Javier Cercas Outlaws

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Inhaltsangabe zu „Outlaws“ von Javier Cercas

Sie kiffen, klauen, hängen ab. Der Anführer Zarco, der allen Angst einjagt, die verführerische Tere mit den grausam grünen Augen, und all die anderen, die kein Zuhause haben. Als Ignacio dazustößt, werden aus Kleinkriminellen bewaffnete Gangster. Banküberfälle, Nutten und harte Drogen sind jetzt ihr Alltag. Dann gibt es den ersten Toten, und Ignacio weiß: wenn er leben will, muss er aussteigen, auch wenn er die schöne Tere nie wiedersehen wird. Jahre später treffen sie sich vor Gericht wieder: Zarco als Angeklagter und Ignacio als Strafverteidiger. Aufwühlend und sehr einfühlsam erzählt Javier Cercas von den zerrissenen Freundschaften einer verlorenen Jugend in Spanien.

Der Spagat von Gangster zum Anwalt - eine herausragende Dreiescksgeschichte

— Callso

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  • Ein Buch wie ein Orkan - umwerfend!!

    Outlaws

    Callso

    Dieses Buch hat mich mitgerissen. Lange nicht mehr so mitgefiebert und eingetaucht in eine Geschichte. Dabei war ich eher durch Zufall auf das Werk aus Spanien gestoßen. Was macht den Reiz des Buches für mich aus? Eine herausragende Geschichte, feine Personen und Charaktere, die so intensiv beschrieben werden und unterschiedliche Betrachtungsweisen, die das Buch wunderbar abrunden. Es geht um eine Jugendbande Ende der 70er Jahre in Spanien. Zunächst sind es kleine Delikte, doch plötzlich werden Autobdiebstahl und Bankraub zur Spielwiese der Beteiligten. Und es ist eine lange, lange Dreicksgeschichte, die einer Achterbahnfahrt gleicht, eine düstere Begleitung dun und Story über Jahrzente. Zarco ist der machthungrige Anführer, der immer wieder kriminell rückfällig wird. Dann ist da das etwas seltsame und hübsche Mädchen Tere, sie umgarnt die Männer und ist nur schwer in ihrem Handeln vorhersehbar. Und da ist noch der Erzähler, der den Spagat vom jugendlichen Kriminellen zum später erfolgreichen Rechtsanwalt schafft. Die Wege der drei Freunde kreuzen sich immer wieder, auch wenn Gefängnisse, Liebelein, Polizei und andere Ungereimtheiten dies häufiger verhindern. So geht es um Verrat, wahre und falsche Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Sex und das Altwerden mit dem Blick auf die bewegende Vergangenheit. Der Anwalt erinnert sich an die turbulenten Jugendtage. In der Wahrheitsfindung zeigen sich immer wieder verschiedene Möglichkeiten auf, auch das macht diesen Roman so wertvoll. Ich war tief und schwer beeindruckt, weil der Autor ein berührendes und episches Werk geschaffen hat. Die Suche nach Verwirklichung und Liebe sind dabei die wichtigsten Bestandteile. Ein Buch wie ein Orkan - umwerfend!

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    • 2
  • Breite und Dichte Milieustudie

    Outlaws

    michael_lehmann-pape

    Breite und Dichte Milieustudie Es ist kein Zuckerschlecken, wenn man mitten in der Pubertät nur „Brillenschlange“ gerufen wird und plötzlich ein massives Mobbing durch gerade jene erlebt, die man Freunde nannte. Ignacio Canas lebt in Gerona. Keine allzu große Stadt, bekannt vor allem durch ihren patriotischen General, der die Stadt bis zum Letzten gegen die Franzosen verteidigte. Eine Stadt mit ihrem bürgerlichen „Kern“, aber auch den Problemvierteln. Dem überschaubaren Rotlichtbezirk. Der Sozialsiedlung. Lebensbereiche, die erst mal wenig miteinander zu tun haben. Die Cercas treffsicher durch die flüssige Erzählung in ihren je eigenen Atmosphären nahe bringt. Für Ignacio aber stellen sich bald schon Verbindungen her. Denn ausgestoßen und malträtiert von seinen Freunden gerät der Junge aus gut bürgerlichen Verhältnissen im Gerona Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre an Zarco. Und Tere. Jugendliche aus Behelfsunterkünften am Stadtrand. Quinquins, eine Art Roma Spaniens (wenn der Begriff Roma auch von den Quinquins massiv abgelehnt wird). Zarco, der nicht nur hart und kühl wirkt, sondern ebenso hart und kühl auch ist. Der mit Tere, seinem „Schatten“, einem Mädchen, das bedingungslos an seiner Seite steht, „erfolgreich“ schon auf eine Reihe von Einbrüchen zurückblickt. Den nächsten Coup bereits im Blick. Da kommt „Brillenschlange“ gerade recht. Denn Ignacio könnte Informationen besorgen, die Zarco gut gebrauchen kann. Während Ignacio sich umgehend in die schöne Tere verliebt und von dieser durchaus ebenfalls beachtet wird, ahnt der Leser bereits, dass Zarco und Tere ganz ihr eigenes Ding machen und Ignacio, zumindest zu Anfang, nur „Mittel zum Zweck“ ist. Was sich ändern wird. Oder vielleicht auch nur an der Oberfläche. Mehr und mehr schließt sich Igancio an, überwindet seine Angst und bietet mehr und mehr „Köpfchen“ für den weiteren Verlauf der Bande. Bei einfachen Einbrüchen in unbewohnten Ferienhäusern wird es nicht bleiben. Was mit der Zeit auch die Polizei auf den Plan ruft. Es kommt, wie es kommen muss. Irgendjemand gibt einen Tipp. Bei einem Banküberfall ist die Polizei vor Ort, Ignacio kann entkommen. Sehr zu seiner (und des Lesers) Verwunderung, zunächst. Es wird lange dauern, bis ans Ende des Buchs, bis eine Idee entsteht, warum das so war. Jahre später beginnt ein Prozess. Und Ignacio wird wiederum eine gewichtige Rolle übernehmen. Einer, der den Absprung geschafft hat, der die Seiten gewechselt hat, der nun als Anwalt arbeitet. Und wieder ist es Tere, die ihn einbezieht, die in ihm die einzige Chance sieht, Zarco bestmöglich zu verteidigen. Doch alles kommt anders, als gedacht. Anders, als geplant. Anders, als möglich. Liebe, die einen unrettbar an eine andere Person bindet, trotzt irgendwann dann besseren Wissens. Verehrung eines Freundes, der vielleicht nie ein Freund war, einen aber dennoch in der Pahse des Findens des eigenen Selbst beeindruckt hat. Momente, Emotionen, die vor allem eines in sich tragen: Sie füllen das innere Vakuum in einer drögen Zeit, an einem drögen Ort in einem Moment der tiefen Verletzung. Doch Ignacio scheint an sich kein glückliches Händchen, keinen klaren Blick für Freundschaften zu besitzen. Ein ganzes Leben fast wird es brauchen, bis Ignacio mit bitteren Erfahrungen versehen die Augen wirklich öffnet. Eine Geschichte auch von Chancenlosigkeit, auf der anderen Seite. Von Kindern und Jugendlichen, die von früh an nur am Rand standen und nur den Rand kannten. Was sich in der eigentlichen Beziehung zwischen Zarco und Tere später noch einmal ausdrücken wird. „Zarco war ein übler Typ. Ein richtig übler Typ. Und zwar immer schon, soweit ich weiß“. In Form eines rückblickenden Berichtes erzählt Ignacio diese Geschichte, um einem Autor zu ermöglichen, diese in eine Buchform zu bringen. Unterbrochen hier und da von Einschüben aus der Sicht des damals ermittelnden Polizeibeamten. Ein dichter, teils mäandernder Strom von Worten, eine Vielfalt an Erlebnissen, die das Innerste des jungen und später erwachsenen und jetzt alten Menschen Ignacio zum Vorschein kommen lässt. Das den Leser weniger wegen der kriminellen Aktionen, vielmehr aufgrund der inneren Beziehungen zwischen den Figuren fesselt, gerade weil Cercas so manches an Motiven im Vagen und Ungewissen lassen wird und damit die Fantasie des Lesers immer wieder fordert. Was ist Wahrheit? Was verbindet Menschen? Was bindet Menschen auch gegen eigentlich besseres Wissen? Hätte es andere Möglichkeiten, Chancen gegeben? Nicht immer einfach zu lesen und hier und da auch mit Längen verbunden, gelingt Cercas doch wiederum ein treffendes Portrait einer Zeit, einer gesellschaftlichen „Platzzuweisung“ und intensiv miteinander verzahnter Personen.

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  • Ein weiterer literarischer Beitrag von Cercas zur Aufarbeitung von Spaniens jüngster Geschichte

    Outlaws

    WinfriedStanzick

    08. May 2014 um 11:00

      Sein letztes Buch “Anatomie eines Augenblicks”, in dem es um den Putschversuch in Spanien am 21. Februar 1981 ging, war vor allem in Spanien ein großer Erfolg und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Durch die Übersetzungen seiner Bücher in mehr als 20 Sprachen ist Javier Cercas einer der international bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Spaniens.   Auch sein neuer Roman „Outlaws“ befasst sich mit der jüngeren Geschichte Spaniens und führt seine Leser zurück in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die die gerade überwundene Franco-Diktatur noch viele Spuren im gesellschaftlichen Alltag Spaniens nach sich zieht.   Erzählt wird die Geschichte von Jugendlichen, die mit den neuen Verhältnissen nicht zurechtkommen und ein Leben am Rande der Gesellschaft fristen, geprägt von Drogen und Kriminalität.   Als Ignacio, der in einer Mittelschichtfamilie behütet aufgewachsen ist, mit dieser Welt und besonders mit Zarco und seiner Gang und mit der schönen Tere zusammentrifft, ist für ihn die Anziehungskraft dieser Welt außerhalb der neuen noch instabilen gesellschaftlichen Strukturen enorm. Seine neuen Freunde nennen ihn „Brillenschlange“, und ehe Ignacio sich versieht, ist er völlig unter den Einfluss der in Notunterkünften lebenden Gang geraten. Besonders die schöne Tere hat es ihm angetan. Sie ist mächtig verliebt in Ignacio, doch der merkt von allem nichts.   Zunächst noch hauptsächlich im kleinkriminellen Milieu tätig, verändert sich der Radius der Gang rapide. Die Gang gerät immer mehr in Drogengeschäfte und scheut auch einen gelegentlichen Bankraub nicht mehr. Bei einem dieser Überfälle wird Ignacio von der Polizei angeschossen und kann sich verletzt bis in die Wohnung seine Eltern retten.   Ein liebevoller Vater hilft ihm bei Neuanfang, der ihn schließlich zu einem erfolgreichen Anwalt aufsteigen lässt. Doch er hat seine Vergangenheit nicht vergessen und verfolgt das Schicksal vor allem Zarcos in den Medien, wo der in der Zwischenzeit zu einem schillernden Outlaw geworden ist.   Als sich eines Tages Tere bei dem inzwischen sehr erfolgreichen Anwalt meldet, sieht er sich plötzlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert: er soll Zarco verteidigen und aus dem Knast holen.   Outlaws ist ein pfiffig komponierter Roman in zwei Ebenen, der handelt von Jugend und Freundschaft im postdiktatorischen Spanien und ist ein  weiterer gelungener literarischer Beitrag von Javier Cercas zur Aufarbeitung von Spaniens jüngster Geschichte.    

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