Javier Marías Die sterblich Verliebten

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Inhaltsangabe zu „Die sterblich Verliebten“ von Javier Marías

Der Spiegel-Bestseller! Wie in seinem Welterfolg ›Mein Herz so weiß‹ überzeugt Javier Marías durch fesselnde Spannung und unerwartete Wendungen. Keiner kennt so gut die verborgenen Winkel der Herzen. Madrid, ein Café: Jeden Morgen beobachtet María das perfekte Paar Luisa und Miguel. Sie ist gefangen von der zärtlichen Aufmerksamkeit der Liebenden. Doch dann geschieht etwas Schreckliches, und María gerät in einen Irrgarten aus Ahnungen und Verdächtigungen. Sie kennt die Liebe, sie kennt den Tod, aber kennt sie auch die Wahrheit?

Literaturnobelpreis.

— Bietzer
Bietzer

Ein schwieriges Lesevergnügen. Der Text liest sich eher wie ein psychologischer Essay. Das Romanhafte, die Dialoge und Besonderheiten fehlen

— Poesiesoso
Poesiesoso

Habe mir mehr von dem Buch versprochen, insgesamt betrachtet war es sehr langatmig und mühsam zu Ende zu lesen ...

— ResaPlantagenet
ResaPlantagenet

Zu langatmig, zu viele Wiederholungen - es war mühsam zu lesen, obwohl die Sprache sehr schön war mit vielen klugen Sätzen zum Nachdenken

— SteffiWausL
SteffiWausL

Die etwas anstrengend zu lesende Geschichte um eine langwierige Wahrheitsfindung

— Duffy
Duffy

Ebenfalls ein herausragender Roman, wenngleich er nicht ganz an "Mein Herz so weiß" herankommt. Ähnliche Thematik, anders verarbeitet

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein wunderbarer Roman...

— Elbschnegge
Elbschnegge

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  • eBook Kommentar zu Die sterblich Verliebten von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    Elly

    Elly

    via eBook 'Die sterblich Verliebten'

    Sätze ohne Ende und ohne Zeit zum Luftholen. Eine besondere Geschichte, die mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird.

    • 2
  • Allerlei Beziehungskisten

    Die sterblich Verliebten
    jenvo82

    jenvo82

    17. November 2014 um 12:59

    Ein empathischer Roman voller Lebensweisheiten und philosophischer Grundsatzfragen über die zwei großen Themen – Liebe und Tod. Mariá, die Hauptprotagonistin bewundert aus der Ferne die anscheinend perfekte Ehe zwischen Luisa und Miguel, die durch die brutale Ermordung des Mannes ein jähes Ende findet. Wenig später verliebt sie sich selbst in den besten Freund des einstigen Ehepaares und beginnt mit ihm eine unverbindliche Beziehung. Schmerzlich muss sie feststellen, dass ihr Geliebter nur auf Luisa wartet und in ihr selbst nur einen willkommenen Zeitvertreib sieht. Als sie schließlich ein Gespräch belauscht, wird ihr das ganze Ausmaß des vermeintlichen Unfalls klar und sie muss sich mit ihrem Gewissen auseinandersetzen. Das Buch liefert ein eindringliches Resümee über allerlei Beziehungskisten, liest sich aber nicht nebenbei, da man jedes Wort nochmals überdenken möchte. Auf gut 400 Seiten passiert kaum etwas, die Gedanken bleiben im Keim stecken oder wiederholen sich in langatmigen Sätzen – definitiv Geschmacksache.

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  • "Ein Meisterwerk trifft ins Herz"

    Die sterblich Verliebten
    luckytom1970

    luckytom1970

    05. October 2014 um 07:03

    Nach 250 Seiten habe ich das Buch endgültig zu Seite gelegt um keine kostbare Zeit zu verschwenden. Das Buch beginnt am Anfang sehr vielversprechend. Doch mit zunehmender Dauer wird es immer langweiliger und ermüdender. Von einem Meisterwerk, wie auf dem Buchumschlag beschrieben. ist dieses Buch meilenweit entfernt. Auch das zweite gelesene Buch nach "Mein Herz so weiß" Buch von Javier Marias ist für mich enttäuschend. 

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  • "Das Schlimmste ist, ...

    Die sterblich Verliebten
    BeaMilana

    BeaMilana

    18. April 2013 um 10:07

    "Das Schlimmste ist, dass so viele unterschiedliche Individuen in jeder Zeit, jedem Land, jedes auf eigene Faust, eigenes Risiko, so dass sie sich nicht haben anstecken können, durch Kilometer, Jahre, Jahrhunderte getrennt, jeder mit seinen persönlichen nicht übertragbaren Gedanken und Zielen, übereinstimmend zu denselben Mitteln greifen, zu Diebstahl, Betrug, Mord oder Verrat an Freunden, Kollegen, Geschwistern, Eltern, Kindern, Ehemännern, Ehefrauen oder Geliebten, die sie loswerden wollen." Eine Verlagsmitarbeiterin beobachtet jeden Morgen in einem Café fasziniert ein Ehepaar, doch eines Tages wird die lieb gewonnene Routine unterbrochen. Der Ehemann wurde Opfer eines heimtückischen Mordes. Die Ich-Erzählerin, lernt die Witwe und einen guten Freund der Familie, Javier, kennen und wird seine sporadische Geliebte. Der erste Akt bietet Anlass für philosophische Betrachtungen über den Tod, das Sterben, die Hinterbliebenen, die Liebe zu Zeiten des Lebens, vor allem aber über die Lücke, die ein Geliebter hinterlässt und die Frage, was geschehen würde, wenn der Verstorbene unerwartet wieder zurückkehrt. Doch dann wendet sich (endlich) die Geschichte, denn María wird durch Zufall Zeugin einer Unterhaltung, die sie vermuten lässt, dass Javier den Mord an seinem Freund in Auftrag gegeben hat, weil er dessen Frau liebt. Ein Verdacht, der bis zum Schluss des Romans nicht vollständig ausgeräumt werden kann, auch wenn Javier ihr die Gründe für die Tat menschlich nachvollziehbar erklärt. Der zweite Akt bietet neben allen moralischen Zweifeln, die María nun hegt, herrliche Gedanken über die Qualität von Auftragsmorden. Wie praktisch sie doch sind, weil "gewaltige Autosuggestion am Werk" ist, "dafür sorgt die Indirektheit" und "man am Ende überzeugt ist, dass man nichts mit dem zu tun hat, was in der schäbigen Welt oder im Kampf Mann gegen Mann passiert, auch wenn man alles geplant, angestoßen und dafür bezahlt hat, dass es geschieht." Manchmal weist der Roman selbst für geduldige Leser wie mich Längen und Wiederholungen auf. Die Dialoge sind eher Monologe, bei denen jedes Wort schriftreif vorformuliert wurde. Da spürt man die intellektuelle Abgehobenheit, die Konstruktion; die erlesene Wortwahl verliert bei den Dialogen ihre Lebensnähe. Dennoch: Ich mag die philosophische Reflexionsfreude und den langatmigen Stil Marías. Geschmunzelt habe ich bei seinen kleinen Seitenhieben auf egomanische Schriftsteller und auf die Unfähigkeit der spanischen Politik. Interessant waren auch die kurzen Abstecher zu Parallelen in der Literaturgeschichte. "Die sterblich Verliebten" ist für mich ein interessantes und spannendes Drei-Personen-Stück, das mich nicht hundertprozentig überzeugt hat, aber fast! Der Bestsellerautor und Nobelpreisträger hat den spanischen "Nationalpreis für Erzählliteratur" im Okt. 2012 abgelehnt. Hut ab! http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/literaturpreise-nein-danke-11939607.html

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    walli007

    walli007

    30. September 2012 um 09:47

    Was heißt hier sterblich? Vielleicht geht es um das liebenswerte Ehepaar, das Maria häufig morgens beobachtet, wenn sie im gleichen Café frühstückt. Die beiden pflegen so eine wunderbare Zusammengehörigkeit und ein privates Glück auszustrahlen, dass Maria froh wird und den Tag mit guter Laune beginnen kann. Sind die beiden einmal nicht da, ist Marias Tag gleich weniger leicht erträglich. Doch plötzlich bleibt der Platz des Paares leer. Maria, die sich in einem Verlag mit anspruchsvollen aber nicht unbedingt herausragenden Autoren plagen muss, ist vielleicht gerade deshalb keine aufmerksame Zeitungsleserin. Wäre deshalb nicht eine Freundin darauf gekommen, wäre Maria ein Bericht völlig entgangen, in dem von dem todbringenden Zwischenfall geschrieben steht. Die männliche Hälfte des glücklichen Paares ist auf offener Straße von einem Irren niedergestochen worden und den schwersten Verletzungen erlegen. Mit seinen typisch ausschweifenden Worten schildert der Autor das Geschehen. Der Leser kann tief in die Gedankenwelt Marias eintauchen, die einen Teil ihres Lebens durch eben dieses verliebte Paar lebt. Und so stirbt mit diesem Paar, das durch den feigen Mord zur Einzelperson wird, auch ein Teil von Maria. Wie bei jedem Verlust fällt es Maria schwer loszulassen. Natürlich ist sie sich dessen bewusst, dass sie nicht dazu gehört. Dennoch grübelt sie, was geschehen sein könnte, wie die Frau wohl überlebt. Immer mehr dringt sie in ein fremdes Leben ein, versucht es sich zu eigen zu machen und kommt so dem wirklichen Geschehen näher als es eigentlich angenehm sein kann. Denn nach und nach entblättern sich die Hintergründe des Todesfalles, die fast unglaublich erscheinen. Kann das Liebe sein? Kann, kann nicht, genauso unentschlossen und unsicher zweifelnd wie Maria bleibt auch der Leser bei diesem Roman, der sich wie ein spannender Krimi liest. Wie schon so manches Mal hat der Autor auch hier vielleicht gerade wegen seiner besonderen Art zu schreiben einen fesselnden Roman geschrieben, den man viel zu schnell liest, um zu erfahren, wie es Maria ergeht und den man vielleicht erneut langsam lesen müsste, um seine Sprachgewalt wirklich zu erfassen.

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    Buchhandlung_Karola_Brockmann

    Buchhandlung_Karola_Brockmann

    15. August 2012 um 16:22

    Madrid,ein Café, jeden morgen beobachtet die Verlagsangestellte Maria ein für sie perfektes Liebespaar, Luisa und Miguel. Sie ist fasziniert von der zärtlichen Aufmerksamkeit der Liebenden. Sie malt sich aus, warum die Beiden so glücklich wirken und wovon ihre Liebe getragen wird. Doch dann geschieht etwas Schreckliches, Miguel wird auf offener Straße ermordet. Im Verlauf des Romans erwächst in Maria zunehmend der Verdacht, dass der beste Freund des Ermordeten den Mord selber in Auftrag gegeben hat. Maria gerät in einen Irrgarten aus Ahnungen und Verdächtigungen und auch der Leser weiß irgendwann nicht mehr, wessen Darstellungen man trauen darf. Keiner kennt die Menschen so gut wie Javier Marias, er ist ein Reflexionstalent! Jeder Satz dieses Romans ist großartige, sprachliche Kunst. (Gundula Krauß)

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    tedesca

    tedesca

    30. July 2012 um 15:28

    Ein Lesemarathon der besonderen Art. Schwierig, anstrengend, und doch auf eine gewisse Weise spannend und auch durchaus bereichernd. Die Geschichte an sich ist einfach erzählt, sie handelt von Liebe, Eifersucht und Tod. Das Wie und Was war fast naheliegend, somit gibt es da kaum Überraschungen. Was bleibt, ist der Zweifel ob das, was man María glauben macht, auch stimmt oder reiner Selbstzweck ist. Aber die wahre Tiefe des Buches liegt in den vielen, ohne Absatz aneinandergereihten Gedanken zu so vielen wichtigen Themen des Lebens. Durch diese Endlosigkeit ist es mir echt schwergefallen, die wichtigen Sätze zu erkennen und herauszufiltern, immer wieder hab ich mich dabei erwischt, den Text nur mehr querzulesen. Schade eigentlich, aber man wird mit Worten überflutet, wie das normalerweise nur bei raschem Nachdenken der Fall ist. Und das ist es letztendlich auch, das Gedankenspiel von María und Javier, das einem hier ungefiltert vorgesetzt wird. Es mangelt nicht an Emotion, manche Momente sind durchaus berührend. Vor allem natürlich die Beschreibung der trauernden Witwe Luisa, ihrer Einsamkeit und Hilflosigkeit. Auch Marías erfolglose Liebe hat mich nicht kalt gelassen, aber trotzdem gehen diese Emotionen unter in dem Wust von Hypothesen und Eventualitäten, die immer wieder von der eigentlichen Handlung abschweifen. Für meinen Geschmack viel zu viel, ich hab mich total überfordert gefühlt und konnte somit auch der durchaus schönen Sprache und den brisanten Themen Liebe und Tod nichts mehr abgewinnen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass es mir mit Javier Marías erstem Bestseller "Mein Herz so weiß" genauso gegangen ist, aber der Klappentext war für mich einfach so verlockend, dass ich nicht widerstehen konnte. Jetzt weiß ich, dass das wohl mein letztes Buch von diesem Autor sein wird, sei er noch so erfolgreich. Mein Fall ist er leider nicht.

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    percalleso

    percalleso

    30. July 2012 um 11:14

    Miguel Desverne und seine Frau Luisa geben ein wunderbares Paar ab. Wie jeder Mensch weiss, ist nichts im Leben perfekt und schon gar nicht gibt es die perfekte Liebesbeziehung, doch nach aussen scheint im Leben dieser beiden Verliebten alles perfekt zu sein. Tagtäglich beobachtet María, die Erzählerin in diesem Roman, die beiden beim Frühstückessen im Café. Für sie beginnt so ein entspannter Arbeitstag, es beruhigt sie, den beiden zuzusehen. Doch eines Tages sitzen Luisa und Miguel nicht an ihrem Stammtisch, auch an keinem anderen. Sie sind nicht da. María denkt sich nicht viel dabei, sie könnten ja verreist sein. Bis sie herausfindet, dass Miguel Opfer eines Anschlages eines Verrückten wurde. Dann nimmt die Geschichte ihren Lauf. María freundet sich mit Luisa an, lernt auch andere nähere Bekannte Luisas kennen und erfährt so langsam, dass der Anschlag auf Miguel wohl doch mehr geplant als Zufall war... Ich habe mir von diesem Buch auf Grund vorhergehenden Rezesionen und Empfehlungen viel erhofft, bin nun aber doch etwas enttäuscht. Der Schreibstil von Javier Marías ist sehr eigen, was einem entweder gefällt, oder auch nicht. Was mir an seinem Schreibstil gut gefallen hat, sind seine wunderbaren Überlegungen. Sie verleiten einem zum Nachdenken, man vertieft das Gelesene. Doch genau weil ich über all das Gelesene immerzu nochmals nachdenken musste, teilweise, weil ich es sonst auch nicht gleich auf Anhieb verstanden habe, bin ich total aus dem Lesefluss gekommen. Ich konnte das Gelesene gar nicht wirklich aufnehmen, habe oft den Orientierungssinn verloren und wusste gar nicht mehr, worum es jetzt eigentlich genau geht. Deswegen fand ich es dann irgendwann zu viel des Guten, die Lust am Buch ist mir etwas vergangen. Fazit: Eine an für sich gute und schöne Geschichte, bei der aber meiner Meinung nach das Verhältnis Inhalt-Seitenanzahl nicht zusammenpasst.

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    sabatayn76

    sabatayn76

    05. March 2012 um 12:17

    'Nichts dauert lang genug, denn alles geht zu Ende, und wenn es zu Ende ist, stellt sich heraus, dass es nie lang genug gedauert hat, mögen es auch hundert Jahre gewesen sein.' Inhalt: Seit Jahren sitzt María jeden Morgen in einem Madrider Café und beobachtet 'das perfekte Paar'. Nie hat sie ein Wort mit Miguel und Luisa gewechselt, aber sie ist fasziniert von den beiden. Doch eines Tages wird Miguel am helllichten Tag von einem Obdachlosen getötet, und Luisa bleibt allein mit den Kindern zurück. Auch Marías Leben verändert sich nach der Gewalttat, und bald weiß sie nicht mehr, was sie glauben darf und was sie anzweifeln sollte. Mein Eindruck: Auch in 'Die sterblich Verliebten' beweist Javier Marías, dass er ein großartiger Beobachter und ein begnadeter Erzähler ist. Den Einstieg ins Buch empfand ich zwar als schwächer als bei 'Mein Herz so weiß' oder 'Morgen in der Schlacht denk an mich', doch nach den ersten 100 Seiten hatte es der Autor endgültig geschafft, mich in seine Geschichte zu ziehen, mich zu fesseln, mich zu begeistern. Wie in seinen anderen Büchern findet der Leser lange, verschachtelte Sätze, eine anspruchsvolle Sprache, die für Marías typische Dehnung der Zeit, philosophische Diskussionen, eine mehrmalige, sich durch den gesamten Roman ziehende Wiederholung einzelner Gedanken und Shakespeare-Zitate. Als (kleinen) Minuspunkt habe ich die Wiederholungen von Begebenheiten, Gedanken und Beschreibungen empfunden, die man aus Marías früheren Romanen kennt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, das Gesagte bereits in anderen Romanen des Autors gelesen zu haben, und habe befürchtet, dass Javier Marías allmählich die Ideen ausgehen. Am Ende muss ich jedoch zugeben, dass es dem Autor trotz dieser 'alten Bekannten' gelungen ist, eine neue Geschichte zu erzählen. Mein Resümee: Ein sehr gelungener Roman, der es jedoch nicht ganz mit 'Mein Herz so weiß' und 'Morgen in der Schlacht denk an mich' aufnehmen kann.

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  • Rezension zu "Die sterblich Verliebten" von Javier Marías

    Die sterblich Verliebten
    HeikeG

    HeikeG

    23. February 2012 um 14:08

    Ohne Zeugen meiner Gedanken . "Ich bin nicht mehr die, die ich war. Der Haken ist nur, auch wenn ich es nicht mehr bin, kann ich oft nicht vergessen, was ich war, und dann ist mir schlichtweg mein Name zuwider, und ich wünschte, ich wäre nicht ich." So hätte der neue Roman von Javier Marías beginnen können. Aber der wohl bekannteste zeitgenössische Autor Spaniens lässt seine in der Ich-Form erzählende Protagonistin María, eine Verlagsangestellte Mitte dreißig, diesen beklemmenden Satz erst gegen Ende seiner Erzählung äußern, nachdem sie in einen Strudel von diffusen Erlebnissen gerät, die ihr weiteres Leben stark beeinflussen sollen. . Auslöser ist der gewaltsame Tod eines Mannes, von dem der Leser im nun wirklich ersten Satz erfährt: "Das letzte Mal sah ich Miguel Desvern oder Deverne, als ihn auch seine Frau Luisa zum letzten Mal sah, was eigentlich seltsam, ja ungerecht ist, denn sie war seine Frau und ich nur eine Unbekannte, die nie ein Wort mit ihm gewechselt hatte." Gänzlich unbekannt ist María der Tote allerdings nicht. Jeden Morgen beobachtet sie heimlich Miguel und Luisa in einem kleinen Café beim Frühstück. Das Pärchen, welches dort in liebevoller Harmonie den Tag beginnt, ist in seiner Verbundenheit beinahe so etwas wie ein Tagesglücksgarant für María. Aus dem stillen Betrachten schöpft sie Kraft für den Tag. Als die Beiden plötzlich ausbleiben und María aus der Zeitung erfährt, dass Miguel auf offener Straße von einem Verrückten erstochen wurde, nimmt ihr Leben eine nahezu dramatische Wendung. . Javier María, der 1996 mit seinem Bestseller "Mein Herz so weiß" bereits ein bedeutungsvolles Achtungszeichen setzte und Marcel Reich-Ranicki zu Begeisterungsstürmen animierte ("Dies ist ein Meisterwerk, es ist ein ganz großes Meisterwerk."), gelingt erneut ein großer Wurf. Abermals ist der Tod eines Menschen Reflexionsthema und Sujet. Der Spanier setzt Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, "die nichts als schemenhafte Statisten sind, Randfiguren, die einen Winkel, den dunklen Hintergrund des Bildes bewohnen und die wir nicht vermissen, wenn sie verschwinden", die aber dennoch unser Leben durcheinander wirbeln und in völlig andere Bahnen lenken können. . Liebe, Neid, Verlangen, Verrat und Glück sind die Themen, mit denen sich Javier Marías auseinandersetzt. Indes über allem steht das beherrschende Thema: der Tod. "Wenn man an den Tod denkt und sich vor Augen führt, welche Wirkung er auf die Lebenden hat, dann muss man sich ab und an fragen, was nach dem unseren geschehen wird, in welcher Lage die Menschen zurückbleiben, für die wir wichtig sind, wie sehr es sie mitnehmen wird. (...) Was dauert, verdirbt und verrottet am Ende, langweilt, wendet sich gegen uns, macht überdrüssig, müde." Sein Interesse gilt den Eventualitäten und imaginären Möglichkeiten. Dabei betritt er immer wieder Zwischen- und Grenzräume und versucht diese auszuloten. Denn nie "können wir sicher sein, was sich für uns als lebensnotwendig, wer sich für uns als wichtig erweisen wird. Unsere Überzeugungen sind schwankend und schwach, für so stark wir sie auch halten mögen. Ebenso unsere Gefühle." Blinde Flecken und Widersprüche, Schatten oder Lücken gehören zum Leben eines jeden Menschen. Javier Marías taucht in diese ein. Honore de Balzacs Erzählung "Oberst Chabert" und Alexandre Dumas "Die vier Musketiere" geben dem Roman sein Rahmengerüst und werden immer wieder eingeflochten. . "Die sterblich Verliebten" ist eine subtile, mehrdeutige und kluge Erzählung, die sich ständig gabelt, in latenten Abschweifungen multipliziert und spiegelgleich reflektiert. Javier Marías Sprache ist poetisch und schön, seine Überlegungen beinahe philosophisch. Man wiegt sich schier in seinen Worten, die von Susanne Lange kongenial und gefühlvoll ins Deutsche übertragen wurden. Gleichzeitig erzählt der spanische Autor mit einer Detailverliebtheit, die kaum zu übertreffen ist. Eine Szene, die sich in wenigen Sekunden abspielt, dehnt er mühelos auf mehrere Buchseiten aus. Seine Schilderungen konzentrieren sich nicht nur auf Handlungen, sondern sie erfassen jedes Minenspiel, jede Assoziation, die dadurch ausgelöst wird. Ausschweifend und trotzdem pointiert, entwickeln sich diese mitunter zu anschwellenden Gedankenkaskaden. Ein Satz über ein, zwei Seiten stellt dabei keine Seltenheit dar. Ein bisschen ähnelt sein Stil dem großartigen österreichischen Autor Thomas Bernhard, der gleichfalls ein Meister dieser Schreibweise war. . "Es ist riskant, sich in einen anderen hineinzuversetzen, manchmal findet man nur mit Mühe wieder hinaus." Nicht nur der Protagonistin María ergeht es derart. Auch der Leser wird in diesen intensiven, auf hohem Niveau geschriebenen Plot hineingezogen und kann sich nur schwer aus dem Text lösen. "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über", steht irgendwo in der Bibel. Javier Marías' Herz - so scheint es - ist übervoll. "Die sterblich Verliebten" erweisen sich als fesselnde und brillante Lektüre. Ein reflexiver Roman, der wie in allen guten Bücher, nicht versucht, Antworten zu finden, sondern Fragen aufzuwerfen.

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