Javier Marías

 3.8 Sterne bei 538 Bewertungen
Autor von Mein Herz so weiß, Die sterblich Verliebten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Javier Marías

Javier Marías Franco wurde am 20. September 1951, als viertes von fünf Kindern, in Madrid, Spanien geboren. Sein Vater bekannte sich zur republikanischen Politik und wurde daher vom Franco-Regime verfolgt und bekam ein Berufsverbot ausgesprochen. Zeitweise lebte die Familie in den USA, wo Javier María Francos Vater an verschiedenen Universitäten lehrte. Von 1968 bis 1973 studierte er Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Complutense in Madrid. Marías war während seines Studiums Anhänger einer kommunistischen Gruppe. Später aber distanzierte er sich hiervon und verwies immer wieder auf seine politische Unabhängigkeit. Mit Übersetzungen und Kurzauftritten in Filmen seines Onkels verdiente der Autor sein erstes Geld. Seit 1974 lebte er in Barcelona und war für ein Verlagshaus angestellt, bis es ihn 1978 wieder nach Madrid zog. Er schrieb Artikel für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, arbeitete als Übersetzer und schrieb an eigenen Romanen und Erzählungen. 1983 verschlug es den Autor nach Oxford. Dort unterrichtete er an Universitäten spanische Literatur. Ab 1986 lebte und arbeitete er in Venedig. Seit 1987 lebt er erneut in Madrid und lehrt an verschiedenen Universitäten. Bereits mit 11 Jahren begann er zu schreiben. Im Alter von 15 Jahren hatte er seinen ersten Roman geschrieben, welcher nie veröffentlicht wurde. In Deutschland erschien 1986 der erste Roman - "Der Gefühlsmensch". Im Jahr 1996 erschien in Deutschland "Mein Herz so weiß". Dieser Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und war ein Welterfolg. Den Nelly-Sachs-Preis bekam er 1997 für sein Gesamtwerk zugesprochen.

Alle Bücher von Javier Marías

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Javier MaríasMein Herz so weiß
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Mein Herz so weiß
Mein Herz so weiß
 (279)
Erschienen am 07.03.2013
Javier MaríasDie sterblich Verliebten
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Die sterblich Verliebten
Die sterblich Verliebten
 (53)
Erschienen am 07.03.2013
Javier MaríasMorgen in der Schlacht denk an mich
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Morgen in der Schlacht denk an mich
Morgen in der Schlacht denk an mich
 (47)
Erschienen am 26.09.2012
Javier MaríasAlle Seelen
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Alle Seelen
Alle Seelen
 (34)
Erschienen am 26.09.2012
Javier MaríasAls ich sterblich war
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Als ich sterblich war
Als ich sterblich war
 (17)
Erschienen am 01.05.2000
Javier MaríasWährend die Frauen schlafen
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Während die Frauen schlafen
Während die Frauen schlafen
 (16)
Erschienen am 01.11.2001
Javier MaríasDer Gefühlsmensch
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Der Gefühlsmensch
Der Gefühlsmensch
 (12)
Erschienen am 25.08.2016
Javier MaríasSo fängt das Schlimme an
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So fängt das Schlimme an
So fängt das Schlimme an
 (11)
Erschienen am 26.10.2017

Neue Rezensionen zu Javier Marías

Neu
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Keine Liebe mehr" von Javier Marías

' [...] ohne dass vorher in Wahrheit überhaupt Wünsche bestanden hätten.‘
sabatayn76vor einem Jahr

‚[...] normal ist, dass die Leute glauben, sich das, was ihnen ohnehin passiert, was ihnen zustößt, was sie erreichen oder was ihnen in den Schoß fällt, zu wünschen, ohne dass vorher in Wahrheit überhaupt Wünsche bestanden hätten.‘

‚Keine Liebe mehr‘ beinhaltet 30 Erzählungen von Javier Marías, die der spanische Autor zwischen 1968 und 2005 geschrieben hat. Diese wurden zum Teil bereits in den beiden Erzählbänden ‚Während die Frauen schlafen‘ und ‚Als ich sterblich war‘ veröffentlicht, einige Erzählungen waren mir allerdings nicht bekannt, so dass ich annehme, dass sie bislang unveröffentlicht waren.

Ich schätze Marías als Romanschriftsteller sehr und kenne sowohl seine frühen Romane ‚Der Gefühlsmensch‘, ‚Mein Herz so weiß‘ und ‚Morgen in der Schlacht denk an mich‘ als auch seine in den letzten Jahren erschienenen Bücher ‚Die sterblich Verliebten‘ und ‚So fängt das Schlimme an‘. Mit seinen Essays (‚Das Leben der Gespenster‘) und seinen Erzählbänden ‚Während die Frauen schlafen‘ und ‚Als ich sterblich war‘ konnte ich mich, als ich diese vor mehr als 15 Jahren gelesen hatte, jedoch nur zum Teil anfreunden, wobei ich die Erzählung ‚Während die Frauen schlafen‘ schon damals als echtes Kleinod empfand, vor allem in der brillanten Lesung von Otto Sander. Da ich Marías als meinen absoluten Lieblingsautor betrachte und manche Bücher erst beim zweiten Lesen und/oder mit mehr Lebenserfahrung ihre wahre Bedeutung und Tiefe entfalten, war ich gespannt auf den Erzählband ‚Keine Liebe mehr‘, der im Herbst 2016 anlässlich des 65. Geburtstags des spanischen Autors veröffentlicht wurde.

Auch in Marías‘ Erzählungen finden sich die für den Autor so typischen Schachtelsätze mit unzähligen Einschüben, die es dem Leser nicht immer einfach machen, für die ich den Autor jedoch sehr schätze, denn er ist schlichtweg ein Meister darin. Wie immer bei Marías ist kein Wort zu viel, und die Satzstruktur ist perfekt durchdacht und geschickt konstruiert.

Marías erzählt in ‚Keine Liebe mehr‘ kluge Geschichten mit bisweilen außergewöhnlichen Protagonisten, die allesamt hervorragend charakterisiert wurden. Dabei erinnern manche Erzählungen stark an seine Romane, und ‚Auf der Hochzeitsreise‘ ist extrem an die Szene in Havanna angelehnt, die man im Roman ‚Mein Herz so weiß‘ findet. Andere Erzählungen haben Bezüge zu Marías selbst, z.B. die Verweise auf den König von Redonda in ‚Ein Treue-Epigramm‘. Wieder andere Erzählungen sind schlichtweg genial und sehr typisch für Marías, wie z.B. ‚Während die Frauen schlafen‘, ‚Gualta‘ und ‚Ein riesiger Gefallen‘.

Zu manchen Erzählungen habe ich trotz meiner Faszination für Marías und seine Schreib- und Erzählkünste keinen Zugang gefunden, aber das halte ich für völlig normal in einem Erzählband mit 30 Texten, die inhaltlich so unterschiedlich sind und über mehrere Jahrzehnte hinweg geschrieben wurden. Alles in allem haben mir die sogenannten ‚akzeptierten‘ Erzählungen deutlich besser gefallen als die sogenannten ‚akzeptablen‘ im zweiten Teil des Buches.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Der Gefühlsmensch" von Javier Marías

‚eine Liebesgeschichte, in der die Liebe weder sichtbar ist noch lebt [...]'
sabatayn76vor 2 Jahren

‚eine Liebesgeschichte, in der die Liebe weder sichtbar ist noch lebt, sondern angekündigt und erinnert wird‘

Inhalt:
Auf einer langen Zugfahrt lernt der Ich-Erzähler - ein Opernsänger - drei Menschen kennen: den belgischen Bankier Hieronimo Manur, dessen Ehefrau Natalia und den Gesellschafter Dato, der Natalia die Zeit vertreiben soll, wenn der Bankier beschäftigt ist.

Der Ich-Erzähler, Natalia und Dato verbringen schließlich viel Zeit miteinander und werden ein ‚unzertrennliches Trio‘, wobei die Anziehungskraft zwischen dem Ich-Erzähler und der verheirateten Natalia stetig wächst, bis sich das Leben aller Beteiligten ändert.

Mein Eindruck:
Javier Marías ist mein Lieblingsautor, und obwohl ich Romane wie ‚Mein Herz so weiß‘, ‚Morgen in der Schlacht denk an mich‘ sowie die neueren Bücher ‚Die sterblich Verliebten‘ und ‚So fängt das Schlimme an‘ mehrmals mit großer Begeisterung gelesen und als Hörbuch gehört habe, ist ‚Der Gefühlsmensch‘ jahrelang ungelesen auf meiner Leseliste geblieben. Durch die Neuauflage des Fischer-Verlages habe ich nun dieses Frühwerk des spanischen Autors gelesen, und obwohl man beim Lesen deutlich merkt, dass ‚Der Gefühlsmensch‘ noch nicht die Perfektion und den Schliff späterer Werke erreicht, hat mir die Lektüre sehr gut gefallen.

Meiner Meinung nach ist ‚Der Gefühlsmensch‘ ein typisches und unverwechselbares Marías-Buch: Endlossätze mit unzähligen Verschachtelungen, Bezüge zu William Shakespeare, alles dreht sich um Liebe, Tod und zwischenmenschliche Beziehungen. Die Themen ziehen sich jedoch noch nicht so stringent durch das Buch, wie man dies von späteren Büchern gewohnt ist, und was man in dem Roman, den Marías bereits 1986, also im Alter von 35 Jahren, geschrieben hat, noch vermisst, sind die Wiederholungen bestimmter Phrasen und der damit verbundene, sehr dominante rote Faden, die sich durch das gesamte Buch ziehen. Man sieht an ‚Der Gefühlsmensch‘ sehr gut, welche Themen bereits den jungen Marías beschäftigt haben und wie eloquent er erzählen kann, doch dass er seinen Stil über die Jahre sogar noch perfektionieren konnte.

Wie immer bei Marías wird der Leser gleich mit dem ersten Satz in die Geschichte gezogen, obwohl ich finde, dass er dies in späteren Werken noch ausgeprägter und geschickter geschrieben und konstruiert hat. Typisch finde ich auch, dass es nach einem spannenden Einstieg zunächst weitschweifig wird und man sich ein wenig zum Lesen animieren muss. Im weiteren Verlauf kommt man jedoch auch bei ‚Der Gefühlsmensch‘ an den Punkt, an dem es kein Halten und keine Lesepause mehr geben kann, weil man atemlos der Geschichte folgen muss, bis das Buch mit einer Art Paukenschlag und einer philosophischen Betrachtung endet.

Mein Resümee:
‚Der Gefühlsmensch‘ ist ein gelungener Roman, der einem Vergleich mit den oben genannten Romanen Marías‘ zwar nicht standhalten kann, der aber dennoch meisterhaft erzählt und konstruiert wurde.

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walli007s avatar

Rezension zu "So fängt das Schlimme an" von Javier Marías

Verborgen
walli007vor 2 Jahren

In den Jahren nach dem Franco-Regime ist der junge Juan de Vere froh, eine Anstellung bekommen zu haben. Sein Arbeitgeber Eduardo Muriel ist Filmregisseur und bietet dem jungen Mann damit Zugang zu einer spannenden Branche. Gleichzeitig fungiert de Vere als Privatsekretär und Vertrauter, der mehr von der Familie Muriel mitbekommt als ein einfacher Angestellter. So erfährt Juan schon bald, dass es mit der Ehe der Muriels nicht zum Besten steht. Doch weshalb das so ist, verrät Muriel nicht, ebensowenig wie er zu seiner Augenklappe kam. Dennoch bittet er seinen jungen Adepten, einen älteren Arzt zu bespitzeln, von dem Muriel ein Gerücht zu Ohren gekommen ist, das ihn den Freund in einem anderen Licht sehen lässt.


Es ist eine Zeit des Aufbruchs in Spanien. Die Diktatur ist vorbei und eine neue Freiheit beginnt. Natürlich ist die Vergangenheit nicht verarbeitet, die Opportunisten, die sich durch die Franco-Herrschaft gewunden haben, wollen nichts mehr von den Verbindungen wissen. Am liebsten soll alles vergeben und vergessen sein. Mal wieder haben die Opfer keine Stimme. Auf die Jungen ist man in gewisser Weise neidisch, da ihnen ganz andere Möglichkeiten der Entfaltung offen zu stehen scheinen. In dieser Ära, in den ersten Jahren nach Ende der Diktatur, tritt de Vere seine erste Anstellung an. So viel freier als es die Älteren gewesen sein mögen, so unsicher ist er doch. Wie ist seine Stellung, was muss er alles für seinen Chef tun, was sind Muriels Beweggründe, was hat zum Scheitern der Ehe seines Arbeitgebers geführt. Zwischen gehorsamen Recherchen und neugierigen Nachforschungen driftet der junge Mann, der schließlich alles wissen will.


Mit seinen Schilderungen der Gesellschaft Spaniens nach dem Regime, mit seiner Darlegung der Gedanken und Empfindungen seiner handelnden Personen fesselt Javier Marías in seiner typischen und bekannten Weise. Auch wenn seine Ausführungen manchmal etwas ausschweifen, kommt er doch immer zu dem Punkt, wo ihm der Leser zustimmt oder doch meint, besser hätte man es kaum sagen können. Selbst zur einer ähnlichen Zeit jung gewesen, aber doch für eingehende politische Kenntnisse zu jung, ist man erstaunt, wie lange in Spanien eine Diktatur herrschte. Gut nachvollziehbar jedoch, das Gefühl der Befreiung und der leider weit verbreitete Wunsch des unter den Teppich Kehrens. Zwar fehlt der besondere Kniff, der einige der Romane des Autors auszeichnet, aber gerade dieses Werk macht etwas anderes leicht, was bei manchen anderen der Bücher gelegentlich nicht ganz einfach ist - das Durchhalten. Von Beginn an sehr interessant und gut lesbar bleibt man während der gesamten Lektüre neugierig auf die nächste treffende Schilderung, den nächsten Baustein, einen weitern herausragenden Satz. Für den Leser ist es ein besonderer Genuss, am großen Können des Autors teilhaben zu können.

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Javier Marías wurde am 20. September 1951 in Madrid (Spanien) geboren.

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