Jean-Christophe Rufin

 3,5 Sterne bei 112 Bewertungen
Autor von Globalia, Hundert Stunden und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jean-Christophe Rufin (© Éditions Guérin / Quelle: Random House)

Lebenslauf von Jean-Christophe Rufin

Jean-Christophe Rufin wurde im Juni 1962 in Frankreich geboren. Nach seinem Schulabschluss entschloss er sich, Medizin zu studieren und war anschließend in verschiedenen Krankenhäusern in Paris tätig. Neben seinem Arztberuf widmete er sich auch der Schriftstellerei; Rufin verfasste zahlreiche Romane und Essays, insbesondere rund um das Thema "Dritte Welt". Einige seiner Bücher wurden mit Literaturpreisen, unter anderem mit dem Prix Goncourt, ausgezeichnet.

Alle Bücher von Jean-Christophe Rufin

Cover des Buches Globalia (ISBN: 9783442469499)

Globalia

 (43)
Erschienen am 08.09.2008
Cover des Buches Hundert Stunden (ISBN: 9783596178919)

Hundert Stunden

 (21)
Erschienen am 01.07.2009
Cover des Buches Das rote Halsband (ISBN: 9783328104407)

Das rote Halsband

 (13)
Erschienen am 09.09.2019
Cover des Buches 100 Stunden (ISBN: 9783941378568)

100 Stunden

 (13)
Erschienen am 30.09.2009
Cover des Buches Nichts gesucht. Alles gefunden. (ISBN: 9783641245634)

Nichts gesucht. Alles gefunden.

 (3)
Erschienen am 01.10.2018
Cover des Buches Pilgern für Skeptiker (ISBN: 9783813506679)

Pilgern für Skeptiker

 (3)
Erschienen am 27.04.2015
Cover des Buches Der Schatzmeister des Königs (ISBN: 9783570103159)

Der Schatzmeister des Königs

 (3)
Erschienen am 02.10.2017

Neue Rezensionen zu Jean-Christophe Rufin

Cover des Buches Das rote Halsband (ISBN: 9783328104407)chumas avatar

Rezension zu "Das rote Halsband" von Jean-Christophe Rufin

von Menschlichkeit, Treue und Stolz
chumavor einem Jahr

Eine französische Kleinstadt im Sommer 1919 ist Schauplatz dieser kleinen und doch so großen Geschichte. Ausgerechnet der ausgezeichnete Kriegsheld Jacques Morlac sitzt als einiziger Gefangener hier in Haft. Sein Vergehen: Er hat den ihm verliehenen Tapferkeitsorden seinem treuen Hund, der ihm in den Krieg gefolgt ist, ans Halsband geheftet, statt ihn selbst zu tragen. Ein Affront gegen die Obrigkeit, der hart bestraft werden kann. Offizier Lantier soll über ihn richten und verhört Morlac vor Ort. Beide Männer sind kriegsmüde, doch während Lantier dem Soldaten gern ein mildes Urteil zusprechen möchte, lehnt dieser jegliche Entschuldigung und Reue als Bedingung dafür ab. Und da ist noch der Hund selbst, der trotz der sengenden Hitze tagein tagaus vor dem Gefängnis sitzt und herzerweichend bellt. Was steckt hinter alldem und gelingt es Lantier, die Motive Morlacs zu durchdringen und ihn so vor der harten Strafe zu bewahren?

Jean-Christophe Rufin benötigt gerade einmal 176 Seiten, um eine beinahe philosophische Kriegsgeschichte mit Wärme zu erzählen. Kein Wort ist zu viel, die Botschaft ist klar. Ein wenig Historie und Einzelschicksale werden mühelos miteinander verwoben, Kritik am Krieg geäußert. Seinen öffentlichen Widerstand erklärt Morlac gegenüber seinem Richter so:

»Nicht ich war der Held, sondern er. Das habe ich gedacht, verstehen Sie? Nicht nur weil er mir an die Front gefolgt und verwundet worden war. Nein, das war etwas viel Tieferes, Radikaleres. Er besaß alle Eigenschaften, die man von einem Soldaten erwartete. Er war treu bis in den Tod, tapfer und ohne Mitgefühl für den Feind. Für ihn bestand die Welt aus guten und bösen Menschen. Es gab ein Wort, um das auszudrücken: Er besaß keinerlei Menschlichkeit. Natürlich, er war ja ein Hund … Aber wir waren keine Hunde, und von uns verlangte man das Gleiche. Die Auszeichnungen, die Orden, die öffentlichen Belobigungen, die Beförderungen, all das diente dazu, Handlungen von Tieren zu belohnen.«

Der Soldat als unmenschliches Tier, alles andere als heldenhaft. Und trotz dieser vermeintlich ehrenwerten Beweggründe soll Morlac jetzt hart bestraft werden. Wie kann das sein? Es ist vor allem diese Frage, die den Leser durch die Seiten treibt. Doch da ist noch etwas anderes, das nicht so recht passen will, denn Morlac ist alles andere als ein ehrenhafter Sympathieträger, er ist Opfer und Täter zugleich. Seinen Hund kann er nicht besonders gut leiden, seine Frau will er nicht sehen. Viele Ungereimtheiten und Fragen, die Lantiers Interesse geweckt haben und die ihn (und den Leser) umtreiben. Wie und ob sich am Ende alles zusammenfügt, das muss man sich selbst erlesen.

»Das rote Halsband« ist ein ruhig erzählter Roman, der von bedingungsloser Treue, Liebe, Menschlichkeit und Stolz berichtet, dabei aber stets beide Seiten jeder Medaille beleuchtet. Ganz ist der Funke bei mir jedoch nicht übergesprungen, und dabei kann ich gar nicht genau sagen, woran es gelegen hat. Vielleicht fehlte es mir ein wenig an Authentizität bei Morlac, nicht immer konnte ich sein Handeln und Denken nachvollziehen. Nichtsdestotrotz eine lohnenswerte Lektüre, die zum Nachdenken anregt und dabei wunderbar unterhält.

– 3.5 / 5 Sterne –

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Cover des Buches Nichts gesucht. Alles gefunden. (ISBN: 9783328100638)Hortensia13s avatar

Rezension zu "Nichts gesucht. Alles gefunden." von Jean-Christophe Rufin

Nicht nur schön
Hortensia13vor 3 Jahren

Der Autor Jean-Christophe Rufin begibt sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Dabei weiss er weder was einen Pilger ausmacht noch ist er auf der Suche nach christlichen Läuterung. Aber was als eine Wanderung anfängt, entwickelt sich für ihn zu mehr. Dem 900 Kilometer lange Camino del Norte kann auch Rufin sich nicht entziehen.

Die Metamorphose eines Pilgers ist von Rufin bildhaft beschrieben, denn pilgern ist in der heutigen Zeit nicht nur schön und romantisch. Autostrassen, Chemiepipelines - die Moderne macht das Pilgerleben schwierig. Man sehnt sich zurück ins Mittelalter, die Ursprünge des Jakobswegs. Mir gefiel die philosophische und unverblümte Betrachtungsweise des Autors. Auch das Land und die Begegnungen werden ehrlich beschrieben. Ein interessanter Reisebericht, der den Leser mit auf die Pilgerreise mitnimmt.

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Cover des Buches Der Schatzmeister des Königs (ISBN: 9783570103159)Eliza08s avatar

Rezension zu "Der Schatzmeister des Königs" von Jean-Christophe Rufin

Leider eine Enttäuschung
Eliza08vor 4 Jahren

Leider war dieser Roman eine Enttäuschung für mich. Ich begann diesen Roman bereits im Januar diesen Jahres, doch der Funke wollte einfach nicht überspringen. Als ich ihn nun während meines Urlaubs erneut zu Hand nahm, dachte ich mit ein wenig mehr Ruhe und Geduld würde er mich doch überzeugen. Doch leider war dem nicht so, auch nach über 100 Seiten bleibt der Roman mir nicht in guter Erinnerung, sodass ich ihn nun endgültig zur Seite gelegt habe.

Das Cover ist gut, besonders der Kupferstich gefällt mir gut und das Thema der Romans, welches auch laut Klappentext bekannt ist, wird gut hervorgehoben. Für meinen Geschmack verrät der Klappentext ein klein wenig zu viel, was aber meiner Meinung nach nicht das Hauptproblem des Romans ist. Zum einen konnte mich die Hauptfigur des Jacques Coeur nicht überzeugen. Obwohl der Roman aus seiner Perspektive in der Ich-Erzähler-Form erzählt wird, konnte ich zu dieser Figur keine Verbindung aufbauen. Die Nebenfiguren geben ein sehr subtiles Bild ab, welches durch die Brille Coeur gefärbt ist, sie bleiben blass und man fragt sich, welche Beziehung dieser Mann zu seiner Frau und seinen Kinder gehabt haben mochte, wenn er sich so wenig mit Ihnen als Personen beschäftigt. Zum anderen haben mich die vielen Andeutungen gestört, da der Roman rückblickend erzählt wird, macht der Ich-Erzähler Coeur immer wieder Andeutungen, die wir als Leser nicht verstehen. Hier klafft ganz klar eine Lücke zwischen dem Stand des Erzählers und dem des Lesers.

Der Roman mag atmosphärisch sehr dicht sein, denn Rufin beschreibt mit einer ungeheuren Sprachgewalt. Leider konnte mich aber auch dieser Sprachstil nicht überzeugen, da mir hier komplett die Spannung fehlt. Jacques Coeur mag eine sehr beeindruckende Persönlichkeit sein, aber meiner Meinung nach hätte Spannung diesem Roman sicherlich gut getan. Es ist immer ein Wagnis einen historischen Roman aus der Ich-Erzähler-Perspektive zu schreiben, wie viel davon der Übersetzung aus dem Französischen geschuldet ist, mag ich nicht zu benennen. Für mich war dieser Roman leider eine Enttäuschung.

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Zusätzliche Informationen

Jean-Christophe Rufin wurde am 28. Juni 1952 in Bourges (Frankreich) geboren.

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