Jean-Christophe Rufin

 3,7 Sterne bei 155 Bewertungen
Autor von Globalia, Hundert Stunden und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jean-Christophe Rufin (© Éditions Guérin / Quelle: Random House)

Lebenslauf

Jean-Christophe Rufin wurde im Juni 1962 in Frankreich geboren. Nach seinem Schulabschluss entschloss er sich, Medizin zu studieren und war anschließend in verschiedenen Krankenhäusern in Paris tätig. Neben seinem Arztberuf widmete er sich auch der Schriftstellerei; Rufin verfasste zahlreiche Romane und Essays, insbesondere rund um das Thema "Dritte Welt". Einige seiner Bücher wurden mit Literaturpreisen, unter anderem mit dem Prix Goncourt, ausgezeichnet.

Alle Bücher von Jean-Christophe Rufin

Cover des Buches Globalia (ISBN: 9783442469499)

Globalia

(44)
Erschienen am 08.09.2008
Cover des Buches Hundert Stunden (ISBN: 9783596178919)

Hundert Stunden

(21)
Erschienen am 01.07.2009
Cover des Buches Der Gehängte von Conakry (ISBN: 9783608501643)

Der Gehängte von Conakry

(18)
Erschienen am 20.08.2022
Cover des Buches Der Tote im Pool (ISBN: 9783608501629)

Der Tote im Pool

(16)
Erschienen am 18.05.2024
Cover des Buches Das rote Halsband (ISBN: 9783328104407)

Das rote Halsband

(15)
Erschienen am 09.09.2019
Cover des Buches 100 Stunden (ISBN: 9783941378568)

100 Stunden

(15)
Erschienen am 30.09.2009
Cover des Buches Nichts gesucht. Alles gefunden. (ISBN: 9783641245634)

Nichts gesucht. Alles gefunden.

(5)
Erschienen am 01.10.2018
Cover des Buches Der Schatzmeister des Königs (ISBN: 9783570103159)

Der Schatzmeister des Königs

(4)
Erschienen am 02.10.2017

Neue Rezensionen zu Jean-Christophe Rufin

Cover des Buches Das rote Halsband (ISBN: 9783328104407)
Monika58097s avatar

Rezension zu "Das rote Halsband" von Jean-Christophe Rufin

Monika58097
Treue, Schuld und die Narben des Krieges

Jean-Christophe Rufins Roman "Das rote Halsband" spielt im Frankreich des Sommers 1919 – in einer Zeit, in der die Narben des Ersten Weltkriegs noch tief sind. Im Mittelpunkt steht der Soldat Morlac, ein Kriegsheld, der nun im Gefängnis sitzt. Sein vermeintliches Verbrechen: Er hat seine Ehrenmedaille nicht für sich behalten, sondern sie seinem Hund umgehängt – ein stiller Protest gegen den militärischen Ruhm und die sinnlosen Opfer des Krieges.


Der junge Richter Lantier de Grez, selbst gezeichnet von den Erlebnissen der letzten Jahre, soll über Morlac urteilen. Zwischen beiden entsteht ein stiller, nachdenklicher Dialog über Schuld, Stolz, Pflicht und Menschlichkeit. Während draußen der treue Hund Tag und Nacht vor dem Gefängnis wacht, offenbart sich nach und nach die Tragik einer Generation, die den Krieg überlebt hat, aber den Frieden nicht findet.


Rufin erzählt diese Geschichte mit leisen Tönen und einer fast minimalistischen Sprache. Die Handlung ist reduziert, die Atmosphäre dicht, doch gerade diese Zurückhaltung kann auch Distanz schaffen. Die Figuren – Morlac, der Richter, die wartende Frau – bleiben schemenhaft; vieles bleibt unausgesprochen.


So ist "Das rote Halsband" weniger ein Roman im klassischen Sinn als vielmehr eine Parabel über Treue, Ehre und die inneren Wunden des Krieges. Trotz der berührenden Thematik wollte der Funke bei mir nicht recht überspringen. Die Geschichte berührt, aber sie bewegt nicht. Vielleicht ist ihre Stille zu groß, ihre Andeutung zu zaghaft.


Fazit:


Ein stiller, poetischer Roman über Krieg, Würde und die Treue eines Hundes – atmosphärisch dicht, aber emotional zurückhaltend. Wer feine Zwischentöne liebt, wird hier fündig; wer nach Tiefe und greifbaren Figuren sucht, bleibt ein wenig unbefriedigt zurück.

Cover des Buches Der Gehängte von Conakry (ISBN: 9783608501643)
MartinAs avatar

Rezension zu "Der Gehängte von Conakry" von Jean-Christophe Rufin

MartinA
CosyCrime in Afrika

DER GEHÄNGTE VON CONACRY, ein Cosy-Krimi in Guinea. Charmant, ruhiger und mit Augenzwinkern erzählt. Konsul Timescu der leicht schrullige Antiheld, erinnert ein bisschen an Poirot, ohne ein Abklatsch zu sein. Aber ... ein (Hobby)Detektiv mit Stil und interessanter Herkunft, die hin und wieder auch thematisiert wird. Man taucht in das tropische Setting ein – spürt Hitze, Politik und das koloniale Erbe Afrikas – all das ohne voyeuristische Exotik, sondern mit humorvoll-satirischem Blick. Und irgendwie fühlt man sich an die TV-Serie DEATH IN PARADISE (oder ähnliche Formate) erinnert. Man fühlt sich wohl in Conacry, auch wenn nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Wer ruhige, witzige Krimis mit einem verschrobenen Ermittler mag, findet hier viel Vergnügen. Die Erzählung überzeugt durch eine pointierte Atmosphäre, subtile Ironie und eine Prise politischer Satire. Schnörkellos und unaufgeregt, aber auf eigene Art und Weise spannend. Oh, und manchmal doch ein bisschen sehr brutal (Klavierspielen kann Ihre Gesundheit schädigen ...). Vielleicht wirken die Nebenfiguren etwas blass im Vergleich zu Aurel Timescu, aber so hat dieser nicht wirklich sympathische Mann eine Plattform auf der er brillieren kann ... zumindest für die Länge dieses Romans.
Für Freunde des Cosy-Krimis und exotische Schauplätze.

Cover des Buches Der Gehängte von Conakry (ISBN: 9783608501643)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der Gehängte von Conakry" von Jean-Christophe Rufin

Bellis-Perennis
Ein Konsul als (Hobby)Ermittler

Aurel Timescu, der aus Rumänien stammende französische Konsul von Guinea, liebt das Klavierspielen sowie das Ermitteln, wollte er doch eigentlich Polizist in Frankreich werden. Denn ausgerechnet sein geliebtes Klavierspiel, mit dem er anfangs seinen Unterhalt bestritten hat, hat ihm genau das verwehrt. Ein Barpianist als Polizist? - Das haben die strengen Aufnahmekriterien für den Polizeidienst nicht erlaubt.  

Nun ist Aurel, nach mehreren Stationen, Konsul in Guineas Hauptstadt Conakry und geht dem Mord an einem Franzosen, der tot am Mast seines Seglers hängt, nach.  

"Bei diesem Mord war absolut nichts klar. Und genau das machte den Fall so spannend. Aurel mochte keine einfachen Begebenheiten. Es gefiel ihm, dass die Dinge stets komplizierter waren, als es schien. Oft vermutete er ein Komplott hinter den Tagesnachrichten, und fast immer waren seine Hypothesen gewagt. Aber dieses Mal war er, zu seiner großen Freude, fest davon überzeugt, tatsächlich einem Rätsel auf der Spur zu sein." (S. 85) 

Das gehört zwar nicht unbedingt zu den eigentlichen Aufgaben eines Konsuls, bringt aber Abwechslung in den tödlich langweiligen Alltag des als schrullig bekannten Mannes ist. Aurel ist auch bei größter Hitze korrekt gekleidet: ein etwas schäbiger Anzug, Hemd und Fliege sowie ein langer Garbadine-Mantel und sorgfältig geputzte Schuhe.  

Gemeinsam mit Hassan, einem einheimischen Polizisten, und der angereisten Schwester des Toten nützt Aurel die urlaubsbedingte Abwesenheit des Generalkonsuls, um das Verbrechen aufzuklären. 

Meine Meinung: 

Wie schon das Cover des zweiten Falls („Der Tote im Pool“) für den kauzigen Aurel Timescu, den ich bereits gelesen habe, ist auch dieses hier afrikanisch bunt. 

Star der Erzählung ist nicht der Tote oder der Mord, sondern der Konsul mit seiner Spürnase. Natürlich ist alles ganz anders als die örtliche Kriminalpolizei zu wissen glaubt.  

Der blumige Schreibstil passt perfekt zum Cover. Wir erfahren einiges über Land und Leute.  

Ich hoffe, die drei bereits auf Französisch erschienen Fortsetzungen werden bald in Deutsch erscheinen. 

Fazit:

Wer einen eher ruhigen Krimi mit einem eigenwilliger Protagonisten und einem interessantes Setting liebt, ist hier genau richtig. Mich hat er gut unterhalten, weshalb ich 5 Sterne vergebe.

 

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Zusätzliche Informationen

Jean-Christophe Rufin wurde am 28. Juni 1952 in Bourges (Frankreich) geboren.

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