schwermut. Nicht selten muss man also schmunzeln, wenn mal wieder eine sinnbefreite Erklärung fällt. Der Autor versteht es, wichtige Informationen zurück zu halten und einen Spannungsbogen aufzubauen, an dem man klebt wie eine Motte an der Kerze. Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist sehr gelungen. Fforde verzichtet auf Stereotypen und enthüllt im Verlauf der Geschichte immer weitere Wesenszüge. Die Entwicklung der Figuren gefällt und wird nicht dröge, auch wenn man natürlich mit diversen Wendungen rechnet. Nebenfiguren sind Fforde-typisch abgedreht und liebenswert. Die amüsanteste Erscheinung ist der Apokryphe Mann. Einfach herrlich, zum sich wegschmeißen lustig. Eddie war mir durchweg sympathisch. Charmant ist besonders, dass er ursprünglich eigentlich gar nicht einsehen will, dass er gegen die Munsell'schen Regen verstoßen möchte. Der Zugang zu Jane fiel mir schwerer, denn sie war dermaßen auf Konfrontation ausgelegt, dass es wirklich bis zur zweiten Buchhälfte gebraucht hat, bis ich mit ihr warm wurde. So erging es mir auch mit der Liebesgeschichte der beide. Ihre Liebe ist nicht romantisch, sondern versprüht eher einen eiskalten, trockenen Charakter - aber das passt. Zuletzt: Der deutsche Titel gefällt mir weniger. Er greift zwar die Welt des Buches auf, ist aber viel zu weit gestreut. Immerhin geht es im Kern nicht um Grausehen, sondern die Reise in eine Stadt names Hoch-Safran. Insofern bin ich gespannt, wie der Titel des zweiten Bandes im Deutschen lautet. Fazit Eine mal ganz andere Dystopie. Sie zieht den Leser nicht runter, sondern ist zum Bersten gefüllt mir Kuriositäten und Lachern. Darin verwoben ist eine hoch spannende Geschichte mit sympathischen Charakteren und einer Welt, die sowohl verwirrend als auch faszinierend ist. Von mir also eine ganz dicke Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    WilmaWitch

    WilmaWitch

    02. October 2012 um 15:35

    Eine Welt, die möglicherweise in mehreren Jahrhunderten Realität werden kann, wird von einer Colorkratie regiert, da die Menschen Farbensehen und Nachtsicht fast vollständig verloren haben. Es gibt strenge gesellschaftliche Regeln, die die Stagnation der Verhältnisse sichern und Langeweile ist das am meisten erstrebenswerte Prädigkat. Wer gegen Regeln verstößt, wird bestraft, wie Eddie, der mit seinem Vater in die Randzone des Reiches zur Stuhlzählung reist. Dort verliebt er sich in Jane und sein ganzer, sorgfältig langweilig geplanter Lebensentwurf wird hinfällig, er kultiviert seine Neugierde, macht Entdeckungen, gerät in Lebensgefahr und als Leser wird man erfreut dadurch, dass eine Abenteuergeschichte Fahrt aufnimmt. Der Anfang liest sich etwas zäh, diese fremde Welt mit den fremden Gesetzmäßigkeiten muss erst erklärt werden, bevor sich der Leser mit den Protagonisten darin bewegen darf. Es sollen noch zwei Bände folgen.

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    Webbee

    Webbee

    02. October 2012 um 11:18

    Um eine richterlich angeordnete Stuhlzählung als Bestrafung für einen Regelverstoß durchzuführen, begibt sich der 20jährige Eddie Russet mit seinem Vater auf die Reise von Jade-unter-der-Limone nach Ost-Karmin. Eddie und sein Vater sind Rote – heißt, ihre visuelle Wahrnehmung beschränkt sich ausschließlich auf den roten Bereich des Farbspektrums. Die Roten kommen in der Farb-Hierarchie, dem Colorismus, direkt nach den Grauen – sind also farblich recht niederwertig und müssen sich gegenüber höherwertigen, wie den Grünen oder Gelben in Demut üben. Gut für Eddie, dass er nicht allein reisen muss. Sein Vater, der ein Mustermann ist, tritt eine Vertretungsstelle in Ost-Karmin an. Der dortige Mustermann ist in Urlaub oder Tod. Bei einem Zwischenstopp in Zinnober trifft Eddie auf die Graue Jane, sie bedroht ihn ohne Umschweife mit dem Tod aber er findet sie einfach faszinierend. In Ost-Karmin angekommen, bekommen die beiden kaum Zeit, sich erst einmal einzugewöhnen. Die roten, gelben und purpurnen Präfekten geben sich nacheinander die Ehre in ihrem Haus, ein apokrypher Mann (jemand den es nicht gibt, weil es die Regeln so besagen und den man deshalb auch nicht sehen, ansprechen oder erwähnen darf) lebt in ihrem Haus und das ihnen zugeteilte Dienstmädchen ist eine enorm aggressive Graue – Jane! Eddie, der eigentlich eher regelkonform, etwas naiv und zurückhaltend ist, kommt durch seine Neugier einem Geheimnis auf die Spur. Zunächst sind es seltsame Vorkommnisse aber er ahnt einen Zusammenhang. Glauben will ihm jedoch niemand, (nur Jane scheint mehr zu wissen) – im Gegenteil, durch seine Fragen gerät er in den Focus der Präfekten und wird am Ende hart bestraft. Seine einzige Chance, die Strafe wieder auszugleichen und sich somit das Wohnrecht und das Recht auf Heirat zu erhalten, ist, eine Expedition nach Hoch-Safran anzuführen, um die dortigen Farbvorkommen zu erheben und auszukundschaften, ob die Stadt von Gesindel, Megafauna oder Mehltau befallen ist. Das Problem dabei: Noch nie ist jemand von einer Expedition nach Hoch-Safran zurückgekehrt. Trotz des tristen Titels (der englische Originaltitel „Shades of Grey – The Road to High Saffron“ trifft es viel besser) ist „Grau“ ein Feuerwerk an Farben. Die Idee, eine Gesellschaft zu beschreiben, in der Farben das höchste Gut darstellen und das Farbensehen bzw. die Veranlagung dazu über allem stehen und die gesamte gesellschaftliche Struktur begründen, ist außergewöhnlich, absurd und hörte sich für mich sehr spannend an. Stagnation ist das Ziel, ein ereignisloses Leben erstrebenswert, Fortschritt wird regelmäßig durch sogenannte Rücksprünge und die Entfaktung verhindert, Regeln werden nicht in Frage gestellt, Dinge die es nicht geben darf, werden ignoriert und deshalb gibt es sie auch nicht. Fforde bedient sich aus der Palette der Methoden totalitärer Systeme und kombiniert diese mit einem hierarchisch geordneten Farb-Kasten-System (siehe das religiöse Kastensystem in Indien). Mit viel Fantasie und Witz entstand daraus eine ungewöhnliche und unvorhersehbare Geschichte. Das Buch selbst ist nur für den Leser spannend der versucht, zu verstehen, was eigentlich vor geht und wie diese Gesellschaft funktioniert. Es werden keine Erklärungen auf der Tablett serviert, man muss beim Lesen gut aufpassen und die Fakten selbst zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Diesen Band liest man am besten mit dem Wissen, dass es sich um den ersten einer ganzen Reihe handelt. Dann kann man auch gut damit umgehen, nicht zu wissen, was „das große Ereignis“ war oder wer eigentlich der „große Munsell“ ist. Fazit: Kein Buch, das man mal „so nebenbei“ lesen kann. Schräge Sachen sollte man schon mögen (Aldous Huxley’s Brave New World ist ein guter Indikator ;-)). Aber wenn man sich die Zeit nimmt und in die Geschichte eintaucht, wird man es lieben. Ich tue es jedenfalls und bin gespannt auf die Fortsetzung.

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    Schumi_HB

    Schumi_HB

    20. August 2012 um 12:12

    Der Autor Jasper Fforde nimmt den Leser mit in die bizarre Welt von Chromatopia - eine Welt wie sie vielleicht in mehreren hundert Jahren existieren könnte. Es herrscht eine Colorkratie - eine Gesellschaft, deren soziale Ränge durch die individuelle Farbwahrnehmung und der damit einhergehenden Zugehörigkeit zu Farbgruppen bestimmt werden. Ganz oben im Ranking der Kasten stehen die Purpurnen, gefolgt von Grünen, Roten, Gelben und Blauen. Ganz am untersten Ende der sozialen Skala befinden sich die Grauen, die allen ranghöheren Wesen zu Diensten sein müssen. Das Regelbuch sagt den Menschen detailliert, was richtig und was falsch ist und man tut gut daran, sich an diese teils absurden Regeln zu halten. Die bedingungslose Einhaltung der Regeln ist das Fundament, auf das die Gesellschaft ruht. Das funktioniert so lange, wie niemand diese Regeln in Frage stellt und alle mit dem Strom schwimmen Der Protagonist Eddie Russet gehört zur gesellschaftlichen Kaste der Roten. Dadurch, dass er sich in eine im sozialen Range niederstehende Person, eine Graue, verliebt, zieht er nicht nur den Zorn seines Vaters auf sich. Darüber hinaus pflegt er eine Neugierde, die sich auch durch behördliche Repressionen nicht bremsen lässt. Freiwillig meldet er sich als Leiter eines Himmelfahrtskommandos, welches eine verbotene Gegend bereisen soll, aus der noch niemand lebendig zurückgekehrt ist. Dabei stößt er auf ein unglaubliches Geheimnis. Je mehr ich mich in das bizarre Leben dieser verrückten Welt einlas, desto spannender wurde die Geschichte. Die eindrucksvolle Weise wie der Autor die neue Weltordnung darstellte, machte mir angst und bange. So stellte der Ausspruch "Du musst mir zu Diensten sein, denn ich bin ein Grüner" bei mir sofort einen Bezug zur Gegenwart her, der bestimmt nicht zufällig gesetzt wurde! Die bizarren gesellschaftlichen Regeln von Chromatopia kann man auch ohne ausgeprägte Phantasie getrost als überspitzte Darstellung europäischer Regulierungswut interpretieren. Als Beispiel: "Rückwärts Einrad fahren mit hoher Geschwindigkeit ist verboten". Den Handlungsverlauf des Buches empfand ich als etwas ausgewalzt, dennoch spannend genug, um wissen zu wollen, ob und wie es der sympathische Protagonist schafft, das Geheimnis um Chromatopia zu enthüllen. Fazit: Eine Empfehlung für Menschen, die sich von gewohnten Regeln und Denkmustern lösen können/wollen, um dann in eine Phantasiewelt abzutauchen.

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    MrsFine

    MrsFine

    Eigentlich sollte Eddie Russett nur für einen kleinen Streich büßen und eine Stuhlzählung durchführen, bevor er wieder in seine Heimat zurückkehren darf, um in die Dynastie der Oxbloods einzuheiraten und ein ruhiges Leben zu führen. Doch dann kommt alles anders, und aus dem ruhigen Leben wird nichts mehr. Denn durch seine Neugierde stößt er auf immer mehr Unstimmigkeiten im System und muss letztendlich erkennen, dass die Gesellschaft, in welcher er lebt, auf einem grausamen Geheimnis aufgebaut ist. Persönliche Meinung Jasper Fforde erschafft in diesem Roman eine ganz neue Art der Fantasy- oder Science-Fiction-Welt. Hier beruht die Hierarchie der Gesellschaft auf der Farbwahrnehmung der Menschen. Straßen bestehen aus lebendigem Material und Löffel sind Mangelware. Es gibt Vieles an das man sich erst gewöhnen muss, bevor der Roman flüssig gelesen werden kann (deshalb nicht die vollen fünf Sterne). Aber wenn man sich durch die ersten Kapitel gekämpft hat, wird man reichlich belohnt. Nicht nur mit einer völlig neuartigen Welt, sondern auch mit Spannung, Humor und einem kritischen Blick auf gesellschaftliche Phänomene unserer Welt. Fazit Eine tolle neue Idee wurde hier umgesetzt. Ich empfehle dieses Buch all jenen, die gerne skurrile Science-Fiction lesen, allen die im Druckereigeschäft tätig sind, und jenen die Lust auf eine neuartige Welt haben. Wer lieber die klassischen Elemente in einer erfundenen Welt haben möchte, oder eine leichte Lektüre sucht, dem rate ich von diesem Buch ab.

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    • 3
  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    Buchbahnhof

    Buchbahnhof

    Furchtbar! Ganz ehrlich. Wenn ich nicht auf der Fähre Richtung Färöer Inseln festgesessen hätte und noch andere Bücher dabei gehabt hätte, dann hätte ich abgebrochen. So ist Jasper Fforde zu der Ehre gelangt, dass ich sein Buch bis zum Ende durchgelesen habe und ich fand es bis zum Ende einfach nur verwirrend und undurchsichtig. Eigentlich wäre das ein Kandidat für eine Feder gewesen. Die zweite Feder konnte sich das Buch durch die spannende Abenteuer-Geschichte, gegen Ende des Buches, erschleichen. Die Menschheit ist komplett farbenblind geworden. Es gibt Menschen, die nur noch Grau sehen und auf der untersten Stufe stehen. Soweit so gut. Dann gibt es aber auch Menschen, die einzelne Farben, z. B. Grün, Rot oder Blau sehen können. Diese stehen weiter oben, abgestuft nach den Farben, die sie sehen können. Soweit habe ich es auch noch verstanden. Dann gibt es aber anscheinend synthetische Farben die wieder alle sehen können? Da bin ich ausgestiegen. Warum? Wie kann jemand, der nur die Farbe Rot erkennen kann plötzlich doch alle Farben sehen, nur weil sie künstlich hergestellt wurden? Ich verstehe es nicht. Eddie selbst hat mir ganz gut gefallen. Zuerst ist er an das bestehende System angepasst, je länger er sich aber in den Außenbezirken befindet, desto mehr hinterfragt er das bestehende System. Dabei ist er manchmal etwas naiv, aber immer liebenswert. Gut gefallen hat mir auch Jane, die Graue, die sich im Untergrund gegen das System stellt. Sie ist nicht auf den Kopf gefallen, vertritt ihre Meinung und ist einfach trotz ihrer recht rabiaten Art liebenswert. Alles in allem muss ich aber sagen, dass "Grau" ein Buch ist, welches ich nicht verstanden habe und das mich einfach nur verwirrt hat. Ich kann leider keine Empfehlung aussprechen.

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    • 3
  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    tedesca

    tedesca

    23. April 2012 um 15:39

    "Grau" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, und ich nehme mein Fazit gleich einmal vorweg: ich freu mich auf Teil 2 und 3! Eddie Russett ist ein ganz normaler Typ, der über eine gute Rotsicht verfügt, sich meistens an die Regeln hält, einen gesellschaftlichen Aufstieg in Aussicht hat und sich sonst keine großen Sorgen macht. Bis er mit seinem Vater in die Grenzzone geschickt wird, wo die Regeln großzügiger ausgelegt werden und Eddie sich immer mehr in alle möglichen Dinge verstrickt, die sein ganzes ruhiges und vorhersehbares Leben ordentlich durcheinander bringen. Schuld daran ist nicht zuletzt Jane, die ihn immer mehr wachrüttelt und letztendlich die Schuld daran trägt, dass er sich im Magen einer fleischfressenden Pflanze wiederfindet. Nicht gerade ein rühmliches Ende für einen Serienhelden... ;-) Fforde verfügt über einen unglaublich beissenden und treffenden Humor, den er hier wieder in Höchstform auslebt. Menschen, die nur sehen, was ihnen das System erlaubt, die garnicht auf die Idee kommen, dieses zu hinterfragen, die stumm Regeln akzeptieren, die ganz sicher nicht in ihrem Interesse sind, auch wenn sie es zu sein scheinen. Kennen wir das nicht von irgendwoher? Gelebtes Facebook - oberflächlich, schnell, bunt (oder eben auch nicht) und lustig... alles im Sinne des Kollektivs. Es lebe die Stagnation! Und ja nicht über den Tellerrand blicken. Ich kann allen nur empfehlen, das Buch im Original zu lesen. Ich konnte aus der Übersetzung viele Wortspiele erahnen, um deren Genuss man sich natürlich bringt, wenn man auf Deutsch liest. Auf jeden Fall ist "Grau" ein intelligentes Buch mit Witz, das einem kurzweilige Lesestunden mit Denkanspruch beschert. Was will man mehr?

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    Mandel

    Mandel

    06. April 2012 um 00:18

    Fantasybücher zu lesen, ist die eine Sache. Jasper Fforde eine ganz andere. Er spaltet die Gesellschaft. Die einen verstehen ihn nicht, wenige mögen ihn und viele lieben ihn. Mit der Thursday-Next-Reihe hat er einen Kult geschaffen und die Eddie-Russett-Romane versprechen ein weiterer Kult zu werden. Das Buch Eddie Russett ist kein gewöhnlicher Junge. Das liegt mitunter daran, dass er in einer Gesellschaft wohnt, die der unseren in keinster Weise ähnelt. Er lebt in einer Colortokratie. In einer Gesellschaft in der alles durch Farben bestimmt wird. Das gilt vor allen Dingen für den gesellschaftlichen Rang. Alles ist durch und durch geordnet. Die Kleidung, die Mahlzeiten und das Postsystem. Das vom Großen Munsell aufgestellte Regelwerk bestimmt das ganze Leben der Bewohner von Chromatopia – immer und überall. Rot ist die Farbe, die Eddie mit einer ganz besonderen Intensität wahrnimmt. Dadurch wird er eines Tages die Möglichkeit haben Präfekt zu werden. Allerdings ist er auch einer derjenigen, die sich nicht alles gefallen lässt. Immer wieder rebelliert er bewusst und unbewusst gegen das System. Dabei lernt er Jane kennen und lieben. Das Problem: Jane ist eine Graue. Zu allem Überfluss versucht sie Eddie auch noch umzubringen. Wird Eddie Jane dennoch für sich gewinnen können und die Einwohner von Chromatopia dazu bekommen über den Tellerrand zu schauen? Fazit Diesen Roman auf einen Nenner zu bekommen, ist schwierig. "Grau" von Jasper Fforde ist ganz im Gegenteil zu seinem Namen farbenprächtig und facettenreich. Eine skurrile Geschichte mit fantastischen Charakteren entführt den Leser nicht unbedingt in eine fantastische Welt, sondern vielmehr in eine andere Gesellschaft. Die Menschen leben wesentlich stringenter als wir. Ein Regelwerk bestimmt alle Lebenslagen der Einwohner, welche sich im Großen und Ganzen fügen. Wer sich dem widersetzt, wird entsorgt. Dystopie und Utopie treffen in diesem Buch aufeinander. Auch wenn Jasper Ffordes Romane immer intelligent und clever geschrieben sind, übertrifft "Grau" diese vor allen im Hinblick auf den gesellschaftskritischen Aspekt. Der Autor wollte mit Eddie Russett und der Colortokratie etwas Neues erschaffen ohne eine Vorlage in der Literatur dafür zu finden, wie es bei seinen bisherigen Büchern der Fall gewesen ist. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Selbst beim mehrfachen Lesen oder Hören, entdeckt man immer wieder neue Aspekte und Anspielungen, die zum Nachdenken anregen. Selten gibt es so kluge und durchdachte Romane, die alles andere als Mainstream sind und sicherlich nicht jeden Geschmack treffen. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Dieses Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Geniestreich. Fortsetzung folgt.

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  • Rezension zu "Grau" von Jasper Fforde

    Grau
    Dubhe

    Dubhe

    02. April 2012 um 12:53

    Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die eigentlich eine Diktatur ist, aber du weißt nicht, dass es eine ist. In dieser Welt dreht sich alles um Gesellschaftränge und du kannst dir nicht aussuchen, welchen Rang du innehast, denn es kommt darauf an, welche Farben ddu in welcher Intensität sehen kannst. Eddie Russet ist einer Roter und hat eigentlich vor, eine junge Frau zu heiraten, die einen höheren Rang in der Gesellschaft innehat, und von deren Vater dann schließlich die Firma übernehmen kann. Aber leider meint das Schicksal es anscheinend nicht gut mit ihm, denn für einen Auftrag muss er in ein anderes Gebiet. Sein Vater ist so etwas wie ein Arzt und als dann plötzlich ein Mann zusammenbricht, hilft Eddie seinem Vater, der auch mitgekommen ist zu diesem Auftrag. Und als er ihm hilft, begegnet Eddie zum ersten Mal Jane, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt und dank der er dann schließlich in eriner Fleischfressenden Pflanze endet. Und das alles in nur innerhalb vier Tagen. Eine Meisterleistung, was? . Dieses Buch ist wirklich skuril. Aber eigentlich erwartet man nichts anderes vom Autor, würde ich sagen. Leider ist es mir persönlich etwas zu skuril, aber ansonsten ist dieses Buch einfach genial. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen! Leider ist das Buch am Anfang ziemlich verwirrend und da muss man sich einfach durchkämpfen, aber danach ist es einfach nur spannend und lustig. Wem die anderen Bücher des Autors gefallen haben, dem wird dieses garantiert gefallen!

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