Jayden V. Reeves Der steinerne Garten

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 6 Rezensionen
(5)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der steinerne Garten“ von Jayden V. Reeves

Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen ›Nuts-Transport‹ zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird.

Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

Düsteres Drama, welches mit Spannung, Erotik und Authentizität besticht. Wahnsinn. 612 Seiten in 8 Tagen verschlungen.

— Deana1980

Stöbern in Romane

Kleine Stadt der großen Träume

Fantastisch!

DeMonSang

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ein Buch, das still vor sich hin plätscherte. Nette Lektüre für zwischendurch, aber irgendwie hatte ich mir mehr Substanz erhofft.

Lakritzschnecke

Claude allein zu Haus

weihnachtlich und Tiergeschichte... was will man mehr?

Twin_Kati

Der Junge auf dem Berg

Ergreifender und erschütternder Roman über den Untergang eines jungen Menschen im Nationalsozialismus

Lilli33

In einem anderen Licht

Ein leises Buch, das gelesen werden sollte...

Svanvithe

Die Schlange von Essex

Sehr zäh und mir nicht immer verständlich ... Aber trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wie es ausgeht.

hasirasi2

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ganz großes Kino!

    Der steinerne Garten

    79yvi

    08. November 2017 um 14:05

    Die Messlatte sitzt hoch, mit der Aussage von Jayden V. Reeves "Ich habe einen hohen Anspruch, was einen guten Roman betrifft. Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst und ich bemühe mich, dem gerecht zu werden, um meinen Lesern eine Welt zu schenken, die sie faszinieren wird.". Dass dies keine leeren Worte waren sieht man an seinem Debütroman "Der steinerne Garten" - eine dicht gewebte, atmosphärische Story, in welcher der Autor zwei Charaktere erschaffen hat, die man nicht sofort mit offenen Armen empfängt und in sein Herz schließt, sondern erst einige Zeit braucht um mit ihnen warm zu werden und hinter deren Fassade zu blicken.Zum einen Nate, der hochintelligent ist, manipulativ sowie emotionslos wirkt und überheblich auf seine Mitmenschen herabblickt. Zum anderen Riley, welcher weder mit seiner Vergangenheit als Krimineller und Junkie richtig abgeschlossen hat, noch mit den Schuldgefühlen deswegen seinem verstorbenen Vater gegenüber klarkommt. Jeder der Beiden ist eingeschlossen in seiner Welt und festgefahren in den Verhaltensmuster, die ihnen entweder von sich selbst oder der Umwelt auferlegt wurden. Die Folge daraus sind Missverständisse und falsche Annahen, die jedes Aufeinandertreffen eskalieren lassen und teilweise in brutalen oder selbstzerstörerischen Reaktionen gipfeln... sie schenken sich nichts, "quid pro quo" lautet die Devise...Der Schluss ist ebeso extrem wie konsequent, etwas anderes wäre für mich zu diesem ersten Teil der Geschichte um Nate und Riley aber auch nicht in Frage gekommen. Und mit dem abschließenden Wissen um die Hintergründe werde ich das Buch definitiv noch einmal mit anderen Augen lesen... spätestens vor dem Erscheinen von Band zwei.100%ige Leseempfehlung, denn Jayden V. Reeves hat mit " Der steinerne Garten" eindeutig ein Ausrufezeichen gesetzt.   

    Mehr
  • Tiefgründiges Debüt

    Der steinerne Garten

    Koriko

    27. August 2017 um 15:15

    Story:Riley Buchanans Leben ist dank seiner Karriere als Drogensüchtiger und Kleinkrimineller ziemlich verkorkst, dennoch versucht er seine Schulden bei einem kleineren Unterweltboss zu begleichen, mit seinen Geschwistern klarzukommen, die in ihm das schwarze Schaf der Familie sehen, und seiner Freundin Maesie einen Antrag zu machen, um endlich Stabilität im Leben zu bekommen. Das ändert sich radikal, als er den Auftrag bekommt, Nathanyel Pritchard aus einer psychiatrischen Privatklinik abzuholen und nach Brighton zu bringen, denn dieser macht Riley ein unwiderstehliches Angebot: für eine fünfstellige Summe soll der junge Mann der neue Mitbewohner eines Sonderlings werden, der in einer Welt lebt, die von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird. Dementsprechend oft rasseln Nathanyel und Riley aneinander, doch mit der Zeit kommen sich die beiden unweigerlich auch näher und Riley muss sich mit einigen persönlichen Dingen auseinandersetzen, die er bis dahin kontinuierlich verdrängt hat …Eigene Meinung:Mit dem sehr umfangreichen Drama „Der steinerne Garten“ legt Jayden V. Reeves sein Debüt vor. Der Roman erschien im Rediroma-Verlag und umfasst über 600 sehr eng bedruckte Seiten, so dass man eine Menge Zeit einplanen sollte, wenn man die Geschichte von Riley und Nathanyel lesen möchte. Ebenso sollte man sich darauf einstellen, ein sehr intensives Buch in der Hand zu haben, das einen auch nach Beendigung nicht loslässt und viel Potenzial zum Nachdenken bietet.Man braucht ein wenig, um in die Geschichte einzusteigen, denn Jayden V. Reeves hat die Tendenz alles sehr ausführlich darzulegen, ganz besonders wenn es um Rileys Gefühle und Gedanken geht. Dadurch zieht sich der Anfang ein wenig und man hat das Gefühl, dass man gerade bei den ersten Kapiteln einiges hätte straffen können, gerade was das anfängliche Zusammenleben der beiden Protagonisten betrifft. Auf der anderen Seite ist man dabei, wenn sie Riley und Nathanyel behutsam näherkommen und sich besser kennenlernen. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als Rileys Vergangenheit offenbart wird und sich die Probleme mit deinen früheren „Freunden“ häufen, wird es spannender, zumal dann auch mehr über Nathanyel bekannt wird und man Stück um Stück erfährt, mit welchen Problemen er eigentlich durch die Welt läuft und wodurch sich sein Krankheitsbild überhaupt zeigt, denn Nathanyel war nicht grundlos in einer psychiatrischen Anstalt. Der Autor legt in diesem Zusammenhang ein beeindruckendes Werk hin, denn es gelingt ihm sehr individuelle Figuren zu entwerfen, deren Zusammenspiel die Handlung auf vielfältige Art und Weise vorantreiben. Das Buch endet offen und macht durchaus Lust auf mehr, denn man möchte schon wissen, wie es mit Riley weitergeht, nachdem sich die Ereignisse zum Ende des Romans überschlagen haben.Jayden V. Reeves lässt sich dabei viel Zeit um dem Leser seine Figuren näherzubringen und eine in sich schlüssige Geschichte zu erzählen. So sind die Charaktere sehr gut gezeichnet, ganz besonders Nathanyel, der den Leser ein wenig an Sherlock oder auch L (aus dem Erfolgsmanga „Death Note“) erinnert – genial und hochintelligent, aber nur selten in der Lage mit Menschen zu kommunizieren oder sich in sie hineinzuversetzen. Jayden V. Reeves hat sich viel Zeit gelassen, um Nathanyel mit all seinen Ticks und Macken zu präsentieren und sein Krankheitsbild sehr detailliert darzulegen – gerade die Erklärungen am Ende passen perfekt und geben dem Leser einen tiefen Einblick in Nathanyels Welt. Riley wiederum ist das genaue Gegenteil: sehr impulsiv, teilweise auch aggressiv, eher einfach gestrickt und mit vielen Dingen überfordert. Er hat Probleme damit, sich mit seiner Vergangenheit zu arrangieren und sich selbst zu akzeptieren. Zeitgleich hat er den Hang zu klammern, was man ganz besonders bei Maesie merkt (warum er so lange die Augen vor dem Offensichtlichen verschließt, ist dem Leser nicht ganz klar.)Die übrigen Figuren sind ebenfalls gut gezeichnet – sei es Nathanyels Familie, allen voran sein älterer Bruder, der Nathanyel eher Verachtung und Missgunst endgegenbringt, oder Rileys Freundeskreis: Man kann alle Charaktere gut nachvollziehen und sich mit ihnen identifizieren.Stilistisch bietet „Der steinerne Garten“ keine leichte Kost, sprich man sollte sich schon Zeit nehmen, um Jayden V. Reeves‘ Debüt zu lesen. Insgesamt lässt sich der Roman gut lesen, wenn man von den Längen und extrem ausführlichen Beschreibungen absieht, die ein wenig das Tempo mindern und einzelne Passagen in die Länge ziehen. Gerade die Figuren sind sehr gut gezeichnet, allen Nathanyel, den man nur aus Sicht des Erzählers Riley kennenlernt. Der Autor beschreibt die gesamte Handlung durch Rileys Augen, so dass der Leser zumeist auf demselben Wissensstand ist, wie der junge Ex-Junkie. Nur hin und wieder unterläuft Jayden V. Reeves der Fehler diese Perspektive zu verlassen und Dinge preiszugeben, die Riley gar nicht wissen kann. Nichtsdestotrotz legt Jayden V. Reeves ein beeindruckendes Werk vor, das zu fesseln weiß und neugierig auf mehr macht.Fazit:„Der steinerne Garten“ ist ein tiefgründiges Werk, das durch tolle, sehr authentisch und gut gezeichnete Charaktere und eine interessante Hintergrundgeschichte besticht. Jayden V. Reeves legt ein sehr intensives Debüt vor, auf das man sich vollkommen einlassen sollte und das keineswegs zwischendurch gelesen werden sollte. Bis auf einige Länge und ein paar kleinere Fehlerchen liest dich der Roman flüssig und das weitestgehend offene Ende macht definitiv Lust auf die Fortsetzung, die laut Homepage des Autors 2018 erscheinen soll. Wer dramatische Geschichten mit ungewöhnlichen Charakteren mag, sollte dem „Steinernen Garten“ auf jeden Fall eine Chance geben.

    Mehr
  • Drama der besonderen Art :)

    Der steinerne Garten

    Peanuts1973

    12. June 2017 um 16:46

    Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich je ein Buch dermaßen innerlich so aufgewühlt, berührt und gefordert hat wie das Debüt von Jayden V. Reeves. Erzählt wird die Geschichte von Riley, der berufsbedingt auf Nathaniel trifft. Eine Begegnung mit Folgen für beide Seiten...Spannend und unvorhersehbar bis zum Schluss greift der Autor unterschiedliche Themen wie Homophobie, Drogen, Ängste, Gewalt u.ä. in seinem Debüt auf. Die Hauptprotagonisten, die anfangs nicht wirklich sympathisch wirken, sind in ihren Eigenarten authentisch dargestellt. Eine tiefgründige Geschichte, die nachhaltig zum Nachdenken anregt und Taschentücher erfordert. Aufgrund der fesselnden kurzweiligen Schreibweise in der Erzählerform - gespickt mit Gedankengängen von Riley - habe ich dieses Buch, welches zu meinen Lesehighlights zählt, in relativer kurzer Zeit durchgelesen und kann es jedem empfehlen, der ein Gay Drama der besonderen Art lesen will. Ich danke dem Autor für klasse Lesestunden und freue mich bereits heute auf den zweiten Teil.

    Mehr
  • Tiefgründig, großartig, verstörend

    Der steinerne Garten

    MrMathieu

    06. June 2017 um 16:28

    Der Autor sagt auf seiner Seite über sich selbst, dass es nicht viele Bücher schaffen, ihn so in seinen Bann zu ziehen, dass er sie nicht mehr aus der Hand legen könne, sie immer griffbereit habe. Er sagt, er habe einen hohen Anspruch, was gute Romane betreffe. Und daher habe er einen hohen Anspruch an sich selbst und sei bemüht, diesem gerecht zu werden, um seinen Lesern eine Welt zu schenken, die sie faszinieren werde.Er hat Wort gehalten.„Der steinerne Garten“ ist ein Roman, der es in sich hat.Erzählt wird die Begegnung zweier junger Männer, beide Mitte zwanzig, wie sie zunächst unterschiedlicher nicht sein könnten.Auf der einen Seite ist Riley, der bereits als Teenager eine bewegte Vergangenheit aufzuweisen hat. Das frühe Entfliehen aus einem zerrütteten Elternhaus, ein homophober Vater, harte Drogen, ein Leben auf der Strasse, finanzielle Sorgen und kriminelle Machenschaften machen ihn zu einem impulsiven, aggressiven und emotional introvertierten Menschen. Zwar kann er sein Leben gut reflektieren und er sehnt sich eigentlich nach Stabilität und Liebe in den Beziehungen zu seinen Mitmenschen, dennoch scheitert er immer wieder an seiner Unfähigkeit, sich seiner Umwelt, seinen Freunden, seiner Familie und seiner Freundin gegenüber mitzuteilen.Auf der anderen Seite steht Nathanyel. Hochintelligent, zwanghaft strukturiert und wortkarg. Nach außen hin strotzt er nur so vor Berechnung und Kaltschnäuzigkeit. Er stammt aus einer reichen, konservativen und, u.a. bedingt durch religiöse Ansichten, auch homophoben Familie. Gleich zu Beginn, als er aus der Psychiatrie entlassen wird und seine Familienmitglieder das ein oder andere über ihn andeuten, ahnt man, dass sich hinter seinen befremdlichen Verhaltensmustern mehr verbergen muss, aber eine ausführliche Auflösung erhält man doch erst am Ende des Buches.Die zwei Protagonisten treffen eher durch Zufall aufeinander und sind durch ein zunächst befremdliches Arrangement für einige Zeit aneinander gebunden. Die erste gemeinsame Zeit ist geprägt von strengen Regeln, Missachtung, Respektlosigkeit und gegenseitiger Verachtung. Riley und Nathanyel schenken sich hierbei nichts. Dennoch entwickeln die beiden im Verlauf einen gewissen „Draht“ zu einander. Da die Geschichte aus Rileys Sicht erzählt wird, erhält man überwiegend Einblicke in dessen Gedanken, Gefühle und Intentionen, die man zwar nicht immer nachvollziehen kann, die sich aber im Nachhinein durch seine Impulsivität und Nathanyels undurchschaubares und abweisendes Verhalten erklären lassen.Und darin liegt das Grundproblem der beiden Helden in diesem Drama. Die Unfähigkeit zur Kommunikation. Trotz beginnendem Vertrauen zueinander, trotz Rileys sich langsam entwickelnde Zuneigung zu Nathanyel und der damit verbundenen Erkenntnis der eigenen lange unterdrückten Homosexualität, trotz Nathanyels „linkischer“ Annäherung an Riley sind beide nicht in der Lage, dies dem anderen mitzuteilen. Auf eine unklare Reaktion des einen folgt eine verletzende Antwort des anderen usw., was nicht selten in gegenseitiger körperlicher Gewalt endet und schließlich zu einem Showdown führt, der es in sich hat.Dieser Roman ist weder eine schlichte Romanze, noch erzählt er einfach nur eine Coming Out Geschichte. Es geht vielmehr um Vertrauen, Freundschaft, Prägung durch Vorurteile im Elternhaus, Befreiung von gesellschaftlichen Normen, Homophobie, Gewalt, Akzeptanz des Andersseins und v.a. um das Erkennen, wer der andere ist. Die Lebensläufe der beiden Protagonisten mögen dabei vielleicht stellenweise ein wenig überzeichnet sein, doch gerade das Extreme der beiden Helden macht die Vielschichtigkeit der Geschichte aus und sorgt für Drama, Krimi und Erotik.Kurzum: „Der steinerne Garten“ ist ein gelungener, sprachlich anspruchsvoller Debutroman. Tiefgründig, großartig aber auch verstörend. Wer sich auf ihn einlässt und in ihn eintaucht, wird einen fesselnden Roman vorfinden.Man läuft jedoch Gefahr, mit gebrochenem Herzen zurückzubleiben. Und das über Tage.

    Mehr
  • aufwühlend, düster, dramatisch

    Der steinerne Garten

    hexe2408

    03. May 2017 um 10:13

    Riley hatte keine besonders leichte Vergangenheit. Er hat einige Fehler begangen, sich verleiten lassen und Dinge probiert, die nachhaltige Wirkungen zeigen. Er kämpft um sein Leben, seine Freiheit und seine Zukunft, doch manchmal drohen ihn die Probleme zu erdrücken. Als ihm auf einem Personentransport der verschlossene, sehr seltsame Nathanyel begegnet, hätte er nie gedacht, welche Steine diese Begegnung ins Rollen bringt. Ein verlockendes Angebot könnte einen Teil von Rileys Schwierigkeiten begleichen, doch den Preis den er dafür zahlen muss, ist nicht zu verachten. Auf engstem Raum mit einem Mann zu leben, der kaum zu bändigen ist, ist kein Zuckerschlecken. Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung und die Situation könnte eskalieren.   Die Welten von Riley und Nathanyel könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Riley immer in finanzieller Not ist, manchmal in den Tag hinein lebt und gern auch mal feiern geht mit seinen Freunden, lebt Nathanyel sehr zurück gezogen, nahezu einsam und hat strikte Strukturen, von denen er nur ungern abweicht. Geldsorgen sind ihm fremd, denn er ist in einer sehr vermögenden Familie aufgewachsen. Wer jetzt vermutet, da treffen zwei junge Männer aufeinander, die fast nicht verschiedener sein können, sie verlieben sich und es wird total romantisch, der irrt sich. Eine Romance-Story sollte man bei dem Buch definitiv nicht erwarten. Es ist oft dramatisch, aufwühlend, bewegend, nachdenklich stimmend, manchmal wirklich heftig und erschreckend und nur selten von anhaltend positiven Gefühlen geprägt. Man sollte beim Lesen bereit sein, sich auf die Charaktere einzulassen und mit ihnen ihre sehr komplizierte, komplexe Geschichte zu erleben. Es wird häufig nicht wirklich schön, manchmal kann man die Personen vielleicht auch nicht verstehen, aber ich habe das Buch insgesamt als rund und stimmig empfunden.   Riley und Nathanyel sind beide sehr eigen, auf völlig unterschiedliche Weisen. Man schließt sich nicht sofort ins Herz und wünscht sie sich als besten Freund an der Seite, wie es in anderen Büchern vielleicht vorkommt. Ich habe während des gesamten Buches eine gewisse Distanz zu den beiden gewahrt, die mich aber nicht daran gehindert hat, mich in ihre Geschichte einzufühlen. Ihr Weg ist hart, sehr steinig, geprägt von verschiedenen Leuten, die ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen sind und noch dazu machen sie sich gegenseitig das Leben mehr als schwer. Es gibt Gefühlsausbrüche, Streit, erdrückende Stille und heftige Diskussionen. Trotz der ganzen Auseinandersetzungen kann man aber auch beobachten, wie die beiden sich nach und nach ein Stück weit öffnen, wie man intensivere Einblicke in ihre Leben und ihre Gedankenwelt bekommt. Die Mauern werden ein Stück gesenkt, man darf einen Blick hinüber werfen, aber nicht zu viel. Würde die Handlung harmonischer verlaufen, ich glaube, so hätte es, aus meiner Sicht, nicht mehr so gut zu den beiden komplizierten Protagonisten gepasst. Beide haben ein schweres Päckchen zu tragen und manchmal hat man den Wunsch, beide an einen Tisch zu fesseln, damit sie sich endlich mal richtig unterhalten und den anderen so erkennen, wie er ist. Wenn man die Geschichte liest, wird man aber verstehen, wieso es nicht unbedingt dazu kommt, was sie abhält, was sie hindert und was ihnen stattdessen eben im Kopf rumgeistert.   Autor Jayden V. Reeves nimmt seine Leser mit in eine Welt voller sorgen, Probleme, Ängste, Nöte und Zwänge. Drogen, Verrat, Betrug, Geheimnisse, Schicksalsschläge und Outing spielen unter anderem eine Rolle. Doch trotz der ernsten, oft aufwühlenden, bedrückenden Themen habe ich den Schreibstil als angenehm empfunden. Häufig ist es sehr direkt und auf den Punkt gebracht, aber blumige Umschreibungen wären bei der Handlung auch irgendwie fehl am Platz. Anschauliche Beschreibungen lassen die Geschichte lebendig werden, für den einen oder anderen vielleicht auch zu lebendig. Ich konnte mir auf jeden Fall gut vorstellen, wie die Charaktere aussehen und an welchen Orten sie sich aufhalten. Ich musste mich ein wenig in die Geschichte einlesen, einen Bezug zu den Figuren aufbauen und schauen, wie sie agieren, wie sie sind. Als man sie ein bisschen kennen gelernt hatte, konnte ich mich gut auf die turbulente Handlung einlassen. Sehr gut gefallen hat mir, dass man neben den düsteren Passagen auch ab und an mal Momente hat, in denen man lachen oder schmunzeln kann. Im Leben der Protagonisten gibt es nicht so viel Sonnenschein, da ist es nicht verwunderlich, dass man nicht ständig Tränen vor Lachen in den Augen hat. Aber diese kleinen Lichtblicke zeigen eben auch, dass nicht alles nur dunkel, trist und aussichtslos ist.   Die sehr individuellen, etwas ungewöhnlichen Protagonisten machen die Geschichte besonders. Es ist insgesamt eher düster, aufwühlend und teilweise ziemlich erschreckend, aber mir hat der Einblick in das Leben der beiden trotzdem gefallen. Wo Licht ist, da muss es auch Schatten geben und manchmal schafft man es, sich in der Grauzone aufzuhalten. Das Buch ist vermutlich eher nichts für Leser, die gern in romantische Entwicklungen eintauchen, denn darum geht es nicht.   Vielen Dank an den Autoren und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!  

    Mehr
  • Keine leichte Kost

    Der steinerne Garten

    Deana1980

    12. March 2017 um 15:31

    Keine leichte Kost ist vor allen Dingen die Geschichte, die HINTER dieser Geschichte steht und die man erst zum Ende hin erfährt. Der Roman, der sich für mich schon vom Cover her von den üblichen Gay-Romance Geschichten unterschied ist recht düster, sowohl von der Handlung, als auch von der gewählten Location her, spielt die Geschichte im fast dauerhaft verregneten England.Das Buch beginnt am ersten Weihnachtstag im Jahr 2012 und die Handlung endet im Grunde auch auf den Tag genau ein Jahr später an diesem Tag. Erzählt wird die Geschichte des jungen Riley, einem ehemaligen drogenabhängigen Kleinkriminellen, der sich bemüht, in ein normales leben zurückzufinden, bis er Bekanntschaft mit dem attraktiven aber höchst sonderbaren Nathanyel macht, den er beruflich bedingt, aus einer Psychiatrie abholen und nach Hause bringen soll. Doch dies erste Begegnung der beiden bleibt nicht ohne Folgen.Die beiden Männer haben nicht viel zu lachen und sind auch keine durchweg positiven Charaktere, die man auf Anhieb sympathisch findet. Beide sind vielschichtig und schwierig, was sie für mich letzten Endes authentisch gemacht hat.Zu Beginn wusste ich allerdimgs nicht wirklich, was ich von den beiden halten sollte. Nach und nach kann man aber immer mehr nachvollziehen, warum Riley in vielen Dingen so verbittert und misstrauisch ist, hat er durch seine Vergangenheit eben schon viel Schlimmes durchmachen müssen. Nathanyel hingegen ist vollkommen undurchsichtig, verbiestert, schwierig und stellenweise so gemein, dass man sich ständig fragt, was hinter seinem Verhalten steckt. Am Ende des Buches betrachtet man seine merkwürdigen Handlungen aber aus einer total anderen Perspektive. Es gibt eine komplette Wendung, was für mich sehr überraschend war. So ist Nathanyel eigentlich fasziniert vom Leben des rebellischen Riley, da er selbst Zwängen unterliegt, die ihn einengen und es ihm kaum möglich machen aus dem behütenden Käfig seiner Familie auszubrechen.Zum Schluss blitzt es schon durch, dass sie sich miteinander arrangiert haben, dass sie wissen, was sie aneinander haben. Sie sprechen es aber nicht aus, sondern zeigen es durch kleine Gesten, was ich widerum sehr süß fand. Der Autor hat dies sehr einfühlsam dargestellt, weil dies nicht offen geschieht und man schon sehr aufpassen muss und man als Leser immer wieder Fragezeichen über dem Kopf hat, weil die beiden einerseits ständig gegeneinander ankämpfen und dann aber doch nicht voneinander lassen können. Aufgrund der Psyche der beiden war das sicherlich schwer zu schreiben, ist aber für mich gut umgesetzt und auch glaubwürdig, wenn man den Hintergrund der handlungen weiß.Der Roman besticht vor Allem durch eine weitgreifende, abwechslungsreiche Handlung. Er hat einige spannende, fast kriminalistisch anmutende Szenen, die ich schon recht fesselnd fand. Es geht also nicht nur darum, dass die beiden ungleichen Männer zueinander finden. Die Geschichte ist sehr emotionsgeladen und beschreibt auch den Zwiespalt, den ein junger – vermeintlich heterosexueller Mann - durchlebt, wenn er erkennt, dass er sich eigentlich sein leben lang selbst belogen hat, was seine sexuellen Neigungen angeht und auch die Schwierigkeit, diese überraschende Erkenntnis in seine bisherige Welt zu etablieren. Die Sexszenen haben mir gut gefallen und auch wenn sie ziemlich detailliert waren, so fand ich keine von ihnen langweilig oder dass sie sich wiederholt haben. Dass sie nicht so zahlreich waren, tut der Geschichte auch keinen Abbruch. Sie sind eben nicht der Schwerpunkt der Geschichte. Logisch ist für mich auch, dass eine Comin-Out Story heterosexuelle Momente haben muss. Die haben für mich gepasst und ich empfand sie nicht störend.Das Ende des Buches kam für mich total überraschend und ich war geflasht und fertig. Gut, dass es noch einen zweiten band geben wird!Alles in Allem ist „Der steinerne Garten“ein gelungenes Werk für ein Debut. Ich habe mich mit der atmosphärisch dichten Schreibweise des Autors wohl gefühlt und weiß, dass ich diese Geschichte nicht das letzte mal gelesen habe. Sicherlich werde ich immer wieder neues entdecken.Von mir also eine klare Leseempfehlung für Leute, die es auch mal ein wenig ernster und anspruchsvoller mögen, als ewig seichte Geschichten mit Happy End.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks