Jean-Baptiste Del Amo

 4.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Die Erziehung, Das Salz und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jean-Baptiste Del Amo

Jean-Baptiste Del AmoDie Erziehung
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Die Erziehung
Die Erziehung
 (4)
Erschienen am 09.09.2013
Jean-Baptiste Del AmoDas Salz
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Das Salz
Das Salz
 (2)
Erschienen am 14.07.2014
Jean-Baptiste Del AmoDie Erziehung: Roman
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Die Erziehung: Roman
Die Erziehung: Roman
 (2)
Erschienen am 09.09.2013
Jean-Baptiste Del AmoLe sel
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Le sel
Le sel
 (0)
Erschienen am 19.01.2012

Neue Rezensionen zu Jean-Baptiste Del Amo

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Rezension zu "Das Salz" von Jean-Baptiste Del Amo

Das Salz in der Wunde
Nespavanjevor 3 Jahren

Louise möchte für ihre bereits erwachsenen Kinder und ihre übrige Familie ein Abendessen geben. Während des Tages und den Vorbereitungen für das geplante Treffen, überkommen die einzelnen Familienmitglieder, immer wieder Erinnerungen an den verstorbenen Mann und Vater Armand. Während Louise mit einer zärtlichen Melancholie an die Vergangenheit denkt, dabei immer wieder Entschuldigungen für die Brutalität ihres Mannes sucht und sich nur an positive Dinge erinnern will, sehen die Erinnerungen der erwachsenen Kinder ganz anders aus. Ihre Erinnerungen sind wie Salz in der Wunde: Sie bringen nichts als Schmerz und Bedauern hervor.

Für seinen Debütroman „Die Erziehung“, der mir sehr gut gefallen hat, wurde der französische Schriftsteller Jean Baptiste del Amo mit dem Goncourt Preis ausgezeichnet und auch dieser Roman erzählt virtuos von der Allmacht des Todes, Sexualität und der Verderblichkeit der Liebe und schlussendlich auch nach der Suche der eigenen Identität. Geteilt in drei Teile, die den Namen der Parzen aus der römischen Mythologie tragen, Nona, Decima und Morta, springt der französische Gegenwartsliterat immer zwischen den Charakteren hin und her. Dabei richtet sich das Augenmerk in diesem Roman, weniger dem geplanten Abendessen und den äußeren Ereignisse, sondern auf das Innenleben der Hauptprotagonisten und deren Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit. Durch diese Gedankenerzählung wird das Lesen nicht kontinuierlich auf einen Punkt gebracht, sondern wandert in der Vergangenheit der Charaktere hin und her und hat dadurch keine lineare Erzählung. Manchmal hat mich der Stil ein wenig an Virginia Woolf erinnert und so war es für mich eigentlich nicht verwunderlich, dass der Schriftsteller zu Mrs. Dalloway einen Bezug herstellt, und Louise darin lesen lässt. „Das Salz“, das eindeutig aus der Masse der jährlichen Neuerscheinungen hervorsticht, ist eine Eufonie aus Liebe, Sexualität und Tod. Daraus entsteht eine so kraftvolle Erzählung, dass sie den Leser fesselt und auch lange nach dem Lesen nicht los lässt. Wer nun „Die Erziehung“ noch nicht gelesen hat, sollte dies nun schleunigst nachholen.

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Rezension zu "Die Erziehung: Roman" von Jean-Baptiste Del Amo

Einmal waschen bitte!
Nespavanjevor 3 Jahren

Gaspard, Sohn eines Schweinezüchters, flieht vom Lande in die große Stadt und dort will er zuerst einmal seine Vergangenheit hinter sich lassen. Nachdem er in Paris herumirrt, findet er zuerst Arbeit an der Seine und lernt dort Lucas kennen. Allerdings bleibt er nicht lange und beginnt eine Lehre als Perückenmacher. Als er dort eines Tages de Comte de V. begegnet, ist Gaspard dem Adeligen vom ersten Moment an verfallen.

Nachdem mein Stapel ungelesener Bücher eher immer größer als kleiner wird, ich arbeite schließlich in einem Buchladen, ist es immer wieder erstaunlich welche Kleinode sich hi und da darin verstecken. Mein Credo lautet: „Für manche Dinge im Leben, braucht es einfach die richtige Zeit!“ Und mittlerweile komme ich mir vor wie ein Schatzjäger… Ein Roman-Schatzjäger… Aber genug von mir, wenden wir uns dem eigentlichen Thema hin: Die Rezension zu „Die Erziehung“ von Jean-Baptiste del Amo.


Wenn ich nichtsahnend, gleich beim ersten Kapitel, ja beim ersten Satz innehalten und über diesen einen Satz nachdenken muss, ist das eine literarische Kunst die mich wohlig erschauern lässt. Sein erster Satz lautet:

„Paris, dreckiger, stinkender Nabel Frankreichs.“

Ich unterstelle mal dem Romancier, dass er damit einfach nur polarisieren will und obendrein gleich von Anfang an, und ohne jedwede Umschweife, lässt er dem geneigten Leser in eine Kakophonie der Fäkalien und des Schmutzes eintauchen, und ja ein paar Mal hatte ich wirklich das Schaudernde Gefühl: Jetzt musst du dich selber waschen gehen. Dadurch bekommt der Leser sehr gut Einblick in das Pariser Alltagsleben des 18. Jahrhunderts, das keine Abwasserkanäle kennt und alles an Unrat, einfach aus dem Fenster kippt. Pariser, die es sich leisten konnten, übertünchten die schlechten Gerüche mit Parfum und genau zu jener Schicht möchte der eigentlich etwas unsympathische Gaspard dazugehören.

Jean Baptiste del Amo, der eigentlich Jean Baptiste Garcia heißt, aber durch eine nicht gewollte Namensverwechslung mit dem Schriftsteller Tristan Garcia, der auch im selben Verlagshaus veröffentlicht, und den Namen der Großmutter als Pseudonym annahm, hat in Frankreich alle wichtigen französischen Literaturpreise gewonnen. Und das ganz zu Recht, wie ich finde, denn seine Erzählung strotzt nur so von einer kraftvollen und expressiven Sprache, ich mag mir gar nicht ausmalen wie gut es sich im französischen Original lesen würde. Kurz um, er beherrscht das Geschichtenerzählen; Wenn er über den körperlichen Tod, die Sexualität und die Verführungen des Reichtums schreibt, legt er eine Eleganz und Grausamkeit im Detail zu Tage, die ihm einen Schriftsteller ersten Ranges bescheinigen. Dabei ist das Thema des Reichtums sehr modern gewählt und kann auch gesellschaftskritisch gelesen werden. Auch wir erliegen der Verführung des Reichtums, und meinen uns so dadurch mehr Freiheit erkaufen zu können. Jean Baptiste del Amo führt uns damit ganz genau vor Augen, was es sich mit dem Reichtum auf sich hat, wenn er sagt: „(…)hier lebt die Bourgeoisie Wand an Wand mit dem gemeinen Volk, hier bekam der Dreck einen Goldrand.“

Jean Baptiste del Amo gehört nun in meinen ganz persönlichen Olymp der Literatur und hat sich diesen Platz mehr als redlich verdient. Ich kann es kaum erwarten seinen zweiten, auf Deutsch erschienenen Roman „Das Salz“ zu lesen.

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Rezension zu "Die Erziehung" von Jean-Baptiste Del Amo

Einmal waschen bitte!
Nespavanjevor 4 Jahren

Gaspard, Sohn eines Schweinezüchters, flieht vom Lande in die große Stadt und dort will er zuerst einmal seine Vergangenheit hinter sich lassen. Nachdem er in Paris herumirrt, findet er zuerst Arbeit an der Seine und lernt dort Lucas kennen. Allerdings bleibt er nicht lange und beginnt eine Lehre als Perückenmacher. Als er dort eines Tages de Comte de V. begegnet, ist Gaspard dem Adeligen vom ersten Moment an verfallen.

Nachdem mein Stapel ungelesener Bücher eher immer größer als kleiner wird, ich arbeite in einem Buchladen, ist es immer wieder erstaunlich welche Kleinode sich hi und da darin verstecken. Mein Credo lautet: „Für manche Dinge im Leben, braucht es einfach die richtige Zeit!“ Und mittlerweile komme ich mir vor wie ein Schatzjäger… Ein Roman-Schatzjäger… Aber genug von mir, wenden wir uns dem eigentlichen Thema hin: Die Rezension zu „Die Erziehung“ von Jean-Baptiste del Amo.

Wenn ich nichtsahnend, gleich beim ersten Kapitel, ja beim ersten Satz innehalten und über diesen einen Satz nachdenken muss, ist das eine literarische Kunst die mich wohlig erschauern lässt. Sein erster Satz lautet:

„Paris, dreckiger, stinkender Nabel Frankreichs.“

Ich unterstelle mal dem Romancier, dass er damit einfach nur polarisieren will und obendrein gleich von Anfang an, und ohne jedwede Umschweife, lässt er dem geneigten Leser in eine Kakophonie der Fäkalien und des Schmutzes eintauchen, und ja ein paar Mal hatte ich wirklich das Schaudernde Gefühl: Jetzt musst du dich selber waschen gehen. Dadurch bekommt der Leser sehr gut Einblick in das Pariser Alltagsleben des 18. Jahrhunderts, das keine Abwasserkanäle kennt und alles an Unrat, einfach aus dem Fenster kippt. Pariser, die es sich leisten konnten, übertünchten die schlechten Gerüche mit Parfum und genau zu jener Schicht möchte der eigentlich etwas unsympathische Gaspard dazugehören.

Jean Baptiste del Amo, der eigentlich Jean Baptiste Garcia heißt, aber durch eine nicht gewollte Namensverwechslung mit dem Schriftsteller Tristan Garcia, der auch im selben Verlagshaus Éditions Gallimard veröffentlicht, nahm er den Namen der Großmutter als Pseudonym an und hat in Frankreich alle wichtigen französischen Literaturpreise gewonnen. Und das ganz zu Recht, denn seine Erzählung strotzt nur so von einer kraftvollen und expressiven Sprache, ich mag mir gar nicht ausmalen wie gut es sich im französischen Original lesen würde. Kurz um, er beherrscht das Geschichtenerzählen; Wenn er über den körperlichen Tod, die Sexualität und die Verführungen des Reichtums schreibt, legt er eine Eleganz und Grausamkeit im Detail zu Tage, die ihm einen Schriftsteller ersten Ranges bescheinigen. Dabei ist das Thema des Reichtums sehr modern gewählt und kann auch gesellschaftskritisch gelesen werden. Auch wir erliegen der Verführung des Reichtums, und meinen uns so dadurch mehr Freiheit erkaufen zu können. Was eigentlich nicht stimmt, führt uns doch Jean Baptiste del Amo ganz genau vor Augen, was es sich mit dem Reichtum auf sich hat, wenn er sagt: „(…)hier lebt die Bourgeoisie Wand an Wand mit dem gemeinen Volk, hier bekam der Dreck einen Goldrand.“

Jean Baptiste del Amo gehört nun in meinen ganz persönlichen Olymp der Literatur und hat sich diesen Platz mehr als redlich verdient. Ich kann es kaum erwarten seinen zweiten, auf Deutsch erschienenen Roman „Das Salz“ zu lesen.

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Gespräche aus der Community

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In meinem Blog gibt es jede Woche eine Verlosung zu einem anderen Buch.

Mitmachen kann man per Kommentar (nur im Blogeintrag zur Verlosung) in meinem Blog "S.D. blogt und Limes rockt" (S.D. blogt Buch und Test): http://esdeh.blogspot.de/

Diese Woche gibt es "Das Salz" von Jean-Baptiste Del Amo als Taschenbuch aus dem btb Verlag zu gewinnen.


Hier eine kurze Inhaltsangabe:
"Louise, die Witwe eines südfranzösischen Fischers, lädt ihre drei erwachsenen Kinder und ihre übrige Familie zu einem Abendessen. Je näher das geplante Familientreffen rückt, desto mehr Erinnerungen an Vergangenes werden wach. Eifersucht, Verbitterung, zärtliche Melancholie, aber auch verzweifeltes Bedauern über Geschehenes beginnen die Geladenen einzuholen. Die Vergangenheit entwickelt ein Eigenleben, Erinnerungen bringen immer neue, andere Erinnerungen hervor, und aus diesen inzestuösen Vereinigungen entstehen Fabeln, bis sich am Ende auch der verstorbene Armand, Tyrann und gewalttätiger Vater, zu Wort zu melden scheint: »So ist es nun mal, die Lebenden verformen das Gedächtnis der Toten, nie sind sie weiter von ihrer Wahrheit entfernt.«" 

Es handelt sich natürlich um ein neues und ungelesenes Buch.

Hat Euch das neugierig gemacht? Dann versucht Euer Glück und springt in den Lostopf (Bitte oben nochmal nachlesen, wie ihr mitmachen könnt!). Wichtig ist noch, dass der Einsendeschluss am letzten Tag jeweils schon um 20 Uhr ist und nicht erst um Mitternacht! Der Gewinner wird im Laufe des Wochenendes bekannt gegeben.
Wer seine E-Mail Adresse nicht mit angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.
Teilnehmen können aus Kostengründen leider nur Personen mit einer Adresse in Deutschland.

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