Jean-Baptiste Del Amo Die Erziehung: Roman

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Inhaltsangabe zu „Die Erziehung: Roman“ von Jean-Baptiste Del Amo

Betörend und tabulos: »Das Parfum« meets »Shades of Grey« Paris, 1760. Gaspard, Sohn eines Schweinebauern aus Quimper, kommt aus der Provinz in die Metropole. Sein Ziel: der gesellschaftliche Aufstieg. Er versucht sein Glück als Flussarbeiter, Perückenmacherlehrling und Strichjunge im Bordell. Als er den Grafen Etienne de V. kennenlernt, von dessen Körper und Persönlichkeit er besessen ist, steigen seine Ambitionen. Er liebäugelt mit dem Adel. Um dazuzugehören ist er bereit, seine eigenen Gefühle zu unterdrücken. Indem er adelige Herren, die ihn als heimlichen Liebhaber unterhalten, blendet und ausnützt, gelingt ihm tatsächlich der Aufstieg an die Spitze der Gesellschaft. Der Preis dafür ist eine innere Leere, die ihn schließlich in den Tod treibt.

Die Erzählung strotzt nur so von einer kraftvollen und expressiven Sprache, kurzum er beherrscht das Geschichtenerzählen.

— Nespavanje

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    Die Erziehung: Roman

    Nespavanje

    30. April 2015 um 12:16

    Gaspard, Sohn eines Schweinezüchters, flieht vom Lande in die große Stadt und dort will er zuerst einmal seine Vergangenheit hinter sich lassen. Nachdem er in Paris herumirrt, findet er zuerst Arbeit an der Seine und lernt dort Lucas kennen. Allerdings bleibt er nicht lange und beginnt eine Lehre als Perückenmacher. Als er dort eines Tages de Comte de V. begegnet, ist Gaspard dem Adeligen vom ersten Moment an verfallen. Nachdem mein Stapel ungelesener Bücher eher immer größer als kleiner wird, ich arbeite schließlich in einem Buchladen, ist es immer wieder erstaunlich welche Kleinode sich hi und da darin verstecken. Mein Credo lautet: „Für manche Dinge im Leben, braucht es einfach die richtige Zeit!“ Und mittlerweile komme ich mir vor wie ein Schatzjäger… Ein Roman-Schatzjäger… Aber genug von mir, wenden wir uns dem eigentlichen Thema hin: Die Rezension zu „Die Erziehung“ von Jean-Baptiste del Amo. Wenn ich nichtsahnend, gleich beim ersten Kapitel, ja beim ersten Satz innehalten und über diesen einen Satz nachdenken muss, ist das eine literarische Kunst die mich wohlig erschauern lässt. Sein erster Satz lautet: „Paris, dreckiger, stinkender Nabel Frankreichs.“ Ich unterstelle mal dem Romancier, dass er damit einfach nur polarisieren will und obendrein gleich von Anfang an, und ohne jedwede Umschweife, lässt er dem geneigten Leser in eine Kakophonie der Fäkalien und des Schmutzes eintauchen, und ja ein paar Mal hatte ich wirklich das Schaudernde Gefühl: Jetzt musst du dich selber waschen gehen. Dadurch bekommt der Leser sehr gut Einblick in das Pariser Alltagsleben des 18. Jahrhunderts, das keine Abwasserkanäle kennt und alles an Unrat, einfach aus dem Fenster kippt. Pariser, die es sich leisten konnten, übertünchten die schlechten Gerüche mit Parfum und genau zu jener Schicht möchte der eigentlich etwas unsympathische Gaspard dazugehören. Jean Baptiste del Amo, der eigentlich Jean Baptiste Garcia heißt, aber durch eine nicht gewollte Namensverwechslung mit dem Schriftsteller Tristan Garcia, der auch im selben Verlagshaus veröffentlicht, und den Namen der Großmutter als Pseudonym annahm, hat in Frankreich alle wichtigen französischen Literaturpreise gewonnen. Und das ganz zu Recht, wie ich finde, denn seine Erzählung strotzt nur so von einer kraftvollen und expressiven Sprache, ich mag mir gar nicht ausmalen wie gut es sich im französischen Original lesen würde. Kurz um, er beherrscht das Geschichtenerzählen; Wenn er über den körperlichen Tod, die Sexualität und die Verführungen des Reichtums schreibt, legt er eine Eleganz und Grausamkeit im Detail zu Tage, die ihm einen Schriftsteller ersten Ranges bescheinigen. Dabei ist das Thema des Reichtums sehr modern gewählt und kann auch gesellschaftskritisch gelesen werden. Auch wir erliegen der Verführung des Reichtums, und meinen uns so dadurch mehr Freiheit erkaufen zu können. Jean Baptiste del Amo führt uns damit ganz genau vor Augen, was es sich mit dem Reichtum auf sich hat, wenn er sagt: „(…)hier lebt die Bourgeoisie Wand an Wand mit dem gemeinen Volk, hier bekam der Dreck einen Goldrand.“ Jean Baptiste del Amo gehört nun in meinen ganz persönlichen Olymp der Literatur und hat sich diesen Platz mehr als redlich verdient. Ich kann es kaum erwarten seinen zweiten, auf Deutsch erschienenen Roman „Das Salz“ zu lesen.

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