Javi Rey
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Ein Volksfeind
Neue Rezensionen zu Javi Rey
Ich habe das Buch in der Schule lesen müssen und war zunächst nicht begeistert davon.
Die Sprache ist schon etwas älter und das Thema des Buches nicht gerade interessant. Es fiel mir schwer den Einstieg in das Buch zu bekommen, weil man als junger Mensch für gewöhnlich nicht daran gewöhnt ist, solche Bücher zu lesen und vorallem nicht mit so einem Thema wie die Diskussion, was aus dem Kurbad wird. Gut fand ich, dass es bei der EinFach Deutsch Ausgabe Worterklärungen gab und im hinteren Band ein paar Hintergrund Infos.
Wenn man sich dennoch mit den Hintergründen des Buches und des Autores auseinandersetzt und bei Gelegenheit das Theaterstück dazu sieht, erschließt sich nach und nach die wahren Absichten hinter dem Buch und es wird interessant.
Der Anfang ging etwas schleppend voran, aber nach der Hälfte des Buch, genauer ab der Volksversammlung wurde es interessanter.
Die Charaktere sind gut durchdacht und nicht anders von Henrik Ibsen zu erwarten. Thomas Stockmann ist der Arzt des Ortes und lebt gemeinsam mit seiner Familie dort. Er kämpft für seine Meinung und lässt sich auch nicht von eben dieser abbringen. Unterstützt wird er von seiner Familie.
Sein Bruder, der Stadtvogt, hegt ganz andere Absichten und Interessen. Er handelt für das Wohl der Stadt und ignoriert die bestehenden Problematiken. Er hat das Wohl der Bevölkerung und der Druckerei auf seiner Seite.
Die Druckerei zielt darauf ab einen guten Ruf zu erlangen und auch beizubehalten, weswegen sie sich auf die stärkere Seite schlagen.
Alles in allem finde ich das Buch sehr gelungen, wenn mich auch der Sprachstil nicht angesprochen hat. Die Kritik an der Gesellschaft ist etwas, was auch noch heute Belangen hat und es deswegen ein zeitloser Roman ist, der Stoff zum Nachdenken bietet.
Deswegen erhält das Buch von mir 4 von 5 Sternen für die Thematik.
*Achtung Spoiler*
Der beste Beweis: Geld regiert die Welt. Das war damals, wie heute so!
Inhalt:
[Inhaltsangabe]
Ende des 19. Jahrhunderts in einem Kurort an der norwegischen Küste: Der Arzt Thomas Stockmann stellt bei einer Wasseruntersuchung des Kurbades die Verunreinigung mit schädlichen Bakterien fest. Er versucht, sich bei den Verantwortlichen Gehör zu verschaffen, doch der Bürgermeister, sein eigener Bruder, lässt dies nicht zu. Der für den „Volksboten“ angekündigte Artikel darf nicht erscheinen. Als Stockmann in einer öffentlichen Versammlung die Missstände im Bad sowie allgemeine Probleme ansprechen will, lässt man ihn nicht angemessen zu Wort kommen. Stattdessen wird er zum Volksfeind abgestempelt und in die Isolation getrieben. Doch der Idealist Stockmann beugt sich nicht. Ibsen thematisiert hier den Konflikt zwischen finanziellen Interessen einerseits und der gesellschaftlichen Verantwortung des Einzelnen andererseits. Die aufgezeigten gesellschaftlichen Mechanismen und philosophischen Fragestellungen, z. B. nach Sinn und Nutzen moralischer Wertmaßstäbe, sind heute noch ebenso relevant wie zur Zeit der Uraufführung des Stücks 1883.
meine Meinung:
Der kritische Realismus zeigte damals, wie Menschen lebten. Ibsens Werk „Nora. Ein Puppenheim“ hat mich total begeistert. Dieses hier war auch gut, interessant und hatte eine Botschaft, welche auch in der heutigen Zeit noch sehr aktuell ist, jedoch fand ich die Aussage vom anderen Werk einfach spannender. Es könnte an die Personen liegen, denn die Handlung fand ich interessant, auch wenn es etwas unglaubwürdig war, dass plötzlich ein vermeintliches Heilbad als Giftbad dargestellt wird.
Doktor Stockmann ist ein ehrenwerter Mensch, keine Frage, denn er riskiert alles für eine Stadt, die ihn als Volksfeind abstempelt. Es war erschreckend zu lesen, wie leicht die Bürger zu manipulieren waren, denn sie achteten kaum auf die Worte, sondern mehr auf die Personen, welche etwas sagten.
Alleine Aussagen wie, dass sie zu Aslaksen helfen sollten, erschütterten mich. Diese Bürger wollten nicht gerettet werden, denn sonst hätten sie dem Doktor wirklich ehrlich zugehört, nein, diese Bürger wollten einfach nur unterhalten werden...und das wurden sie schließlich auch.
Manipulation, Geldgier und die Ignoranz dem Menschen gegenüber sind damals wie heute noch aktuell. Geld regiert eben die Welt...was soll man da dagegen machen.
Ich fand es beeindruckend, dass der Doktor nicht klein beigab, nein, er versucht immer noch alles daran, Gehör zu bekommen, egal ob er nun VolksFEIND oder VolksFREUND ist.
Sein Bruder hat mich völlig schockiert, denn sagt man nicht, dass Blut dicker als Wasser ist? Sollte die Familie nicht VOR ALLEM stehen?
Aber nein...nicht beim Amtsrat, denn der ist ja praktisch Schuld an der ganzen Misere, aber das zuzugeben wäre eine Katastrophe, also einfach diese ganze Situation abschwächen und den Bruder als verrückt darzustellen.
Einfach nur unglaublich!
Aber der „ehrenwerte“ Aslaksen oder Hovstad sind ja auch nicht die nettesten Zeitgenossen. Sie wollen dem Doktor ja nur „helfen“ und erpressen ihn still und heimlich, in der Hoffnung, dass sie endlich Kapital schlagen können.
Fazit:
Ibsen zeigte im Werk „Ein Volksfeind“ die Abgründe der Menschen sehr deutlich. Jedenfalls einige davon und den Kampf, welche wenige auf sich nehmen, um endlich Besserung in die Welt zu bringen. 4 von 5 Sterne!
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