Jay S. Grund: Personenunfall

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(3)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Grund: Personenunfall“ von Jay S.

Du gehst den kleinen Hang zu den Schienen hinauf, ich folge dir, versuche, dich festzuhalten. Die Augen der Finsternis kommen näher und näher. Sie sind alles, was wir nun noch sehen. Plötzlich blenden sie uns. Sie blenden uns so sehr, dass wir die Augen zupressen. Ich packe dich an der Schulter, versuche, dich zurückzuziehen. Doch in diesem Moment bist du stärker, bist mir überlegen. Aber ich kann und will meine Hand nicht von dir lösen. Und so lasse ich mich von dir mitreißen, klammere mich an dich, während du dich vom Boden abstößt und den beiden Lichtern, die uns nun endgültig erreicht haben, entgegen springst. *** In diesem biographischen Roman beschreibe ich die Zeit vor und nach dem Suizid einer Freundin, die mir seit meiner Kindheit sehr nahe gestanden hat. Die Realität und die Welt, die in meinem Kopf entsteht, jene, in der du noch lebst, liegen manchmal dicht bei einander. Der Titel bezieht sich auf die Meldungen im Bahnverkehr nach einem Schienensuizid. Ich möchte in erster Linie aufzeigen, welcher Mensch hinter einer dieser "Störungsmeldungen" steckt und was ein Suizid für die Hinterbliebenen bedeutet. Zudem möchte ich Denkanstöße geben, wie vielleicht der eine oder andere von diesem traurigen "letzten Ausweg" bewahrt werden könnte, auch wenn mir bewusst ist, dass man nicht jeden "retten" kann. *** Als mein Vater es getan hat, fiel es mir schwer, zu trauern. Weil ich nicht wusste, wie man um jemanden trauert, der nie wirklich da gewesen ist. Als du es getan hast, war es anders. Weil du immer da warst.

Tieftraurig vom Thema her und sehr emotional vom Autor umgesetzt. Auch Trauernde dürfen wütend sein

— Kerstin_KeJasBlog

Jemanden verlieren hinterlässt ein Lücke, Erinnerungen tun weh

— dieFlo
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Hätte man es verhindern können?

    Grund: Personenunfall

    eskimo81

    Du gehst den kleinen Hang zu den Schienen hinauf, ich folge dir, versuche, dich festzuhalten. Die Augen der Finsternis kommen näher und näher. Sie sind alles, was wir nun noch sehen. Plötzlich blenden sie uns. Sie blenden uns so sehr, dass wir die Augen zupressen. Ich packe dich an der Schulter, versuche, dich zurückzuziehen. Doch in diesem Moment bist du stärker, bist mir überlegen. Aber ich kann und will meine Hand nicht von dir lösen. Und so lasse ich mich von dir mitreißen, klammere mich an dich, während du dich vom Boden abstößt und den beiden Lichtern, die uns nun endgültig erreicht haben, entgegen springst. Kurzfassung kopiert von Amazon.de Diese "Erinnerung" wurde vom Autor Jay S. geschrieben. Ein persönliches, möglicherweise sein persönlichstes Buch - der Abschied einer Freundin - eine Kollegin, die während seines Lebens ihn begleitet hat - aber helfen, helfen konnte er leider doch nicht. Die Verarbeitung eines Tabu-Themas - Suizid. Wie geht man damit um? Wie kann man sich verabschieden? Berührend, beängstigend, persönlich schreibt der Autor, ein Buch, dass man gerne in einem Zug durchlesen würde, es aber schlicht nicht kann. Man muss es ab und zu sacken lassen. Selber begreifen. Der Autor zeigt die Machtlosigkeit in einer Tiefe auf, die Gänsehaut, Angst und sehr viel Respekt erzeugt. Ein Tabu Thema, dass ein Tabu Thema ist, weil man selber machtlos ist? Viele eigene Fragen tauche auf und lange nach der letzten Seite fragt man sich, wie würde man selber in einer solchen Situation damit umgehen? Ein Buch, das lange nachhallt, viele Gefühle auftreten lässt und schliesslich einfach zeigt, wie gut der Autor schreiben kann! Fazit: Ein sehr berührendes, ans Herz gehendes Buch - das Thema, der Suizid, heute noch ein Tabu, obwohl es wohl viele Menschen betrifft / betreffen kann. Weshalb ist der Suizid ein Tabu? Weshalb ist es so tragisch, wenn man dies macht? Macht man sich Selbstvorwürfe, weil man nicht helfen konnte?

    Mehr
    • 4
  • (Tabu)Thema Suizid

    Grund: Personenunfall

    dieFlo

    Ich glaube persönlicher kann ein Buch nicht sein: Jay nimmt dich mit, in sein Leben und er teilt seine Erfahrungen mit dir. Er lässt dich wieder fühlen,was heißt zu vermissen, er erinnert dich, dass du nicht allein bist - er heilt keine Wunden aber er lässt dich den Schmerz ein wenig verstehen. Persönlicher kann ein Buch nicht sein, sehr melancholisch beginnt Jay S. zu erzählen und schnell nimmt das Buch dich und lässt dich nicht mehr los. Er erzählt vom Verlust, von den Zweifeln, von der Sorge versagt zu haben, wenn jemand das tut, was niemand machen sollte: Suizid Wie kann man jemanden helfen, dessen Lebensmut verloren ging? Die engste Freundin, eine Vertraute kommt mit unserer Welt nicht mehr klar und sie sieht keine andere Lösung als ihren Freitod.  Wie kann ich verstehen und wie kann ich mit der Trauer umgehen? Viele Fragen worauf man nach dem Lesen vielleicht eine kleine, bessere Antwort hat. Nach dem Lesen ist eines klar: lasst uns doch alle wieder ein bisschen mehr nach rechts und links schauen, lasst eher wieder ein Wir anstelle eines ICHS zu...

    Mehr
    • 3

    Kerstin_KeJasBlog

    15. September 2015 um 22:07
  • "Mein Haus ist Nummer 24"

    Grund: Personenunfall

    Kerstin_KeJasBlog

    Es heißt immer, die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Wohl war.  Dennoch sind es auch die traurigen, schlechten und dramatischen Ereignisse im realen Leben die Geschichten schreiben. Solch eine Geschichte hat der Autor Jay S. hier wiedergegeben. In all ihrer Tragik, dem Ausmaß und den Folgen. Schlicht, fast nüchtern und sachlich, aber so voller Emotionen und persönlicher Eindrücke dass es mir des öftern einen Kloß im Hals bescherte. Die Geschichte ist wohl etwas Alltägliches, leider. Für Aussenstehende kaum nachzuvollziehen. Manchmal ein Vermischen aus Traum und Realität, aber sehr beeindruckend. Um was es geht? Um eine Freundschaft, von Kindheit an.  Um eine junge Frau, gefangen in ihrem Teufelskreis aus Psychosen, Angstzuständen und regelmäßigen Therapien, ihrem Aufenthalt in der Psychatrie, in ihrem Haus Nummer 24. Zart wie ein Schmetterling und genauso verletzlich. Um einen jungen Mann, der sie kennt, es ahnt, es weiß, was kommen wird. Das da keine Heilung ist für diese Seele und die Konsequenz so erschreckend und unvorstellbar wie vorhersehbar. Suizid. Der Wunsch dieser Seelenqual zu entkommen, keinen Sinn mehr zu haben im alltäglichen Einerlei und Alltagstrott. Er erzählt in diesem Buch über diese Frau und sich, über ihre Erlebnisse, was ihnen Spaß machte.  Erinnerungen die so sehr spüren lassen, dass da jemand fehlt. Keine Anklage, obwohl er schimpft über die vertanen Chancen. Das es so nicht hätte kommen müssen. Trauer mit Wut gemischt. Und so folgt er ihren letzten Stunden, begleitet sie auf dem Weg den sie zuvor alleine gegangen ist. Verliert sich in dem Wunsch ihr zu folgen.  Wohin?  In ein neues Leben, nur für ihn, ohne sie. Erkennt den Wert und das es manchmal die kleinen Dinge sind die helfen können oder könnten, wenn nur einer den Mut hätte. Neue Ansätze, neue Wege und manchmal nur ein paar Worte. "Ist alles in Ordnung?" Ein Drama und doch eine wunderschön erzählte Geschichte. Eingehend, tief, schmerzlich aber zart. Tief berührt vergebe ich 5 von 5 Sternen. c)K.B. 09/2015

    Mehr
    • 3
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks