Jaume Cabré Senyoria

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Inhaltsangabe zu „Senyoria“ von Jaume Cabré

Nach seinem Bestsellerroman Die Stimmen des Flusses entfaltet Jaume Cabré in seinem preisgekrönten und international erfolgreichen Roman Senyoria ein packendes Gesellschaftspanorama und führt uns zurück ins Barcelona des ausklingenden 18. Jahrhunderts. An nichts ist dem Gerichtspräsidenten von Barcelona, Don Rafel Massó i Pujades, genannt 'Senyoria', Euer Gnaden, mehr gelegen, als seine gesellschaftliche Stellung und seinen Reichtum gegen andere Emporkömmlinge zu verteidigen. Doch ein Mord, an dessen Aufklärung niemand besonderes Interesse zeigt, bringt eine Lawine ins Rollen, die Don Rafel trotz bester Beziehungen nicht mehr aufzuhalten vermag. Wer wußte von dem unseligen Vorfall, den er längst aus seiner Erinnerung verbannt hatte? Am letzten Tag des Jahres 1799, an dem das herrschaftliche Barcelona nur das rauschende Fest zur Jahrhundertwende im Sinn hat, ist für Don Rafel jeder Ausweg, den er in seiner Not sucht, von vermeintlichen Verbündeten versperrt.

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  • Rezension zu "Senyoria" von Jaume Cabré

    Senyoria
    sabatayn76

    sabatayn76

    12. March 2011 um 15:58

    'Entsetzlich weit von allem entfernt, was Leben hieß' Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1799 und befinden uns im 12. Regierungsjahr Don Carlos' II: bei einem Empfang im Palast des Marquis von Dosrius trifft zusammen, was in Barcelona Rang und Namen hat. Einer der Gäste ist Don Rafel Massó i Pujades - Rechtsanwalt, Präsident des Königlichen Gerichts von Barcelona, Hobbyastronom und für seine Untergebenen 'Sa Senyoria'. Der einflussreiche, unbeugsame, korrupte und verhasste Senyoria trifft hier unter anderem auf Donya Gaietana, die sein sexuelles Interesse weckt, und eine berühmte französische Sängerin, die ein Lied zum Besten gibt und am nächsten Morgen erstochen im Hostal Quatre Nacious auf der Rambla gefunden wird. Der Mörder wird schnell gefunden und landet im berüchtigten Gefängnis an der Placa del Blat. Er beteuert seine Unschuld, aber Senyoria tut alles, um eine Begnadigung unmöglich und den Tod am Galgen sicher zu machen. Mein Eindruck: Jaume Cabré macht es dem Leser nicht gerade einfach; seine Sätze und die Anzahl der Protagonisten sind schier endlos, Szenen und Ereignisse wechseln häufig und für den Leser oft unvorbereitet. Für den Leser, der sich geduldig zeigt und sich auf die Geschichte einlässt, entfaltet sich jedoch ein sprachliches Meisterwerk psychologischer und emotionaler Tiefe, mit überzeugenden Protagonisten und einem spannenden Plot. Cabré gelingt es zudem, die Stimmung im Barcelona des 18./19. Jahrhunderts einzufangen und den Leser in ein düsteres, nebliges und atmosphärisches Barcelona zu entführen. Mein Resümee: Sprachlich überzeugend, spannend wie ein Krimi, farbenfroh wie ein historischer Roman: großartig! Ein Roman, den ich sehr empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Senyoria" von Jaume Cabré

    Senyoria
    Solifera

    Solifera

    08. January 2010 um 16:01

    ** Kurzinhalt ** Wir schreiben das Jahr 1799, kurz vor der Jahrhundertwende, und befinden uns in Barcelona. Der Anwalt Don Rafel Massó i Pujades hat es zu etwas gebracht: Er ist Präsident des königlichen Gerichtshofes und ziemlich stolz auf seine Position, die ihm nicht nur wesentlich mehr Einkommen sondern auch mehr Ansehen einbringt. Doch der Frieden wird durch einen brutalen Mord an einer französischen Sängerin getrübt. Der Fall muss schnellstens geklärt werden. Da kommt es sehr gelegen, dass der junge Dichterling Andreu mit der Dame eine Liebesnacht verbracht hat und partout ein Medallion mit seinem Namen vergessen hat. Der einzige Entlastungszeuge, Andreus Freund Nando, ist leider mit dem Militär unterwegs. Da alle Indizien gegen ihn sprechen und man ihm nicht glaubt, wird Andreu hingerichtet. Man hat in seiner Wohnung allerdings auch ein brisantes Schriftstück gefunden, das Sa Senyoria ernsthaft in Gefahr bringen kann. Es tauchen weitere Beweise auf und Polizeichef Jerónimo Manuel Cascal de los Rosales richtet sein Augenmerk auf Sa Senyoria und seine Taten der Vergangenheit. ** Stil und Sprache ** Das Buch lässt sich flüssig lesen, denn die Handlung ist super-spannend und der Autor schreibt fesselnd, unterhaltsam und intelligent. Gekonnt stilsicher mit einer herrlichen Leichtigkeit wird man durch den Roman geführt. Am besten finde ich die immer wieder auftauchenden ironischen Elemente, die dem ganze den nötigen Schuss Spritzigkeit verleihen. Das Buch spielt zwar 1799, aber man fühlt sich, als könnte diese Geschichte heutzutage genauso passieren, was nicht zuletzt durch die moderne Schreibweise unterstützt wird. **Figuren ** Protagonist ist Don Rafel Massó i Pujades, von allen nur „Sa Senyoria“ [Euer Gnaden] genannt. Er ist sehr stolz, sich seinen Posten mit harter Arbeit und nicht nur durch Geburt erarbeitet zu haben. Doch er ist auch nicht fehlerfrei: Er ist zwar mit Donya Marianna verheiratet, aber lieben tut er sie nicht wirklich. Dafür hat er seine Liebschaften. Er betrügt seine Frau nach Strich und Faden, doch sie merkt es nicht. Vielleicht will sie es auch gar nicht merken. Allerdings nutzt sie dessen Position gerne mal aus, um das zu bekommen, was sie will. Zum Beispiel Ordensdame in einer ominösen Bruderschaft. Und die ach so feine Barceloner Gesellschaft ist bei weitem nicht so fein wie sie vorgibt. Jeder sucht sich Gespielen und Gespielinnen, gerne mal Jahrzehnte jünger bzw. älter als man selbst. Wer mit wem? Solche Gesprächthemen sind an der Tagesordnung und bringen bestimmte Damen gerne mal ein paar Stufen weiter auf der Gesellschaftsleiter. Man könnte gerade meinen, die ganzen Herrschaften, aber auch die Damen, sind sexsüchtig, wie es schlimmer nicht mehr geht. ** Persönliche Meinung ** Bei dem Roman handelt es sich glasklar um einen historischen Krimi. Hat man im ersten, längsten Teil des Buches noch mehrere Handlungsstränge, deren Zusammenhang unklar ist, z.B. welche Rolle der alte Mann Ciset spielt oder warum Sa Senyoria den Dichter Andreu unbedingt schnellstens tot sehen will, so fließen im zweiten und dritten Teil alle Geschehnisse zusammen und man versteht die Geschichte erst richtig. Vom Ende war ich allerdings selbst überrascht. Ein klein wenig negativ empfand ich dass der Mord an er französischen Sängerin nicht aufgeklärt wurde. Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen.

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  • Rezension zu "Senyoria" von Jaume Cabré

    Senyoria
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    14. October 2009 um 11:56

    Von versteckten Leichen und frivolen Abenteuern in Barcelona anno 1799 Von Jaume Cabré, dem vor einigen Jahren mit "Die Stimmen des Flusses" im deutschsprachigen Raum durchgestarteten katalanischen Autor, liegt mit "Senyoria" in deutscher Sprache nun ein weiterer, in Spanien schon anno 1991 veröffentlichter Roman vor. Als Leser, der sich bis jetzt unabsichtlich den "Stimmen des Flusses" verweigert hatte, ging der Rezensent unvoreingenommen an die Lektüre dieses, wie sich herausstellte, eher frivolen Gesellschaftskrimis aus dem Barcelona um 1799-1800. Die üppige, lustvolle, nicht mehr ganz junge, aber in ihrem Bett Männer verschlingende französische Sängerin Marie de l'Aube Desflors verführt nach einem Privatkonzert den jungen Dichter Andreu Perramon, den Freund des sie vorher zum Unfrieden ihres ständigen Begleiters begleitenden Komponisten Nando Sorts. Schon vor und während dieser konzertanten Soirée entfaltet Jaume Cabré ein feines Netz von Intrigen. Im Mittelpunkt dieser Intrigen scheint von Anfang an der mit einer hauptsächlich der Kirche zugewandten Frau gesegnete und nicht nur die Sterne voller Begeisterung aus seinem Garten beobachtende, sondern auch die hübsche Nachbarin und betörende Baronin Donya Gaietana mit seinen Blicken verzehrende Präsident des königlichen Gerichts, Don Rafel Massó i Pujades zu sein. Don Rafel, der sich von seinen Bediensteten überheblich nur Senyoria nennen lässt. Als die Sängerin am Morgen nach ihrer Liebesnacht ermordet aufgefunden wird, hat die Justiz nur ein Ziel: schnell einen Schuldigen zu finden, um dem König, der die berühmte und als "Nachtigall" bekannte Sängerin als Nächster hätte hören sollen, wenigstens einen Justizerfolg vorweisen zu können. Rasch wird der letzte Liebhaber, der junge Dichter, als Mörder verhaftet und eingesperrt. Sein einziger möglicher Entlastungszeuge ist sein Freund Nando Sorts, der in fast komisch-grotesker Filmmanier immer nur knapp allen Versuchen, ihn aufzuspüren, entkommt. Dafür hat der Leser die Möglichkeit, Nandos nie abgeschickte und hauptsächlich von seinen amourösen Abenteuern erzählende Briefe an seinen im Gefängnis sitzenden Freund Andreu zu lesen. Don Rafel drängt mit aller Vehemenz auf eine Verurteilung und Hinrichtung des unrechtmäßig eingesperrten Andreus. Die Gründe dafür werden dem Leser erst mit Verlauf des Buches klar. Erst nachdem der unschuldige Andreu hingerichtet worden ist, werden Kräfte wach, die den mittlerweile vor Verzweiflung rotierenden, weil auch vom Polizeichef erpressten Don Rafel mit aller Kraft zur Strecke bringen wollen. Jaume Cabré hat mit diesem Roman einen wirklich gut lesbaren literarischen Krimi mit historischer Kulisse geschrieben, mit viel Humor gespickt und einer gehörigen Portion Frivolitäten gewürzt. Schön fand der Rezensent, dass die Frage nach dem wirklichen Mörder der Sängerin irgendwann in den Hintergrund rückte und Don Rafels Vergangenheit und selbst verschuldeter Untergang in den Vordergrund trat. Ein literarischer Krimi, großartig übersetzt von Kirsten Brandt, der bei näherer Betrachtung eine wirklich schöne psychologische Studie eines Mannes ist, der an seiner Vergangenheit und Herrschsucht am Ende zugrundegeht. Vielleicht ist "Die Stimmen des Flusses" der bessere Roman? Möglich, der Rezensent wird ihn definitiv in absehbarer Zeit lesen um es herauszufinden. Gute Unterhaltung und spannende Lektüre ist "Senyoria" auf jeden Fall. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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  • Rezension zu "Senyoria" von Jaume Cabré

    Senyoria
    Hasewue

    Hasewue

    28. August 2009 um 00:47

    Der Präsident des Königlichen Gerichts von Barcelona Don Rafel Massó i Pujades, auch „Senyoria“ genannt versucht eine schnelle Verurteilung des Dichters Andreu Perramon, der einer Gewalttat verdächtigt wird und deswegen im Gefängnis landet, zu erreichen. Der Einzige, der Andreu vor dem Galgen retten kann, ist sein Freund und Musiker Nando Sorts, der sich aber zu dieser Zeit auf einer Reise mit dem Militär befindet. Jaume Cabré erzählt in drei Teilen die Geschichte von verschiedenen Personen, die in irgendeinem Bezug zu „Sa Senyoria“ stehen. Zunächst ist unklar, welchen Grund Rafel Massó hätte, dass er Andreu Perramon tot sehen will, oder was die parallel erzählte Geschichte des alten Mannes Ciset mit dem allen zu tun hat. Erst später lichtet sich das Ganze und man ist als Leser sehr über die Zusammenhänge und Hintergründe überrascht. Durch Komik und Ernsthaftigkeit im Wechsel schafft Cabré es, dass man von der Geschichte völlig gefangen genommen wird und er schafft es mit zusätzlicher Spannung, vor allem zum Ende hin, dass man ganz von der Handlung gefesselt ist. Cabré gelingt es auch durch detaillierte Beschreibungen Barcelonas eine unglaublich dichte und packende Atmosphäre zu schaffen. Leider war „Senyoria“ von Jaume Cabré stellenweise etwas zäh durch dessen ausschweifende Schilderungen astrologischer Begebenheiten und Fakten, da Rafel Massó nicht nur Gerichtspräsident, sondern auch Hobbyastrolog ist und des Öfteren seine Angebetete Baronin Donya Gaietana durch sein Teleskop beobachtet – natürlich ganz ohne dem Wissen seiner Ehefrau Donya Marianna! Nichtsdestotrotz gefiel mir „Senyoria“ sehr gut und ich freue mich schon sehr auf weitere Werke dieses großartigen Autors! 4 von 5 Sternen!

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