Jean-Claude Izzo Aldebaran

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Inhaltsangabe zu „Aldebaran“ von Jean-Claude Izzo

Im Hafen von Marseille steht die Zeit still. An der äußersten Mole liegt die Aldebaran fest, deren Reeder Konkurs gegangen ist. An Bord drei Männer. Sie leisten Widerstand, wollen sich nicht damit abfinden, den Frachter zu verlassen. Wohin sollen sie auch gehen? Abdul Aziz, der Kapitän, ist Libanese, Diamantis, sein erster Offizier, Grieche. Der Funker, der lebenslustige Nedim, ist aus der Türkei. Während sie ohne wirkliche Hoffnung darauf warten, wieder auslaufen zu können, beginnen sie zu reden, diese Seemänner, die sich ans Schweigen gewöhnt haben. Sie reden um ihr Leben, erzählen sich ihre Vergangenheit, Geschichten von Frauen, die auf sie warten oder die sie verloren haben, von Kindern, die sie nicht haben aufwachsen sehen, von Eltern, von deren Tod sie in der Ferne erfuhren, von Ländern, die sie nicht vergessen können. Um sie herum Marseille, Stadt des Exils, Schmelztiegel. Auf ihren Landgängen erforschen sie den Hafen, die Bars, tauchen ein ins vibrierende Leben. In dieser Stadt voller Erinnerungen suchen sie ihre Zukunft.

Perfekt.

— Buchhandlung_am_Schaefersee

Etwas zu langatmig, ansonsten toll erzählt.

— WolfgangHaupt

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  • Marseille, Izzo...

    Aldebaran

    WolfgangHaupt

    15. April 2015 um 17:02

    Marseille, Izzo, das war untrennbar verbunden. Das ist auch der Kern von Aldebaran. Die Schifffahrt, das Mittelmeer, die Stadt. Eine Ode an die eine ewige Liebe, die ihn fasziniert hat wie sonst nichts.  Dort mit einem Schiff liegenzubleiben eine Strafe, zumindest anfangs, als die Aldebaran an Ketten gelegt wird. Abdul Aziz, Diamantis und Nedim, den drei Verbliebenen, stößt ihr ungewollter Aufenthalt sauer auf. Wäre da nicht die alte Liebe von Diamantis, des ersten Maats des Schiffs.  Eine Liebe, die nur dort so stattfinden hätte können, und nur dort wieder so aufzuflammen imstande ist. Darum dreht sich alles, zieht nicht nur ihn wieder hinein, sondern auch Nedim, den beschränkten Schiffsjungen, und Abdul Aziz, den Kapitän. Es geht um Alkohol, Drogen, Prostitution, die Härte des Hafens, das Meer und die Sehnsucht, den Wunsch, aufzubrechen in ein besseres Leben. Es kommt anders und vor allem härter. Die Figurenzeichnung ist stark, die Charaktere erscheinen vor dem geistigen Auge, lassen einen ob oder gerade wegen ihrer Unfähigkeit, sich zu adaptieren, mitleiden. Das muss desaströs enden und tut es am Ende dann auch.Wer Zeit hat, Marseille liebt oder lieben lernen möchte, sich keinen actiongeladenen Kracher erwartet, wird hier bestens bedient.

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  • Rezension zu "Aldebaran" von Jean-Claude Izzo

    Aldebaran

    Duffy

    15. December 2010 um 08:05

    Die Aldebaran, ein Schiff, das in Marseille vor Anker liegt, weil der Reeder bankrott gegangen ist, scheint genauso wenig Zukunft zu haben, wie die drei letzten Männer an Bord, die darauf warten, dass ein Verkauf stattfindet. Schon wissend, dass dieses Schiff nicht mehr auslaufen wird, verknüpfen sie ihre Schicksale miteinander und versuchen, in der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, eine neue Zukunft zu finden, die sich nicht mehr auf dem Meer ereignen soll. Es kommt zu einer Verkettung von Zufällen, die dann letztendlich alle vor eine fremde Situation stellt. Mit seiner Intensität, die allen seinen Romanen innewohnt, ist Izzo auch hier wieder auf der Seite der Verlierer, die versuchen, sich aus ihren Schicksalen und Irrtümern zu winden. Dass sie dabei ein ums andere Mal ihre Blessuren davontragen, ist dabei genauso unvermeidlich, wie das Scheitern auf der einen und das Hinnehmen des Unabänderlichen auf der anderen Seite. Der Autor zeichnet punktgenaue Bilder von Existenzen, deren ständiges Zuspätkommen ein Leben zwischen Hoffnung und Resignation ist. Ohne konstruierte Sensibilität erreicht Izzo das auch beim Leser. Die Illusion einer heilen Welt mit Hilfe der Schilderung der Unbarmherzigkeit einer realen Welt zu zerstören. Es ist außerordentlich traurig, dass der marseillesüchtige Izzo so spät angefangen hat, sein Romanwerk zu schaffen und so früh verstorben ist. So ist jeder seiner Romane ein Meilenstein in der jüngeren französischen Literatur. Und nicht nur dort.

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  • Rezension zu "Aldebaran" von Jean-Claude Izzo

    Aldebaran

    papalagi

    21. February 2009 um 19:09

    Im Hafen von Marseille steht die Zeit still. An der äußersten Mole liegt die Aldebaran fest, deren Reeder Konkurs gegangen ist. An Bord drei Männer. Sie leisten Widerstand, wollen sich nicht damit abfinden, den Frachter zu verlassen. Wohin sollen sie auch gehen? Abdul Aziz, der Kapitän, ist Libanese, Diamantis, sein erster Offizier, Grieche. Der Funker, der lebenslustige Nedim, ist aus der Türkei. Während sie ohne wirkliche Hoffnung darauf warten, wieder auslaufen zu können, beginnen sie zu reden, diese Seemänner, die sich ans Schweigen gewöhnt haben. Sie reden um ihr Leben, erzählen sich ihre Vergangenheit, Geschichten von Frauen, die auf sie warten oder die sie verloren haben, von Kindern, die sie nicht haben aufwachsen sehen, von Eltern, von deren Tod sie in der Ferne erfuhren, von Ländern, die sie nicht vergessen können. Um sie herum Marseille, Stadt des Exils, Schmelztiegel. Auf ihren Landgängen erforschen sie den Hafen, die Bars, tauchen ein ins vibrierende Leben. In dieser Stadt voller Erinnerungen suchen sie ihre Zukunft.

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