Javier Marías Der Gefühlsmensch

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Inhaltsangabe zu „Der Gefühlsmensch“ von Javier Marías

Ein Opernsänger sitzt im Zug nach Madrid, dort soll er den Otello singen. In seinem Abteil sitzen die rätselhafte Natalia Manur und deren Ehemann, ein Despot und Banker. Mit von der Partie ist auch Dato, der Natalia die Zeit vertreiben soll, während ihr Mann seinen Bankgeschäften nachgeht. Am Ende aber vertreibt der Opernsänger Natalia die Zeit, und nicht nur das, die beiden verlieben sich unsterblich ineinander und Natalia verlässt ihren Ehemann, der sich daraufhin erschießt. Bereits in seinem frühen Werk zeigt Javier Marías, mit welch meisterhaften Kunstgriffen er den Leser zu faszinieren vermag.

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  • ‚eine Liebesgeschichte, in der die Liebe weder sichtbar ist noch lebt [...]'

    Der Gefühlsmensch

    sabatayn76

    15. January 2017 um 19:39

    ‚eine Liebesgeschichte, in der die Liebe weder sichtbar ist noch lebt, sondern angekündigt und erinnert wird‘Inhalt: Auf einer langen Zugfahrt lernt der Ich-Erzähler - ein Opernsänger - drei Menschen kennen: den belgischen Bankier Hieronimo Manur, dessen Ehefrau Natalia und den Gesellschafter Dato, der Natalia die Zeit vertreiben soll, wenn der Bankier beschäftigt ist. Der Ich-Erzähler, Natalia und Dato verbringen schließlich viel Zeit miteinander und werden ein ‚unzertrennliches Trio‘, wobei die Anziehungskraft zwischen dem Ich-Erzähler und der verheirateten Natalia stetig wächst, bis sich das Leben aller Beteiligten ändert. Mein Eindruck: Javier Marías ist mein Lieblingsautor, und obwohl ich Romane wie ‚Mein Herz so weiß‘, ‚Morgen in der Schlacht denk an mich‘ sowie die neueren Bücher ‚Die sterblich Verliebten‘ und ‚So fängt das Schlimme an‘ mehrmals mit großer Begeisterung gelesen und als Hörbuch gehört habe, ist ‚Der Gefühlsmensch‘ jahrelang ungelesen auf meiner Leseliste geblieben. Durch die Neuauflage des Fischer-Verlages habe ich nun dieses Frühwerk des spanischen Autors gelesen, und obwohl man beim Lesen deutlich merkt, dass ‚Der Gefühlsmensch‘ noch nicht die Perfektion und den Schliff späterer Werke erreicht, hat mir die Lektüre sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach ist ‚Der Gefühlsmensch‘ ein typisches und unverwechselbares Marías-Buch: Endlossätze mit unzähligen Verschachtelungen, Bezüge zu William Shakespeare, alles dreht sich um Liebe, Tod und zwischenmenschliche Beziehungen. Die Themen ziehen sich jedoch noch nicht so stringent durch das Buch, wie man dies von späteren Büchern gewohnt ist, und was man in dem Roman, den Marías bereits 1986, also im Alter von 35 Jahren, geschrieben hat, noch vermisst, sind die Wiederholungen bestimmter Phrasen und der damit verbundene, sehr dominante rote Faden, die sich durch das gesamte Buch ziehen. Man sieht an ‚Der Gefühlsmensch‘ sehr gut, welche Themen bereits den jungen Marías beschäftigt haben und wie eloquent er erzählen kann, doch dass er seinen Stil über die Jahre sogar noch perfektionieren konnte. Wie immer bei Marías wird der Leser gleich mit dem ersten Satz in die Geschichte gezogen, obwohl ich finde, dass er dies in späteren Werken noch ausgeprägter und geschickter geschrieben und konstruiert hat. Typisch finde ich auch, dass es nach einem spannenden Einstieg zunächst weitschweifig wird und man sich ein wenig zum Lesen animieren muss. Im weiteren Verlauf kommt man jedoch auch bei ‚Der Gefühlsmensch‘ an den Punkt, an dem es kein Halten und keine Lesepause mehr geben kann, weil man atemlos der Geschichte folgen muss, bis das Buch mit einer Art Paukenschlag und einer philosophischen Betrachtung endet. Mein Resümee: ‚Der Gefühlsmensch‘ ist ein gelungener Roman, der einem Vergleich mit den oben genannten Romanen Marías‘ zwar nicht standhalten kann, der aber dennoch meisterhaft erzählt und konstruiert wurde.

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  • Eine Liebesgeschichte in Madrid

    Der Gefühlsmensch

    odenwaldcollies

    19. August 2013 um 20:32

    Ein spanischer Opernsänger begegnet während einer Bahnfahrt nach Madrid 3 Personen, die er wenige Tage später näher kennenlernt, da sie im gleichen Hotel wohnen: die melancholische Natalia Manur; deren Ehemann, ein Banker und herrischer Mensch; und deren Begleiter Dato, der sich tagsüber um Natalia kümmert. Der Tenor, Natalia und Dato verbringen in den folgenden Tagen sehr viel Zeit miteinander, in der sich der Erzähler in Natalia verliebt - bis ihr Ehemann von seinen Absichten erfährt. Dieses Buch hat mir ebenso wie all die anderen Bücher von Marías sehr gut gefallen. Die Geschichte und deren Wendungen und Windungen hat mich hervorragend unterhalten. Auch hier findet man wieder die Schachtelsätze, die so typisch für Marías sind und mit ihrer poetischen Sprache überraschen. Ebenso die Abschweifungen der Gedanken des Ich-Erzählers, welche aber so elegant eingebaut sind, daß, wenn man wieder zum roten Faden zurückkehrt, ganz überrascht ist, wie weit man sich unbewußt davon entfernt hatte. Ich kann mir gut vorstellen, daß diese Schachtelsätze und Abschweifungen nicht jedermanns Sache sind. Die Person des Ich-Erzählers wird sehr detailliert beschrieben - dagegen bleibt die Figur der Natalia Manur irgendwie verschwommen, nicht richtig greifbar. Recht spät werden Details aus ihrem Leben bekannt und dennoch hat der Leser das Gefühl, sie immer noch nicht klar zu erkennen. Aber das ist nicht störend, im Gegenteil, wenn man das Buch beendet hat, weiß man, daß das genau richtig ist; außerdem ist genau das auch die Absicht des Autors, wie man im Nachwort erfährt.  Warum, werde ich nicht weiter erläutern, da ich sonst zu viel von der relevanten Handlung verrate. Der Autor bezeichnet seinen Roman als "eine Liebesgeschichte, in der die Liebe weder sichtbar ist noch lebt, sondern angekündigt und erinnert wird." Als einzigen Kritikpunkt könnte ich anbringen, daß der Roman nur 180 Seiten hat.

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