Javier Sebastián

 4 Sterne bei 6 Bewertungen

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Thallium

Thallium

 (4)
Erschienen am 18.08.2015
Der Radfahrer von Tschernobyl

Der Radfahrer von Tschernobyl

 (2)
Erschienen am 17.09.2013

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Rezension zu "Thallium" von Javier Sebastián

Thallium, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 3 Jahren

Thallium ist ein hochgiftiges Element, das bei Menschen zum Tode führen kann. Trotzdem wird es unter anderem bei bestimmten Gläsern zur Herstellung verwendet. Der Autor Javiar Sebastián hat als Titel für sein neustes Werk ausgewählt.

Der Autor wurde 1962 in Saragossa geboren. Er hat mehrere Romane geschrieben, wobei er sein Deutschlanddebüt mit "Der Radfahrer von Tschernobyl" feierte. In seinen Werken vermischt er geschickt Fakt und Fiktion.

Fátima ist eine junge Spanierin, die als Reporterin arbeitet und nebenbei Mutter einer jungen Tochter ist. Doch als sie eines Tages ihr Kind von der Schule abholen will, wird sie in ihrem Wagen auf offener Straße angegriffen. Ein Rentner zertrümmert mit einer Bowlingkugel ihr die Windschutzscheibe.

Fátima flüchtet mit ihrer Tochter und beginnt nachzuforschen, wieso sie attackiert worden ist. Dabei entdeckt sie einen Zusammenhang zwischen der Tat und ihrem Vater General Gerardo Moreo, der vor einigen Wochen tot aufgefunden wurde. Schon bald stößt sie auf ein Intrigennetz, in dem hochrangige Militärs aus Spanien und Frankreich unter anderem in politisch motivierte Morde verwickelt waren. Und auch ihre Mutter, eine Trüffelsucherin, hat eine dunkle Vergangenheit, die mit diesen Ereignissen in Verbindung zu stehen scheint.

Es fiel dem Redakteur schwer, dieses Buch durchzulesen und sich dabei eine eigene und faire Meinung zu bilden. Das liegt weniger an der Geschichte, als vielmehr an der Schreibweise von "Thallium". Denn der Autor verzichtet bei den Dialogen auf sämtliche Anführungszeichen, wodurch man sich beim Lesen enorm konzentrieren muss, um genau mitzukriegen, wer jetzt gerade was sagt.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22412/thallium

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Thallium" von Javier Sebastián

Der höchste Gipfel der Lügen
JulesBarroisvor 3 Jahren

Thallium – Javier Sebastian (Autor), Ursula Bachhausen und Anja Lutter (Übersetzerinnen) - 208 Seiten, Verlag: Wagenbach, K; Auflage: 1 (18. August 2015), 19,90 €, ISBN-13: 978-3803132727

Fátima Moreo ist eine junge Spanierin, die als Reporterin arbeitet und nebenbei Mutter einer jungen Tochter ist. Doch als sie eines Tages ihr Kind von der Schule abholen will, wird sie in ihrem Wagen auf offener Straße angegriffen. Ein Rentner zertrümmert ihr mit einer Bowlingkugel die Windschutzscheibe.

Fátima flüchtet mit ihrer Tochter und beginnt nachzuforschen, wieso sie attackiert worden ist. Dabei entdeckt sie einen Zusammenhang zwischen der Tat und ihrem Vater General Gerardo Moreo, der vor einigen Wochen tot aufgefunden wurde. Schon bald stößt sie auf ein Intrigennetz, in dem hochrangige Militärs aus Spanien und Frankreich unter anderem in politisch motivierte Morde verwickelt waren. Die alten Seilschaften aus der Zeit der Kolonialherrschaft über Afrika bestehen noch immer. Und auch ihre Mutter, eine Trüffelsucherin, hat eine dunkle Vergangenheit, die mit diesen Ereignissen in Verbindung zu stehen scheint. Holt die Vergangenheit ihres toten Vaters Fátima und ihre Familie ein?

Thallium ist eine Übung in Einfallsreichtum, bei der sich die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Es ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit seiner Eltern und zu sich selbst, zu den Bedürfnissen, die hinter dem emotionalen Aufruhr stecken, die ihr Leben erschüttert haben.

Es ist die Geschichte einer Frau, die das Geheimnis und die Verstrickungen ihrer Eltern entdeckt. Die Geschichte einer Frau, die entdeckt, wie wenig sie über ihren Vater weiß und über die Gruppe von Männern die versteckt lebten.

Das Buch spielt in der Gegenwart, aber im Hintergrund ist es eine Reise in die Vergangenheit Es sind zwei gleichzeitige Ausflüge: eine in der vorliegenden, in der eine Mutter ihrer Tochter die Geschichte des Romans erzählt. Eine weitere im Jahr 1969, in der eine Frau, die nach einer Abtei im Süden Frankreichs aufbricht, um Trüffel zu verkaufen, unwissentlich in der Praxis schmutzigen Krieg in Guinea hineingezogen wird.. Die Entdeckung der hässliche Wahrheit, das ist der Schlüssel zu diesem Roman.

Javier Sebastian zeigt seine Genialität als Schriftsteller in der Intensität und Dramatik mit der er schreibt. Höchst interessant und abwechslungsreich. Doch der Autor verzichtet bei den Dialogen auf sämtliche Anführungszeichen, wodurch man sich beim Lesen konzentrieren muss, um genau mitzukriegen, wer jetzt gerade was sagt. Außerdem neigt er dazu, Vergangenheit und Gegenwart ineinander fließen zu lassen. Er schreibt mit Feingefühl und Witz. Javier Sebastian beweist, dass er hochbrisante Themen spannend und intelligent in Fiktion zu verwandeln versteht.

Wenn Sie die Geduld aufbringen Thallium fertig zu lesen, dann lässt der Autor Sie an einer verwinkelten Geschichte teilhaben, in der er gekonnt Fakt und Fiktion miteinander vermengt. Viele Enthüllungen sind atemberaubend. Sie werden sich wie eine Fliege im Spinnennetz gefangen fühlen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1001-thallium.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Rezension zu "Thallium" von Javier Sebastián

Von der lang anhaltenden Wirkung eines schwer nachweisbaren Gifts
Annette69vor 3 Jahren

In „Thallium“ erzählt Javier Sebastián eine zutiefst tragische Geschichte. Der Roman beginnt laut und explosiv am Parc de la Ciutadella in Barcelona und endet still und voller Trauer an einer Landstraße in der Nähe des kastilischen Örtchens Soria. Dazwischen liegen gerade mal 24 Stunden, aber sie bringen das Leben von Fátima Moreo komplett ins Wanken.

Die Handlung setzt ein, als die Journalistin im Auto auf ihre Tochter Eva wartet. Ein aufgebrachter alter Mann – Gil Escolano – stürzt auf den Wagen zu und zerschlägt die Windschutzscheibe mit einer Boulekugel. Was hat den Rentner so in Rage gebracht? Völlig verängstigt flüchten Mutter und Tochter zum Busbahnhof und in den nächsten Bus nach Soria, wo Fátimas Mutter lebt. Es beginnt eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd, denn Gils langjähriger Weggefährte Salinas folgt Fátima und Eva in dem demolierten Auto.

Nach und nach, in geschickt eingeflochtenen Zeitblenden, wird klar, dass Fátima die beiden alten Männer kennt. Ihr Vater hatte sich kurz vor seinem Tod mit Salinas verabredet. Als Fátima auf seinem Computer eine E-Mail von Salinas entdeckt, beginnt sie ihre Nachforschungen.

Gil Escolano, Ramón Salinas und Fátimas Vater Gerardo Moreo, ehemals hochrangige Militärs, verbindet ein Geheimnis. Es geht um Thallium, ein schwer nachweisbares Gift, dass die französische und spanische Armee ab Ende der 60iger in Afrika eingesetzt hat. Ob alle drei alten Männer die gleiche Schuld trifft, bleibt lange unklar.

Scheinbar unberührt von den Machenschaften ihres Mannes hat sich Fátimas Mutter Carmen in den 60iger Jahren eine eigene Existenz aufgebaut und züchtet seitdem Trüffeln. Doch auch wenn Carmen anfangs noch leugnet, einen Salinas zu kennen. Die Ereignisse werfen am Ende auch ein anderes Licht auf ihre Vergangenheit.

Auf nicht mal 190 Seiten erzählt Javier Sebastián eine überschaubare Dreiecksgeschichte, aber gleichzeitig schafft er eine ganz große Erzählung von Liebe und Schuld. Ich habe lange keinen Roman gelesen, der für mich so „rund“ war. Anspruchsvoll in der Wahl des Themas und gleichzeitig stilsicher umgesetzt und ausgesprochen spannungsreich erzählt. Ein Buch, das ich ohne Wenn und Aber empfehlen kann.


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