Jayne Anne Phillips Glasmondmann

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Inhaltsangabe zu „Glasmondmann“ von Jayne Anne Phillips

Wilde Minze wächst in dem stillgelegten Tunnel, in den die junge Lark ihren Bruder Termite täglich bringt. Termite liebt diesen Ort. Er kann nicht laufen und nicht sprechen, ist ganz auf fremde Hilfe angewiesen. Dennoch verstehen Lark und Termite sich blind, auf ganz wundersame, durchdringende Weise. In einem Tunnel ist auch Termites Vater gestorben, fern von der Südstaatenheimat, im Koreakrieg von 1950. Doch was ist mit Lola passiert, der schönen rothaarigen Mutter der beiden? Jayne Anne Phillips' meisterhafter Roman erzählt auf melodiöse, magische Weise von den Geheimnissen einer Familie aus der amerikanischen Provinz, deren Leben von Träumen und Scheitern geprägt ist.

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  • Rezension zu "Glasmondmann" von Jayne Anne Phillips

    Glasmondmann
    galadriel

    galadriel

    12. October 2010 um 21:19

    geschwiterliebe, treue, krieg, tod, west virginia,

  • Rezension zu "Glasmondmann" von Jayne Anne Phillips

    Glasmondmann
    Clari

    Clari

    29. May 2010 um 01:27

    Familienepos von grandiosem Zuschnitt! Tief im Süden der Vereinigten Staaten in Winfield / West Virginia lebt in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine in sich zerrissene Familie. Die Mitglieder des Clans sind weitläufig verbunden mit einander. Allerdings sind einige Verbindungen geheimnisvoll und fast zwielichtig. 1959 wohnt die siebzehnjährige Lark mit ihrem Halbbruder Termite bei ihrer Tante Nonie. Lark ist die Hauptfigur in einem breiten Familienepos. Sie nimmt sich mit Kraft und Stärke ihres neunjährigen Halbbruders an, der im Rollstuhl sitzt und nicht sprechen oder laufen kann. Wie sind die beiden Geschwister zur Tante gekommen? Es ist eine lange Geschichte, die in großen Zeitsprüngen über drei Tage im Jahr 1950 und 1959 spielt. Zu Beginn der fünfziger Jahre tobt der Koreakrieg und kostet viele, viele Menschen das Leben sowohl unter den Soldaten als auch unter der Zivilbevölkerung. Robert Leavett, ein junger amerikanischer Soldat, gerät in das Massaker von No Gun Ri, das in die Militärgeschichte eingegangen ist. Zur gleichen Zeit bringt seine viel ältere Frau Lola in Amerika ihren gemeinsamen Sohn zur Welt. Viele Jahre sind vergangen und der Tod Roberts im Koreakrieg bleibt neben der verworrenen Familiengeschichte im Fokus der Erzählung. Anne Phillips lässt die verschiedenen Protagonisten zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten zu Wort kommen. So erfährt man, dass Termite Spastiker ist, der mit seinen immer in Bewegung befindlichen Händen einer Termite gleicht. Er sieht und hört alles, kann aber nur wenige Sätze von sich geben. Lark gibt ihm Halt und beschützt ihn. Nonie zieht mit ihrem ewigen Freund Charlie ihre Runden und hat schon vor langer Zeit die beiden Kinder ihrer Schwester Lola zu sich genommen. Letztere taucht nur noch in den Erzählungen der anderen auf. Anne Phillips erzählt fast in der Art von Kurzgeschichten dieses von tragischen Ereignissen geprägte Familienepos, in dem sich die Welt der kleinen Leute mit den tragischen Folgen des Koreakriegs vermischt. Indem sie jeweils einen der Protagonisten in der Ichform berichten lässt, führt sie viele verschiedene Sichtweisen ein. Der Perspektivwechsel ermöglicht die Identifikation mit dem jeweils erzählenden Individuum, und in dieser besonderen Form der Erzählung werden die einzelnen Figuren erst nach und nach zusammengeführt. Alle Protagonisten haben ausgeprägte Charaktere, und, wenngleich sie zusammengehören, bleibt doch jede der beschrieben Figuren in einer Art Vereinzelung für sich. So entsteht das verwirrende Bild von Zusammengehörigkeit und Verlassenheit in Einem. Die unterschiedlichen Erzählstränge erinnern an die Form der Kurzgeschichten. Reich an Dramatik und an persönlichen Erfahrungen changiert die Geschichte vom Jahr 1950 in das Jahr 1959 und zurück. Die Erzählung ist von anspruchsvoller Vielfalt und dichtem Erleben. Die Verwicklungen führen zu einem dramatischen Ende, und die wahren Familienverhältnisse werden ersichtlich. Gut komponiert und breit gefächert lässt Anne Phillips ihren Figuren Raum, sich zu entwickeln. Die besondere Form der Erzählung verlangt vom Leser Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Roman ist von hohem Format, und in zahlreichen Rezensionen wird an die Nähe Anne Phillips zu William Faulkner erinnert.

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  • Rezension zu "Glasmondmann" von Jayne Anne Phillips

    Glasmondmann
    Thaila

    Thaila

    04. February 2010 um 19:19

    Amerika in den 50er Jahren: Termite und Lark leben in Verhältnissen, die man wahrscheinlich eine disfunktionale Familie nennen würde. Die Halbgeschwister, die ihre Mutter nicht kennen, wachsen bei ihrer hart arbeitenden Tante auf. Larks Vater ist unbekannt, der Vater des körperlich behinderten Termite ist im Korea-Krieg verschollen. Trotzdem ist dieser ungewöhnliche Familienroman keine deprimierende Geschichte, sondern so etwas wie eine Lobpreisung der Patchwork-Familie. Denn neben ihrer liebevollen Tante Nonnie gibt es in dem Roman eine ganze Reihe von Personen, die den Geschwistern zur Seite stehen. Ein gewisser nostalgischer Touch einer vermeidlich solidarischeren Welt ist nicht zu leugnen. Dennoch bleibt die Hauptverantwortung für den behinderten Termite bei seiner Schwester, die sich aufopferungsvoll um ihn kümmert. Der Roman wird aus der Perspektive der verschiedenen Familienmitglieder erzählt. Besonders anrührendend ist dabei die Beziehung zwischen Termite und Lark. Auch aus Termites Perspektive wird ei Teil der Handlung erzählt und diese fast lyrischen Passagen gehören zu dem Feinsten, was dieser wunderbare Roman zu bieten hat. Daneben gibt es eine zweite Handlungsebene, die die Erlebnisse Robert Leavitts - Termites Vater - in Korea schildert. Diese Abschnitte lesen sich etwas zäher, als der sehr flüssige Rest des Romans, sind aber ausgesprochen interessant, da sie einen Eindruck vom "vergessenen" Korea-Krieg und dessen Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft geben. Dadurch ist es Jayne Anne Phillips nicht nur gelungen eine wirklich sehr gelungene Familiengeschichte zu erzählen, sondern auch Porträit der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre zu liefern. Großartige Erzählkunst!

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  • Rezension zu "Glasmondmann" von Jayne Anne Phillips

    Glasmondmann
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. September 2009 um 14:08

    Krieg und Liebe – zwei nicht verschränkbare Wesen * Am 25. Juni 1950 begann durch einen Vorstoß der Nordkoreaner über die Demarkationslinie des 38. Breitengrades der Koreakrieg. Die Nordkoreaner fielen in die Republik Südkorea ein. Der 38. Breitengrad war die nach der alliierten Besetzung im August 1945 zwischen der Sowjetunion und den USA vereinbarte Demarkationslinie. Drei Jahre sollte der Koreakrieg dauern. Jene Geschehnisse bilden den Rahmen, ja die Grundhandlung für den neuen Roman von Jayne Anne Phillips. Eingebettet ist diese in einen Familienepos um Lark und Termite, Halbgeschwister, die im Winfield, West Virginia, der 1950er Jahre bei ihrer Tante Nonie groß werden. „Lark and Termite“, so ist auch der Originaltitel des Romans der 1952 geborenen Autorin, die als eine der wichtigsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen gilt und schon vielfach für ihr schriftstellerisches Werk ausgezeichnet wurde. Vier Tage erlebt der Leser durch die Augen von fünf Personen mit. Vier Tage in den Jahren zwischen 1950 und 1959. 26. Juli 1950 – Der Ursprung * Robert Leavitt ist Unteroffizier der 24. Infanteriedivision in der Nördlichen Provinz Chungchong in Südkorea. Er musste seine geliebte Frau Lola im Dezember 1949 in Louisville, Kentucky schwanger zurücklassen, um nach Südkorea zu gehen. „Tagelang strömender Regen ist anschwellender Hitze gewichen; der Schlamm dampft förmlich und saugt alles ein, was mit ihm in Berührung kommt. Amerikanische Truppen und Material kämpfen sich nordwärts, auf die Front zu, während die Front unaufhaltsam nach Süden vorrückt.“ Dazwischen ist Leavitt, „[…] beauftragt mit dem Flüchtlingsproblem[…]. Sie sollen die Evakuierung von Dörfern, die dem Krieg im Weg liegen, unterstützen und steuern[…]“. Leavitt wird aus dem Krieg nicht zurückkehren. Die Bilder des Koreakrieges vermag Phillips in ihrer Grausamkeit doch sehr berührend darzustellen. Die Passagen um Robert Leavitt sind durchwoben mit Gedanken und Erinnerungen an ein Leben vor dem Krieg, an seine Kindheit. So wird nach und nach – die Szenen wechseln ja zwischen den Protagonisten und Jahren – ein vollkommenes Bild einer Familie gewoben, das sich vor allem auch durch die Leerstellen auszeichnet, durch die Perspektivwechsel, die Jayne Anne Phillips malt und die den Leser ans Buch fesseln. 26. Juli 1959 – Die Folgen * „Ich schiebe den Sessel unter den Baum im Garten, dann trägt Nonie ihn hinaus[…]. Termite [wird] die ganze Zeit draußen im Sessel sitzen wollen und endlos mit mir schimpfen, falls ich versuche, ihn im Haus zu behalten[…]“. Lark ist Termites Halbschwester. Als sie zehn Jahre war, musste Lark ins Jugendlager der Pfarrei, obwohl Nonie gar nicht christlich war. Und als sie wiederkam, war er da. Termite. „Als Baby war Termite wirklich hübsch, […] er hatte blonde Locken und diese blauen Augen, die sich mehr bewegen als normal, als beobachtete er irgendwas, das wir nicht sehen.“ Lola, ihre Mutter hat ihn in die Fürsorge ihrer Schwester Nonie und Larks gegeben. Während Nonie den ganzen Tag hart arbeiten muss, um den Unterhalt für die Familie zu verdienen, kümmert sich Lark um ihren Halbbruder, der für sie mehr ist als nur ein geistig Zurückgebliebener. Für Termite wird Lark zum Berührungspunkt mit der Außenwelt und umgedreht ist Termite alles, was Lark von ihrer Mutter noch hat. So entspinnt sich zwischen Südkorea, Winfield, West Virginia und Louisville, Kentucky eine Familiengeschichte, die im Besonderen von der einzigartigen Darstellung der Welt um Termite lebt. Für Lark ist es ein Geheimnis, wer ihre Mutter wirklich war und warum Termite nach dem Tod seines Vaters nicht bei ihr bleiben konnte. Termite: „Er sieht durch das Blau, und es geht weg, er sieht durch das Blau und es geht wieder weg. […] Er kann in den Himmel sehen, wo keine Gestalten sind. Die Gestalten, die sich rund um ihn bewegen, sind groß, stoßen zusammen und verschmelzen und trennen sich wieder.“ Die Wahrnehmungswelt Termites schildert Phillips im warmen Kontrast zu den anderen Figuren des Romans, aber gerade in seinen Worten lässt die Autorin die aufkeimende Liebe zwischen Lark und einem Nachbarsjungen entstehen und erschafft damit eine literarische Formung des Lebens und Fühlens, die den Roman zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Lark ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich zeit ihrer Kindheit um ihren Halbbruder wie um einen Sohn gekümmert hat und während des Buches zu einer bewundernswerten Figur in ihrer Stärke, Ehrlichkeit und ihrem Drang nach den eigenen Wurzeln für den Leser wird. Als das in Winfield Ende Juli 1959 erwartete Unwetter sich zu einer wahren Wasserflut verwandelt, treten nicht nur alltagsverändernde Umstände ein, auch die zwischenmenschlichen Unklarheiten sollen von ihrem Nebel befreit werden. Dieses Buch ist eine erzählerische Leistung, die im Wechsel zwischen den Perspektiven einen ganzen Familienepos entfaltet, in den der Leser schon allein durch die Sprache der Autorin hineingezogen wird. Farbsymboliken sind für das Buch, allein für Termites Lebenswelt sind Farben ein bestimmendes Segment, prägend und durchweben auch die erzählte Welt des Romans. So kippt die Darstellung zwischen realistischen Geschehnissen auch ganz plötzlich in eine magische, fast phantastische Welt, in der normale Alltagskräfte nicht mehr die wichtigsten sind. Eine absolute Empfehlung für dieses Buch, das dem Leser den kommenden Herbst, vielleicht regnerische Tage versüßen wird.

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  • Rezension zu "Glasmondmann" von Jayne Anne Phillips

    Glasmondmann
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    25. August 2009 um 16:53

    Jayne Anne Phillips Glasmondmann Lark und Termite- ein etwas anderer Familienroman “Denn keine Schlacht wird jemals gewonnen, sagte er. Sie werden nicht einmal geschlagen. Das Schlachtfeld enthüllt dem Menschen lediglich seine Dummheit und Verzweiflung, und der Sieg ist nur eine Illusion von Philosophen und Toren.“ (William Faulker) Jayne Anne Phillips neuer Roman “Glasmondmann” (im englischen Original „Lark and Termite“) ist ein feines, komplexes und polyphones literarisches Bild. Aus vier Perspektiven erzählt; die Geschwister Lark und Termite, deren Tante Nonie und Termites Vater Robert Leavitt, zeichnet Jayne Anne Phillips eine ganz besondere Familiengeschichte, die auf erfrischende Weise weit entfernt von den modischen Familienepen allzu modischer Autoren ist. Eine Familiengeschichte, die am ehesten noch an den großen amerikanischen Nobelpreisträger William Faulkner erinnert. Konkret sogar an „Schall und Wahn“. Ein Quartett von erzählenden Protagonisten verbindet die beiden Romane. Die Ähnlichkeit mit William Faulkner endet aber mit der Anzahl der Erzählstimmen, da Jayne Anne Phillips die Infrastruktur der Faulknerschen Prosa neu beleuchtet und mit der Erzählstruktur von „Schall und Wahn“ im Hinterkopf einen ganz eigenen Weg findet, um den Pfad auf originelle Weise neu zu gehen. Robert Leavitts Erzählung, die 1950 in der nördlichen Provinz Chungchong in Südkorea auf tragische Art und Weise ihren Lauf nimmt, wird den drei Stimmen aus Winfield, West Virginia gegenübergestellt. Rasch ist klar, dass die 1959 stattfindende Entwicklung nur durch die Geschehnisse aus 1950 so passieren konnte. Ganz subtil entwickelt Jayne Anne Phillips diesen Roman, der sich aus kleinen, immer wieder in veränderter Form wiederkehrenden Motiven zusammenzusetzen scheint. Ausgehend von einer fast archaischen Symbolik; wie zum Beispiel die Überschwemmung (Flut), die das sich bis dahin langsam entwickelnde Buch rasant kippen lässt, indem sie Lark den Zugang zum Wissen über ihre Mutter und ihren wahren Vater erlaubt. Ein Roman, dessen wunderbar magische Sprache und perfekte Struktur dem Leser ein schier sprachloses Leserereignis bieten. Die Sprachlosigkeit per se ist auch der Ausgangspunkt für Termites Erzählstrang; Termite, der sprach- und motorisch zurückgebliebene neunjährige Junge, der nur die Musik der Worte wiederholen kann, aber kein Wort selbst, dessen Aufnahmefähigkeit niemand wirklich einschätzen kann. Indem Jayne Anne Phillips (wie auch bei den anderen drei Erzählsträngen) nicht der Versuchung des Ich-Erzählers verfällt, ist dieser Erzählstrang eine virtuose Tour-de-Force. Ein permanentes Abdriften in fast surreale Tiefen der Seele, unverständliche Metamorphosen, oder doch Erinnerungsfetzen? Während Faulkners geistig zurückgebliebener Protagonist Benjy Compson (dessen erste Bezugsperson auch seine Schwester ist) in seinem sprunghaften Gedankenstrom dreißig Jahre umspannt, konzentriert sich die wortlose Welt Termites in erster Linie auf seine fast täglich durch Lark inszenierten Geburtstage, der Geburtstagstorten mit seinem Lieblingsgeschmack, sowie die Art des Verhältnisses zwischen seiner Schwester und dem Nachbarssohn. Robert Leavitts Erzählung beleuchtet ein irrtümliches (?) Massaker an koreanischen Flüchtlingen und amerikanischen Soldaten, die von der amerikanischen Armee in einen Tunnel getrieben wurden, um dort systematisch getötet zu werden. Dieser Prozess läuft in einer Art Zeitlupe ab, während wir in abschweifenden Gedanken von seiner Liebe zu Lonie und seiner Vorfreude auf seinen Sohn Termite erfahren. Nonie, die die beiden Kinder ihrer Schwester Lonie großzieht, ist eine ganz starke Figur, ein Fels in der Brandung und ein Symbol für menschliche Größe schlechthin. Höhepunkt dieses Romans ist meiner Meinung nach Larks wunderbare Erzählung. Ihre leuchtende, selbstlose Liebe zu ihrem Bruder Termite, die nie auch nur annähernd eine Opferrolle ist ihre Kraft, den Bruder vor allen Übeln der Welt und Menschheit zu beschützen, ihre Suche nach der Wahrheit über ihre Mutter, das Aufkeimen ihrer Liebe zum Nachbarsjungen Solly; ergibt in Summe eine der wundervollsten Frauenfiguren, die mir in der Literatur je begegnet sind. Auch wenn ein paar Momente im letzten Teil des Romans schon aus dem Bereich des magischen Realismus stammen und unter Umständen stören würden; Jayne Anne Phillips erzählt so überzeugend, so sicher, dass ich kein einziges Mal auch nur den Ansatz eines Zweifels hatte. „Glasmondmann“ ist ein magisches Buch mit unvergesslichen Protagonisten und glasklarer, lebhafter und fein ausgehörter Prosa. Auch wenn das Lektorat hier an einigen Stellen etwas ungenau gearbeitet hat (z.B. Seite 14, Zeile 9- hier fehlt im Wort „einem“ das „ei“, was ein „in nem zweigeteilten Land“ als Resultat hat. Da in diesem Roman nie Slang vorkommt, wird dadurch kurz die stilistische Konsequenz Jayne Anne Phillips in Frage gestellt), schmälert das die Größe dieses Romans keineswegs. Meine Vorfreude auf zwei weitere Bücher von Jayne Anne Phillips („Maschinenträume“ und „Das himmlische Tier“, beide mit dem geplanten Erscheinungstermin im November 2009) ist sehr groß. Absolute Empfehlung.

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