Thursday Next: Der Fall Jane Eyre

von Jasper Fforde 
4,2 Sterne bei514 Bewertungen
Thursday Next: Der Fall Jane Eyre
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (413):
KaterinaFrancescas avatar

Selten hat man so eine verrückte Geschichte gelesen. Hier stehen die Zeit und die Literatur beide Kopf.

Kritisch (26):
kalligraphins avatar

Ist leider eines der weniger Bücher, die ich abbrechen muss... Zu bizzar und dabei doch zu öde.

Alle 514 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Thursday Next: Der Fall Jane Eyre"

Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423212939
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.05.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.03.2014 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne227
  • 4 Sterne186
  • 3 Sterne75
  • 2 Sterne23
  • 1 Stern3
  • Sortieren:
    KaterinaFrancescas avatar
    KaterinaFrancescavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Selten hat man so eine verrückte Geschichte gelesen. Hier stehen die Zeit und die Literatur beide Kopf.
    Die Welt der Bücher steht Kopf

    Thursday Next ist eine Beamtin der 27. Einheit der SpecOps, den Literaturagenten. Jede Form des unerlaubten Raubdrucks fällt in ihren Bereich. Da entführt der durch und durch verdorbene Acheron Hades Figuren aus den britischen Klassikern, um ein Lösegeld zu erpressen und sein nächstes Ziel ist Jane Eyre. Wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden, dann werden die britischen Klassiker nie mehr das sein, was sie einst waren.

    Dieser Roman hat mir stellenweise den Kopf schwirren lassen. Hier steht wirklich alles Kopf. Wir befinden uns irgendwann in den 1980er Jahren. England kämpf gegen die Russen auf der Krim und der Großkonzern Goliath hält in England die Fäden in der Hand, nachdem er nach dem Ende des Weltkriegs den Wiederaufbau des Landes finanzierte. Für die Einhaltung der Gesetzte sind unter anderem die 30 SpecOps-Abteilungen, von deren es nur heißt: alles unter acht steht über dem Gesetz. Thursday selbst ist eine toughe Heldin, klug und furchtlos. Acheron Hades, der mit seinem Ergötzen an einen typischen Zeichentrick-Bösewicht erinnert, war in Thursdays Studienzeit ihr Dozent. Inzwischen ist er zu einem der meistgesuchtesten Verbrecher avanciert und plant die ganz große Erpressung.
    Für Leser, die Literatur (insbesondere die britischen Klassiker) lieben, ist das ein sehr lustiges Buch, da es  sehr oft auf berühmte Werke verweist, bzw, in ihnen spielt. Auch lässt sich der Roman auf mehreren Ebenen lesen, sodass man immer wieder kleine Sprachspiele entdeckt, die sich mit dem Wesen der Sprache selbst auseinander setzten. Aber auch wenn man diese Ebene nicht entdeckt, bietet der Roman viel Acion, zahlreiche verblüffende Wendungen. Dabei verschwimmt immer wieder die Grenze zwischen der Welt von Thursday und den Bücher wie Jane Eyre.
    Ebenso wie die ganze Welt des Romans, sind insbesondere Thursdays Familienmitglieder völlig verrückt. Ihr Onkel Mycroft ist ein brillianter Wissenschaftler, der Schöpfer zahlreicher Erfindungen ist, unter anderem auch des Prosa Portals, mit dessen Hilfe man Bücher betreten kann. Thursdays Vater war ursprünglich bei der ChronoGarde, der SpecOps-Abteilung, die sich um Zeitverwerfung kümmert. Inzwischen ist er ein Gejagter, der sich in der Zeit bewegt. 
    Obwohl ich pinzipiell kein Freund von abgedrehten Geschichten bin, hat "Der Fall Jane Eyre" einen ganz eigenen Charme. Den Stern Abzug gabs vor allem deshalb, weil es mir an manchen Stellen mit den Verrücktheiten etwas too much war. Der Roman nimmt sich teilweise selbst nicht zu ernst und gerade Hades ist das typische Zeichentrick Motiv des Schurken, der die Schurkerei liebt.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Kapitel7s avatar
    Kapitel7vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch baut eine sehr kreative und interessante Welt mit witzigen Details auf. Eine unterhaltsame Lektüre, dir mir gut gefallen hat.
    Eine Geschichte über Geschichten

    Man kann Der Fall Jane Eyre in manchen Punkten mit Walter Moers‘ Die Stadt der träumenden Bücher vergleichen. Das Buch baut eine kreative und zum Teil skurile Welt auf, in der die Literatur eine gigantische Rolle spielt. Das Buch rückt literarische Werke in den Mittelpunkt einer spannenden und vielseitigen Geschichte.


    Der Fall Jane Eyre  hat auf mich etwas weniger Immersion als Die Stadt der träumenden Bücher ausgewirkt, daher kann ich es nicht auf die exakt selbe Stufe stellen, aber zumindest knapp darunter. Die Geschichte ist unterhaltsam und ihr Geld definitiv wert.

    Mehr darüber, wie Der Fall Jane Eyre Literatur selbst in den Mittelpunkt rückt, habe ich hier beschrieben.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Der_Buchdraches avatar
    Der_Buchdrachevor 7 Monaten
    Nicht meins

    Ein Literatur-Spaß-Thriller? Thriller? Ich? Na ja … Ich wagte mich dennoch an »Der Fall Jane Eyre« von Jasper Fforde, Thursday Nexts erster Fall. Als ich das Buch in die Hand gedrückt bekam, wurde mir auf einmal bewusst, wie viele Leute, die ich kenne, diesen Autor mochten, weshalb ich beschloss, dem Buch eine Chance zu geben. So wirklich aus den Socken hat’s mich nicht gehauen.

    Thursday Next ist Literatur-Agentin, das heißt, dass sie bösen Schurken auf die Finger haut, die Manuskripte rauben, Raubkopien von Erstausgaben anfertigen oder sogar Romanfiguren aus ihren Romanen entführen. Deren schlimmster ist Archeron Hades, der sich den berühmten Roman »Jane Eyre« vorknüpft, um damit ein enormes Lösegeld zu erpressen. Seite an Seite mit Dodos und über Literatur philosophierenden Bücherwürmern heftest sich Thursday an seine Fersen, um ihn dingfest zu machen.

    Ich erwähnte es sicher schon ein oder zweimal, dass Humor so eine Sache ist. Der hier zog schon wieder nicht bei mir. Es dauerte lange, bis ich mich in diese skurrile und etwas schräge Welt einfühlte, die unserer so ähnlich und doch so fremd ist, und auch danach fand ich das alles eher semilustig (wobei Dodos süß sind, das muss man einfach mal sagen).

    Das Buch hat gewisse Fringe Vibes, bevor es überhaupt Fringe gab (das Buch erschien erstmals 2001), was natürlich ziemlich cool ist, besonders, wenn man selbst Fringe Fan ist. (Leider fehlte ein Walter Bishop, das hätte das Buch für mich wirklich enorm aufgewertet.) Die Welt, in der der Roman spielt, ist unserer sehr ähnlich. Jedoch mit einigen kleinen Abwandlungen, wo man doch merkt, dass das Setting doch nicht unser England ist. Hier wird Literatur enorm gefeiert, und die Autoren der ewigen Klassiker werden wie Popstars gefeiert. Immerhin sind Raubkopien von Erstausgaben ein so großes Problem, dass eine Spezialeinheit bei der Polizei gegründet werden muss. Dass Zeitreisen möglich sind, ist nur der Gipfel des Eisberges der phantastischen Elemente im Roman.

    Die Zeitreisen sind es übrigens auch, die ein ziemliches Plothole aufreißen. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Diskussion über Shakespeares wahre Identität, die auch heute noch in der Literaturwissenschaft heiß diskutiert wird. Diese Diskussion würde sich allerdings gar nicht stellen, wenn Zeitreisen möglich sind. Man kann doch einfach in die Vergangenheit reisen und nachschauen. Thursdays Vater ist so ein Zeitreisender, der immer mal wieder auftaucht, und da er davon sprich, 10.000 Jahre in die Vergangenheit reisen zu wollen, wird es doch wohl auch möglich sein, in das elisabethanische England zu reisen und Shakespeares Identität aufzudecken. Warum dann diese Diskussion?

    Ach ja, Titel und Klappentext. Letzteren zitiere ich hier einmal kurz, um meinen Punkt zu verdeutlichen (Achtung! Spoiler!): »Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.« (Quelle: Amazon)

    Der Klappentext fasst die letzten 100 Seiten des Romans zusammen, Jane Eyre wird erst auf Seite 273 von 376 entführt, und das ist extrem schade, denn so fehlt der »Nein! Hat er nicht wirklich gemacht! Oh mein Gott!«-Effekt. Wir kennen einfach schon, noch ehe wir uns Buch hinein gelesen haben, die Klimax der Handlung, nämlich die Entführung Jane Eyres aus ihrem eigenen Roman. Wenn im Klappentext wenigstens angedeutet wurde, dass Hades immer mal wieder böses Zeug mit anderen Figuren aus dem Roman anstellt, um Druck auszuüben, ohne zu verraten, dass es am Ende Jane Eyre selbst an den Kragen gehen soll. Aber so … Es war eine ziemlich Enttäuschung, als ich danach nicht doch noch eine überraschende Wendung der Ereignisse erleben durfte und mir der Klappentext einfach alles vorweg genommen hat.

    Ich würde ja gern sagen, dass das Buch trotz allem für Fringe Fans, die einen Sinn für Literatur haben, empfehlenswert ist. Aber ich bin ein Fringe Fan und ich mag Bücher über Bücher und wurde dennoch nicht warm damit. Es war trotz des coolen Settings nicht mein Humor und der Klappentext hat mir auch alles vorweggenommen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Lin_Rinas avatar
    Lin_Rinavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Witzig, spannend und genau das richtige Maß neben der Spur. <3
    LiteraturUniversum im KrimiStrudel

    Ich wollte das Buchs schon sehr lange lesen und hab es nun endlich getan. Und ich fand es wahnsinnig gut. Es war genau das richtige Maß schräg, romantisch, spannend, magisch und verrückt.
    Thursday ist eine klasse Protagonistin mit starkem Charakter, der man gerne beim Ermitteln zusieht.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor einem Jahr
    Bizarre Geschehnisse in einer Parallelwelt - viel versprechend

    Thursday Next ist Literaturagentin bei den SpecOps. Sie ist hinter Acheron Hades her, der bereits einige Literatur-Verbrechen begangen hat und nur sehr schwer zu fassen ist – nicht nur Thursday kommt dabei mehrmals in Lebensgefahr.

    Jasper Ffordes Reihe um die Thursday Next spielt in einer Parallelwelt zu unserer, der Krimkrieg tobt auch im Jahr 1985, in dem dieser Band spielt, noch, Wales ist eine Volksrepublik und Thursdays Onkel Mycroft hat gerade eine Maschine erfunden, mit der man sich in Bücher transferieren lassen kann. Der Autor erzählt vor dem Hintergrund dieser Welt eine bizarre und manchmal verworrene, aber sehr unterhaltsame Geschichte, wie es nur ein Engländer kann. Um eine solche Geschichte genießen zu können, muss man sich auf sie einlassen, auch ein bisschen literarisches Wissen kann nicht schaden, damit man versteht, worüber gesprochen wird, die im Titel genannte Jane Eyre sollte man z. B. kennen, um den Roman komplett würdigen zu können.

    Thursday war mir schnell sympathisch, obwohl sie nicht immer einfach ist. Da sie selbst in Ich-Form erzählt, lernt man sich recht gut kennen. Zwischendurch gibt es immer wieder Passagen aus anderen Perspektiven, die in der 3. Person erzählt werden, z. B. wenn der Fokus auf Acheron schwenkt. Mir gefallen auch andere Personen gut, wie z. B. Thursdays Onkel, der im Erfinden zwar ein Genie ist, hin und wieder aber wie ein zerstreuter Professor wirkt, oder Thursdays Partner Bowden, der ein bisschen verliebt in sie ist. Manche Charaktere sind recht oberflächlich gezeichnet, z. B. auch der Antagonist Acheron, der vor allem eines ist: Böse.

    Man muss aufmerksam lesen, sonst läuft man Gefahr, dass die Gedanken etwas abschweifen, zumal, wenn man als Leser noch nicht in der Welt der Reihe angekommen ist. Es gibt ein paar überraschende Wendungen und einige Tote, aber auch einiges an Humor. Auf die im Titel und im Klappentext erwähnte Jane Eyre muss man recht lange warten, aber es lohnt sich.

    Sehr gut haben mir die (fiktiven) Kapiteleingangszitate gefallen, die z. B. aus Thursdays Tagebuch, aber auch aus Interviews, Briefen und wissenschaftlichen Werken, und die die Geschehnisse im jeweiligen Kapitel ergänzen oder Erklärungen liefern, manchmal aber auch zum Teil vorwegnehmen.

    Dieser Roman ist der erste einer Reihe, von der bereits mehrere Bände veröffentlicht wurden. Ich werde auf jeden Fall noch mindestens einen Band lesen, mal sehen, ob und wie sich die Reihe weiterentwickelt. Wer Romane von Ben Aaronovitch, Terry Pratchett, Douglas Adams u. ä. mag, sollte zumindest einmal in die Reihe hineinlesen. Ich vergebe 4 Sterne.

    Kommentare: 2
    44
    Teilen
    Becky_Bloomwoods avatar
    Becky_Bloomwoodvor einem Jahr
    Gro´ß-ar-tig!

    oder um es ohne die Bücherwürmer zu sagen: Großartig!

    Nachdem ich Jasper Ffordes Die letzte Drachentöterin verschlungen habe und von seinem Stil absolut begeistert war, hat es mich nun zu Thursday Next geführt. Und ich bin wieder absolut hingerissen.

    Erneut steht eine starke Frau im Mittelpunkt von Jasper Ffordes Geschichte, nämlich Thursday Next, eine Agentin, die die Literaturwelt beschützt und dabei auch ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt. Ich mochte Thursday schon nach wenigen Seiten. Sie setzt sich für das Richtige ein, lässt ihre Kollegen nicht im Stich (auch wenn die Situation noch so gefährlich ist) und hat gerne einen kecken Spruch auf den Lippen. Ich mag sie und freue mich, dass es noch weitere Thursday-Next-Bücher gibt.

    Jasper Ffordes Stil ist unverkennbar. Ich liebe seine Sprache und seinen Humor. Sätze, die normal beginnen, werden plötzlich skurril: "Mühsam stieß ich das Gartentor auf, das sich meinen Anstrengungen beharrlich widersetzte, und schloß es unter Stöhnen und Ächzen - was mir um so schwerer fiel, als sich eine Handvoll Dodos erwartungsvoll um mich versammelt hatten und aufgeregt durcheinanderpflockten, das sie mich wieder erkannten."
    Ich kann es mir bildlich vorstellen und bin einfach begeistert. Überhaupt die Fantasy. Dodos, die als Haustiere leben oder die Bücherwürmer, die mir zur Überschrift verholfen haben und sich liebend gerne Bücher einverleiben, um dann mit dazu passenden Wörtern um sich zu schmeißen - wunderbar, hervorragend, ich liebe es!

    Wenn ich einen negativen Punkt suchen müsste, dann würde ich mich auf den irreführenden Klappentext stürzen. Die Entführung findet nämlich fast zum Ende statt - aber da das Buch bis dahin unwiderstehlich witzig und fantasiereich (und erwähnte ich schon großartig?) ist, sehe ich sehr gern darüber hinweg.

    Thursday Next: Der Fall Jane Eyre ist umwerfend tolle Literatur, humorvoll, toll geschrieben, spannend und süchtig-machend!

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    vormis avatar
    vormivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Geschmackssache
    Thursday Next - Der Fall Jane Eyre

    Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. 


    Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.
    Inhaltsangabe auf amazon


    Natürlich hatte ich vorher gesehen, dass die Meinungen zu diesem Buch einhellig "skuril" lauten.
    Aber von dem Ausmaß an Skurilität war ich dann doch überrascht.
    Es ist halt Geschmackssache, aber ich bin in das Buch überhaupt nicht reingekommen und habe es dann abgebrochen.
    Man kann eben nicht immer Glück haben...

    Kommentieren0
    51
    Teilen
    Sunnyleinchens avatar
    Sunnyleinchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Reise in dein Lieblingsbuch; bei Jasper Fforde kein Problem
    Wo ist mein Prosa-Portal?

    Inhalt: Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.

    Ein Krimi in einer literarischen Welt. Ich denke, das beschreibt den Fall Jane Eyre sehr gut. Die Idee der Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch gut umgesetzt.
    Das Buch liest sich flüssig, auch wenn ich die Stellen über den Krimkrieg etwas langatmig fand. Die Charaktere sind charmant, haben Ecken und Kanten, genau wie ich es mag. Sowohl Thursday als Hauptperson, sowie die Nebencharaktere sind komplex und durchdacht aufgebaut. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mich in diese Welt einfinden zu können, was dem Lesespaß allerdings keinen Abbruch getan hat. Mein absolutes Lieblingsteil in diesem Buch ist das Prosa-Portal. Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, in sein Lieblingsbuch reisen zu können, um sich dort umzusehen und mit den Figuren zu quatschen. Diese tolle Erfindung macht es möglich! Jetzt bleibt mir nur noch zu überlegen, wie ich mein eigenes Prosa-Portal herstellen kann =)
    Der Fall Jane Eyre ist der erste Fall der Thursday Next und der Auftakt einer Reihe.

    Kommentare: 1
    5
    Teilen
    Sterny88s avatar
    Sterny88vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Parallelwelt, die die 80er in London anders darzustellen vermag. Für alle, die Literatur, Fantasy und skurrile Kleinigkeiten lieben.
    Fantasy, Krimi, Humor UND Literatur - was will man mehr?

    Martin Chuzzlewit ist verschwunden und das Drama beginnt. Wobei genau genommen das Originalmanuskript von Dickens Schelmenroman Leben und Abenteuer des Martin Chuzzlewit gestohlen wurde, was die ungeheure Dramatik dieser Situation viel deutlicher macht. Thursday Next, ihres Zeiten Agentin bei Spec Op 27, bemüht sich die Ermittlungen voranzutreiben. In kürzester Zeit wird jedoch klar, dass der schlimmste Verbrecher der Londoner Geschichte daran beteiligt ist und Thursday bald nicht nur Chuzzlewit, sondern ihren Erfinder-Onkel Mycroft, die lyrikbegeisterte Tante Polly und Jane Eyre höchstpersönlich retten muss.

    Der britische Autor Jasper Fforde versteht sich auf eine gute Mischung aus Krimi-, Fantasy- und humorvollen Elementen. Er schafft die Verbindung von verschiedenen Themen, deren Zusammenhang nicht gleich deutlich wird und weckt so durchaus die Neugierde auf das, was da noch kommen mag.

    Die Reihe rund um die Literaturagentin Thursday Next spielt in einer Parallelwelt in den 80er Jahren. Seit 131 Jahren herrscht Krieg auf der Krim, Großbritannien als Verbund existiert nicht und die ausführliche Sequenzierung der DNA hat dazu geführt, dass u.a. Dodos als Haustiere sehr beliebt sind. Im alltäglichen Leben agieren Anhänger verschiedener Kunst- und Literaturrichtungen wie die allseits unbeliebten Hooligans bei Fußballspielen ihrer Heimmannschaft. Es hat schon einen gewissen Witz, wenn über Ausschreitungen der Neosurrealisten gegen die Raffaeliten, Romantiker und Barock-Kids berichtet wird. Spätestens wenn ein Baconier an der Haustür klingelt und ähnlich den Zeugen Jehova seine Überzeugung kundtut, dass Francis Bacon der wahrhaftige Verfasser der Werke von Shakespeare ist, kann man sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen.

    Thursday selbst ist sympathisch, wenn auch gebeutelt durch die Erinnerungen an ihren toten Bruder Anton und ihre verflossene Liebe Landen. Ihr Werdegang wird durch einige Sequenzen aus ihrer Vergangenheit beleuchtet. Zudem entschied sich Fforde die Kapitel mit Auszügen aus fiktiven persönlichen Texten der Figuren, beginnen zu lassen. So findet man dort Textausschnitte aus Biografien, Interviews oder Tagebucheinträgen. Das führt einerseits zu einer charmanten Einordnung der Personen, als auch zu einer Fülle an Informationen, die man erst einmal verarbeiten muss.

    Letzteres ist auch mein einziger Kritikpunkt. Dieses Buch fordert den Leser zur Konzentration auf, was natürlich per se nichts Schlechtes ist, aber hier durchaus überraschend kommt. Viele Personen, Sprünge in der Zeitachse, eine noch unbekannte Parallelwelt mit ihren eigenen Gesetzen und das alles auf eher wenigen 380 Seiten. Viele Kleinigkeiten mit denen man erstmal überhaupt nichts anzufangen weiß.

    Fazit
    Lesenswert, empfehlenswert und ein Schmankerl für alle, die Literatur mal ganz anders präsentiert haben möchten.


    Als kleinen Zusatz hier noch eine Liste der erwähnten Schriftsteller/ Werke:

    Henry Fielding (1707-1754), Samuel Johnson (1709-1784), Cardenio (verschollenes Stück von Shakespeare), Hamlet (Shakespeare, orig. The Tragicall Historie of Hamlet, Prince of Denmarke),Chuzzlewit (Dickens, orig. The Life and Adventures of Martin Chuzzlewit), Jane Austen (1775-1817), Charlotte Brontë (1816-1855), Gullivers Reisen (Swift, orig. Gulliver’s Travels), Gewonnene Liebesmüh (Shakespeare, Love's Labour's Won, unbekanntes Lustspiel), George Gordon Byron (1788-1824), Edgar Allen Poe (1809-1849), John Keats (1795-1821), Der Weiße Teufel (Webster, orig. The White Devil), Sommernachtstraum (Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream), William Thackeray (1811-1863), Die Tragödie von König Richard III. (Shakespeare, orig. The Tragedy of King Richard the Third), Die Narzissen (Wordsworth, orig. Daffodils), Der Schiffbruch des Hesperus (Longfellow, orig. Wreck of the Hesperus), Titus Andronicus (Shakespeare, orig. The Most Lamentable Roman Tragedy of Titus Andronicus), Friedrich Nietzsche (1844-1900), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Was ihr wollt (Shakespeare, orig. What You Will), Doktor Faustus (Thomas Mann), Graham Greene (1904-1991), Mansfield Park (Austen, orig. Mansfield Park), The Rime of the Ancient Mariner (Coleridge), Der Widerspenstigen Zähmung (Shakespeare, orig. The Taming of the Shrew), Dombey und Sohn (Dickens, orig. Dombey and Son), R.S. Thomas (1913-2000),I see the boys of summer, 18 Poems (Thomas, I see the boys of summer)

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    photovivies avatar
    photovivievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Unterhaltsam, spannend, vor allem aber verrückt!
    Der Fall Jane Eyre

    Jasper Fforde fing neben seiner Arbeit als Kameramann mit dem Schreiben an. Er erhielt zahlreiche Absagen, ließ sich davon jedoch nicht abbringen und schrieb immer weiter. Mittlerweile umfasst seine Reihe um Agentin Thursday Next sieben Bände.

    In der Welt von Thursday Next spielt Literatur eine enorm große Rolle, es gibt Menschen die Zeitreisen können, geklonte Dodos und viele andere verrückte Dinge. Thusday arbeitet bei SpecOps-27 als Literaturagentin: Sie entlarvt vor allem Literaturfälschungen, doch nun landet ein größerer Fall auf ihrem Schreibtisch: Bösewicht Hades stahl das Originalmanuskript von Charles Dickens Martin Chuzzlewit und er hat düstere Pläne: Er entführt Mycroft Next, Thursdays Onkel, sowie seine Erfindung, das ProsaPortal. Mit dieser Maschine lassen sich Personen in und aus Büchern transferieren, fiktive Charaktere eingeschlossen. Als Machtdemonstration tötet er eine von Dickens Nebenrollen, die durch Löschung im Originalmanuskript schließlich in allen Kopien verschwindet, und droht, das gleiche mit Jane Eyre zu machen – und nur Thursday kann ihn aufhalten!

    Dieses Buch ist wirklich verrückt, macht aber unglaublich viel Spaß!

    Als man Fortschritte im Klonen machte, gab es in jedem Supermarkt Dodo-Klon-Kits zu kaufen. Thursday besitzt noch die Version 1.2 ohne Flügel. Großbritannien und Russland führen seit über 100 Jahren einen Krieg um die Krim, auf die beide territorialen Anspruch erheben. Einige von Mycrofts anderen Erfindungen sind ein CameleoCar, Übersetzungskohlepapier und ein 2B Bleistift mit eingebauter Rechtschreibprüfung.

    Ich würde jedoch empfehlen, sich in ein paar Themen zuvor etwas einzulesen, um Anspielungen besser verstehen zu können (zu Martin Chuzzlewit und der „wahren“ Urheberschaft Shakespeares (Bacon, de Vere, Marlowe) reichen wohl die Wikipedia-Einträge, zu Jane Eyre dürfte es auch etwas ausführlicher sein).

    Ich hatte richtig viel Spaß mit diesem Buch! Es ist äußerst unterhaltsam, aber zugleich auch sehr spannend. Man muss sich aber darauf einlassen, das es wirklich verrückt ist!

    Schau gerne für weitere Rezensionen auch auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Dupsis avatar
    Hallo! Ich habe mir neulich "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde gekauft. Nun will ich wissen, ob man die Geschichte von Jane Eyre kennen sollte, bevor man das Buch liest oder ob es auch ohne Vorwissen geht,
    Zum Thema

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks