Javier Calvo Der spiegelnde Gott

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Inhaltsangabe zu „Der spiegelnde Gott“ von Javier Calvo

Der Kultregisseur Matsuhiro Takei, ein japanisches Wunderkind, hat mit seinem Horror-Science-Fiction „Die Mutanten von Hokkaido“ auf internationalen Festivals große Erfolge gefeiert. Nun ist er nach London gekommen, um dort seinen nächsten Film zu drehen, der alles, was das Genre „Martial-arts-art-film“ bislang hergibt, übertreffen soll. Der Film ist die dramatische Chronik des langsamen Zusammenbruchs des menschlichen Nervensystems durch Überschreiten des kritischen Werts elektromagnetischer Strahlung: die globale Katastrophe. Doch Mat gerät an die Produzenten Spencer Sykes, „den korruptesten und verkommensten Hurensohn ganz Englands“ und die in die Jahre gekommene, sexsüchtige Andrea Seymur-Willard und muß in diesem hinterhältigen Milieu um sein Projekt kämpfen. Und immer mehr scheint sich um ihn herum das zu bewahrheiten, was eigentlich das Thema seines Films ist: Als würden elektromagnetische Schockwellen eine bösartige Wirkung auf das menschliche Nervensystem entfalten, werden die Personen um ihn herum absonderlich und skurril, verwandeln sich in Zombies. Hauptdarsteller in diesem Wahnsinnskabinett: Spencer Sykes, der libertäre Verbalerotiker, Andrea Seymur-Willard, die frustrierte Powerfrau, Anatol Trilinka, der kleine Amateur-Kung-Fu- Boxer, Pola Mae Arthur, der „post anorektische“ Teenager und Sullivan Banks, tragischer Privatgelehrter und Co-Autor des Drehbuchs, jetzt Patient der offenen Psychiatrie von Doktor Smilowitz in dessen „Klinik für nicht klassifizierte Geisteskrankheiten“.

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  • Rezension zu "Der spiegelnde Gott" von Javier Calvo

    Der spiegelnde Gott

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 14:54

    Die Besetzungsliste dieses Romans könnte auf den ersten Blick von Woody Allen auf Ecstasy stammen: u.a. ein japanischer Jungstar-Regisseur (Matsuhiro Takei), ein schwuler Möchtegern-Liebhaber (des Regisseurs), ein abgedrehter und linker Produzent (Spencer Sykes), eine schon etwas ramponierte nymphomanische Mäzenin, eine noch verrücktere (junge) Pola Mae, die auf der Suche nach ihrer Entjungfernung ist und der von Matsuhiro entdeckte Kampffilm Schauspieler Anatol Trilinka (ein krankhafter, unverbesserlicher Schlägertyp). Klingt nach Unterhaltung? Eigentlich schon. Javier Calvo schreibt diesen Roman in Manier eines Drehbuchs, was auch eigentlich kein Manko wäre. Die eingeschobenen Drehbuchauszüge kommen dann aber dadurch nicht wirklich zu der Wirkung, die sie haben könnten. Einiges an diesem Roman ist wirklich vergnüglich, witzig, skurril, zynisch. Manches wirkt mit dem Fortschreiten der Seiten ziemlich ermüdend, z.B. ständig errigierte Geschlechtsorgane (die Konzentration auf das phallische Objekt ist in diesem Buch mehr als überstrapaziert!) und die Frauen, die (einfach so) ihren Busen herzeigen. Irgendwann (so an die 100 Seiten vor Schluß) war dann Ende bei mir (was bei mir eher selten passiert) und ich habe bis zum Schluß nur mehr quergelesen. Ich denke, Javier Calvo wollte einfach zu viel. Leider ist genau das, was an diesem Buch zu mühsam ist. Warum dann 3 Sterne (und nicht 1 oder 2)? Weil einiges hier wirklich gut ist. Weil der Autor wirklich Talent hat und weil ich, obwohl ich die letzten 100 Seiten quergelesen habe, gerne noch etwas von Javier Calvo lesen würde.

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